Tagung:
Die gesellschaftliche Herrschaft der Zahlen

Allgemeine Fragestellung

"If it matters, measure it!"
(Singleton-Green 1993).


Was gezählt wird, zählt, und was - betrieblich, organisatorisch, gesellschaftlich - zählen soll, muss in aller Regel gezählt werden.


Trotz der wachsenden "Macht der Zahlen" (Wagner 2005) steht deren sozialwissenschaftliche Reflexion in Deutschland noch am Anfang. Damit sind sowohl die kalkulativen Praktiken und das institutionelle Feld der "Accountancy" als auch ihre gesellschaftspolitische Bedeutung und gesellschaftstheoretischen Implikationen gemeint. Dabei verändern auf "Kalkulation" beruhende Steuerungs- und Regulierungskonzepte zunehmend auch gesellschaftliche Teilbereiche, denen bislang - mit normativen als auch funktionalen Begründungen - eine gewisse "Eigenlogik" unterstellt wurde, wie dem Bildungs- und dem Gesundheitssystem. Informationsdefizite begünstigen Meinungspolarisierung, und so überrascht es nicht, dass "Accountants" - worunter Wirtschaftsprüfer und Controller ebenso wie Unternehmens- und Steuerberater subsumiert werden können - entweder generell für harmlose Buchhalter, für die neuen "guard dogs of capitalism" (Dezalay 1997) oder für die "Ingenieure des Postfordismus" (Hanlon 1994) gehalten werden. Die Tagung thematisiert die Instrumente, Programme und die Akteure im Feld des Accounting unter einer gesellschaftspolitischen und -theoretischen Fragestellung: In welcher Weise verändern die Praktiken des Accounting Wirtschaft und Gesellschaft? Welchen Einfluss gewinnen die oftmals global operierenden Organisationen dieses Feldes auf die gegenwärtigen gesellschaftlichen Strukturveränderungen? Welchen Handlungsspielraum behalten nationalstaatliche, lokale und organisatorische Akteure im Kontext einer insbesondere auch durch das Accounting vorangetriebenen Ökonomisierung sozialer Verhältnisse? Welchen theoretischen Stellenwert haben Schlagwörter wie "Finanzkapitalismus", "Audit Society" oder "Berater-Kapita­lis­mus" für die soziologische Zeitdiagnose? In welcher Weise kann eine "Soziologie der Kalkulation" auf diese Herausforderungen reagieren und welche grundbegrifflichen Innovationen sind hierzu notwendig?

Tagungsprogramm in deutscher Sprache (Word-Dokument)

English version (Word document)

Tagungsflyer (PDF)


ACHTUNG: Verlängerung des Anmeldeschlusses für vergünstigten Tagungsbeitrag bis zum 3.11.2006!


Veranstalter:
Institut für Sozialforschung Frankfurt/Main (IfS) in Kooperation mit dem
Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung München (ISF München)
im Sonderforschungsbereich 536 "Reflexive Modernisierung", München

Termin:
16. bis 17. November 2006 in Frankfurt am Main, Campus Westend der Johann-Wolfgang-Goethe Universität


 


INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Senckenberganlage 26 • 60325 Frankfurt am Main • Telefon: 069 - 75 61 83 0 • Telefax: 069 - 74 99 07
http://www.ifs.uni-frankfurt.de • Email: ifs@rz.uni-frankfurt.de