Jueves

Institut für Sozialforschung

Ponencias públicas

Ponencias públicas

Öffentlicher Vortrag von Encarnación Gutiérrez Rodríguez

In his essay »Violence, Peace, and Peace Research,« Galtung (1969, 171) differentiates between personal violence—a singular act or »violence with a subject«—and structural violence—a repetitive broad occurrence or »violence without a subject.« Marked by vertical relations of power, based on unequal economic relations of value-exchange and asymmetrical interactions on the political, military, communication, and cultural levels, structural violence describes historically sedimented forms of power, control, and domination (Galtung and Fischer 2013). Galtung developed this approach empirically through his analysis of imperialism, war, and armed conflicts, while seeking the consolidation of peace. Critiquing the sedimented character of violence in Galtung’s approach, other scholars (see Ditls et al. 2012) have suggested that we look at the fluid, subtle, and ordinary character of violence. Feminist critiques (Confortini 2006) have addressed the interdependent character of personal and structural violence when it comes to gendered and sexualized violence. Veena Das (2000; 2006), for example, has developed an analysis of everyday violence as structural, symbolic, cultural, and interpersonal. Examining how ordinary intersectional violence effects everyday lives, this presentation draws attention to the somatic, emotional, and subjective impact of violence on gendered, racialized and migrantized bodies at the university as a workplace. It engages with structural silence and epistemic injustice, but also it explores moments of resistance.

Encarnación Gutiérrez Rodríguez ist Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Kultur und Migration am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Organisation: AK Feldforschung am Institut für Sozialforschung in Kooperation mit dem Institut für Migrationsforschung (IMIK) an der Frankfurt University of Applied Sciences

Team: Annette Hilscher, Minna K. Ruokonen-Engler und Irini Siouti

Lunes

Institut für Sozialforschung

Jornadas, conferencias, talleres

Jornadas, conferencias, talleres

Dass der Erfolg von Emanzipationsbemühungen nicht schon in der Übernahme der Macht besteht und dass sich Herrschaftsverhältnisse nicht einfach mit Gegengewalt zerschlagen lassen, diese Überzeugung zeichnet eine Linie der Herrschaftskritik aus, die sich von der Neuzeit bis in den sozialistischen Anarchismus, genauer von Étienne de La Boétie bis Gustav Landauer ziehen lässt. Für beide ist klar, dass der revolutionäre Prozess ein Subjekt schafft, das sich aus sich selbst heraus aber auch gegen seine eigene Involvierung in Herrschaft befreien muss. Hierin teilen sie einen utopischen sowie zugleich skeptischen Sinn für die Revolution. Für Landauer wird die Einbeziehung der neuzeitlichen Herrschaftskritik zu einer wichtigen Quelle für die Reflexion der revolutionären Bestrebungen seiner Zeit, wie dessen zentrales Werk Die Revolution (1907) zeigt. Die Transformation der Herrschaft im Sinne einer »freiwilligen Knechtschaft« (La Boétie) wird für ihn zur Herausforderung einer jeden Revolution.

Auf was und gegen wen richtet sich dann aber politische Befreiung? Wie formiert sich das Zusammenleben und auf welche kritischen Ressourcen kann die revolutionäre Gemeinschaft zurückgreifen? Wie kann die Revolution diejenigen Kräfte freisetzen, die bislang die Herrschaft gestützt haben, und wie sich zur eigenen Vergangenheit ins Verhältnis setzen, um einen neuen Anfang zu setzen? Im Workshop werden wir diesen Fragen anhand von La Boéties und Landauers Verständnis der Revolution nachgehen und die verschiedenen Bezüge ihres Denkens diskutieren – auch mit Blick auf eine gegenwärtige Staatskritik und der Revolutionierung der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Ein Workshop des Forschungsprojekts »Die Modernität der freiwilligen Knechtschaft«.

 

Referent:innen:

Anatole Lucet lehrt Philosophie in Le Havre und war zuletzt Vertretungsprofessor an der staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Er ist Übersetzer von Landauers Schriften ins Französische. Jüngste Publikation: Communauté et révolution chez Gustav Landauer, Klincksieck 2023.

Libera Pisano ist Assistant Researcher an der Universidade Nova de Lisboa und war Fellow an der Universitat Pompeu Fabra, Barcelona. Sie ist Mitherausgeberin des Sammelbandes Skepsis and Antipolitics. The Alternative of Gustav Landauer, Brill 2022.

Einführung und Moderation: Felix Trautmann (Institut für Sozialforschung).

 

Organisatorisches und Anmeldung

Die Texte, die zur Vorbereitung des Workshops dienen, werden nach Anmeldung versendet. Teilnehmende, die auf der Grundlage ihrer aktuellen Forschung zum Thema des Workshops einen Kurzvortrag oder eine Respondenz halten wollen, können dies bei der Anmeldung mitteilen. Der Workshop findet als Abschluss des durch die Gerda Henkel-Stiftung geförderten Forschungsprojekts „Die Modernität der freiwilligen Knechtschaft“ statt.

