Wednesday

Institut für Sozialforschung

Public Lectures

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In Cybernetic Capitalism (Fordham University Press), social philosopher Jan Overwijk develops a “critical systems theory” in order to trace the paradoxes of the “cybernetic rationalization” of capitalism. Contemporary capitalism is organized on principles of information and communication, the domain of what used to be called “cybernetics”. Managers have reimagined the workplace itself as a giant cybernetic machine, while neoliberal ideologues likened markets to information processors. What is the strange logic that governs these domains? How does cybernetic “rationalization” simultaneously lead to society’s “irrationalization”, now Silicon Valley oligarchs collude with “conspiritualist swarms”?

At this book presentation, Jan Overwijk enters into dialogue with Anna-Verena Nosthoff. Overwijk is NWO Rubicon postdoctoral fellow at Frankfurt’s Institut für Sozialforschung and assistant professor at the University for Humanistic Studies, Utrecht. Nosthoff is junior professor Ethics of Digitization at the Carl von Ossietzky Universität Oldenburg and co-director of the Critical Data Lab at Humboldt Universität Berlin and Universität Oldenburg. Her book Kybernetik und Kritik: Eine Theorie digitaler Regierungskunst is forthcoming with Suhrkamp in 2026. The event will be moderated by Ole Bogner, research associate in Sociological Theory and History of Theory at the Goethe Universität Frankfurt.

With Jan Overwijk, Anna-Verena Nosthoff, and Ole Bogner (moderation)

About the book

Thursday

Eisenhower-Saal (IG 1.314)

Public Lectures

Public Lectures

Kinder sind oftmals von demokratischer Teilhabe ausgeschlossen, sei es in der Familie, der Schule oder in der Gesellschaft. Die Perspektiven und Lebensrealitäten von Kindern werden in vielen gesellschaftlichen Bereichen unsichtbar gemacht. In ihrem Vortrag analysiert Sarah Mühlbacher solche gesellschaftlichen Verhältnisse mit Hilfe des Konzepts des Adultismus. Ausgangspunkt ihrer Überlegungen ist eine empirische Analyse von rechtlichen Regelungen, insbesondere der elterlichen Sorge. Im Vortrag wird sie schwerpunktmäßig zwei Thesen vorstellen: Erstens wird sie darlegen, wie das im Recht verankerte Kleinfamilienideal das Machtgefälle zwischen Erwachsenen Kindern fördert. Daran anschließend wird sie zweitens zeigen, inwiefern die Machtverhältnisse zwischen Kindern und Erwachsenen, verschränkt mit der kapitalistischen und nationalstaatlichen Ordnung, ein demokratisches Problem darstellen.

Vortrag von Sarah Mühlbacher.

Moderation: Christina Engelmann.

Organisiert vom AK Kritische Bildungsforschung am Institut für Sozialforschung

Wednesday

Café KoZ

Public Lectures

Public Lectures

Was bleibt von der Solidarität der Migrationsgesellschaft?

Zehn Jahre nach der Hochphase der zivilgesellschaftlichen »Willkommenskultur« als Reaktion auf den sogenannten Sommer der Migration stimmt der Bundestag Ende Januar 2025 für einen von AfD, Union und FDP unterstützen Antrag zur Verschärfung der Migrationspolitik. Es geht um die Zurückweisung von Asylsuchenden an deutschen Grenzen, eine restriktive Migrationspolitik und die Ausweitung der Befugnisse für Sicherheitsbehörden. Diese Vorstöße zeigen sich auch in den Koalitionsverhandlungen der zukünftigen Bundesregierung, der u. a. die umstrittene Ausweitung der sicheren Herkunftsländer sowie eine Einschränkung des Rechtsschutzes vorsieht. Welche Konsequenzen hat die diskursive, politische und rechtliche Verschärfung für eine solidarische Praxis in der bzw. für die Migrationsgesellschaft?

Im Zentrum der Veranstaltung steht die zeitliche Analyse der zivilgesellschaftlichen Solidarität im Kontext der Migrationspolitik. Aus wissenschaftlicher und aktivistischer Perspektive werden wir eine Bestandsaufnahme der aktuellen Lage vornehmen und fragen: was ist in den letzten zehn Jahren passiert und wie ist die Entwicklung in einen längeren historischen Horizont einzubetten? Was bedeutet die gegenwärtige Verschärfung für eine solidarische Praxis mit Geflüchteten? Welches Verständnis von solidarischer Praxis ist angesichts der aktuellen Situation nötig und möglich?

Ausgangspunkt der Veranstaltung ist Eva Fleischmanns kürzlich erschienenes Buch Was ist solidarisch an der Willkommenskultur? Weinheim: Beltz Juventa 2025.

Hamado Dipama ist Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayern und Sprecher des Münchner Flüchtlingsrats.

Eva Fleischmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialforschung.

Nikolai Huke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg.

Felix Trautmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung.

