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SUMMARY:Linda Martín Alcoff: Race\, Culture\, History
DESCRIPTION:Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zus
 ammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen\, die an drei Ab
 enden an Theodor W. Adorno erinnern. In diesem Jahr widmet sich die Philos
 ophin Linda Martín Alcoff der historischen und kulturellen Rekonstruktion
  von Race und damit verbundenen Identitäten: Welche Erfahrungen entstehen
  aus der konstitutiven Beziehung von Race\, History and Culture? Wie sind 
 bestimmte Vorstellungen von Race mit konkreten\, regressiven wie progressi
 ven\, Praktiken und Lebensweisen verbunden? Und inwieweit braucht es neue 
 Ansätze\, um die Narrative des Rassismus und ihr Fortbestehen zu überwin
 den und gesellschaftliche Verhältnisse zu transformieren?\nIn ihrer erste
 n Vorlesung mit dem Titel The Historic Formation of Race untersucht Linda 
 M. Alcoff die zeitlich und lokal variierenden Vorstellungen von Race und n
 immt bislang unterbestimmte und fehlgeleitete Zusammenhänge in den Blick.
  Die Differenzkategorie Race\, so Alcoff\, ist nicht begrifflich falsch\, 
 ideologisch oder moralisch verwerflich\, sondern entwickelte sich im Zuge 
 historischer Ereignisse und erweist sich als durchweg sozial\, kontextgebu
 nden und dynamisch. Race umfasst gemeinsame Lebensformen\, Subjektivierung
 sweisen und geteiltes Wissen\, die aus der Kolonialgeschichte entstanden s
 ind und bis in die Gegenwart fortdauern.\nUnter dem Titel Cultural Racism 
 wendet sich Alcoff in ihrer zweiten Vorlesung dem von Frantz Fanon in den 
 1950ern geprägtem Konzept des kulturellen Rassismus zu und entwickelt es 
 auf Grundlage theoretischer und gesellschaftspolitischer Diskurse weiter: 
 Einerseits legitimieren die rassistischen und kolonialen Ideologien bis he
 ute Krieg\, Enteignung und die Verweigerung von demokratischer Partizipati
 on\, anderseits eröffnet die kritische Reflexion des Konzepts die Möglic
 hkeit einer antikolonialen und widerständigen Praxis sowie eine Reformier
 ung sozialer Ideen und Praktiken. Alcoff zeigt\, wie bestehende problemati
 sche Vorstellungen über den Globalen Süden zu überwinden sind\, um Kult
 uren in ein neues\, emanzipatorisches Verhältnis zueinander setzen zu kö
 nnen.\nZeitgleich geraten traditionelle\, auf dem Nationalstaat beruhende 
 Narrative durch soziale Bewegungen und öffentliche Forderungen zunehmend 
 unter Druck: Die weiße Identität befindet sich in einer Krise. Die rassi
 stische Abwehr und nationalistische Verweigerung der sowie die öffentlich
 en Angriffe auf die Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erben sind davon
  ebenso Ausdruck wie die immer noch in Alltagspraktiken und Lebensweisen v
 erankerte\, jetzt aber zu bröckeln beginnende Vorstellung einer weißen V
 ormachtstellung. In ihrer dritten Vorlesung The Crises of White Identity l
 okalisiert Alcoff progressive Gestaltungsräume in diesen Spannungsfeldern
  und zeigt Möglichkeiten der Transformation und für die gemeinsame Neuge
 staltung von Lebensweisen.\nLinda Martín Alcoff\, Prof. Dr.\, ist Profess
 orin für Philosophie am Hunter College und dem Graduate Center der City U
 niversity of New York. Zu ihren Forschungsfeldern zählen die Kontinentalp
 hilosophie des 19. und 20. Jahrhunderts\, Critical Race Studies\, Sozialph
 ilosophische Epistemologie\, Postkoloniale und Feministische Theorien sowi
 e die Lateinamerikanische Philosophie. Linda M. Alcoff war Mitglied des Pr
 ogrammbeirats der New York Society for Women in Philosophy und Präsidenti
 n der American Philosophical Association. Als Autorin schreibt sie regelm
 äßig für die New York Times\, Aeon und New York Indypendent. Für ihre 
 2006 erschienene Publikation Visible Identities. Race\, Gender and the Sel
 f (Oxford: Oxford University Press) erhielt Linda M. Alcoff den Frantz Fan
 on Preis der Carribean Philosophical Association. Zu ihren weiteren Buchve
 röffentlichungen zählen unter anderem: Rape and Resistance. Understandin
 g the Complexities of Sexual Violation. Cambridge: Polity Press 2018\; The
  Future of Whiteness. Cambridge: Polity 2015\; The Routledge Companion to 
 the Philosophy of Race. New York und London: Routledge 2018 (Hg. zusammen 
 mit Paul Taylor and Luvell Anderson).\nDie Vorlesungen finden auf Englisch
  statt.\nNähere Informationen zum Programm sowie zur Durchführung der Ve
 ranstaltung erscheinen demnächst auf der Webseite des IfS.\n 
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