Vortrag
Olivier Voirol
Kulturindustrie als Missachtung.
Zeitgenössische Perspektiven einer kritischen Theorie
der medialen Kommunikation
|
|
|
Montag, 19. Februar 2007
19.00 Uhr
IfS Sitzungssaal 1
In der Tradition der Frankfurter Schule wurden die Massenmedien hauptsächlich entweder, wie bei Adorno, als Produkt einer universellen Verdinglichung oder, wie bei Habermas, als Sphäre der öffentlichen Kommunikation gedacht. In meinem Vortrag will ich zeigen, dass den Massenmedien in den heutigen Gesellschaften eine zentrale soziale, normative und kulturelle Vermittlungsfunktion zukommt und sie wichtige Räume von sozialen Auseinandersetzungen und Konflikten darstellen. Die mediale Kommunikation ist ein Ort der Spannung zwischen intersubjektiven Prozessen der Anerkennung und tiefgreifenden kulturindustriellen Prozessen der Verdinglichung. Die in den Medien entfalteten »Erzählungen« enthalten Bewertungen, die sowohl zu einer öffentlichen Sichtbarmachung als auch zu verschiedenen Formen der Missachtung führen können.
In diesem Sinne lässt sich die Kulturindustrie auch als schwere Verletzung von grundlegenden Prinzipien einer öffentlich anerkennenden Form der medialen Kommunikation konzipieren.
INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Senckenberganlage 26 60325 Frankfurt am Main Telefon:
069 - 75 61 83 0 Telefax: 069 - 74 99 07
http://www.ifs.uni-frankfurt.de Email: ifs@rz.uni-frankfurt.de
|