Monday

HZ 11, Hörsaalzentrum

Public Lectures

Public Lectures

Vortrag von Prof. Joel Whitebook, PhD (New York)

Öffentliche Abendveranstaltung des Forschungskolloquiums Sozialphilosophie
in Kooperation mit dem Institut für Sozialforschung

Friday – Saturday

Offenes Haus der Kulturen

Public Lectures, Meetings, Conferences, Workshops

Public Lectures, Meetings, Conferences, Workshops

Autoritäre Kräfte treten weltweit in unterschiedlicher Form in Erscheinung: als (Kultur-)Kampf gegen »Wokeness«, als reaktionäre Politik gegenüber ökologischen Notwendigkeiten oder in Form scheinbar vernünftiger Sachzwangslogik. So wichtig es ist, sich gegen rechtsextreme Pläne zu positionieren, so notwendig ist die Analyse der Treiber des Autoritarismus: Was macht Menschen anfällig für autoritäre und rechtsextreme Ideen? Welche Rolle spielen dabei subjektive Empfindungen, welche die objektive soziale Lage?

Diesen Fragen widmet sich das Symposium aus theoretischer wie aus aktivistischer Perspektive mit Vorträgen, Diskussionen & Workshops.

Das ausführliche Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

in Kooperation mit Transnationale Demokratie e.V., dem Offenen Haus der Kulturen, Brot für die Welt, mehr als wählen e.V., der Frankfurter Buchmesse, der Frankfurter Rundschau der Otto-Brenner-Stiftung und dem World Design Capital 2026.

gefördert durch: Hessisches Ministerium für Wissenschaft, Forschung, Kunst und Kultur.

Um Anmeldung wird gebeten.

Thursday

Campus Bockenheim, Hörsaal IV

Public Lectures

Public Lectures

Verónica Gago is one of the most prominent feminists of our time. She is considered an organic intellectual of the large pre-pandemic feminist movement in Argentina. Verónica Gago taught at various universities and has published widely on feminist social theory, social reproduction, neoliberalism, financialization of everyday life and popular economies. The lecture concludes a research stay at the Institute for Social Research and proposes a feminist reading of current authoritarian tendencies.

Tuesday

Insitut für Sozialforschung

Public Lectures

Public Lectures

Marcel Stoetzler im Gespräch mit Christine Achinger, Matthew Bolton und Werner Bonefeld

Der Sammelband Critical Theory and the Critique of Antisemitism zeigt, wie kritische Theorie sich von herkömmlichen sozialistischen oder liberalen Kritiken des Antisemitismus unterscheidet. Kritische Theorie kritisiert den Antisemitismus in dessen Verwobenheit mit anderen Aspekten der modernen kapitalistischen Gesellschaft, die wiederum von traditionellen Theorien oft unhinterfragt gelassen oder nur beiläufig zum Gegenstand der Kritik gemacht werden. Dies betrifft unter anderem Fragen von Identität,  Nation, Rassismus und  Sexualität. Die Aufsätze des Bandes untersuchen die antisemitismuskritischen Texte der Frankfurter Schule und legen dabei die Verbindungen zu anderen virulenten gesellschaftlichen Fragen offen, wie etwa zum Rassismus im weiteren Sinne, dem Patriarchat, dem Staat sowie den Dynamiken der sich stets verändernden kapitalistischen Produktionsweise.

Um auch praktisch Wirkung zu entfalten, bringt er interdisziplinär arbeitende Wissenschatler:innen und Aktivist:innen zusammen, die die kritische Theorie nutzen, um rechte wie linke Formen des Antisemitismus zu analysieren. Diese entwickeln in ihrer Antisemitismuskritik auch eine Kritik des Kapitalismus, indem sie fragen: Warum scheint die kapitalistische Gesellschaft stets Antisemitismus zu produzieren? Und wie können wir dem begegnen?

In einer Zeit, in der der Populismus international neue Spielarten des Antisemitismus hervorgebracht hat, stellt der Band eine wichtige Ressource dar, um die ungebrochene Relevanz der kritischen Theorie der Frankfurter Schule für den Kampf gegen Antisemitismus heute aufzuzeigen.

Bei der Veranstaltung werden die Hauptthemen des kürzlich erschienenen Sammelbandes Critical Theory and the Critique of Antisemitism. London: Bloomsbury 2023 vorgestellt und diskutiert. Vier Autor:innen, darunter der Herausgeber sowie der Herausgeber der Reihe Critical Theory and the Critique of Society, in der Band publiziert wurde, werden in je fünfzehnminütigen Beiträgen ihr Hauptargument sowie der Argumente des gesamten Buches vorstellen. Zudem wird es zwei Kommentator:innen (tba) und mehrere fünfminütige online-Inputs anderer Autor:innen geben.

Für die Teilnahme wird um eine Anmeldung bis zum 05.12.24 per Mail an anmeldung@ifs-frankfurt.de gebeten. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie vor Ort oder per Zoom teilnehmen möchten.

Christine Achinger ist Associate Professor of German Studies an der University of Warwick und derzeit Fellow am Institut für Sozialforschung.

Matthew Bolton ist Post-doctoral Research Fellow an der Queen Mary University of London.

Werner Bonefeld ist Professor Emeritus am Department of Politics and International Relations der University of York und Mitherausgeber der Reihe Critical Theory and the Critique of Society.

