Reihe: ZeitBrüche - Diagnosen zur Gegenwart

"Neue Väter - alles beim Alten?"

Es diskutieren:
Günter Burkart (Universität Lüneburg), Hans-Walter Gumbinger (IfS), Susanne Mayer (Die Zeit), Dieter Thomä (Universität St. Gallen)
Moderation: Peter Kemper (Hessischer Rundfunk hr2)

 

In der Veranstaltungsreihe ZeitBrüche initiiert das Institut für Sozialforschung (IfS) in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk (hr2) und dem Literaturhaus Frankfurt zwei Mal jährlich eine Diskussion zu einem zeitdiagnostischen Thema.
Im Hinblick auf eine Überwindung der »Krise der Familie« spielen die Väter eine zunehmend wichtigere Rolle. Schon seit einigen Jahren wird die Frage der gesellschaftlichen Veränderung von Vaterschaft unter dem Stichwort »neue Väter« erörtert. Doch inwieweit sind sie auf ein stärkeres Engagement bei der Kinderfürsorge vorbereitet? Führt der kaum bestreitbare Wandlungsprozess tatsächlich zu einem neuen Verständnis von Vaterschaft, wie veränderte Erziehungs- und Rollenvorstellungen sowie normative Erwartungen andeuten? Oder muss man mit Blick auf die tatsächliche Praxis, in der der Hauptanteil der Hausarbeit, Kinderversorgung und -erziehung nach wie vor bei den Müttern liegt, davon ausgehen, dass die alten Strukturen eines mehr oder weniger »abwesenden« Vaters weiterhin vorherrschen? Möglicherweise liegt das »Neue« an den »neuen Vätern« weniger darin, dass sie eine historisch neue Position des fürsorglichen, dem Kind zugewandten Vaters ausfüllen, als vielmehr in einem egalitär orientierten Grundverständnis des Zusammenlebens in der Familie und in der Wertschätzung der Vaterschaft als Teil eines gelingenden Lebens.

Wissenschaftliche Leitung: Kai-Olaf Maiwald in Zusammenarbeit mit Andrea Bambey, Martin Dornes und Hans-Walter Gumbinger (alle IfS)


INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der Johann Wolfgang Goethe-Universität
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