Thursday – Saturday

Goethe-Universität Frankfurt, Normative Ordnungen

Netzwerk Paulskirche

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Since its birth at the end of the 18th century, modern democracy has proved to be more than a system of government: forms of governance and ways of living dovetail as to formulate its structural complexity. Already in classical antiquity, politicians and thinkers observed the profound influence of the self-governing collective in shaping individual sensibilities; the modern democratic mechanism of representation increases and foregrounds such structural complexity, seeing the self-actualization of the demos and selection of political representatives via aesthetic media and strategies. Indeed, the aesthetic dimensions reveal modern democracies to be life-forms. That is, democracies reach deep into the fabric of life, cultivating certain modes of conduct, forms of communication, artistic practices, individual as well as collective forms of experience – all of which intertwine and shape the lives of those involved.

The international graduate conference »The Aesthetics of Democratic Life-Forms« thus seeks to understand aesthetics not as a disparate, hostile sphere in relation to democracy – an assumption which posits the aestheticization of politics to be inherently anti-democratic –, nor as a structurally analogous foil for democratic politics. Rather, this conference hopes to shed light on how aesthetic practices and phenomena provide insight into democratic life-forms, as well as how political practices and discussions implicate modes of conduct whose aesthetic dimensions lend themselves to productive analysis.

Keynotes and invited speakers include Steffen Andrae, Susan Buck-Morss, Eva-Maria Ciesla, Dorothea Douglas, Anne Eusterschulte, Sören Fiedler, Rainer Forst, Jason Frank, Daniel Hartley, Dominik Herold, Rob Horning, Martin Jay, Antje Krause-Wahl, Bianca Laliberté, Sandra Laugier, Leonie Licht, Sophie Loidolt, Jaka Lombar, Patchen Markell, Sabine Müller, Claudia Young-joo Park, Francesca Raimondi, Martin Renz, Leonhard Riep, Samuel Rosenblum, William Ross, Martin Saar, Jochen Schuff, Julius Schwarzwälder, Samu/elle Striewski, Nathan Taylor, Katrin Trüstedt, Johannes Völz, Franziska Wildt, Johanna Wurz, a.o.

The conference is organized by the university initiative Ästhetik demokratischer Lebensformen in collaboration with the Institute for Social Research, the Cluster Initiative ConTrust at the Research Institute Normative Orders, and Netzwerk Paulskirche, as well as the planned Graduiertenkolleg »Ästhetik der Demokratie« and the project »Democratic Vistas: Reflections on the Atlantic World« at the Forschungskolleg Humanwissenschaften.

The conference will be held in english. Prior registration is encouraged under aedl.grade@gmail.com.

Sunday

Paulskirche

Netzwerk Paulskirche

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Anlässlich der Feierlichkeiten zum 175. Jahrestag der ersten deutschen Nationalversammlung, die am 18. Mai 1848 in der Frankfurter Paulskirche zusammengetreten war, veranstaltete das Netzwerk Paulskirche, dem das IfS angehört, das mehrjährige Projekt einer »Global Assembly«.

Vom 14. bis 17. Mai 2023 kommen zu diesem Anlass internationale Aktivist:innen in Frankfurt am Main zu einer ›Vorversammlung‹ zusammen, um über die Frage zu verhandeln, wie sich die Idee der allgemeinen Menschenrechte, um die schon in den europäischen Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts gerungen wurde, global denken und verwirklichen lässt.
Der öffentliche Auftakt der Vorversammlung findet am Sonntag, 14. Mai 2023 um 18 Uhr, in der Paulskirche statt. Neben Gesprächsrunden mit internationalen Gästen wird es einen Austausch zwischen dem Schriftsteller Navid Kermani und der Sozialanthropologin Shalini Randeria geben. Musikalisch begleitet wird der Abend von dem Ensemble Modern.

Die anschließende Klausurtagung vom 15. bis 17. Mai 2023 ist intern und soll dazu beitragen Themen und Fragestellungen zu identifizieren, denen darauffolgend in einem einjährigen offenen Prozess vertieft nachgegangen werden sollen. Am Ende des Prozesses steht die große Global Assembly im März 2024 in Frankfurt am Main.

