Vortrag
Berthold Vogel
Statuskonflikte und Wohlstandsfragen.
Zur politischen Neuordnung sozialer Ungleichheit |
|
|
Montag, 26. November 2007
19 Uhr c.t.
IfS Sitzungssaal 1
In den Mittelpunkt sozialer und politischer Konflikte treten mehr und mehr die Fragen nach der Sicherung, der Gewährleistung und der Verteilung des Wohlstands. Statuskämpfe um Anrechte auf Wohlstand und um Verpflichtungen zur Wohlstandssicherung gewinnen an Schärfe. Durch die Veränderungen der Arbeitswelt, die Privatisierung sozialer Risiken und die Schrumpfung öffentlicher Infrastrukturen verstärken sich Statussorgen, und soziale Verwundbarkeiten werden spürbar. Die stete Erwartung des Mehr schlägt um in die Angst vor dem Weniger. Das soziale Klima wird von der Erfahrung geprägt, dass es nicht viel zu gewinnen, aber einiges zu verlieren gibt. Das Zeitalter kollektiver Aufstiege scheint vorüber zu sein. Zugleich sind wir Zeugen neuer Ungleichheitsverschärfungen. Die Gründe hierfür sind ökonomischer, aber auch politischer Natur. Die Reform der wohlfahrtsstaatlichen Architektur bleibt nicht ohne Folgen für das Gefüge gesellschaftlicher Ungleichheit. In diesem Umfeld entdecken die Mittelklassen, die um die Früchte vergangener Aufstiege bangen, ihre Staatsbedürftigkeit neu. In den Nachmittagsstunden des sorgenden Wohlfahrtsstaates kehrt die Frage nach der politischen Gestaltungsfähigkeit des Sozialen zurück.
Berthold Vogel, 1963 in Würzburg geboren, studierte Soziologie und Politikwissenschaft sowie Arbeitsrecht und Pädagogik an der Georg-August-Universität Göttingen. Von 1989 bis 2005 war er am Soziologischen Forschungsinstitut in Göttingen tätig; von 2003 bis 2005 war er Gastwissenschaftler, seit 2006 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter am Hamburger Institut für Sozialforschung. Berthold Vogel lehrt an der Georg-August-Universität Göttingen, der Universität Bielefeld sowie an der Université de Fribourg, Schweiz. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind der Wandel der Arbeitswelt, die Neuordnung des Wohlfahrtsstaates und die politische Soziologie sozialer Ungleichheit.
Veröffentlichungen: Die Staatsbedürftigkeit der Gesellschaft. Hamburg: Hamburger Edition 2007; (Hg.): Leiharbeit. Sozialwissenschaftliche Befunde zu einer prekären Beschäftigungsform. Hamburg: VSA 2004; Sicher–prekär. In: Stephan Lessenich und Frank Nullmeier: Deutschland – eine gespaltene Gesellschaft. Frankfurt a. M. und New York: Campus 2006; Soziale Verwundbarkeit und prekärer Wohlstand. Für ein verändertes Vokabular sozialer Ungleichheit. In: Heinz Bude und Andreas Willisch: Das Problem der Exklusion. Hamburg: Hamburger Edition 2006.
INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Senckenberganlage 26 60325 Frankfurt am Main Telefon:
069 - 75 61 83 0 Telefax: 069 - 74 99 07
http://www.ifs.uni-frankfurt.de Email: ifs@rz.uni-frankfurt.de
|