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Ferdinand Sutterlüty
In Sippenhaft
Negative Klassifikationen in ethnischen Konflikten
Frankfurt/New York 2010 - Campus Verlag,
295 Seiten, 8 s/w Fotos
EUR 24,90
ISBN: 3-593-39050-5
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Ferdinand Sutterlütys Studie ist aus einer ethnographischen Untersuchung hervorgegangen, die er zusammen mit Sighard Neckel und Ina Walter am Institut für Sozialforschung durchgeführt hat. Sie befasst sich mit abwertenden und diskriminierenden Klassifikationspraktiken in der alltäglichen Interaktion zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen in ethnisch gemischten und sozial benachteiligten Stadtteilen.
Während gesellschaftliche Bewertungskämpfe in institutionellen, medialen und politischen Arenen sowie daraus erwachsende symbolische Ordnungen im Anschluss an die Arbeiten von Pierre Bourdieu vielfältige sozialwissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren haben, sind lokale Klassifikationskämpfe in dichten sozialräumlichen Nachbarschaften mit ihren zum Teil ganz eigenen Semantiken und Konfliktlogiken bisher noch kaum systematisch untersucht worden. Insofern betritt Ferdinand Sutterlüty mit seiner Untersuchung soziologisches Neuland. Ihre gesellschaftliche Relevanz ergibt sich aus der dringlichen Frage nach der Sozialintegration in städtischen Problemgebieten, deren Bewohner sich vornehmlich aus Zugewanderten und unterprivilegierten Einheimischen zusammensetzen.
Dieses Buch führt mitten hinein in die Schwierigkeiten des Zusammenlebens verschiedener ethnischer Gruppen in Gebieten, die häufig als »soziale Brennpunkte« beschrieben werden. Es analysiert die vielfältigen Muster »negativer Klassifikationen«, mit denen Einheimische und Türkischstämmige ihre wechselseitige Geringschätzung ausdrücken, und zeigt schließlich, wie beide Seiten von einem sippenhaften Denken durchdrungen sind. Die Studie lässt ein befremdliches Paradox erkennen: Bevorzugtes Ziel von Stigmatisierungen sind ausgerechnet jene Migrantinnen und Migranten, die dem Anspruch auf Integration am besten gerecht werden. Sie scheinen den Status der Einheimischen am stärksten zu bedrohen.
INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der
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