Die Idee einer Global Assembly entstand in der Initiative »Der utopische Raum«. Sie wird von einem Initiativkreis aus Zivilgesellschaft, Kultur und Wissenschaft im deutschsprachigen Raum getragen und ist in das Netzwerk Paulskirche eingebunden. Daneben beteiligt sich ein breites Bündnis politischer Aktivist:innen aus Menschenrechts-, Antirassismus-, Feminismus- und Entwicklungsorganisationen sowie Medien, politischen Stiftungen und Think-Tanks an der Initiative.

Das Anliegen der Global Assembly und allen weiteren Informationen finden Sie auf der Webseite der Global Assembly und des Netzwerks Paulskirche.

Netzwerk Paulskirche

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Die Regisseurin Gosia Wdowik im Gespräch mit der Politologin Saba-Nur Cheema

Aus der Reihe »Where do we go from here?«

Kooperationsveranstaltung der Hochschule für Gestaltung Offenbach, dem Institut für Sozialforschung Frankfurt und dem Schauspiel Frankfurt.

Sie demonstrieren, blockieren Straßen, performen, singen oder schweigen einfach – überall auf der Welt brechen sich Proteste gegen
Ungleichheit, Unrecht und Unfreiheit Bahn gegen staatliche Kontrolle und Unterdrückung. Oft stehen Frauen an der Spitze dieser Aktionen. Die weißen Kleider in Belarus, die brennenden Hijabs im Iran oder die rosafarbenen Pussy Hats auf der ganzen Welt sind nur einige Beispiele dafür, wie sich Frauen Gehör verschaffen. Die Folgen sind jedoch häufig schwerwiegend, manchmal sogar tödlich. Die Körper der Protestierenden sind gefährdet und erschöpft. Wie können wir aus einer solchen Erschöpfung heraus Veränderungen (oder Kunst) schaffen? Wie kann das Theater ein Ort der politischen Handlungsfähigkeit sein? Gosia Wdowik, die sich in ihrer nächsten Arbeit mit dem Thema Erschöpfung im Kontext von Frauenrechtsprotesten beschäftigen wird, spricht mit der Politikwissenschaftlerin und Publizistin Saba-Nur Cheema.

Gosia Wdowik ist Theaterregisseurin und Präsidentin des Verbandes der polnischen Theaterregisseur:innen. Sie beschäftigt sich mit dem Thema Burnout und erforscht den Raum zwischen Erschöpfung und Handlungsfähigkeit, indem sie Methoden aus dem Aktivismus in ihre
künstlerische Praxis einbringt. Sie machte ihren Abschluss am DAS Theater in Amsterdam.

Saba-Nur Cheema ist Politikwissenschaftlerin und Publizistin. Sie entwickelt Konzepte für die Bildungsarbeit gegen Antisemitismus, Rassismus und Islamfeindlichkeit in einer postmigrantischen Gesellschaft. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Zusammenarbeit mit Migrantenselbstorganisationen und muslimischen Gruppen. Sie ist Mitglied des unabhängigen Expertenkreises »Muslimfeindlichkeit« der deutschen Bundesregierung.

Alle weiteren Informationen zum Kartenverkauf und den weiteren Veranstaltungen der Reihe finden sich im beigefügten Flyer, sowie auf der Homepage des Schauspiels Frankfurt.

Friday – Saturday

Netzwerk Paulskirche

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Weltweit lässt sich eine Aushöhlung liberaler Demokratie zugunsten einer privatrechtlich verfassten globalen Ökonomie beobachten. Zugleich zeigen sich weltweit Alternativen, die die Wiederbelebung von Demokratie an Konzeptionen nachhaltigen Gemeineigentums knüpfen. Diese zu Wort kommen zu lassen, ist das Ziel eines zweittätigen Symposiums am 21. und 22. April 2023. Die von mehr als wählen e.V., medico international, dem Institut für Sozialforschung und dem offenen Haus der Kulturen im Rahmen des Netzwerk Paulskirche organisierte Veranstaltung setzt sich zum Ziel sowohl aktuelle Theoriebildungen als auch interventionistischen Bestrebungen zu verhandeln. Am Freitagabend sollen am ehemaligen Uni-Campus Bockenheim theoretische Grundsatzfragen, die Genese des Begriffs aber auch seine Verwobenheiten mit Hinblick auf race, gender oder nature thematisiert werden. Der Samstag steht ganz im Zeichen kollektiver Praxis. In verschiedenen Workshops und Austauschformaten sprechen Initiativen und Organisationen aus dem deutschsprachigen Raum, die alternative Formen der Vergesellschaftung praktizieren, über ihre Arbeit.