Marcel Stoetzler ist Senior Lecturer für Soziologie an der Bangor University, Horkheimer Fellow am Institut für Sozialforschung und Herausgeber des Sammelbandes Critical Theory and the Critique of Antisemitism.

__


Critical Theory and the Critique of Antisemitism uncovers how critical theory differs from mainstream socialist or liberal critiques of antisemitism, as it frames its rejection of antisemitism in the critique of other aspects of modern capitalist society, which traditional theories leave unchallenged or critique only in passing. Amongst others, these include issues of identity, nation, race, and sexuality. In exploring the Frankfurt School's writings on antisemitism therefore, the chapters in this book reveal connections to other pressing societal issues, such as racism more broadly, patriarchy, statism, and the societal dynamics of the ever-evolving capitalist mode of production.
Putting the theory to practice, this volume brings together interdisciplinary scholars and activists who employ critical theory to scrutinise right- and left-wing manifestations of antisemitism. They develop, in their critique of antisemitism, a critique of capitalism, as the authors ask: why does modern capitalist society seem bound to produce antisemitism? And how do we challenge it?
At a time when the rise of populism internationally has brought with it new strains of antisemitism, this is an essential resource that demonstrates the continuing relevance of the critical theory of the Frankfurt School for the struggle against antisemitism today.
The event will introduce main themes from the recently published edited volume Critical Theory and the Critique of Antisemitism. London: Bloomsbury 2023. Four contributors, including the editor of the volume and one of the editors of the series Critical Theory and the Critique of Society in which the book was published will each give fifteen-minute presentations of their main arguments, and those of the book as a whole. There will be two discussants (tbc) and several five-minute online presentations by other contributors to the volume (tbc), either in real-time or pre-recorded.

To participate in the event please register untill December 5th via the following e-mail address: anmeldung@ifs-frankfurt.de. It is possible to participate via zoom. Please let us know in that case.

Christine Achinger is Associate Professor of German Studies at the University of Warwick and currently Fellow at the Institute for Social Research.

Matthew Bolton is a Post-doctoral Research Fellow at the Queen Mary University of London.

Werner Bonefeld is Professor Emeritus at the Department of Politics and International Relations of the University of York and one of the editors of the series Critical Theory and the Critique of Society.

Marcel Stoetzler is Senior Lecturer in Sociology at Bangor University, Horkheimer Fellow at the Institute for Social Research and editor of the volume Critical Theory and the Critique of Antisemitism. London: Bloomsbury 2023.

 

Friday – Friday

Institut für Sozialforschung

Public Lectures

Public Lectures

Podiumsdiskussion des Arbeitskreises Kritische Bildungsforschung mit Sabine Andresen (Goethe-Universität Frankfurt a. M.), Julika Bürgin (Hochschule Darmstadt), Eva Berendsen (Bildungsstätte Anne Frank) und Gwendolin Ott (Goethe-Universität Frankfurt a. M.)

Moderation: Rita Casale (Bergische Universität Wuppertal) und Laura Hanemann (Goethe-Universität Frankfurt a. M.)

Thursday

Aula 5. Facultad de Ciencias Sociales, Universidad Nacional de Córdoba

Public Lectures

Public Lectures

Sesión inaugural de la Cátedra Wallerstein. Conferencia a cargo de Stephan Lessenich: La semiperiferización de Europa

En el marco de de las I Jornadas de Sociología de la Universidad Nacional de Córdoba, la Sesión Inaugural de la cátedra Wallerstein “La semiperiferización de Europa” estará a cargo del Dr. Stephan Lessenich, Director del Institut für Sozialforschung.

Presentan
María Inés Peralta (Decana de la Facultad de Ciencias Sociales)
Marcelo Casarin (Director del Centro de Estudios Avanzados)
Pablo Vommaro (Secretario Académico de CLACSO)
Verónica Giordano (IEALC/UBA)

Coordina
Esteban Torres (UNC- CONICET)

Organizan
Consejo Latinoamericano de Ciencias Sociales
Institut für Sozialforschung
Universidad Nacional de Córdoba
Instituto de Estudios de América Latina y el Caribe
Centro de Estudios Avanzados (CEA- UNC)

Transmisión en vivo por el canal de la Facultad de Ciencias Sociales – UNC: https://www.youtube.com/c/facultaddecienciassocialesunc

Más información acerca de la Cátedra Libre Immanuel Wallerstein: https://www.clacso.org/catedra-libre-immanuel-wallerstein/

Wednesday

Institut für Sozialforschung

Public Lectures

Public Lectures

Hubertus Buchstein im Gespräch mit Regina Kreide

 

Otto Kirchheimer war während seines Exils in Paris und danach in New York Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung. Während dieser Zeit entstanden seine bis heute rezipierten Arbeiten zum Zusammenhang von Strafvollzug und Gesellschaftsstruktur, zu Politik und Recht des Nationalsozialismus sowie Studien zum Antisemitismus. Am bekanntesten ist er bis heute jedoch in der Rollenzuschreibung des Paten des heutigen Linksschmittianismus. Auf der Grundlage von bislang unbekannten Archivmaterialen, von teils mehreren Jahrzehnten zurückliegenden Gesprächen mit Zeitzeugen sowie Neulektüren der Schriften der beider Autoren gelangt Hubertus Buchstein in seinem neuen Buch zu einem völlig anderen Urteil. Er legt dar, wie die Beziehung der beiden von einer fast 40 Jahre andauernden Feindschaft geprägt war – im politischen, im theoretischen und schließlich auch im persönlichen Sinne.

