The Changing Production Networks and Labor Relations of China’s Automotive Industry

 

Projektbearbeitung: Miao Tian

Soziologie, Goethe Universität, Frankfurt am Main, 2013 bis 2017

 

Forschungen über die Automobilindustrie sind in den 1970er Jahren durch das Interesse am Fordismus und in den 1990er Jahren an der Lean Production entstanden; sie sind geprägt durch das Interesse an der Verbreitung der Technologien, den Organisationsformen, den »optimalen Produktionsverfahren«, den Unterschieden in den ökonomischen und sozio-politischen Institutionen an den verschiedenen Standorten und den Auswirkungen auf die Arbeit und das Leben der Arbeiter. Diese Forschungen führten zu zahlreichen Debatten über Transfer, Anpassung und Hybridisierung der Produktionssysteme an Standorten außerhalb der Heimatländer. In dem Dissertationsprojekt wird diese Debatte über die Hybridisierung fortgesetzt, sowie eine auf Unternehmen zentrierte Perspektive der unterschiedlichen »Formen des Kapitalismus« erarbeitet, um zu sehen, welche Produktionssysteme in Chinas Joint Ventures Anwendung finden und wie sie mit den externen ökonomischen und politischen Institutionen und den internen Arbeitsbeziehungen interagieren. Angesprochen werden die einzigartigen Organisationsstrukturen und Machtbeziehungen der Joint Ventures zwischen den chinesischen Unternehmen, die dem Staat gehören, und den globalen Markenautoherstellern. Die empirische Forschung konzentriert sich auf die Rolle der internationalen Hersteller, ihre Profitstrategien und die Firmenphilosophie, die in den sozio-politischen Institutionen ihrer Herkunftsländer eingebettet sind. In einem weiteren Schritt wird erforscht, wie die chinesischen Institutionen auf ökonomischer und politischer Ebene und die sozialen Bedingungen das Produktionssystem in den Automobilfabriken in China umgestalten. Beide Analysen werden versuchen, der Frage nachzugehen, welche unterschiedlichen Rollen das ausländische und das chinesische Management und die Organisation der Produktion spielen, ob die unterschiedlichen Philosophien zu einer Innovation im Produktionssystem geführt haben, wie diese Faktoren den Arbeitsablauf und die Arbeitsbeziehungen beeinflussen und wie die Interaktion zwischen dem internationalen Kapital, dem chinesischen Kapital, dem Staat und den Fabrikarbeitern in einer Zeit von wachsender Überakkumulation und Arbeitsunzufriedenheit die Richtung für die chinesische Automobilindustrie bestimmt hat.