Freitag – Samstag

Institut für Sozialforschung

Tagungen, Konferenzen, Workshops

Tagungen, Konferenzen, Workshops

In der Religionsforschung wird der stetige Form- und Bedeutungswandel von Religion und ihrer Praxis häufig mit veränderten gesellschaftlichen Bedingungen begründet. Der Workshop richtet den Fokus auf die Rolle gesellschaftlicher Akteur:innen innerhalb gegenwärtiger Prozesse religiöser Transformationen: Dabei soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern sich der Wandel von Religion(en) auch damit erklären lässt, dass einzelne Personen und Gruppen gezielt danach streben, das herkömmliche Konzept der Religion neuzugestalten – eine Art Remake des Religiösen zu entwerfen.

Hierfür bietet der Workshop insbesondere interessierten Wissenschaftler:innen und zivilgesellschaftlichen Vertreter:innen Raum für einen interdisziplinären Austausch. Er wird in inhaltlicher Hinsicht von den Impulsvorträgen fünf fachlich versierter Referent:innen gestützt. Die an diesen einzelnen Beiträgen jeweils anknüpfende Diskussion ermöglicht schließlich allen Teilnehmenden, über die wissenschaftlichen Impulse miteinander ins Gespräch zu kommen und dabei zentrale Ergebnisse für die Religionssoziologie zu formulieren.

Der Workshop geht aus dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt »Religiöse und nichtreligiöse Kontingenzbewältigung in der individualisierten Gesellschaft« hervor.


Das vollständige Workshop-Programm kann dem beigefügten Flyer entnommen werden. Die Veranstaltung findet in Präsenz statt; die Anzahl der Teilnehmer:innen ist begrenzt. Anmeldung bitte bis zum 30.11.2022 an: rajamannan@em.uni-frankfurt.de

Dienstag

Institut für Sozialforschung

Der Arbeitskreis »Kritische Soziologie«, gemeinsam getragen vom Institut für Sozialforschung (IfS) und dem Institut für Soziologie am Fachbereich 03 der Goethe-Universität, lädt im Rahmen der Vortragsreihe »Kritische Soziologie« im WS 2022/23 zu einem von Prof. Thomas Scheffer und Prof. Stephan Lessenich organisierten Workshop zum Thema »Existenzielle Probleme« ein.
 
Der Workshop findet am Dienstag, den 22. November, von 16.15 Uhr bis 19.45 Uhr am IfS, Senckenberganalge 26, statt. Grundlage der Diskussion werden vorab verbreitete und zu lesende Texte der beiden Organisatoren sein, kommentiert werden diese von Prof. Birgit Blättel-Mink und Prof. Lars Meier.
 
Für die Teilnahme am Workshop ist eine vorherige Anmeldung notwendig. Bitte wenden Sie sich dafür bis spätestens Donnerstag, den 17. November, an Moritz Sohn (sohn@em.uni-frankfurt.de). Mit der Anmeldebestätigung erhalten Sie die Grundlagentexte zum Workshop. Die Veranstaltung wird hybrid stattfinden, die Teilnehmer:innenzahl in Präsenz ist auf 25 Personen begrenzt.
Montag

Instituto Cervantes Frankfurt

Demokratie denken. Beiträge aus Spanien

Demokratie denken. Beiträge aus Spanien

Die Veranstaltung, die eigentlich für den 15. September als Auftakt geplant wird, wird am 21. November um 19 Uhr im Instituto Cervantes nachgeholt.

Der Philosoph und öffentliche Intellektuelle Daniel Innerarity bilanziert im Gespräch mit Stephan Lessenich, Direktor des IfS, die spanische Demokratiegeschichte seit 1976. War die Vermeidung eines radikalen Bruchs mit dem frankistischen Regime ein Geburtsfehler der Transition? Hat sich die europäische Integration Spaniens demokratiepolitisch bezahlt gemacht? Und ist der innerspanische Kampf der Nationalitäten eine Gefahr für die Demokratie – oder doch eine mögliche Quelle ihrer Revitalisierung?

 

Transición, ¿adónde? Repaso de medio siglo de democracia en España
Junto con el director del Institut für Sozialforschung, Stephan Lessenich, el filósofo e intelectual público Daniel Innerarity hace un balance de la historia e la democracia española desde 1976. ¿Nació la transición con el defecto congénito de evitar la ruptura con el régimen franquista? ¿Tuvo la integración europea tantos efectos positivos sobre la salud de la democracia como algunos afirman? ¿Representa el conflicto entre las nacionalidades un peligro para la democracia o al contrario podría convertirse en fuente de su revitalización?

Dienstag

autorenbuchhandlung marx & co.

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Die Welt befindet sich im permanenten Ausnahmezustand. Nach der Finanzkrise, der Migrationskrise, der Klimakrise hat die Coronakrise den Alltag jedes und jeder Einzelnen erfasst. Und dann gibt es auch noch Krieg in Europa. Es wird immer deutlicher, dass die bewährte Normalität, nach der wir uns sehnen, nicht mehr zurückkehren wird. Was aber passiert, wenn die alte Normalität nicht mehr trägt und auch nicht mehr zu ertragen ist? Und welche Dynamiken setzen ein, wenn gesellschaftliche Mehrheiten sich an Gewissheiten klammern, die immer drängender in Frage gestellt werden?

Stephan Lessenich im Gespräch mit Jens Bisky über seine jüngste Neuerscheinung

»Nicht mehr normal« (Hanser Berlin 2022).

Stephan Lessenich, Prof. Dr., ist seit 2021 Direktor des Instituts für Sozialforschung und Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Jens Bisky, Dr., ist Journalist und geschäftsführender Redakteur der Zeitschrift Mittelweg 36 sowie des Online-Portals Soziopolis am Hamburger Institut für Sozialforschung. Zuletzt erschien von ihm die Monographie »Berlin. Biographie einer großen Stadt.« Berlin: Rowohlt 2019.

Mittwoch

Institut für Sozialforschung

Tagungen, Konferenzen, Workshops

Tagungen, Konferenzen, Workshops

Nur mit vorheriger Anmeldung.