Im Gespräch mit Regina Kreide wird Hubertus Buchstein einige seiner spannendsten Archivfunde präsentieren sowie Fragen zu aktuellen Bezügen seiner theoriebiografischen Studie diskutieren.

 

Das Buch Enduring Enmity. The Story of Otto Kirchheimer and Carl Schmitt. Bielefeld: transcript 2024 erscheint am 27. Juni und ist online frei verfügbar.

 

Hubertus Buchstein ist Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Greifswald.

Regina Kreide ist Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Thursday

Kulturforum Hanau

Public Lectures

Public Lectures

Ein Gespräch mit Seda Başay-Yıldız und Kathrin Röggla.

Der NSU-Prozess zeigt, dass das Ende eines Verfahrens nicht das Ende gesellschaftlicher Auseinandersetzung ist. Welche Ansätze der Kritik am Verfahren bleiben? Wie lässt sich gegen Unzulänglichkeiten vorgehen? Durch wen wird die Befragung fortgesetzt? Aus welcher Dringlichkeit? Mit Blick auf den NSU- Prozess und weiteren Verfahren, wie dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum rechtsterroristischen Anschlag in Hanau, werden an diesem Abend juristische und literarische Ansätze zueinander in Beziehung gesetzt.

Im Gespräch mit Seda Başay-Yıldız und Kathrin Röggla wollen wir über die Rolle der kritischen Prozessbegleitung und die Aufgabe der Nebenklage sprechen, und auch darüber, welche Möglichkeiten nach dem erklärten Ende eines Verfahrens bestehen, welche Forderungen, welche Wünsche und welche Erwartungen an die Zukunft wir haben — gegen die Gleichgültigkeit und gegen das Vergessen.

Seda Başay-Yıldız ist Rechtsanwältin. Sie war unter anderem Anwältin der Nebenklage für die Familie von Enver Şimşek im Rahmen des NSU-Prozesses und vertritt die Rechte der Familien von Sedat Gürbüz, Fatih Saraçoğlu und Gökhan Gültekin, die beim Anschlag am 19. Februar 2020 in Hanau ermordet wurden.

Kathrin Röggla ist Schriftstellerin sowie Autorin zahlreicher Hörspiele und Theatertexte. Ihr jüngster Roman Laufendes Verfahren (2023, S. Fischer Verlag) beruht auf der langfristigen Beobachtung des NSU-Prozesses am Oberlandesgericht München sowie Recherchen zu diesem.

Das Gespräch ist Teil des Projekts »Die Kunst der Gegenuntersuchung« (HfG Offenbach und Institut für Sozialforschung, Frankfurt), das künstlerische und politische Verfahren der Aufarbeitung rechter Gewalttaten adressiert.

https://www.ifs.uni-frankfurt.de/projektdetails/id-68-die-kunst-der-gegenuntersuchung.html

Wednesday

Karl Marx Buchhandlung

Public Lectures

Public Lectures

Die Entwicklung der am Institut entstandenen Kritischen Theorie ist keineswegs abgeschlossen. Als zeitgebundene Gesellschaftskritik, die in die jeweils herrschenden politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse interveniert, ist ihr der Gedanke eines abgeschlossenen Gedankensystems sogar ausgesprochen fremd. Dennoch markieren der Tod Theodor W. Adornos (1969), Friedrich Pollocks (1970), Max Horkheimers (1973) – um nur die wichtigsten Akteure der Nachkriegszeit zu nennen – einen Bruch in dem, was das Institut geschichtlich und intellektuell einst ausgezeichnet hat. Wer begreifen möchte, was die Kritische Theorie in ihrem Kern ausmacht, sollte sich über ihre historische Genese im Klaren sein. Philipp Lenhard erzählt die Geschichte des Instituts für Sozialforschung von den Anfängen nach dem Ersten Weltkrieg bis zur Entstehung der »Frankfurter Schule« in den 1960er Jahren.

Buchvorstellung und Diskussion mit Philipp Lenhard (University of California, Berkeley).

Moderation: Dirk Braunstein (Institut für Sozialforschung).

House of Labour

Public Lectures

Public Lectures

Jüngste Krisen, wie die Corona-Pandemie, haben gezeigt, dass Solidarität durchaus noch existiert. Doch immer mehr politische Akteure stellen die gesellschaftliche Solidarität, sei es mit Geflüchteten, Andersdenkenden oder Menschen, denen Arbeitsplatzverlust droht, in Frage. Gleichzeitig machen die vielen Menschen Hoffnung, die auf die Straße gehen und Zusammenhalt gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung demonstrieren. Es muss darüber diskutiert werden, wie eine solidarische und demokratische Gesellschaft in Zukunft aussehen kann. Darüber sprechen zwei Expert:innen aus Praxis und Wissenschaft, Christiane Benner, 1. Vorsitzende der IG Metall, und Stephan Lessenich, Direktor des Instituts für Sozialforschung.

