Reihe: ZeitBrüche - Diagnosen zur Gegenwart

»Finanzkapitalismus am Ende?«

bild

Es diskutieren:

Christoph Deutschmann (Eberhard Karls Universität Tübingen und Institut für Sozialforschung, Frankfurt a. M.), Karen Horn (Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Berlin), Werner Plumpe (Goethe-Universität und Institut für Sozialforschung, Frankfurt a. M.) und Norbert Walter (Deutsche Bank Research und Deutsche Bank Group, Frankfurt a. M.)

Moderation: Peter Kemper (Hessischer Rundfunk hr2)

In der Veranstaltungsreihe ZeitBrüche initiiert das Institut für Sozialforschung (IfS) in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk (hr2) und dem Literaturhaus Frankfurt zweimal jährlich eine Diskussion zu einem zeitdiagnostischen Thema.

 

Auch wenn voreilige Dramatisierungen zu vermeiden sind, markiert der aktuelle Absturz an den internationalen Finanz- und Produktmärkten zweifellos einen historischen Einschnitt. Zentrale ordnungspolitische Prinzipien der staatlichen Politik scheinen gleichsam über Nacht ihre Geltung verloren zu haben. Gleiches lässt sich über die wirtschaftstheoretischen Doktrinen der Selbstregulierung der Märkte und die vermeintlich überlegenen Geschäftsmodelle des Investmentbanking sagen. Eine nun schon seit gut 30 Jahren anhaltende Phase der wirtschaftlichen Entwicklung, in der die Finanzmärkte als die treibende Kraft des Wachstums galten, ist offenbar zu einem abrupten Ende gekommen. Das wirft eine Vielzahl von Fragen auf: Inwieweit ist die gegen­wärtige Krise als ein historisch einmaliges Ereignis zu begreifen; inwieweit wiederholen sich lediglich Prozesse und Me­chanismen, die auch aus früheren Finanz- und Wirtschaftskrisen bekannt sind? Welche wirtschaftli­chen und gesellschaftlichen Folgen wird der Zusammen­bruch des Finanzsektors haben und wie weitreichend sind seine Rückwirkungen auf die »Realwirtschaft«? Welche Risiken bergen die massiven staatlichen Interventionen zur Bewältigung der Krise? Welche Rolle werden die Nationalstaaten zukünftig bei der Kontrolle der Ban­ken und der Regulierung der Kapital- und Finanzmärkte spielen? Sind erfolgverspre­chende Regulierungen der Finanzmärkte möglicherweise nur auf globaler Ebene denkbar und wie ist die Chance ihres Zustandekommens einzuschätzen?

 


INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Senckenberganlage 26 • 60325 Frankfurt am Main • Telefon: 069 - 75 61 83 0 • Telefax: 069 - 74 99 07
http://www.ifs.uni-frankfurt.de • Email: ifs@rz.uni-frankfurt.de