Organisation: Arbeitskreis »Ästhetik und Medienkultur« (Koordination: Leonie Hunter, Felix Trautmann, Franziska Wildt)


Im Gespräch mit der Philosophin Lydia Goehr widmet sich der Workshop ihrem neuem Buch Red Sea – Red Square – Red-Thread. A Philosophical Detective Story (Oxford University Press 2022). Darin beschäftigt sich Lydia Goehr mit der Frage, was wit (Witz/Geist) ist, was dieser mit Emanzipation und Freiheit zu tun hat und inwiefern Kunst und Philosophie seiner bedürfen, wenn gesellschaftliche Befreiung ihnen ein Anliegen ist. Dem nähert sich das Buch in einer »gewitzten« philosophischen Untersuchung, indem es der geschichtlichen Spur einer Anekdote nachgeht: Ein Künstler, der die Überquerung des Roten Meers durch die Israeliten malen sollte, strich die ganze Wand rot an und erklärte, dass die Israeliten bereits hinübergegangen und die Ägypter ertrunken seien. Dieses Bild, das ein poltisch-theologisches Befreiungsnarrativ mit der künstlerischen Erfindung der monochromen Malerei in Verbindung bringt, wurde künstlerisch und philosophisch vielfach aufgegriffen – u.a. von Arthur Danto, Søren Kierkegaard, Henri Murger, Giacomo Puccini und William Hogarth. Wie durch einen roten Faden werden diese unterschiedlichen Zugriffe durch die Anekdote miteinander verknüpft. Anhand der Geschichte dieser Bezugnahmen und in Auseinandersetzung mit weiteren Positionen — wie der von Hegel, Nietzsche und Adorno – befragt das Buch die Beziehung von wit und Befreiung.
In dem Workshop werden gemeinsam mit Lydia Goehr zentrale Gedankengänge des Buches anhand ausgewählter Kapitel diskutiert.

Um die Texte zu erhalten ist eine Voranmeldung erforderlich (wildt@em.uni-frankfurt.de). Der Workshop wird ausgerichtet vom Arbeitskreis »Ästhetik und Medienkultur« des Instituts für Sozialforschung und findet in dessen Räumen als Hybridveranstaltung in englischer und deutscher Sprache statt (ein Teilnahmelink wird nach der Anmeldung versendet). Eine Teilnahme an der vorbereitenden Sitzung am 19.10.2022 (von 14-16h und ebenfalls hybrid) wird empfohlen.

19. Oktober 2022 (nur Teilnehmer:innen) — Lektüre und Diskussion der Einleitung (und als Zusatz Kapitel 2 »Emancipation Narrative«)
26. Oktober 2022 (gemeinsam mit Lydia Goehr) — Lektüre und Diskussion der Kapitel 15 »Proverbs on the Path to the Absolute« und Kapitel 16 »Thought Experiments in Color«

Samstag – Samstag

Institut für Sozialforschung

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Buchvorstellung mit Andrei S. Markovits

Andrei S. Markovits legt mit diesem Buch die bewegte Autobiografie eines jüdischen Intellektuellen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor, geprägt von vielfältigen Orten, Sprachen und Emigrationen. Er analysiert vor allem die Strapazen der doppelten Emigration: aus Rumänien, wo er geboren wurde, nach Wien, wo er zur Schule ging, und von Wien nach New York, wo er an der Columbia University studierte.

In Harvard wurde er schließlich zum Sozialwissenschaftler und zu dem Intellektuellen und Professor für Politik und andere Fächer, dessen Leben nicht nur die USA und Europa verbindet, sondern der in den USA lehrend auch in Deutschland über die Jahrzehnte immer wieder in Debatten eingriff und für seinen treffend analysierenden Blick geschätzt wird. Sein Verhältnis zu Deutschland ist, ausgehend von Fragen jüdischer Identität nach der Shoah, eine komplexe emotionale Beziehung, die bis heute anhält.

Für Markovits wurde es gerade die Wurzellosigkeit, die ihm Trost, Beistand und Inspiration für sein Lebenswerk spendet. Auf seiner Suche nach einer Heimat begegnen wir seiner Auseinandersetzung mit den wichtigen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen von fünf Jahrzehnten auf zwei Kontinenten. Ihn prägen aber auch seine musikalischen Interessen von Klassik bis Rock, seine Vorliebe für Mannschaftssportarten wie Fußball, Baseball, Basketball und American Football und nicht zuletzt seine Leidenschaft für Hunde und deren Rettung.

Markovits nimmt uns mit auf eine Reise durch die Höhen und Tiefen Europas und Amerikas nach 1945. Indem er die kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Kontinente beleuchtet, zeigt er, warum Amerika ihn, als Europäer, so faszinierte und ihm eine Heimat bieten konnte, die es in Europa so nicht gab. Auch wenn die Hässlichkeit des Rassismus und eine wachsende ökonomische Ungleichheit die Alltagserfahrungen auch dort immer wieder beeinträchtigen, so war Amerika für ihn doch tatsächlich die weithin ausstrahlende city upon a hill, die sich durch akademische Exzellenz, intellektuelle Offenheit, kulturelle Vielfalt und religiöse Toleranz auszeichnet.

Lesung »Der Pass mein Zuhause«
Andrei Markovits im Gespräch mit Stephan Lessenich

Hier geht es zum YouTube-Livestream (ohne Interaktionsmöglichkeit): www.youtube.com/watch?v=iHmg-Bx7IHs.

Donnerstag

Institut für Sozialforschung

Demokratie denken. Beiträge aus Spanien

Demokratie denken. Beiträge aus Spanien

Nicht weniger als eine Neue radikale Aufklärung fordert die katalanische Philosophin Marina Garcés  in ihrem jüngst auch in deutscher Übersetzung (Turia+Kant 2019) erschie- nenen Buch. Im Gespräch mit Marina Martínez Mateo, Medien- und Technikphilosophin an der Akademie der Bildenden Künste in  München, erläutert sie ihre Diagnose eines der informationsgesellschaftlichen Knechtschaft unterworfenen Menschen – und geht der Frage nach, was ›Aufklärung‹ in der medialisierten Demokratie überhaupt noch bedeuten kann.

 

La ilustración en un mundo perverso
Nada menos que una nueva ilustración radical exige la filósofa catalana Marina Garcés. Junto con Marina Martínez Mateo, filósofa investigadora de los medios y la técnica de la Academia de Bellas Artes de Múnich, desarrollará su diagnóstico del hombre sometido a la esclavitud de la sociedad de la información, para acabar preguntándose qué significado se le podría dar a la ilustración en la democracia mediatizada.

Freitag

Instituto Cervantes Frankfurt

Demokratie denken. Beiträge aus Spanien

Demokratie denken. Beiträge aus Spanien

Marta Segarra, Kulturwissenschaftlerin am CNRS in Paris und renommierte Forscherin im Feld der Geschlechterund Sexualitätsstudien, reflektiert im Gespräch mit den Soziologinnen Sarah Speck und Sara Lafuente-Funes (Goethe-Universität Frankfurt) über die Vielfalt der – und in der – Demokratie. Mit ihrem Buch »Comunidades con acento« (Icaria 2021) stärkt sie ein posttraditionales Verständnis von Vergemeinschaftungen, in denen jede und jeder Einzelne den je eigenen ›Akzent‹ bewahrt und damit der viel beschworenen Rede von der pluralen Demokratie tatsächlich Sinn verleiht.

