Schriften. Institut für Sozialforschung
2025
Alexander Heindl | Solidarität und Kontingenz. Eine sozialphilosophische Studie
Multiple Krisenerscheinungen erschüttern die vermeintliche Beständigkeit des Sozialen und machen die Kontingenz bestehender Ordnungsmuster zunehmend erfahrbar. Vor diesem Hintergrund fokussiert Alexander Heindls sozialphilosophische Studie auf die Frage, was solidarische Praktiken ausmacht und was sie im Guten wie im Schlechten bewirken können. Die Praxisform der Solidarität ermöglicht – so die zentrale These – die kollektive Bewältigung von Kontingenz: Durch solidarisches Füreinander-Einstehen können soziale Verhältnisse sowohl transformiert als auch stabilisiert werden. Dabei zeigt sich Solidarität als ambivalentes Phänomen, dem neben positiven Potenzialen auch problematische Tendenzen eingeschrieben sind. Die Studie appelliert aus postfundamentalistischer und radikaldemokratischer Perspektive an die Verantwortung demokratischer Akteur:innen, die emanzipatorischen Potenziale der solidarischen Praxis auf selbstkritische Weise einzulösen.
Frankfurt am Main & New York 2025 - Campus Verlag, 516 Seiten
EUR 40,00
Die Publikationen der Schriftenreihe können bei Campus bestellt werden
2024
Materialistischer Feminismus. Gegenwartsanalysen zu Geschlecht im Kapitalismus
Herausgegeben von Christina Engelmann und Lisa Yashodhara Haller unter der Mitarbeit des Forums kritischer Wissenschaften (fkw)
Angesichts der zunehmend destruktiven Effekte, die mit der kapitalistischen Verwertungslogik als strukturierendem Prinzip unserer Gesellschaft einhergehen, gewinnt der Materialistische Feminismus besondere Aktualität. Wie aber tragen die Strukturlogik des Kapitals und die daraus hervorgehenden Verselbständigungstendenzen zum Fortbestehen, aber auch zum Wandel der Geschlechterverhältnisse bei? Welche Machtasymmetrien und welche Formen von Gewalt gehen damit einher? Und welche Rolle spielt hier die Familie, in der sich über den intergenerationalen Vermögenstransfer Klassenverhältnisse reproduzieren?
Die in dem Band versammelten Theorie- und Forschungsarbeiten aus dem Feld der Geschlechterforschung diskutieren, wie eine materialistisch-feministische Perspektive zur kritischen Erschließung unserer Gegenwart beitragen kann. Die Autorinnen untersuchen gesellschaftliche Phänomene von besonderer Dringlichkeit, indem sie historische Perspektiven mittels eigener theoriegeleiteter Analysen und empirischer Studien aktualisieren, etwa zu Körperökonomien, Unternehmenskulturen oder Familienmodellen. Zugleich eröffnen die Beiträge Ausblicke auf alternative Formen der Organisation des gemeinsamen Wirtschaftens und Lebens und verhandeln so auch die Frage nach den Möglichkeiten einer emanzipatorischen Praxis.
Frankfurt am Main & New York 2024 - Campus Verlag, 203 Seiten
EUR 38,00
Open Access: Materialistischer Feminismus, ein E-Book von Christina Engelmann, Lisa Yashodhara Haller - Campus Verlag
2023
Hannes Kuch | Wirtschaft, Demokratie und liberaler Sozialismus
Je ausgeprägter das Wissen um machbare Alternativen zum kapitalistischen Markt, desto wirkmächtiger die Kritik an dieser Wirtschaftsform. Von dieser Annahme ist Hannes Kuchs Studie geleitet, die eine neue Form der Kapitalismuskritik entwickelt und Alternativen zum Kapitalismus analysiert. Der kapitalistische Markt unterwandert das, was G. W. F. Hegel ›Sittlichkeit‹ nannte: ein lebendiges, wirksames Ethos demokratischer Gerechtigkeit. Daraus ergibt sich die Forderung, dass demokratische Fähigkeiten bereits in der Wirtschaft eingeübt und wachgehalten werden müssen. Das ist die leitende Idee des liberalen Sozialismus. Die Umrisse dieser Wirtschaftsform werden in Auseinandersetzung mit der Idee einer Eigentümerdemokratie entfaltet, die John Rawls als Alternative zum Kapitalismus entwickelt.
Frankfurt a. M. und New York 2023 – Campus Verlag, 561 Seiten
EUR 39,00
Die Publikationen der Schriftenreihe können bei Campus bestellt werden