Vortrag
Gabriele Wagner
Mikrostrukturen der Weltgesellschaft |
|
|
Montag, 20. Oktober 2008, 19 Uhr c. t.
IfS Raum I
Transnationale Unternehmen gelten als »treibende Kräfte« der Globalisierung (Altvater und Mahnkopf) und zentrale Akteure weltweiter Vergesellschaftung. Sie werden verantwortlich gemacht für die Erosion des Nationalstaates, die Konvergenz differenter Strukturen und die weltweite Verbreitung bestimmter organisatorischer Blaupausen. Die Literatur traut transnationalen Unternehmen also viel zu – Probleme, Konflikte, Widersprüche und das jederzeit mögliche Scheitern der Umsetzung globaler Strategien bleiben in makrosoziologischen Arbeiten außen vor. Damit wird die empirisch spannende und theoretisch interessante Frage erst gar nicht gestellt, wie globale Strukturen überhaupt konkret organisiert und aufrechterhalten werden.
In diesem Sinne behandelt der Vortrag die Existenz globaler Ordnungsstrukturen zunächst als ein unwahrscheinliches Phänomen. Unwahrscheinlich heißt in diesem Zusammenhang, dass die dauerhafte Etablierung globaler Strukturen zwar empirisch möglich, aber sozial an bestimmte Voraussetzungen gebunden ist.
Diese Perspektive auf transnationale Unternehmen hat auch methodische Konsequenzen, die Knorr-Cetina und Brügger wie auch Bergmann und Heintz unter dem Stichwort »globale Mikrostrukturen der Weltgesellschaft« anmahnen. Das Konzept unterstreicht, dass man mikrosoziologische Ansätze auch auf die Frage anwenden kann, wie globale Gebilde hergestellt und aufrechterhalten werden.
Auf der Grundlage eigener empirischer Forschungen über transnationale Unternehmen stellt der Vortrag vier mögliche Mechanismen vor, die zur dauerhaften Stabilisierung globaler Ordnungsbildung beitragen.
Gabriele Wagner ist Privatdozentin an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialforschung. Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen Fragen der Soziologie der Anerkennung sowie der Globalisierungsforschung und der Transnationalisierung von Unternehmen. Wichtige Publikationen sind: Expatriates als Netzwerkarchitekten, in: Ursula Mense-Petermann und Gabriele Wagner (Hg.): Transnationale Konzerne. Ein neuer Organisationstyp? Organisationstheoretische und empirische Beiträge zum Problem der Globalität. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2006, 225–248; Ein »neuer Geist des Kapitalismus«? Paradoxien der Selbstverantwortung, in: Österreichische Zeitschrift für Soziologie, Jg. 32/2007, 3–24; Anerkennung und Individualisierung. Konstanz: Universitätsverlag 2004.
Veranstaltungsort:
Institut für Sozialforschung
Raum I
Senckenberganlage 26
60365 Frankfurt am Main
Information und Auskunft:
www.ifs.uni-frankfurt.de/index.html
Telefon: 069 / 75 61 83 0
INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Senckenberganlage 26 60325 Frankfurt am Main Telefon:
069 - 75 61 83 0 Telefax: 069 - 74 99 07
http://www.ifs.uni-frankfurt.de Email: ifs@rz.uni-frankfurt.de
|