 

Democracia con acento. Sobre la praxis de la pluralidad social
Marta Segarra, investigadora del CNRS de París en el campo de los estudios culturales y especialmente en el ámbito de género y sexualidad, conversará con las sociólogas Sarah Speck y Sara Lafuente-Funes de la Universidad de Frankfurt acerca de la diversidad de la democracia y dentro de ella. En su libro »Comunidades con acento« aboga por una idea postradicional de la comunidad en la que cada uno y cada una conserva su ›acento‹, confiriendo sentido a la tan invocada democracia plural.

Montag

Offenes Haus der Kulturen im Studierendenhaus

Der Utopische Raum, Kosmopolitismus von unten – Annäherungen an globale Demokratie

Der Utopische Raum, Kosmopolitismus von unten – Annäherungen an globale Demokratie

Tag 3/3 des Symposiums »Kosmopolitismus von unten. Annäherungen an globale Demokratie«

Können wir noch von Kosmopolitismus reden, wenn autoritärer Nationalismus grassiert? Wollen wir noch Weltbürger:innen sein, wenn »Globalisierung« wie »Krise« klingt? Das Symposium, das zugleich auf den Prozess einer Global Assembly zum 175. Jahrestag der deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche im Mai 2023 hinführt, geht von der der Überzeugung aus, dass diese Themen gerade jetzt auf die Tagesordnung gehören: Nicht weniger globale Kooperation ist vonnöten, sondern die intensive Suche nach »gemeinsamen Welten« und Formen solidarischen Zusammenwirkens. Wie könnte ein demokratischer Kosmopolitismus aussehen? Wo wird er, oft jenseits der Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit, bereits praktisch gelebt? Diesen Fragen sind die Vorträge, Berichte aus der Praxis, Diskussionsforen und Lesungen gewidmet. Unter dem Titel »Der universelle Kompass« steht zudem ein Abend für die Menschenrechte in Wort und Musik mit dem Ensemble Modern und Bridges - Musik verbindet auf dem Programm.

Programm

 

10:00 Uhr Begrüßung Utopischer Raum im globalen Frankfurt

10.15 Uhr Lesungen und Gespräche

  • Fiston Mwanza Mujila, Autor von Tanz der Teufel, Zsolnay Verlag, 2022
  • Anna Yeliz Schentke, Autorin von Kangal, S. Fischer Verlage, 2022

Moderation: Ramona Lenz, stiftung medico international, und Ilija Trojanow, Schriftsteller

11.30–12.00 Uhr Pause

12.00 Uhr Vortrag und Gespräch

Alberto Acosta Espinosa, ehemaliger Präsident der Verfassunggebenden Versammlung Ecuadors: Eine andere Welt ist möglich. Würdiges Leben für Mensch und Natur

12.45–13.00 Uhr Resümee und Ausblick

Cornelia Füllkrug-Weitzel, ehem. Präsidentin von Brot für die Welt / Initiativkreis Global Assembly

 

Eine vorherige Anmeldung für die Veranstaltung ist erforderlich.

Sonntag

Offenes Haus der Kulturen: Festsaal

Der Utopische Raum, Kosmopolitismus von unten – Annäherungen an globale Demokratie

Der Utopische Raum, Kosmopolitismus von unten – Annäherungen an globale Demokratie

Tag 2/3 (Abendprogramm) des Symposiums »Kosmopolitismus von unten. Annäherungen an globale Demokratie«

Können wir noch von Kosmopolitismus reden, wenn autoritärer Nationalismus grassiert? Wollen wir noch Weltbürger:innen sein, wenn »Globalisierung« wie »Krise« klingt? Das Symposium, das zugleich auf den Prozess einer Global Assembly zum 175. Jahrestag der deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche im Mai 2023 hinführt, geht von der der Überzeugung aus, dass diese Themen gerade jetzt auf die Tagesordnung gehören: Nicht weniger globale Kooperation ist vonnöten, sondern die intensive Suche nach »gemeinsamen Welten« und Formen solidarischen Zusammenwirkens. Wie könnte ein demokratischer Kosmopolitismus aussehen? Wo wird er, oft jenseits der Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit, bereits praktisch gelebt? Diesen Fragen sind die Vorträge, Berichte aus der Praxis, Diskussionsforen und Lesungen gewidmet. Unter dem Titel »Der universelle Kompass« steht zudem ein Abend für die Menschenrechte in Wort und Musik mit dem Ensemble Modern und Bridges - Musik verbindet auf dem Programm.

Für die Abendveranstaltung ist eine gesonderte Anmeldung/Ticketkauf erforderlich. Tickets gibt es zu 20 Euro (ermäßigt 15 Euro). Näheres dazu unter www.ensemble-modern.com.
 

Programm

 

20:00 Uhr

Abendveranstaltung in Kooperation mit dem Ensemble Modern

Der universelle Kompass – in Musik und Wort

  • Ensemble Modern, Bridges – Musik verbindet
  • Ilija Trojanow (Literarische Konzeption),
  • Hermann Kretzschmar (Musikalische Konzeption und Leitung)
  • Werke von William Byrd, Hermann Kretzschmar, Karlheinz Stockhausen u.a.

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Offenes Haus der Kulturen im Studierendenhaus

Der Utopische Raum, Kosmopolitismus von unten – Annäherungen an globale Demokratie

Der Utopische Raum, Kosmopolitismus von unten – Annäherungen an globale Demokratie

Tag 2/3 des Symposiums »Kosmopolitismus von unten. Annäherungen an globale Demokratie«

Können wir noch von Kosmopolitismus reden, wenn autoritärer Nationalismus grassiert? Wollen wir noch Weltbürger:innen sein, wenn »Globalisierung« wie »Krise« klingt? Das Symposium, das zugleich auf den Prozess einer Global Assembly zum 175. Jahrestag der deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche im Mai 2023 hinführt, geht von der der Überzeugung aus, dass diese Themen gerade jetzt auf die Tagesordnung gehören: Nicht weniger globale Kooperation ist vonnöten, sondern die intensive Suche nach »gemeinsamen Welten« und Formen solidarischen Zusammenwirkens. Wie könnte ein demokratischer Kosmopolitismus aussehen? Wo wird er, oft jenseits der Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit, bereits praktisch gelebt? Diesen Fragen sind die Vorträge, Berichte aus der Praxis, Diskussionsforen und Lesungen gewidmet. Unter dem Titel »Der universelle Kompass« steht zudem ein Abend für die Menschenrechte in Wort und Musik mit dem Ensemble Modern und Bridges - Musik verbindet auf dem Programm.