Das Programm der Veranstaltung sowie den Link zur Anmeldung zu der Veranstaltung finden Sie auf der Veranstaltungsseite der University of Labour.

Monday

Casino-Gebäude, R. 1801 (Renate von Metzler-Saal), Campus Westend

Public Lectures

Public Lectures

Public lecture by Peter E. Gordon.

According to the well-known Hegelian dictum, philosophical knowledge seeks to recognize the rationality in conditions that have already gained their full actualization: it paints »gray on gray.« In Negative Dialektik, Adorno takes exception to Hegel’s claim, because it would seem to prohibit the possibility of critique: »Consciousness,« he writes, »could not despair at all over what is grey, if it did not harbor the concept of a different color, whose scattered trace is not lacking in the negative whole [Bewußtsein könnte gar nicht über das Grau verzweifeln, hegte es nicht den Begriff von einer verschiedenen Farbe, deren versprengte Spur im negativen Ganzen nicht fehlt].« The practice of immanent critique therefore demands that we reject the interpretation of Adorno’s philosophy that ascribes to it a species of totalizing negativism. The negative whole is not seamless or harmonistic; it is shot through with immanent traces that indicate a normative surplus or unrealized possibility.

The event will be in English.

Peter E. Gordon is Amabel B. James Professor of History at Harvard University.

Thursday

Instituto Cervantes

Public Lectures

Public Lectures

Das Instituto Cervantes Frankfurt hat in seiner Bibliothek eine neue Abteilung über Philosophie und zeitgenössisches Denken eingerichtet, die auch zahlreiche Bände zur Kritischen Theorie in der Tradition der Frankfurter Schule enthält.

Zur Eröffnung der Sammlung unterhält sich der Direktor des Instituts für Sozialforschung Stephan Lessenich mit dem spanischen Philosophen José Manuel Cuevas Romero (Universidad de Alcalá) Romero Cuevas publizierte erst 2023 einen Aufsatz über La recepción de la Teoría crítica en España: una lectura en clave política und promovierte über Experiencia, conocimiento y verdad en F. Nietzsche. Über Protagonisten der Kritischen Theorie – von Walter Benjamin über Herbert Marcuse bis zu Jürgen Habermas und Axel Honneth – hat er umfangreich veröffentlicht.
 

Mit:

Stephan Lessenich, Direktor des Instituts für Sozialforschung.

José Manuel Romero Cuevas, lehrt Philosophie an der Universidad de Alcalá (Spanien). Seine Forschungsschwerpunkte sind Sozialphilosophie, Hermeneutik und Kritische Theorie.

Thursday

Festsaal im Studierendenhaus

Public Lectures

Public Lectures

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Lange Zeit für besiegt gehalten, ist die Inflation 2021 mit ganzer Macht zurückgekehrt - zur Überraschung auch der allermeisten Ökonom:innen, die so ein weiteres Mal ihre Inkompetenz unter Beweis gestellt haben. Jetzt müssen wahlweise die laxe Geldpolitik von Zentralbanken und Regierungen oder Sonderfaktoren wie die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine herhalten für das Debakel. Zur Abhilfe verordnen die politisch Verantwortlichen unverdrossen die gewohnte Kur: Die Zentralbanken erhöhen die Leitzinsen und drohen so eine ohnehin schon wackelige Konjunktur vollends abzuwürgen. Paul Mattick, ausgewiesener Kenner der bürgerlichen Wirtschaftstheorien wie auch der marxschen Ökonomiekritik, deutet die aktuelle Inflation dagegen nicht als Ergebnis einer falschen Geldpolitik oder zufälliger Geschehnisse, sondern als weitere Manifestation einer im Kern irrationalen und krisenträchtigen Produktionsweise, wie sie sich seit dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hat. In seiner knappen und verständlichen Darstellung zeichnet er die Geschichte von Geld, Kapital und Inflation ebenso nach wie die hilflosen Versuche der Ökonom:innen, das mysteriöse Geschehen auch nur zu begreifen, geschweige denn, dass sie über Rezepte verfügten, es bewusst zu steuern. Dabei wird deutlich, dass auch der unter Linken bis heute populäre Keynesianismus theoretisch und politisch in die Irre führt. Wer sich mit Krisen und Inflation nicht abfinden mag, muss an die Wurzel des Problems gehen und die verselbstständigte, auf Profit geeichte Wirtschaftsordnung als Ganzes infrage stellen.

Die deutsche Übersetzung von The Return of Inflation ist jüngst bei Dietz Berlin erschienen.

Paul Mattick ist emeritierter Professor für Philosophie an der Adelphi University in New York und hat viele Jahre das International Journal of Political Economy herausgegeben. Heute betreut er die politische Rubrik der New Yorker Kulturzeitschrift Brooklyn Rail. Seine Aufsätze zum marx‘schen Kapital hat er 2018 als Theory as Critique (Leiden: Brill) veröffentlicht, auf Deutsch erschien 2012 Business as Usual. Krise und Scheitern des Kapitalismus (Hamburg: Edition Nautilus).

