An eine einsichtsvollere Nachwelt

 

Lesung aus Walter Benjamins Briefauswahl Deutsche Menschen

 

Laßt uns soviel als möglich an der Gesinnung halten,
in der wir herankamen; wir werden, mit vielleicht
noch Wenigen, die Letzten seyn einer Epoche,
die so bald nicht wiederkehrt.
(Johann Wolfgang Goethe, in Walter Benjamins Vorwort zu Deutsche Menschen)

 

Montag, 18. Mai 2009, 20 Uhr c. t.

Literaturhaus Frankfurt
Schöne Aussicht 2

 

Es lesen Momme Brodersen, Herausgeber der neuen Edition der Deutschen Menschen,  sowie die Hauptherausgeber der kritischen Walter Benjamin-Ausgabe, Christoph Gödde und Henri Lonitz.

Begrüßung: Eva Gilmer (Suhrkamp Verlag)
Einführung: Axel Honneth (Institut für Sozialforschung)

 

Walter Benjamin war ein großer Briefschreiber und ein großer Leser von Briefen. Anlass seiner Briefsammlung, die 1936 in der Schweiz erschien, war aber nicht nur der Wunsch, deutschsprachige Briefe der Vergangenheit zu veröffentlichen, sondern der in unserer Gegenwart nicht minder aktuelle Gedanke, an eine Tradition zu erinnern, deren Positionen es zu verteidigen gelte. Die Epoche, die die Briefe einschließen, war die, »in der das Bürgertum sein geprägtes und gewichtiges Wort in die Waagschale der Geschichte zu legen hatte. Freilich schwerlich mehr als eben dieses Wort; darum ging sie unschön mit den Gründerjahren zu Ende.«Jedem der Briefe stellte Benjamin einen Kommentar voran. In seinem Kommentar zum letzten Brief – Franz Overbeck an Friedrich Nietzsche – ist zu lesen: »Was Sinclair Hölderlin bedeutet hat, ist Overbeck für Nietzsche gewesen. Solche Männer, in denen man oft nur eine Art wohlmeinender Helfer, wenn nicht gar Interessenvertreter gesehen hat, sind unendlich viel mehr: Repräsentanten einer einsichtsvolleren Nachwelt.«

Im Anschluss an die Lesung sprechen Axel Honneth, Momme Brodersen, Christoph Gödde und Henri Lonitz über die neue Benjamin-Ausgabe.

 

Eine Veranstaltung des Theodor W. Adorno Archivs und des Instituts für Sozialforschung (IfS) in Verbindung mit dem Suhrkamp Verlag und dem Literaturhaus Frankfurt

 

Veranstaltungsort:
Literaturhaus Frankfurt
Schöne Aussicht 2
60311 Frankfurt

Information und Auskunft:
www.ifs.uni-frankfurt.de/index.html
Telefon: 069 / 75 61 83 0


INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der Johann Wolfgang Goethe-Universität
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