Programm

 

09:30-12:00 Uhr Gemeinsame Welten – Annäherungen in der Theorie

  • Einführung Thomas Gebauer, stiftung medico international

Vorträge und Diskussionen mit

  • Regina Kreide, Justus-Liebig-Universität Gießen: Globale Ungleichheit, politische Selbstbestimmung und die Kollektivierung der Demokratie
  • Dana Schmalz, Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg: Universalistische Versprechen des internationalen Rechts: Menschenrechtsschutz und politische Teilhabe
  • Ulrich Brand, Universität Wien: Globale Austauschverhältnisse – Fluch oder Segen?

Moderation: Sidonia Blättler und Thomas Gebauer

12:00-14:00 Uhr Mittagspause

14:00-15:45 Uhr Globalisierung von unten – Annäherungen in der Praxis

Forum 1: Orte und Organisationsformen transnationaler Öffentlichkeit

  • Tasneem Essop, Climate Action Network/ Südafrika: Nicht-hegemoniales Networking (Videoaufzeichnung) Annette Knaut, Universität Augsburg: Transnationale Diskurse
  • Francisco Mari, Brot für die Welt: Globale Treffen – Die Weltsozialforen und die globale Entfesselung des Kapitalismus
  • Barbara Unmüßig, Heinrich-Böll-Stiftung: Globale Kampagnen – Die Klimaschutzbewegung im Drängen auf internationale Verrechtlichung

Moderation: Stephan Hebel, Frankfurter Rundschau

Forum 2: Lokale kosmopolitische Projekte

  • Kathi Hahn, Kooperative Longo Maï und Alexander Behr, Kollektiv Mühle Nikitsch: Gemeineigentum und nachhaltiges Wirtschaften
  • Dominik Herold, mehr als wählen e.V.: Globales Denken – Demokratiekonvente und multiple Zugehörigkeiten
  • Bea Schwager, Züri City Card: Urban Citizenship. Die Verwirklichung des »Rechts, Rechte zu haben« jenseits nationalstaatlicher Zugehörigkeit

Moderation: Felix Trautmann, Institut für Sozialforschung

Forum 3: Globale kosmopolitische Projekte

  • Attiya Waris, University of Nairobi / UN-Menschenrechtskommission: Tax Justice – On the Way to a UN
  • Tax Justice Treaty (Videoaufzeichnung) Sonja Buckel, Universität Kassel: Umkämpfte Institutionen. Über die politische Durchsetzung von Menschenrechten
  • Wolfgang Kaleck, European Center for Constitutional and Human Rights, ECCHR: Einhegung oder Überwindung der globalen Verhältnisse? Über die Utopie der Menschenrechte

Moderation: Miriam Saage-Maaß, ECCHR

16:15-17:00 Uhr Plenum – Berichte aus den Foren

Moderation: Stephan Hebel

 

Eine vorherige Anmeldung für die Veranstaltung ist erforderlich.

Samstag

Paulskirche

Der Utopische Raum, Kosmopolitismus von unten – Annäherungen an globale Demokratie

Der Utopische Raum, Kosmopolitismus von unten – Annäherungen an globale Demokratie

Tag 1/3 des Symposiums »Kosmopolitismus von unten – Annäherungen an globale Demokratie«

Können wir noch von Kosmopolitismus reden, wenn der autoritäre Nationalismus grassiert? Wollen wir noch Weltbürger:innen sein, wenn »Globalisierung« wie »Krise« klingt? Das Symposium »Kosmopolitismus von unten – Annäherungenan globale Demokratie« beruht auf der Überzeugung, dass diese Themen gerade jetzt auf die Tagesordnung gehören: Nicht weniger globale Kooperation ist vonnöten, sondern die intensive Suche nach »gemeinsamen Welten« und Formen solidarischen Zusammenwirkens – ein Kosmopolitismus von unten. Wie könnte ein demokratischer Kosmopolitismus aussehen? Wo wird er, oft jenseits der Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit, bereits praktisch gelebt? Diesen Fragen ist die dreitägige Veranstaltung gewidmet. Dabei geht es sowohl um theoretische Annäherungen als auch um Beispiele aus der Praxis. Neben Vorträgen, Diskussionsforen und Lesungen steht unter dem Titel »Der universelle Kompass« ein Abend für die Menschenrechte in Wort und Musik mit dem Ensemble Modern und dem Orchester Bridges – Musik verbindet auf dem Programm.

 

Programm

 

17:00 Uhr Anreise

18:00 Uhr Gespaltener Kosmopolitismus – Globalisierung von unten

  • Begrüßung | Utopischer Raum im globalen Frankfurt
  • Grußworte | Stadträtin Dr. Ina Hartwig Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main
  • Einführung | Stephan Lessenich, Institut für Sozialforschung / Goethe-Universität

18:30 Uhr Eröffnungsrede
(live zugeschaltet) Seyla Benhabib, Columbia University / Yale University: The Counter-Revolution Against Cosmopolitanism in our Times: Hatred of Women, Nature and the Other.

19:30 Uhr Podium

  • Ina Kerner, Universität Koblenz-Landau: Wer zählt? Zur brüchigen Idee der Gleichheit
  • Sérgio Costa, Freie Universität Berlin: Kosmopolitismus als Konvivialität
  • Manuela Bojadžijev, Humboldt-Universität zu Berlin: Welche Zukunft hat die  Globalisierung?
  • Daniel Loick, University of Amsterdam: No Border oder Barbarei

Moderation: Stephan Lessenich

21:00 Uhr Empfang der Stadt Frankfurt

 

Eine vorherige Anmeldung für die Veranstaltung in der Paulskirche ist erwünscht, die Registrierung vor Ort wird jedoch ebenfalls möglich sein.

Dienstag

Institut für Sozialforschung

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Kooperationsveranstaltung mit Trobades & Premis Mediterranis Albert Camus

Mit Beiträgen von Brigitte Sändig, Alfonso Armada und Berta Vias Mahou

In 2022, Spain is the guest of honour at the international book fair in Frankfurt with the slogan "Spain overflowing creativity" and the organisation of the Trobades & Premis Mediterranis Albert Camus would like to put forward a proposal accordingly. As a platform for critical Mediterranean thought with Albert Camus as a beacon, we propose to address how the life and work of the French-Algerian writer with Menorcan roots have inspired contemporary creators from the Spanish-speaking and German-speaking world. This would be a way of reflecting on the imprint of Albert Camus' legacy in our country, as well as in Germany, but also on the function of creation and the role of fiction in our contemporary societies.

