Marie Diekmann

Senckenberganlage 26 | 60325 Frankfurt am Main |  +49 (0)69 - 75 61 83 - 70 | diekmann@em.uni-frankfurt.de

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Forschungsschwerpunkte
Rechtstheorie; Rechtsphilosophie; Materialistische Rechtstheorie; Arbeitsrecht; Europäische Integration

Biographie

Studium der Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft und Politischen Theorie in Nancy, Heidelberg und Frankfurt am Main. 2009 Diplôme du Collège Universitaire de Sciences Po Paris. 2014 erstes Staatsexamen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Laufendes Forschungsprojekt

Verhandlungsformen normativer Paradoxien  | mehr …

Rekonstruktion der demokratischen Bedeutung des kollektiven Arbeitsrechts (Arbeitstitel)

Gerade die Gleichheitsannahme des Rechts bringt Ungleichheit hervor. Schutznormen und soziale Rechte können als Versuche des Rechts, auf diesen Umstand zu reagieren, verstanden werden. Die Diskrepanz von rechtlich hergestellter Gleichheit und real erfahrener Ungleichheit stellt gleichermaßen ein Rechts- und Demokratieproblem dar. Dabei weist die Gleichheitsannahme des Rechts normativ über den Status Quo hinaus. In meiner Arbeit beschäftige ich mit dem Verhältnis  von rechtlicher Gleichheit und ökonomischer Ungleichheit im Bereich der abhängigen Lohnarbeit. Im Arbeitsrecht wird die zivilrechtliche Autonomiefiktion beschränkt durch Arbeitnehmer*innenschutznormen sowie die Tarifautonomie der Koalitionen. Den Arbeiter*innenkoalitionen kommt dabei nicht nur die Aufgabe zu, faire Arbeitsbedingungen auszuhandeln und so zu einem geordneten Wirtschafts- und Arbeitsleben beizutragen. Sie sind – im Gegensatz zu den Arbeitgeber*innenverbänden – demokratische Institutionen subalterner Organisierung, die sich ihren rechtlichen Status erst erkämpfen mussten. Die Deutung der Gewerkschaft als demokratisches Projekt ist im Recht jedoch unterrepräsentiert. Ich versuche, nachzuzeichnen, welche Entwicklungen dazu führten und an welche dogmatischen Stränge eine demokratische Teleologie des Arbeitsrechts dennoch anknüpfen kann.