Moderation: Lilith Dieterich (Institut für Soziologie, Goethe-Universität Frankfurt a. M.) und Robin Mohan (Institut für Sozialforschung)

Diese Veranstaltung wird gefördert von der Rosa Luxemburg Stiftung.

Thursday

Institut für Sozialforschung

Public Lectures

Public Lectures

Öffentlicher Vortrag von Encarnación Gutiérrez Rodríguez

In his essay »Violence, Peace, and Peace Research,« Galtung (1969, 171) differentiates between personal violence—a singular act or »violence with a subject«—and structural violence—a repetitive broad occurrence or »violence without a subject.« Marked by vertical relations of power, based on unequal economic relations of value-exchange and asymmetrical interactions on the political, military, communication, and cultural levels, structural violence describes historically sedimented forms of power, control, and domination (Galtung and Fischer 2013). Galtung developed this approach empirically through his analysis of imperialism, war, and armed conflicts, while seeking the consolidation of peace. Critiquing the sedimented character of violence in Galtung’s approach, other scholars (see Ditls et al. 2012) have suggested that we look at the fluid, subtle, and ordinary character of violence. Feminist critiques (Confortini 2006) have addressed the interdependent character of personal and structural violence when it comes to gendered and sexualized violence. Veena Das (2000; 2006), for example, has developed an analysis of everyday violence as structural, symbolic, cultural, and interpersonal. Examining how ordinary intersectional violence effects everyday lives, this presentation draws attention to the somatic, emotional, and subjective impact of violence on gendered, racialized and migrantized bodies at the university as a workplace. It engages with structural silence and epistemic injustice, but also it explores moments of resistance.

Encarnación Gutiérrez Rodríguez ist Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Kultur und Migration am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Organisation: AK Feldforschung am Institut für Sozialforschung in Kooperation mit dem Institut für Migrationsforschung (IMIK) an der Frankfurt University of Applied Sciences

Team: Annette Hilscher, Minna K. Ruokonen-Engler und Irini Siouti

Wednesday

Sigmund-Freud-Institut

Public Lectures

Public Lectures

Der Vortrag fokussiert auf minderjährige unbegleitete Migrant:innen, die über die spanische Exklave Melilla nach Europa zu gelangen versuchen. Unter Rückgriff auf Befunde des am Institut für Sozialforschung durchgeführten Dissertationsprojekts sollen Einblicke in die soziale Welt im spanisch-marokkanischen Grenzraum geboten werden. Mithilfe von Interviewtranskripten, Fotos und ethnographischen Aufzeichnungen werden die lokalen Gegebenheiten veranschaulicht, die an Europas Außengrenzen entstanden sind und mit denen die jungen Migrant:innen einen Umgang finden müssen. Auch relevante rechtliche und politische Zusammenhänge werden dabei eine Rolle spielen.

Der Vortrag mit Alexander Kern (IfS) findet am 06.03.24 um 17 Uhr im großen Hörsaal des SFI statt und steht allen Interessierten offen.

Bitte melden Sie sich per E-Mail bei Frau Groß unter folgender Adresse an: gross@sigmund-freud-institut.de. Die Teilnehmer:innenzahl ist begrenzt.

Eine Kooperation des Sigmund-Freud-Instituts und des Instituts für Sozialforschung.

Friday

Festsaal im Studierendenhaus

Public Lectures

Public Lectures

Ein Gesprächsabend mit Martin Dannecker, Renate Franke und Lutz Garrels

Vor 50 Jahren wurde das Frankfurter Institut für Sexualwissenschaft gegründet, das während seines über 30-jährigen Bestehens die fachwissenschaftlichen und öffentlichen Debatten über Sexualität und Geschlecht in der BRD maßgeblich prägte. Zwischen der Humanmedizin und den Gesellschaftswissenschaften verortet, führte das Institut vor Augen, wie klinische, insbesondere psychoanalytische, Arbeit mit Menschen mit sexuellen Problemen und kritisch-sexualsoziologische Forschung sich gegenseitig befruchten können. Auf verschiedenen Feldern leisteten die Mitarbeiter*innen des Instituts, vornehmlich Volkmar Sigusch, Sophinette Becker, Martin Dannecker und Reimut Reiche, Pionierarbeiten, namentlich durch ihre Forschungen zur männlichen Homosexualität, zu psychosozialen Dimensionen von HIV und AIDS, zu Transgeschlechtlichkeit, zu weiblichen und männlichen Perversionen, zu sexuellen Funktionsstörungen, aber auch durch ihre Diagnosen über Wandel und Beständigkeit der sexuellen und Geschlechterverhältnisse sowie durch ihre Arbeiten zur Geschichte der Sexualwissenschaft. Trotz massiver öffentlicher Proteste und entschiedener Interventionen relevanter Fachgesellschaften wurde das Institut im Jahr 2006 abgewickelt.Der Gesprächsabend findet anlässlich des Jahrestags des Instituts und des Versterbens zweier seiner Protagonist*innen - Volkmar Sigusch (†2023) und Sophinette Becker (†2019) - im Frankfurter Studierendenhaus statt. Gemeinsam mit ehemaligen Mitarbeiter*innen und Assoziierten des Instituts, unter anderen Martin Dannecker, Renate Franke und Lutz Garrels, werden wir diskutieren über die Geschichte des Instituts und den dortigen Arbeitsalltag, über die Rolle Siguschs und Beckers sowie generell über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten, kritische Sexualforschung und klinische Arbeit miteinander zu verbinden. Die Moderation für den Abend übernehmen Julia König und Aaron Lahl.