«To create is to live twice»
Myth of Sisyphus, 1942

As an artist by vocation, Albert Camus considered that he exercised the craft of writing, a demanding and absorbing craft that placed him in a perpetual tension in relation to the others and to his time, to whom he felt responsible. He loved the craft of writing, even though he often doubted his talent and was often dissatisfied with what he wrote. But creation is, according to him, one of the pinnacles of freedom and human rebellion. In this meeting we would like to make room for writers, thinkers, artists who have been influenced by the life and work of Albert Camus. Some of them simply have Camus as a reference, others have used his work to construct their own fictions, while others have incarnated his characters.

 

PRELIMINARY PROGRAMME

19.00 – 19.30 h Presentation

Presentation of the objectives and content of the Trobades & Premis Mediterranis Albert Camus and the programme.

19.30 – 21.00 h Conference and conversation

Conference offered by Brigitte Sändig (1944, Germany) Specialist of Camus
In German (20- 25 minutes max)

Conversation between:

Alfonso Armada (1958, Spain) journalist and editor of FronteraD and Berta Vias Mahou (1961, Spain) Writer
In Spanish (20 minutes each + conversation and questions with the public)

--

Die Veranstaltung auf Spanisch und Deutsch wird simultan übersetzt und kann sowohl persönlich als auch online (via ZOOM-Videokonferenz) besucht werden.

Wenn Sie teilnehmen möchten, schreiben Sie bitte an anmeldung@ifs.uni-frankfurt.de und teilen uns mit, ob Sie in Präsenz (begrenzte Anzahl von Plätzen) oder (mit Interaktionsmöglichkeit) online teilnehmen möchten.

YouTube-Livestream: https://youtu.be/ZK8euKnZSRk

 

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The event in Spanish and German will be simultaneously translated and can be attended both in person and online (via ZOOM video conference).

If you would like to attend, please write to anmeldung@ifs.uni-frankfurt.de and let us know whether you would like to attend in presence (limited number of places) or (with the possibility of interaction) online.

YouTube livestream: https://youtu.be/ZK8euKnZSRk

 

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El acto en Español y Alemán contará con interpretación simultánea y se podrá asistir tanto de forma presencial como en línea (mediante videoconferencia ZOOM).

Si desea asistir, escríbanos a anmeldung@ifs.uni-frankfurt.de e indíquenos si desea asistir de forma presencial (número limitado de plazas) o (con la posibilidad de interactuar) en línea.

Transmisión en directo en YouTube: https://youtu.be/ZK8euKnZSRk

Samstag – Samstag

Institut für Sozialforschung

100 Jahre IfS

100 Jahre IfS

In Erinnerung an die im August 1922 von Felix Weil und Kurt Albert Gerlach an die Senckenberg Gesellschaft gerichtete »Denkschrift über die Begründung eines Instituts für Sozialforschung« öffnet das IfS am 24. September seine Pforten und eröffnet symbolisch die Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des IfS.

Das vielfältige Programm gibt einen Einblick in die gegenwärtigen Aktivitäten am IfS: Neben einer Führung durch das Haus, Einblicken in Bibliothek, IfS Archiv und Adorno Archiv, der Vorstellung von Publikations- und Veranstaltungsformaten, einer Hörinsel und Posterausstellung aktueller Dissertationsprojekte wird die Arbeit der IfS-Arbeitskreise präsentiert und auf dem blauen Sofa aus laufenden Forschungsprojekten berichtet.

Der Tag der offenen Tür findet im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum des IfS statt. Weitere Informationen zum Programm sowie den weiteren Veranstaltungen finden Sie unter www.ifs.uni-frankfurt.de.

Die vollständige Programmübersicht kann hier heruntergeladen werden.

Mittwoch

Institut für Sozialforschung

Demokratie denken. Beiträge aus Spanien

Demokratie denken. Beiträge aus Spanien

In seinem aktuellen Buch »Gegen Chancengleichheit« (Suhrkamp 2022) hält der Soziologe César Rendueles, Autor von Soziophobie (2013) und Kanaillen-Kapitalismus (2018) und einer der Vordenker der Partei »Podemos«, ein flammendes Plädoyer für den Egalitarismus – und gegen die Ideologie der Chancengleichheit. Im Gespräch mit seinem deutschen Übersetzer, dem Schriftsteller und Sozialwissenschaftler Raul Zelik, soll beleuchtet werden, warum gerade die spanischen Krisenerfahrungen des vergangenen Jahrzehnts der Programmatik einer sozialen Demokratie Auftrieb geben können.

 

¿Cuánta desigualdad puede soportar la democracia?
En su último libro »Contra la igualdad de oportunidades«, el autor de »Sociofobia« y »Capitalismo Canalla« se pronuncia a favor del igualitarismo y contra la ideología de la igualdad de oportunidades. Junto con su traductor al alemán, el escritor y sociólogo Raul Zelik, César Rendueles analizará por qué la experiencia de crisis que los españoles han hecho en la última década podría dar alas a un nuevo programa para una democracia social.

Mittwoch – Mittwoch

Karl Marx Buchhandlung

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Maximilian Pichl widmet sich in seinem Buch »Untersuchung im Rechtsstaat« den Möglichkeiten und Grenzen der Aufklärung von extrem rechten und rechtsterroristischen Gewaltakten am Beispiel der NSU-Mordserie. Er hat die Arbeit parlamentarischer Untersuchungsausschüsse in den Blick genommen – und dabei herausgearbeitet, wie die deutschen Sicherheitsbehörden, allen voran der Verfassungsschutz, die Aufklärung sabotieren. Seine Arbeit ist 2022 im Velbrück-Verlag erschienen.

Nikolas Lelle untersucht die Arbeitsauffassung des Nationalsozialismus, die eine Radikalisierung einer langen deutschen und antisemitischen Tradition ist. Unter Verweis auf »deutsche Arbeit« begründete der Nationalsozialismus nicht nur sein antisemitisches Selbstbild, sondern auch Praktiken der Verfolgung und Vernichtung. Mit der »deutschen Volksgemeinschaft« hat er Formen von Menschenführung entwickelt, die in den Managementkonzepten der deutschen Nachkriegsgeschichte fortlebten. »Arbeit, Dienst und Führung. Der Nationalsozialismus und sein Erbe« ist 2022 im Verbrecher Verlag erschienen.

Beide Bücher untersuchen Kontinuitäten extrem rechter Ideologie und Praxis in Staat und Gesellschaft und fragen nach den emanzipatorischen Möglichkeiten, sie zurückzudrängen. In einer Doppelbuchvorstellung stellen die beiden Autoren ihre Bücher vor. Moderiert werden sie dabei von Sophie Osburg.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Karl Marx Buchhandlung in Frankfurt am Main.

