Reihe: ZeitBrüche - Diagnosen zur Gegenwart
»Herrschaft der Zahlen«
Es diskutieren:
Wolfgang Bonß (Universität der Bundeswehr München), Herbert Kalthoff (Zeppelin Universität Friedrichshafen), Sybilla Nikolow (Institut für Wissenschafts- und Technikforschung, Universität Bielefeld), Uwe Vormbusch (IfS).
Moderation: Peter Kemper (Hessischer Rundfunk hr2) |
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In der Veranstaltungsreihe ZeitBrüche initiiert das Institut für Sozialforschung (IfS) in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk (hr2) und dem Literaturhaus Frankfurt zweimal jährlich eine Diskussion zu einem zeitdiagnostischen Thema.
Zahlen zählen. Ob in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen, Universitäten oder Arbeitsagenturen – überall wird gezählt und zahlenbasiert verglichen. Gesellschaftliche Leistungserwartungen werden ebenso wie die Rechtfertigung erzielter Leistungen in Form von Kennziffern, Benchmarks und Rankings formuliert. Hiermit gehen neue Möglichkeiten, aber auch neue Pathologien der Steuerung einher. Die kalkulative Vermessung der Gesellschaft führt zu einer folgenreichen Verschiebung der Beschäftigung mit Inhalten zu einer Beschäftigung mit Zahlen auch in gesellschaftlichen Feldern, die sich bislang durch eine gewisse Eigenlogik und Autonomie gegenüber dem ökonomischen Effizienzkalkül auszeichneten. Ob Zahlen der rationalen Entscheidungsfindung oder schlicht der Rechtfertigung von Kürzungen dienen, was unter der »Lawine von Zahlen« an sperrigen Bedeutungen verschüttet zu werden droht, wie Zahlen alltägliche Lebenswelten und subjektives Erleben verändern, hierüber soll ebenso gestritten werden wie über Möglichkeiten eines aufgeklärten Zahlengebrauchs.
INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der
Johann Wolfgang Goethe-Universität
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