Die Abendveranstaltung findet im Rahmen des Workshops »Kritische Sexualforschung gestern und heute«, vom 15. bis 17. Februar, statt. Organisiert wird die Veranstaltung von Mitgliedern des IfS Arbeitskreises Gender, Kinship, Sexuality: Sabine Flick, Hans Goerdten, Julia König, Aaron Lahl, Miriam Pietras und Stella Schäfer.

Unterstützt wird die Veranstaltung von der International Psychoanalytic University Berlin, dem Institut für Sozialforschung in Frankfurt, den Freunden und Förderern der Goethe-Universität und der Karl-Marx-Buchhandlung.

Wednesday

Café KoZ

Public Lectures

Public Lectures

Mit Alex Demirović und Kommentaren von Christina Engelmann und Stephan Lessenich (Moderation: Jule Tabel, AK kritische Gesellschaftstheorie)

Nach über 20 Jahren ist die bahnbrechende Studie zu den zivilgesellschaftlichen Aktivitäten Max Horkheimers und Theodor W. Adornos nach ihrer Rückkehr aus dem Exil wieder erhältlich.

Die Studie zeigt, wie die kritischen Theoretiker nach dem Nationalsozialismus zur Erneuerung der marxistischen Theorie in Westdeutschland beigetragen haben. Vernunft und Theorie sollten wieder verbindlich gemacht werden. Die Grundlage dafür bildete die Lehre an der Universität und der Wiederaufbau des Instituts für Sozialforschung. Die Studierenden sollten auf anspruchsvollste Weise mit philosophischen Begriffen, mit den Bewegungsgesetzen der bürgerlichen Gesellschaft und mit empirischen Methoden vertraut gemacht werden. Als anti-autoritäre Intellektuelle sollten sie sich nicht auf mächtige Tendenzen der Geschichte berufen, sondern autonom denken sowie widerständig und demokratisch handeln. Untersucht wird, wie Horkheimer und Adorno die institutionellen Bedingungen für diese neue Form kritischer Intellektualität schufen, wie sie ihre Lehre und Forschung durchführten, um eine emanzipatorische Wahrheitspolitik zu ermöglichen, der es um die Veränderung des Ganzen geht.

In Kooperation mit dem AStA, der Karl Marx Buchhandlung und dem AK kritische Gesellschaftstheorie.

Tuesday

Goethe-Universität Frankfurt, Casino-Gebäude, R. 1.811

Public Lectures

Public Lectures

Vortrag von Alex Demirović

Der Vortrag ist Teil der Internationalen Ringvorlesung des Promotionskollegs »Dialektik der Teilhabe. Dynamiken sozialräumlicher Öffnung und Schließung«

Demokratie ist mit der Erwartung verbunden, dass die Bürger:innen sich an den politischen Prozessen beteiligen. Denn die Staatsgewalt soll vom Volk ausgehen. Es bedarf also der Aktivität dieses Volkes. Doch wer gehört zum Volk? Viele sind ausgeschlossen und können sich nicht beteiligen. Wenn unterstellt wird, dass alle nur deswegen, weil sie Bürger:innen sind, sich auch schon beteiligen können oder wollen, so ist das ein Fehlschluss: es fehlt Bildung, Information, Zeit, Zugang zu den Institutionen, es fehlt die Erwartung, auf das Geschehen, Einfluss nehmen zu können. Neben solchen Exklusionen gibt es weitere, die sich in und durch Beteiligung selbst vollziehen. Solche Fallstricke der Beteiligung sind Gegenstand des Vortrags.

 

Über die Internationale Ringvorlesung:

Im Zentrum der Internationalen Ringvorlesung steht eine widersprüchliche Entwicklungsdynamik demokratisch-kapitalistischer Gesellschaften: Der historischen Bewegung einer institutionellen Garantie und Erweiterung von Teilhabemöglichkeiten korrespondiert die Gegenbewegung ihrer Verweigerung und Einschränkung. Derartige Prozesse der Öffnung und Schließung werden in insgesamt sechs Vorträgen in ihrer sozialstrukturellen Dynamik von In- und Exklusion, in ihrer räumlichen Dynamik von Mobilitätssteigerungen und -blockaden sowie in ihrer politischen Dynamik der progressiven wie regressiven Bearbeitung gesellschaftlicher Widersprüche in politischen Bewegungen und Gegenbewegungen untersucht.

Tuesday

Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, IG-Farben-Haus, Nebengebäude 2.701

Public Lectures

Public Lectures

Leider muss die für den 12. Dezember geplante Vorlesung »Catastrophic Communities. On the Political Dilemmas of Disaster Governability« von
Grégoire Chamayou, der im Rahmen der Ringvorlesung stattfinden sollte, krankheitsbedingt ausfallen.