Freitag – Freitag

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Bockenheim, Hörsaal IV

Adorno-Vorlesungen

Adorno-Vorlesungen

Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern. In diesem Jahr widmet sich die Philosophin Linda Martín Alcoff der historischen und kulturellen Rekonstruktion von Race und damit verbundenen Identitäten: Welche Erfahrungen entstehen aus der konstitutiven Beziehung von Race, History and Culture? Wie sind bestimmte Vorstellungen von Race mit konkreten, regressiven wie progressiven, Praktiken und Lebensweisen verbunden? Und inwieweit braucht es neue Ansätze, um die Narrative des Rassismus und ihr Fortbestehen zu überwinden und gesellschaftliche Verhältnisse zu transformieren?

In ihrer ersten Vorlesung mit dem Titel The Historic Formation of Race untersucht Linda M. Alcoff die zeitlich und lokal variierenden Vorstellungen von Race und nimmt bislang unterbestimmte und fehlgeleitete Zusammenhänge in den Blick. Die Differenzkategorie Race, so Alcoff, ist nicht begrifflich falsch, ideologisch oder moralisch verwerflich, sondern entwickelte sich im Zuge historischer Ereignisse und erweist sich als durchweg sozial, kontextgebunden und dynamisch. Race umfasst gemeinsame Lebensformen, Subjektivierungsweisen und geteiltes Wissen, die aus der Kolonialgeschichte entstanden sind und bis in die Gegenwart fortdauern.

Unter dem Titel Cultural Racism wendet sich Alcoff in ihrer zweiten Vorlesung dem von Frantz Fanon in den 1950ern geprägtem Konzept des kulturellen Rassismus zu und entwickelt es auf Grundlage theoretischer und gesellschaftspolitischer Diskurse weiter: Einerseits legitimieren die rassistischen und kolonialen Ideologien bis heute Krieg, Enteignung und die Verweigerung von demokratischer Partizipation, anderseits eröffnet die kritische Reflexion des Konzepts die Möglichkeit einer antikolonialen und widerständigen Praxis sowie eine Reformierung sozialer Ideen und Praktiken. Alcoff zeigt, wie bestehende problematische Vorstellungen über den Globalen Süden zu überwinden sind, um Kulturen in ein neues, emanzipatorisches Verhältnis zueinander setzen zu können.

Zeitgleich geraten traditionelle, auf dem Nationalstaat beruhende Narrative durch soziale Bewegungen und öffentliche Forderungen zunehmend unter Druck: Die weiße Identität befindet sich in einer Krise. Die rassistische Abwehr und nationalistische Verweigerung der sowie die öffentlichen Angriffe auf die Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erben sind davon ebenso Ausdruck wie die immer noch in Alltagspraktiken und Lebensweisen verankerte, jetzt aber zu bröckeln beginnende Vorstellung einer weißen Vormachtstellung. In ihrer dritten Vorlesung The Crises of White Identity lokalisiert Alcoff progressive Gestaltungsräume in diesen Spannungsfeldern und zeigt Möglichkeiten der Transformation und für die gemeinsame Neugestaltung von Lebensweisen.

Linda Martín Alcoff, Prof. Dr., ist Professorin für Philosophie am Hunter College und dem Graduate Center der City University of New York. Zu ihren Forschungsfeldern zählen die Kontinentalphilosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, Critical Race Studies, Sozialphilosophische Epistemologie, Postkoloniale und Feministische Theorien sowie die Lateinamerikanische Philosophie. Linda M. Alcoff war Mitglied des Programmbeirats der New York Society for Women in Philosophy und Präsidentin der American Philosophical Association. Als Autorin schreibt sie regelmäßig für die New York Times, Aeon und New York Indypendent. Für ihre 2006 erschienene Publikation Visible Identities. Race, Gender and the Self (Oxford: Oxford University Press) erhielt Linda M. Alcoff den Frantz Fanon Preis der Carribean Philosophical Association. Zu ihren weiteren Buchveröffentlichungen zählen unter anderem: Rape and Resistance. Understanding the Complexities of Sexual Violation. Cambridge: Polity Press 2018; The Future of Whiteness. Cambridge: Polity 2015; The Routledge Companion to the Philosophy of Race. New York und London: Routledge 2018 (Hg. zusammen mit Paul Taylor and Luvell Anderson).

Die Vorlesungen finden auf Englisch statt.

Nähere Informationen zum Programm sowie zur Durchführung der Veranstaltung erscheinen demnächst auf der Webseite des IfS.

 

Donnerstag – Donnerstag

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Bockenheim, Hörsaal IV

Adorno-Vorlesungen

Adorno-Vorlesungen

Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern. In diesem Jahr widmet sich die Philosophin Linda Martín Alcoff der historischen und kulturellen Rekonstruktion von Race und damit verbundenen Identitäten: Welche Erfahrungen entstehen aus der konstitutiven Beziehung von Race, History and Culture? Wie sind bestimmte Vorstellungen von Race mit konkreten, regressiven wie progressiven, Praktiken und Lebensweisen verbunden? Und inwieweit braucht es neue Ansätze, um die Narrative des Rassismus und ihr Fortbestehen zu überwinden und gesellschaftliche Verhältnisse zu transformieren?

In ihrer ersten Vorlesung mit dem Titel The Historic Formation of Race untersucht Linda M. Alcoff die zeitlich und lokal variierenden Vorstellungen von Race und nimmt bislang unterbestimmte und fehlgeleitete Zusammenhänge in den Blick. Die Differenzkategorie Race, so Alcoff, ist nicht begrifflich falsch, ideologisch oder moralisch verwerflich, sondern entwickelte sich im Zuge historischer Ereignisse und erweist sich als durchweg sozial, kontextgebunden und dynamisch. Race umfasst gemeinsame Lebensformen, Subjektivierungsweisen und geteiltes Wissen, die aus der Kolonialgeschichte entstanden sind und bis in die Gegenwart fortdauern.

Unter dem Titel Cultural Racism wendet sich Alcoff in ihrer zweiten Vorlesung dem von Frantz Fanon in den 1950ern geprägtem Konzept des kulturellen Rassismus zu und entwickelt es auf Grundlage theoretischer und gesellschaftspolitischer Diskurse weiter: Einerseits legitimieren die rassistischen und kolonialen Ideologien bis heute Krieg, Enteignung und die Verweigerung von demokratischer Partizipation, anderseits eröffnet die kritische Reflexion des Konzepts die Möglichkeit einer antikolonialen und widerständigen Praxis sowie eine Reformierung sozialer Ideen und Praktiken. Alcoff zeigt, wie bestehende problematische Vorstellungen über den Globalen Süden zu überwinden sind, um Kulturen in ein neues, emanzipatorisches Verhältnis zueinander setzen zu können.

