Verhandlungsformen normativer Paradoxien
Teilprojekt 1:
Ideengeschichtliche Rekonstruktion normativer Paradoxien

Antragstellung: Prof. Dr. Axel Honneth
Projektbearbeitung: Prof. Dr. Axel Honneth, Dr. Judith Mohrmann
Förderinstitution: VolkswagenStiftung
Zeitraum der Förderung: 01. April 2015 bis 31. März 2018

In diesem ideengeschichtlich ausgerichteten Projekt wird das Ziel verfolgt, anhand ausgewählter Gesellschaftstheorien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu untersuchen, wie auf dem Niveau ex- oder impliziter Kausalerklärungen die ersten Erfahrungen mit dem paradoxalen Verlauf normativ beabsichtigter Reformprozesse theoretisch verarbeitet wurden; im Vordergrund werden dabei die Schriften von Alexis de Tocqueville, Max Weber, Karl Marx und Friedrich Nietzsche stehen. Die zentrale Aufgabe dieses Projekts liegt darin, durch eine möglichst genaue Analyse der jeweils dargebotenen Deutungen vergleichend zu sondieren, ob in der ideengeschichtlichen Tradition der Moderne ein Fundus an exemplarischen Erklärungsmustern für normative Paradoxien herausgebildet wurde, der selbst den Wahrnehmungs- und Deutungshorizont der heute mit vergleichbaren Problemen konfrontierten Akteure noch subkutan prägt. Die Arbeit in diesem Teilprojekt wird sich weitgehend in Form einer nochmaligen Interpretation der entsprechenden Klassiker-Texte vollziehen, durch die möglichst genau herausgearbeitet werden soll, wie hier die normativen Paradoxien jeweils sowohl in ihren Entstehungsursachen als auch in ihren Verlaufsbahnen erklärt werden.