Frankfurter Adorno-Vorlesungen

Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern sollen. Dabei geht es nicht um eine philologische Ausdeutung seines Werks, sondern darum, seinen Einfluss auf die heutige Theoriebildung in den Humanwissenschaften zu fördern und die lebendigen Spuren seines interdisziplinären Wirkens in den fortgeschrittenen Strömungen der Philosophie, der Literatur-, Kunst- und Sozialwissenschaften sichtbar zu machen.Für die diesjährigen Vorlesungen konnte der Kunstwissenschaftler Horst Bredekamp gewonnen werden.

 

7. bis 9. November 2007

Horst Bredekamp
Humboldt-Universität zu Berlin

Theorie des Bildakts

 

 

Mittwoch, 7. November
18.30–20.30 Uhr
Das sprechende Bild

 

Donnerstag, 8. November
18.30–20.30 Uhr
Das bewegte Bild

 

Freitag, 9. November
18.30–20.30 Uhr
Das verkörperte Bild

 

Der aufgeklärte Betrachter weiß, dass Bilder als von Menschen geschaffene Artefakte kein autonomes Leben besitzen. Dennoch aber entwickeln Bilder immer wieder eine Präsenz, die sie mehr sein lässt als nur toter Stoff. Auf dieser scheinbaren Lebendigkeit gründen die Erwartungen, dass in der Reflexion von Bildern mehr entsteht als der Blick von sich aus mitbringt. Dies gilt nicht nur für den privaten Bereich. Die bildliche Repräsentation wie auch der Bildersturm zeigen die Gültigkeit dieser Erkenntnis oder Ahnung im öffentlichen und eminent politischen Raum.
Im Doppelspiel von lebloser Starre und Lebendigkeit liegt das weitere Vermögen von Bildern, handlungsstiftend wirken zu können. Das Phänomen der agierenden Lebendigkeit von Bildern soll beschrieben und in verschiedenen Bereichen analysiert werden, um eine »Theorie des Bildakts« historisch und begrifflich zu begründen. Eine solche, aus der herkömmlichen Philosophie kaum ableitbare, gleichwohl aber insbesondere mit Blick auf die gegenwärtigen Bildkonflikte drängende Theorie ist als Komplement zur Theorie des »Sprechakts« gedacht. Die drei Vorlesungen widmen sich dem Phänomen der sprechenden Bilder, der Inkorporation simulierten Lebens durch Bewegung und dem prekären Austausch von Bildern und Körpern.

Horst Bredekamp, für seine bildwissenschaftlichen Arbeiten mehrfach ausgezeichnet und in vielen Gremien und Initiativen engagiert, ist Professor für Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin. In den letzten Jahren sind von ihm unter anderem erschienen:
Thomas Hobbes: Der Leviathan. Das Urbild des modernen Staates und seine Gegenbilder. 1651–2001. Berlin: Akademie Verlag 2003; Die Fenster der Monade. Gottfried Wilhelm Leibniz’ Theater der Natur und Kunst. Berlin: Akademie Verlag 2004; Darwins Korallen. Frühe Evolutionsmodelle und die Tradition der Naturgeschichte. Berlin: Klaus Wagenbach Verlag 2005; Galilei der Künstler. Die Zeichnung, der Mond, die Sonne. Berlin: Akademie Verlag 2007; Bilder bewegen. Von der Kunstkammer zum Endspiel. Klaus Wagenbach Verlag 2007.

 

Veranstaltungsort:
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Mertonstraße 17–21
Hörsaal I

Eintritt frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Veranstalter:
Institut für Sozialforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag

 

Weitere Informationen:
069/75 61 83–16


INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der Johann Wolfgang Goethe-Universität
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