Zeitgleich geraten traditionelle, auf dem Nationalstaat beruhende Narrative durch soziale Bewegungen und öffentliche Forderungen zunehmend unter Druck: Die weiße Identität befindet sich in einer Krise. Die rassistische Abwehr und nationalistische Verweigerung der sowie die öffentlichen Angriffe auf die Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erben sind davon ebenso Ausdruck wie die immer noch in Alltagspraktiken und Lebensweisen verankerte, jetzt aber zu bröckeln beginnende Vorstellung einer weißen Vormachtstellung. In ihrer dritten Vorlesung The Crises of White Identity lokalisiert Alcoff progressive Gestaltungsräume in diesen Spannungsfeldern und zeigt Möglichkeiten der Transformation und für die gemeinsame Neugestaltung von Lebensweisen.

Linda Martín Alcoff, Prof. Dr., ist Professorin für Philosophie am Hunter College und dem Graduate Center der City University of New York. Zu ihren Forschungsfeldern zählen die Kontinentalphilosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, Critical Race Studies, Sozialphilosophische Epistemologie, Postkoloniale und Feministische Theorien sowie die Lateinamerikanische Philosophie. Linda M. Alcoff war Mitglied des Programmbeirats der New York Society for Women in Philosophy und Präsidentin der American Philosophical Association. Als Autorin schreibt sie regelmäßig für die New York Times, Aeon und New York Indypendent. Für ihre 2006 erschienene Publikation Visible Identities. Race, Gender and the Self (Oxford: Oxford University Press) erhielt Linda M. Alcoff den Frantz Fanon Preis der Carribean Philosophical Association. Zu ihren weiteren Buchveröffentlichungen zählen unter anderem: Rape and Resistance. Understanding the Complexities of Sexual Violation. Cambridge: Polity Press 2018; The Future of Whiteness. Cambridge: Polity 2015; The Routledge Companion to the Philosophy of Race. New York und London: Routledge 2018 (Hg. zusammen mit Paul Taylor and Luvell Anderson).

Die Vorlesungen finden auf Englisch statt.

Nähere Informationen zum Programm sowie zur Durchführung der Veranstaltung erscheinen demnächst auf der Webseite des IfS.

 

Mittwoch – Mittwoch

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Bockenheim, Hörsaal IV

Adorno-Vorlesungen

Adorno-Vorlesungen

Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern. In diesem Jahr widmet sich die Philosophin Linda Martín Alcoff der historischen und kulturellen Rekonstruktion von Race und damit verbundenen Identitäten: Welche Erfahrungen entstehen aus der konstitutiven Beziehung von Race, History and Culture? Wie sind bestimmte Vorstellungen von Race mit konkreten, regressiven wie progressiven, Praktiken und Lebensweisen verbunden? Und inwieweit braucht es neue Ansätze, um die Narrative des Rassismus und ihr Fortbestehen zu überwinden und gesellschaftliche Verhältnisse zu transformieren?

In ihrer ersten Vorlesung mit dem Titel The Historic Formation of Race untersucht Linda M. Alcoff die zeitlich und lokal variierenden Vorstellungen von Race und nimmt bislang unterbestimmte und fehlgeleitete Zusammenhänge in den Blick. Die Differenzkategorie Race, so Alcoff, ist nicht begrifflich falsch, ideologisch oder moralisch verwerflich, sondern entwickelte sich im Zuge historischer Ereignisse und erweist sich als durchweg sozial, kontextgebunden und dynamisch. Race umfasst gemeinsame Lebensformen, Subjektivierungsweisen und geteiltes Wissen, die aus der Kolonialgeschichte entstanden sind und bis in die Gegenwart fortdauern.

Unter dem Titel Cultural Racism wendet sich Alcoff in ihrer zweiten Vorlesung dem von Frantz Fanon in den 1950ern geprägtem Konzept des kulturellen Rassismus zu und entwickelt es auf Grundlage theoretischer und gesellschaftspolitischer Diskurse weiter: Einerseits legitimieren die rassistischen und kolonialen Ideologien bis heute Krieg, Enteignung und die Verweigerung von demokratischer Partizipation, anderseits eröffnet die kritische Reflexion des Konzepts die Möglichkeit einer antikolonialen und widerständigen Praxis sowie eine Reformierung sozialer Ideen und Praktiken. Alcoff zeigt, wie bestehende problematische Vorstellungen über den Globalen Süden zu überwinden sind, um Kulturen in ein neues, emanzipatorisches Verhältnis zueinander setzen zu können.

Zeitgleich geraten traditionelle, auf dem Nationalstaat beruhende Narrative durch soziale Bewegungen und öffentliche Forderungen zunehmend unter Druck: Die weiße Identität befindet sich in einer Krise. Die rassistische Abwehr und nationalistische Verweigerung der sowie die öffentlichen Angriffe auf die Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erben sind davon ebenso Ausdruck wie die immer noch in Alltagspraktiken und Lebensweisen verankerte, jetzt aber zu bröckeln beginnende Vorstellung einer weißen Vormachtstellung. In ihrer dritten Vorlesung The Crises of White Identity lokalisiert Alcoff progressive Gestaltungsräume in diesen Spannungsfeldern und zeigt Möglichkeiten der Transformation und für die gemeinsame Neugestaltung von Lebensweisen.

Linda Martín Alcoff, Prof. Dr., ist Professorin für Philosophie am Hunter College und dem Graduate Center der City University of New York. Zu ihren Forschungsfeldern zählen die Kontinentalphilosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, Critical Race Studies, Sozialphilosophische Epistemologie, Postkoloniale und Feministische Theorien sowie die Lateinamerikanische Philosophie. Linda M. Alcoff war Mitglied des Programmbeirats der New York Society for Women in Philosophy und Präsidentin der American Philosophical Association. Als Autorin schreibt sie regelmäßig für die New York Times, Aeon und New York Indypendent. Für ihre 2006 erschienene Publikation Visible Identities. Race, Gender and the Self (Oxford: Oxford University Press) erhielt Linda M. Alcoff den Frantz Fanon Preis der Carribean Philosophical Association. Zu ihren weiteren Buchveröffentlichungen zählen unter anderem: Rape and Resistance. Understanding the Complexities of Sexual Violation. Cambridge: Polity Press 2018; The Future of Whiteness. Cambridge: Polity 2015; The Routledge Companion to the Philosophy of Race. New York und London: Routledge 2018 (Hg. zusammen mit Paul Taylor and Luvell Anderson).

Die Vorlesungen finden auf Englisch statt.

Nähere Informationen zum Programm sowie zur Durchführung der Veranstaltung erscheinen demnächst auf der Webseite des IfS.

