Staaten, transnationale Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen im Konflikt um biologische Ressourcen. Vergleichende Fallstudien zum Wandel eines globalen Politikfeldes

PD Dr. Volker Heins

Gefördert durch die VolkswagenStiftung

Mai 1998 bis April 2000

Das Projekt befasste sich mit ausgewählten transnationalen Unternehmen der Life Sciences-Branche sowie ihren Kritikern, die sich zu Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zusammenschließen und in unterschiedlichen nationalen und internationalen Foren (wie etwa der WTO oder der FAO) zu Wort melden. Untersucht wurden die Deutungen und Orientierungen industrieller und politischer Akteure entlang von zwei Vergleichsdimensionen: erstens entlang der sachlichen und sozialen Unterschiede zwischen neuen politischen Organisationen der »Gesellschaftswelt« auf der einen Seite und den Organisationen der »Staatenwelt« sowie der Privatindustrie auf der anderen Seite; zweitens entlang der geographischen und kulturellen Unterschiede zwischen westlichen Akteursgruppen und einer ausgewählten nichtwestlichen Region, Südasien mit dem Kernstaat Indien.

Die Untersuchung hat insbesondere gezeigt, dass gängige Behauptungen über die Konvergenz von Kulturen/Ländern/Organisationen im Zeichen vermeintlich »globaler« Probleme überzogen oder voreilig sind. Kollektive Selbstverständlichkeiten, die in das Organisationsgedächtnis großer Firmen und anderer Akteure eingelassen sind, überleben auch im Zeitalter der Globalisierung. Weder für das Feld der NGOs noch für das Feld transnationaler Firmen oder gar der »Weltkulturen« konnte eine starke Konvergenzthese bestätigt werden. Damit kippt auch die These einer heraufziehenden »globalen Zivilgesellschaft«. Eine Zusammenfassung der Forschungsergebnisse enthält der Band:

Volker Heins 2001: Der Neue Transnationalismus. Nichtregierungsorganisationen und Firmen im Konflikt um die Rohstoffe der Biotechnologie. Frankfurt a. M. und New York: Campus.