Mit Beiträgen u. a. von Daniel Loick, Silke van Dyk, Francesca Raimondi, Tilo Wesche.

 

Programmplan Demokratie und Eigentum

Freitag, 21. April 2023: Theoretische Implikationen: Genese und Geltung des Eigentumsbegriffs

18.30 Uhr: Begrüßung durch die Organisator:innen

18.45 Uhr: Schlaglichter von Daniel Loick, Silke van Dyk, Tilo Wesche & Francesca Raimondi

19.45–21 Uhr: Podiumsdiskussion, Moderation: Eva Fleischmann

21–23 Uhr: Umtrunk und Ausklang

 

Samstag, 22. April 2023: Praktische Interventionen: Alternative Formen gesellschaftlicher Organisation

09–12 Uhr: Tour de démocratie (Besuch der Grünen Lunge & des besetzten Hauses im Gallus mit dem DemokratieWagen)

12–13 Uhr: Mittagspause

13–15 Uhr: Banden bilden

  • Workshop 1: Gesundheit
  • Workshop 2: Energie
  • Workshop 3: Wohnen
  • Workshop 4: Bodenerhaltung

15.30–17.30 Uhr: Heterotopien im Heute (Markt der Möglichkeiten mit zahlreichen Initiativen aus Frankfurt und dem deutschsprachigen Raum, die andere Formen der Vergesellschaftung praktizieren)

18–19 Uhr: Abschlussdiskussion

20 Uhr: Filmvorführung

 

Um Anmeldung wird gebeten, insbesondere für die Workshops, die Tour de démocratie und die Kinderbetreuung. Weitere Informationen zur Anmeldung finden sich auf der Veranstaltungsseite.

Sunday

Netzwerk Paulskirche

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Die Autorin und Regisseurin Satoko Ichihara im Gespräch mit der Programmdirektorin von »Theater der Welt«, Chiaki Soma.

Aus der Reihe »Where do we go from here?«

Kooperationsveranstaltung der Hochschule für Gestaltung Offenbach, dem Institut für Sozialforschung Frankfurt und dem Schauspiel Frankfurt.

»Incubationism« lautet die Wortschöpfung, die Chiaki Soma als Titel über »Theater der Welt« 2023 gesetzt hat. Gemeint ist damit die Beschreibung einer Grenzsituation in der Gegenwart, in der das Zukünftige zugleich befürchtet und ersehnt wird. Der antike Begriff der »Inkubation« bezeichnet einen Schlaf, in dem der (erkrankte) Mensch in Kontakt tritt mit dem Mythischen – auf Heilung oder neues Leben hoffend, zugleich aber die Fortdauer der Symptome fürchtend. Satoko Ichihara schreibt und inszeniert Werke, in denen (alb)traumartig Mythos und Gegenwart kollidieren – surreale Welten, in denen aus dem Abseitigen der Impuls zur Erneuerung entsteht.

Wohin führt uns der Weg aus der »Inkubation« aktueller und zukünftiger Krisen? Brauchen wir nur neue Ideen – oder müssen wir lernen, neu zu denken? Und was bedeutet das für ein internationales Festival wie »Theater der Welt«?

Satoko Ichihara ist Dramatikerin, Regisseurin, Romanautorin und künstlerische Leiterin des Kinosaki International Arts Center sowie
der Theatergruppe Q. Ihre Stücke wurden mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie 2020 den Kishida Kunio Drama Award für »The Bacchae – Holstein Milk Cows«.

Chiaki Soma ist Gründerin und stellv. Direktorin des Kollektivs Arts Commons Tokyo. Sie war u. a. als Programmdirektorin von »Festival/Tokyo« (2009–2013), Kuratorin für darstellende Künste der Aichi Triennale (2019/2022) und Executive Producer des Toyooka Theater Festivals 2021 tätig. 2015 wurde sie mit dem französischen Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres und 2021 mit dem Kunstförderpreis des japanischen Kulturministers ausgezeichnet. Sie ist außerdem Professorin an der Graduate School of Fine Arts der Tokyo University of the Arts.

Das Gespräch findet auf Japanisch statt und wird simultan übersetzt.

Alle weiteren Informationen zum Kartenverkauf und den weiteren Veranstaltungen der Reihe finden sich im beigefügten Flyer, sowie auf der Homepage des Schauspiels Frankfurt.