 

Donnerstag – Samstag

Frankfurt am Main / hybrid (im Livestream)

Internationale Siegfried Kracauer-Konferenz, Tagungen, Konferenzen, Workshops

Internationale Siegfried Kracauer-Konferenz, Tagungen, Konferenzen, Workshops

Die Konferenz, die ursprünglich für Mai 2020 geplant war, findet vom 19.–21. Mai 2022 in Frankfurt am Main statt. Sie widmet sich dem breitgestreuten Werk Siegfried Kracauers und setzt sich zum Ziel, die unterschiedlichen Rezeptionsstränge in der Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Medientheorie, Philosophie und Soziologie synthetisierend zu erfassen und auf den systematischen Ertrag seines Gesamtwerks hin zu untersuchen. Gerahmt wird das Konferenzprogramm von Filmvorführungen, Lesungen und einem Stadtrundgang.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Mittwoch

Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Frankfurt am Main

»Siegfried Kracauer: Film und Gesellschaft«

»Siegfried Kracauer: Film und Gesellschaft«

Kurzfilme von u. a. Penny Siopis und Nan Hoover

Vortrag: Heide Schlüpmann

anschließendes Gespräch mit Vinzenz Hediger und Chris Tedjasukmana

Wo ist der Ort der Filmtheorie? Im Kino, in der Filmkritik oder doch in der Wissenschaft? Mit Kracauer stellt sich diese Frage anders: Für ihn ist der Film das Reflexionsmedium par excellence und zugleich Ausgangspunkt für gesellschaftstheoretische Fragen. Dies zeigt Heide Schlüpmann anhand dokumentarischer Aufnahmen aus den 1910er und 1920er Jahren sowie Kurzfilmen von Penny Siopis und Nan Hoover.

Donnerstag

Osthafenforum im medico-Haus

Der Utopische Raum

Der Utopische Raum

Der Utopische Raum: Vortrag und Gespräch mit Franziska Martinsen über das Recht auf Teilhabe jenseits nationalstaatlicher Zugehörigkeit

Der aktuelle Menschenrechtsdiskurs ist zweischneidig: Einerseits steht er für emanzipatorische Ziele, andererseits werden gerade unter dem Banner der Menschenrechte Kriege geführt, die zur Stabilisierung der herrschenden Weltordnung beitragen. Was muss geschehen, um die Menschenrechte von ihrer postkolonialen Indienstnahme zu befreien? Was ist nötig, um das auf Gerechtigkeit zielende Potential der Menschenrechte zur Geltung zu bringen? Mit ihrem Vorschlag, den Menschenrechtskatalog um ein allgemeines Recht auf politische Teilhabe unabhängig von der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Staat zu erweitern, antwortet Franziska Martinsen auf die immer drängendere Frage, wie in der zunehmend von Migration geprägten Welt das fundamentale »Recht, Rechte zu haben« (Hannah Arendt), verwirklicht werden kann.

Bitte beachten Sie die Abstands- und Hygienehinweise vor Ort. Der Einlass erfolgt ab 18:15 Uhr – bitte nutzen Sie das Zeitfenster, damit sich die Ankunft der Gäste etwas verteilt.

Die Veranstaltung wird außerdem auf dem Youtube-Kanal von medico international gestreamt. Aktuelle Informationen finden Sie auch auf der entsprechenden Website von medico international.

Donnerstag – Donnerstag

Online

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Öffentliches Institutskolloquium mit Terry Williams

Im Rahmen seines Gastaufenthalts am IfS wird Terry Williams einen öffentlichen Vortrag halten und unter anderem über seine Neuerscheinung The Soft City. Sex for Business and Pleasure in New York City sprechen (erschienen im April 2022 bei Columbia University Press: http://cup.columbia.edu/book/the-soft-city/9780231177955).

Die Veranstaltung findet am 28. April um 18 Uhr online statt und kann per Zoom besucht werden:

https://us02web.zoom.us/j/85761604724?pwd=YzE3WkhWWUtGQkhGZ2piZUllSTN6UT09
Meeting-ID: 857 6160 4724
Kenncode unter: broll@em.uni-frankfurt.de
Donnerstag – Donnerstag

Osthafenforum im medico-Haus

Der Utopische Raum

Der Utopische Raum

Der Utopische Raum: Vortrag und Gespräch mit Aram Ziai über dekoloniale Alternativen zur herrschenden Entwicklungspolitik

Das herkömmliche Konzept von »Entwicklung« und »Unterentwicklung« gründet sich auf eine »Erfindung«, die Mitte des 20. Jahrhunderts aufkam, um die formal unabhängig werdenden Kolonien in Abhängigkeit zu halten. Das koloniale Überlegenheitsdenken, das in ihm zum Ausdruck kommt, ist bis heute zu spüren. Selbst das an sich sympathische Motto: »Leave no one behind!« suggeriert, dass »wir« voranschreiten und »die anderen« hinterherhinken. Nicht um die Bekämpfung von Macht und Folgen struktureller Gewalt geht es dann, sondern um das Abmildern bestehender Missstände und andere affirmative Anpassungsleistungen. »Post-Development« dagegen drängt auf eine Re-Politisierung von Ungleichheit, auf Alternativen zu hegemonialen Modellen von Wirtschaft, Politik und Wissen und auf ein Leben in Würde für alle.

Bis zu 70 Personen können voraussichtlich live vor Ort an der Veranstaltung teilnehmen, sofern sie gegen Covid-19 geimpft, genesen oder vor maximal 48 Stunden negativ per PCR-Untersuchung getestet worden sind und einen entsprechenden Nachweis vorlegen. Bitte beachten Sie die Abstands- und Hygienehinweise vor Ort. Der Einlass erfolgt ab 18:15 Uhr – bitte nutzen Sie das Zeitfenster, damit sich die Ankunft der Gäste etwas verteilt.

Die Veranstaltung wird außerdem auf dem Youtube-Kanal von medico international gestreamt. Aktuelle Informationen finden Sie auch auf der entsprechenden Website von medico international.

Mittwoch

Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Frankfurt am Main

»Siegfried Kracauer: Film und Gesellschaft«

»Siegfried Kracauer: Film und Gesellschaft«

USA 2002

Regie: Wayne Wang, 105 Minuten, OmU

Einführung: Leonie Hunter, Almut Poppinga

Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino — und gucken »Maid in Manhattan«. »Kein Kitsch kann erfunden werden, den das Leben nicht überträfe«, stellt Kracauer mit Blick auf die Filmindustrie seiner Zeit ideologiekritisch fest. »Maid in Manhattan« mit Kracauer anzusehen, bedeutet daher, die romantische Komödie als Spiegel der bestehenden Gesellschaft ernst zu nehmen und die gegenwärtigen Illusionen des liberalen Versprechens des Klassenaufstiegs zu analysieren.