Vortrag
Christine Wimbauer, Annette Henninger
und Markus Gottwald
Doppelkarriere-Paare – Von den Tücken der Anerkennung |
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Montag, 27. April 2009, 19 Uhr c. t.
IfS Raum I
Anknüpfend an Axel Honneths Anerkennungstheorie untersuchen wir Anerkennungschancen in Doppelkarriere-Paaren und deren Zusammenhang mit gesellschaftlichen Anerkennungsstrukturen. Dabei stehen Paarbeziehungen für die Anerkennungsform der »Liebe«, Arbeitsorganisationen für »soziale Wertschätzung«/»Leistung« und sozialstaatliche Regelungen für das »Recht«. Die Ergebnisse unserer Organisationsfallstudien verweisen unter anderem darauf, dass Maßnahmen der Unternehmen, die Doppelkarriere-Paaren Karrierechancen versprechen, als Mittel dienen, um die Individuen zu beruflichen Höchstleistungen anzuspornen. Die Tücken von Anerkennung liegen darin, dass die befragten Doppelkarriere-Paare geneigt sind, diesem Versprechen Glauben zu schenken, da Selbstverwirklichung durch Erwerbsarbeit für sie zentral ist. Das intensive berufliche Engagement bindet viele Ressourcen, was zur Falle werden kann, wenn die Anforderungen im Privatleben steigen, etwa nach einer Familiengründung – mit geschlechtsspezifischen Effekten. Empirisch identifizieren wir drei Anerkennungsfallen: erstens, die Anerkennungsfalle der traditionalen geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung nach der Familiengründung; zweitens, die Anerkennungsfalle der weiblichen Doppellast oder der »traditionalisierten Doppelkarriere«; drittens die Anerkennungsfalle der »doppelten Vollkarriere«.
Der Referent und die Referentinnen:
Christine Wimbauer, Soziologin, Studium und Promotion an der LMU München; seit 2006 Leiterin der Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB): »Liebe, Arbeit, Anerkennung – Anerkennung und Ungleichheit in Doppelkarriere-Paaren«; Forschungsschwerpunkte: Soziale Ungleichheit, Geschlechtersoziologie, Paarbeziehungen; (Erwerbs-)Arbeit, Organisationen und Sozialpolitik, qualitative Methoden.
Annette Henninger, Politikwissenschaftlerin, Studium und Promotion an der FU Berlin; seit 2006 Mitarbeiterin in der Nachwuchsgruppe; Forschungsschwerpunkte: Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, (Erwerbs-)Arbeit und Organisationen, Geschlechterverhältnisse, internationaler Vergleich, Theorie politischer Institutionen, qualitative Methoden.
Markus Gottwald, Studium der Soziologie, Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Philosophie an der Universität Koblenz-Landau und an der FAU Erlangen-Nürnberg; seit 2006 Mitarbeiter in der Nachwuchsgruppe; Forschungsschwerpunkte: Arbeit und Organisation, Wissenssoziologie und qualitative Methoden.
Auswahl neuerer Publikationen:
Christine Wimbauer, Annette Henninger und Markus Gottwald (Hg.): Die Gesellschaft als »institutionalisierte Anerkennungsordnung« – Anerkennung und Ungleichheit in Paarbeziehungen, Arbeitsorganisationen und Sozialstaat. Opladen 2007;
Markus Gottwald und Christine Wimbauer: Die Traumpaare und der Traum vom »doppelten Harmonisierungsversprechen« des Doppelkarriere-Paares, in: Leviathan 2/2009 (im Erscheinen);
Annette Henninger, Christine Wimbauer und Rosine Dombrowski: Demography as a Push towards Gender Equality? Current Reforms of German Family Policy, in: Social Politics. Internationall Studies in Gender, State and Society. 15. 3. 2008, 287–314.
Veranstaltungsort:
Institut für Sozialforschung
Raum I
Senckenberganlage 26
60365 Frankfurt am Main
Information und Auskunft:
www.ifs.uni-frankfurt.de/index.html
Telefon: 069 / 75 61 83 0
INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Senckenberganlage 26 60325 Frankfurt am Main Telefon:
069 - 75 61 83 0 Telefax: 069 - 74 99 07
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