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Sozialökonomische Transformation und industrielle Beziehungen in China
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Ein Forschungsprojekt des IfS und der China Renmin University
Das Projekt wird gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung
Projektleitung: PD Dr. Boy Lüthje, Institut für Sozialforschung Frankfurt,
Prof. Chang Kai, School of Labor Relations and Human Resources, China Renmin University, Beijing
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Das Projekt untersucht die Veränderungen in den industriellen Beziehungen in China im Kontext der entstandenen kapitalistischen Wirtschaftsstrukturen und der Globalisierung zentraler Wirtschaftssektoren. Für die Schlüsselindustrien Auto, Stahl, Elektronik, Chemie und Bekleidung wird nach Stabilitätsbedingungen und Veränderungsperspektiven in den Produktionsregimes gefragt.
Das Projekt geht von der These aus, dass sich China ein relativ eigenständiger Typ kapitalistischer Entwicklung herausbildet. Dieser ist geprägt von der historisch bislang einmaligen, relativ erfolgreichen Transformation eines planwirtschaftlichen in ein kapitalistisches System. In politischer Hinsicht hat das Aufbrechen des realsozialistischen Wirtschafts- und Sozialmodells nicht zu liberaldemokratischen Herrschaftsformen geführt, vorherrschend ist eine von Staat und Partei im Namen von Wirtschaftswachstum und Weltmarkterfolg betriebene Entpolitisierung gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen, gerade auch in der Arbeitswelt. Der Transformationsprozess setzt indes kapitalismustypische Sozialkonflikte auf die Tagesordnung, die sich manchmal in heftigen Protesten einzelner Gruppen der Lohnabhängigen äußern und durchgreifende arbeitspolitische Reformen erforderlich machen.
Das Projekt soll wesentliche Einsichten in die industriellen Beziehungen in zentralen Industriebranchen Chinas eröffnen, in denen auch deutsche Unternehmen als Produzenten oder maßgebliche Auftraggeber vertreten sind. Damit soll ein konkreter Beitrag zu der in der internationalen Diskussion stark beachteten Frage der Arbeitsstandards in China und ihrer Regulierung geleistet werden. Ziel der Forschungsarbeiten ist es, Ansatzpunkte einer verbesserten internen Verankerung und Kontrolle von Arbeitsstandards und der dazu notwendigen Veränderungen in Betriebsmanagement, Gewerkschaften und Gesellschaft in China zu identifizieren, insbesondere mit Bezug auf die rasche technologische und organisatorische Entwicklung der industriellen Produktion und die Arbeitsbedingungen in modernen, hochgradig komplexen Betriebs- und Branchenstrukturen.
Für die jeweiligen Branchen sollen repräsentative qualitative Fallstudien in Leitbetrieben durchgeführt werden, in denen die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, die Formen der betrieblichen industriellen Beziehungen und deren politische Regulierung auf lokaler und regionaler Ebene zu untersuchen sind. Gefragt werden soll auch nach dem Einfluss neuerer westlicher und japanischer Produktionskonzepte. Auf dieser Basis sollen die Differenzierungen der betrieblichen Arbeitspolitik und die Auswirkungen auf die Entwicklung branchenweiter Arbeitsstandards in den Blick genommen werden, insbesondere bezüglich der Entwicklungsmöglichkeiten tarifvertraglicher Regulierungen in China. Methodisch wird an das industriesoziologische Konzept des Produktionsregimes sowie an zentrale Ansätze aus der neueren Diskussion in China angeknüpft. Das Projekt wird von einem deutsch-chinesischen Forscherteam durchgeführt.
Publikationen
Christoph Scherrer (Hg.): China's Labour Questions. München, Mering: Rainer Hampp Verlag.
http://www.global-labour-university.org/fileadmin/books/CLQ_full_book.pdf
INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Senckenberganlage 26 60325 Frankfurt am Main Telefon:
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