Neue Produktionsmodelle und internationale Arbeitsteilung in
der Elektronikindustrie - Global-regionale Kontraktfertigung im
pazifischen Raum und Mittel- und Osteuropa |
|
|
English
Version
Wersja
Polska
Publikationsliste
Projektgruppe: Prof. Dr. Wilhelm
Schumm, PD Dr. Boy Lüthje,
Dipl. Soz. Stefanie Hürtgen,
Dipl. Soz. Martina Sproll
(ass.), Peter Pawlicki
Thema - Fragestellung - Methode
Die Elektronikindustrie - insbesondere die Informationstechnik - ist
zum Vorreiter der Entstehung neuer Industriestrukturen geworden, für
die die Schlagworte Globalisierung, vertikale Spezialisierung und regionale
Netzwerkbildung stehen. Traditionelle Großunternehmen betreiben eine
massive Neuorganisation durch die Konzentration auf global definierte
Kerngeschäftsfelder, die Verselbständigung wichtiger Unternehmensteile
und die Ausgliederung zentraler Bereiche der Fertigung. Als Vorbild
gelten heute die auf nur wenige Produkte ausgerichteten Leitunternehmen
der Halbleiter-, Computer- oder Netzwerkbranche wie Intel, Microsoft,
Dell oder Cisco.
Der Trend zur hochgradig spezialisierten oder gar zur "fabriklosen"
Produktion hat zugleich neue Formen der Auftragsfertigung hervorgebracht,
die unter dem Stichwort Contract Manufacturing bekannt werden. Rasch
wachsende Unternehmen ohne eigene Markenprodukte organisieren die Fertigung
von Computern, Netzwerkrechnern, Mobiltelefonen und anderen Elektronikprodukten
als weltweites "Dienstleistungs"-Angebot, das auch fertigungsnahe
Entwicklung und Logistik umfasst. Die Kontraktfertigung wird damit zu
einer neuen Querschnittsindustrie mit einer beachtlichen Zahl von Beschäftigten,
die meisten in industriellen Entwicklungsländern. Dieses Branchensegment
ist in besonderer Weise den zyklischen Schwankungen der heutigen High-Tech-Produktion
und ihren Krisen ausgesetzt.
Unser Projekt untersucht die Entwicklung der transnationalen Produktionsnetzwerke
ausgewählter Sektoren der IT-Industrie in zwei zentralen Großregionen
der Triade, nämlich im pazifischen Raum und in Europa. Es schließt an
das 2001 abgeschlossene Projekt des Instituts für Sozialforschung zur
Entwicklung des Contract Manufacturing in den USA und Deutschland an.
Erforscht werden sollen einerseits die neuen Formen der sektoralen
Arbeitsteilung zwischen den Markenherstellern und Fertigungsdienstleistern
im Bereich von Computern, Netzwerkausrüstungen und Mobilfunk, zum anderen
die Auswirkungen auf die internationale Arbeitsteilung in der Elektronikindustrie.
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung des Contract Manufacturing an zentralen
Niedrigkostenstandorten Osteuropas (Ungarn, Polen, Tschechien, Rumänien)
und Südostasiens (Malaysia und Südchina). Untersucht werden sollen die
Entwicklungsbedingungen der Kontraktfertigung in den betreffenden Regionen
sowie Arbeitsorganisation, Qualitätsmanagement und Qualifizierungspolitik
in ausgewählten Betrieben des Contract Manufacturing.
Bisherige Veröffentlichungen
Lüthje, Boy: »Desorganisisierter Despotismus«. Globale Produktion, soziale Diskriminierung und Arbeitsbeziehungen in der Elektronikindustrie in China, in: Aulenbacher, Brigitte, Maria Funder, Heike Jacobsen und Susanne Völker (Hg.): Arbeit und Geschlecht im Umbruch der modernen Gesellschaft. Wiesbaden: SV Verlag. 2007, 201-216.
Stand der Projektarbeit
Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
gefördert.
Weitere Informationen erhalten Sie gerne vom Projektteam:
ems.mail@soz.uni-frankfurt.de
Prof. Wilhelm Schumm:
069/756183-15
schumm@soz.uni-frankfurt.de
Stefanie Hürtgen:
069/756183-30
huertgen@soz.uni-frankfurt.de
PD Dr. Boy Lüthje:
069/756183-30
luethje@soz.uni-frankfurt.de
Fax: 069/749907
INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Senckenberganlage 26 60325 Frankfurt am Main Telefon:
069 - 75 61 83 0 Telefax: 069 - 74 99 07
http://www.ifs.uni-frankfurt.de Email: ifs@rz.uni-frankfurt.de
|