Vorlesung von Grégoire Chamayou

Die Vorlesung ist Teil der Internationalen Ringvorlesung des Promotionskollegs »Dialektik der Teilhabe. Dynamiken sozialräumlicher Öffnung und Schließung«

The prospect of a possible nuclear war gave rise in the USA in the 1950s to a multifaceted field of reflection on »disaster planning«, including contributions from researchers in social psychology, behavioral sciences and economics. In addition to the loss of life and material destruction, one of the major concerns was the collective reaction to such an event, with the fear of a dangerous loss of control.

In this lecture, I will outline some of the ways in which this problem was posed, and the programmatic avenues that were sketched out in response. In addition to the figures of the panic mob and the war of all against all, I'll be looking in particular at the thematization of the political danger that could have been represented by the transformation of »therapeutic communities« into a revolt movement, and the shift from emergency management to a »socialism of disaster«. These two scenarios show with particular acuity how disaster planning thought has been torn between the practical need to mobilize and involve communities in a civil defense endeavor designed to manage potential disasters, while at the same time dreading the associated political dynamics of a potentially subversive participatory takeover in troubled times.

Die Vorlesung findet in englischer Sprache statt.

Über die Internationale Ringvorlesung:

Im Zentrum der Internationalen Ringvorlesung steht eine widersprüchliche Entwicklungsdynamik demokratisch-kapitalistischer Gesellschaften: Der historischen Bewegung einer institutionellen Garantie und Erweiterung von Teilhabemöglichkeiten korrespondiert die Gegenbewegung ihrer Verweigerung und Einschränkung. Derartige Prozesse der Öffnung und Schließung werden in insgesamt sechs Vorträgen in ihrer sozialstrukturellen Dynamik von In- und Exklusion, in ihrer räumlichen Dynamik von Mobilitätssteigerungen und -blockaden sowie in ihrer politischen Dynamik der progressiven wie regressiven Bearbeitung gesellschaftlicher Widersprüche in politischen Bewegungen und Gegenbewegungen untersucht.

Wednesday

Haus am Dom

Public Lectures

Public Lectures

Mit Stephan Lessenich (Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung, Goethe-Universität, Frankfurt) und Philipp Staab (Professor für Soziologie der Arbeit, Humboldt-Universität, Berlin)

Eintritt frei.

Monday

Evangelische Akademie Frankfurt am Main

Public Lectures

Public Lectures

Das Institut für Sozialforschung wurde vor 100 Jahren an der Frankfurter Goethe-Universität gegründet. Von Anfang an verband es empirische Forschung und theoretische Analysen miteinander. Im Zentrum der kritischen Betrachtung standen gesellschaftliche, politische, kulturelle, auch religiöse Phänomene und deren Wechselwirkungen. Mehr denn je wird es künftig darauf ankommen, auf der Grundlage einer kritischen Theorie der Gesellschaft die Möglichkeit und Notwendigkeit einer globalen Solidarität in den Blick zu nehmen. Dazu nötigen weltweite Krisenerscheinungen wie die Finanzkrise, Pandemien oder der von Menschen verursachte Klimawandel. Kann Religion ein Faktor sein, der die Entstehung und das Wachstum einer globalen Solidarität fördert?

Anmeldung erbeten bis: 1. Dezember 2023
Eintritt frei

Referierende:
Prof. Dr. Stephan Lessenich, Direktor Institut für Sozialforschung
Prof. Dr. Sarah Speck, Stellvertretende Direktorin Institut für Sozialforschung

Moderation:
Christian Geyer, Feuilletonredakteur Frankfurter Allgemeine Zeitung

Leitung:
Dr. Eberhard Pausch, Evangelische Akademie Frankfurt

Kooperation:
Institut für Sozialforschung

Förderer:
Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt
Sunday

Kammerspiele, Schauspiel Frankfurt

Public Lectures

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Solidarität war in Corona-Zeiten in aller Munde. Doch mit dem politisch beschlossenen Ende der Pandemie war auch der Rückgriff auf diesen gesellschaftspolitischen Wert beendet – wieder einmal. Die Konjunkturen der Solidarität laufen scheinbar parallel zu den Krisenkonjunkturen der Gesellschaft. Aktuell erscheint eine neue Wirtschaftskrise am Horizont. Beschworen werden dann, angesichts des sich auftuenden Krisenabgrunds, für gewöhnlich gesellschaftlicher Zusammenhalt und politische Stabilität. Dabei bleibt jedoch der Blick auf die ausschließenden, letztlich unsolidarischen Effekte der angerufenen Solidarität verstellt. Wie so oft in der kritischen Gesellschaftstheorie gilt es daher auch in diesem Fall, den Begriff vom Kopf auf die Füße zu stellen, auf den Boden nämlich einer Gesellschaftskonzeption, die Ausgrenzungen vermeiden will.

Prof. Dr. Stephan Lessenich (Direktor des Instituts für Sozialforschung) im Gespräch mit Meredith Haaf (Autorin und Journalistin, Süddeutsche Zeitung)
 

Dezernat Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main und Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialforschung, dem Jüdischen Museum Frankfurt und HR2 Kultur