Durch Bildung zu sozialem Aufstieg: Zur intergenerationalen Bearbeitung von Aufstiegserfahrungen in Migrationsfamilien

Antragstellung: Dr. Minna-Kristiina Ruokonen-Engler

Projektbearbeitung: Dr. Minna-Kristiina Ruokonen-Engler und Ceyda Cil (studentische Hilfskraft)

Förderinstitution: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Zeitraum der Förderung: 1. Dezember 2020 bis 30. November 2023

Die Bundesrepublik Deutschland weist im internationalen Vergleich eine geringe Aufstiegsmobilität auf. Dennoch verweisen einige Studien auf eine ausgeprägte soziale Aufstiegsorientierung durch Bildung bei der Nachfolgegeneration von Arbeitsmigrant_innen. Da der soziale Aufstieg mit einer sozialen Statusänderung einhergeht, wird generell davon ausgegangen, dass dieser eine habituelle Transformation von den Aufgestiegenen erfordert. Demnach zieht der soziale Aufstieg eine lebensweltliche und milieuspezifische Entfremdung von der Herkunftsfamilie nach sich. Zugleich aber weist die Forschung auf die unterstützende und kompensatorische Bedeutung der Familie in der Migration hin. Dadurch stellt sich die Frage, wie sich Bildungsaufstieg und sozialer Aufstieg unter Migrationsbedingungen vollziehen und welchen Einfluss diese auf die Familien ausüben.

Das Forschungsprojekt untersucht, welche Herausforderungen durch das Aufstiegsbemühen in den Migrationsfamilien entstehen. Anhand von biografisch-narrativen Einzelinterviews und leitfadengestützten narrativen Familiengesprächen wird erforscht, wie der soziale Aufstieg durch Bildung und die statusbezogenen Transformationsanforderungen sowohl individuell als auch intergenerational biografisch verarbeitet werden und inwieweit diese die Generationen- und Geschlechterverhältnisse, die Zugehörigkeiten und Unterstützungsstrukturen in den Migrationsfamilien verändern.

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Debatte um den Einfluss von Migration und sozialer Mobilität auf die Reproduktion bzw. Transformation von Familien-, Generationen- und Geschlechterverhältnissen. Zudem trägt es zur Weiterentwicklung der Forschung zur sozialen Mobilität aus einer subjektorientierten, biografieanalytischen Perspektive unter Berücksichtigung der sozialstrukturellen Voraussetzungen der Lebensgestaltung, bei.

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