The Chances of the Second Generation in Families of Ethnic Entrepreneurs:
Intergenerational and Gender Aspects of Quality of Life Processes
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Projektgruppe: Prof. Dr.
Ursula Apitzsch, Dr. Maria Kontos
(Dr. Lena Inowlocki, Dipl. Soz. Anna Violetta Mayer, Irini Sioutis,
Dipl. Soz. Donald Vaughn)
Thema - Fragestellung - Methode
Die erwerbswirtschaftliche Selbständigkeit erfuhr in den letzten
Jahrzehnten in vielen Europäischen Ländern einen bemerkenswerten
Aufschwung. Insbesondere Migranten und Migrantinnen, eine soziale Gruppe,
deren Arbeitsmarktintegration durch steigende Arbeitslosenzahlen in
Gefahr gerät, weisen einen hohen Prozentsatz an selbständig
Erwerbstätigen auf. Viele der Migrantenunternehmen basieren auf
der Unterstützung durch ethnische und verwandschaftliche Solidarität,
die in vielen Fällen zur Entstehung von Familienbetrieben führen.
Die in den Migrantenunternehmungen vorherrschenden Arbeitsbedingungen
und die daraus resultierenden Lebensbedingungen werden in der Literatur
und dem öffentlichen Diskurs als ausgesprochen problematisch dargestellt.
Intensive und aufreibende Arbeitsbedingungen werden mit Selbstausbeutung
und Ausbeutung der Arbeitskraft von Familienmitgliedern gleichgestellt.
Die Ergebnisse des abgeschlossenen EU-Projektes "Self-employment
activities of women and minorities" haben uns zur Relativierung
dieser Sichtweise gezwungen. Unternehmerische Aktivität von Migrant/innen
zeigte sich als ein komplexer Zusammenhang biographischer Strategien
zur Überwindung sozialer Ausschlussbarrieren, der nicht nur aus
reaktiven Handlungen, sondern auch aus dem kreativen Einsatz der Individuen
besteht, mit dem diese ihre biographischen Ziele durchsetzen. Das Projekt
verfolgt das Ziel, die Lebensqualität in Familienunternehmungen
von Migranten zu untersuchen. Insbesondere soll die Lebensqualität
der Gründergeneration mit den sozialen Chancen ihrer Kinder konfrontiert
und gleichzeitig die geschlechtsspezifischen Auswirkungen dieses Verhältnisses
untersucht werden. Im Projekt soll ein biographisches Konzept von Lebensqualität
entwickelt werden, welches wir zunächst im Anschluss an das Konzept
des "Human Development" sowie basierend auf der Idee der intergenerationalen
Nachhaltigkeit entworfen haben.
Zentrale Hypothese des Projektes ist, dass, während die Eltern
(in den meisten Fällen der Vater) mit seiner/ihrer Unternehmung
einen biographischen Plan verwirklichen, die Kinder hingegen durch die
Integration ihrer Arbeitskraft in den Familienbetrieb (bzw. auch durch
die Abwesenheit der stark eingebundenen Eltern) ihrer Bildungsschancen
beraubt werden. Die Kinder verpassen so die Chance, sich über Bildung
in die Gesellschaft zu integrieren. Die Funktion der Familie als produzierende
Einheit beraubt sie der Möglichkeiten, ihre sozialisatorische Funktion
adäquat zu entfalten.
Das Projekt ist transnational vergleichend angelegt. Das Projekt untersucht
ein Phänomen, das in langansässigen ethnischen Ökonomien
auftaucht. Die meisten Projektpartner sind aus nordeuropäischen
Gesellschaften. Außer Deutschland sind England, Frankreich und
Dänemark beteiligt. Eine Partnerinstitution in Griechenland wird
das Phänomen in einer sich neu etablierenden ethnischen Ökonomie
untersuchen. Die Forschungshypothese wird mitttels der Methode des biographisch
narrativen Interviews überprüft werden. Es sollen mehrere
Mitglieder einer unternehmenden Migrantenfamilie interviewt werden.
Es ist vorgesehen in jedem nationalen Projekt Mitglieder von 20 Familien
zu befragen, die im Nahrungsmittelsektor unternehmerisch aktiv sind.
Die Interviews werden nach der biographisch-interpretativen Methode
analysiert. Die Analyse der Interviews wird zu berücksichtigen
haben, dass es sich um aufeinanderbezogene, ineinanderverwobene Biographien
handelt.
Projektpartner
Das Projekt ist eine transnationale europäische Studie, die durch
das Projektteam am Institut für Sozialforschung koordiniert wird.
Die Projektpartner sind:
Prof. Feiwel Kupferberg,
Dänische Pädagogische Universität Kopenhagen
Prof. Floya Anthias,
Oxford Brookes University
Prof. Mirjana Morokvasic,
Universität 10, Paris, Nanterre
Maria Liapi
Zentrum für Frauenstudien /Athen
Stand der Projektarbeit
Das Projekt hat zum 1. Dezember 2002 seine Arbeit aufgenommen. Die
Laufzeit des Projektes beträgt drei Jahre. Das Projekt wird durch
die Generaldirektion Wissenschaft der Europäischen Kommission,
im Rahmen des Programms Research Technology and Development (RTD) gefördert
Bisherige Veröffentlichungen
Apitzsch, Ursula und Kontos, Maria "Self-employment activities
of women and minorities", Opladen : Leske und Budrich (In Vorbereitung)
Apitzsch, Ursula und Kontos, Maria (Hg.) "Self-employment, Gender
and Migration. Women in Non-Privileged Self-employment" International
Review of Sociology, Sonderband, Spring 2003 (In Vorbereitung)
Ursula Apitszch (Hg.) Selbständigkeitsprojekte In: Hessische Blätter
für Volksbildung, 1/2000
Kontos, Maria "Ethnic Entrepreneurship and Self-employment policies
in Germany",
In: Monder Ram and David Smallbone (Hg.) Ethnic Minority Enterprise:
Policy in Practice. Sonderband der Zeitschrift Entrepreneurship and
Regional Development 2/2003 (In Vorbereitung)
INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Senckenberganlage 26 60325 Frankfurt am Main Telefon:
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