Anmeldung bitte unter trautmann@em.uni-frankfurt.de

Organisation: Felix Trautmann (Institut für Sozialforschung)

Eine Onlineteilnahme an der Veranstaltung ist möglich.

 

autorenbuchhandlung marx & co

Prismen. IfS bei marx & co

Prismen. IfS bei marx & co

Stephan Lessenich und Thomas Scheffer im Gespräch mit Flurina Schneider

Klimawandel, Armutsmigration, Krieg: Spätmoderne Gesellschaften ebenso wie deren Gesellschaftswissenschaften werden von einer ganzen Reihe existenzieller Probleme herausgefordert – und allem Anschein nach überfordert. Wie aber könnte der Problemschwere wissenschaftlich wie gesellschaftlich überhaupt Rechnung getragen werden? Was bräuchte es, um den existenziellen Charakter von Problemen zu realisieren, also zum einen zu erkennen, zum anderen aber auch zur Leitlinie des eigenen Handelns zu machen? Was verhindert die so verstandene Realisierung der großen Fragen unserer Zeit? Und wie wäre es um die überkommenen Formen der gesellschaftlichen Herstellung des Anscheins von Normalität bestellt, wenn existenzielle Probleme als solche anerkannt und angegangen würden?

Das Buch ist vor Kurzem in der Reihe IfS Aus der Reihe des Instituts für Sozialforschung erschienen: Stephan Lessenich und Thomas Scheffer (Hg.): Gesellschaften unter Handlungszwang. Existenzielle Probleme, Normalität und Kritik. Berlin: Bertz + Fischer 2024.

Stephan Lessenich ist Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und Direktor des Instituts für Sozialforschung.

Thomas Scheffer ist Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt interpretative Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Flurina Schneider ist Professorin für Soziale Ökologie und Transdisziplinarität an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und wissenschaftliche Geschäftsführerin des Instituts für sozialökologische Forschung (ISOE).

 

Jueves

Festsaal im Studierendenhaus

Ponencias públicas

Ponencias públicas

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Lange Zeit für besiegt gehalten, ist die Inflation 2021 mit ganzer Macht zurückgekehrt - zur Überraschung auch der allermeisten Ökonom:innen, die so ein weiteres Mal ihre Inkompetenz unter Beweis gestellt haben. Jetzt müssen wahlweise die laxe Geldpolitik von Zentralbanken und Regierungen oder Sonderfaktoren wie die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine herhalten für das Debakel. Zur Abhilfe verordnen die politisch Verantwortlichen unverdrossen die gewohnte Kur: Die Zentralbanken erhöhen die Leitzinsen und drohen so eine ohnehin schon wackelige Konjunktur vollends abzuwürgen. Paul Mattick, ausgewiesener Kenner der bürgerlichen Wirtschaftstheorien wie auch der marxschen Ökonomiekritik, deutet die aktuelle Inflation dagegen nicht als Ergebnis einer falschen Geldpolitik oder zufälliger Geschehnisse, sondern als weitere Manifestation einer im Kern irrationalen und krisenträchtigen Produktionsweise, wie sie sich seit dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hat. In seiner knappen und verständlichen Darstellung zeichnet er die Geschichte von Geld, Kapital und Inflation ebenso nach wie die hilflosen Versuche der Ökonom:innen, das mysteriöse Geschehen auch nur zu begreifen, geschweige denn, dass sie über Rezepte verfügten, es bewusst zu steuern. Dabei wird deutlich, dass auch der unter Linken bis heute populäre Keynesianismus theoretisch und politisch in die Irre führt. Wer sich mit Krisen und Inflation nicht abfinden mag, muss an die Wurzel des Problems gehen und die verselbstständigte, auf Profit geeichte Wirtschaftsordnung als Ganzes infrage stellen.

Paul Mattick ist emeritierter Professor für Philosophie an der Adelphi University in New York und hat viele Jahre das International Journal of Political Economy herausgegeben. Heute betreut er die politische Rubrik der New Yorker Kulturzeitschrift Brooklyn Rail. Seine Aufsätze zum marx‘schen Kapital hat er 2018 als Theory as Critique (Leiden: Brill) veröffentlicht, auf Deutsch erschien 2012 Business as Usual. Krise und Scheitern des Kapitalismus (Hamburg: Edition Nautilus).

Moderation: Lilith Dieterich (Institut für Soziologie, Goethe-Universität Frankfurt a. M.) und Robin Mohan (Institut für Sozialforschung)

Diese Veranstaltung wird gefördert von der Rosa Luxemburg Stiftung.

Jueves – Viernes

Festsaal im Studierendenhaus

Jornadas, conferencias, talleres

Jornadas, conferencias, talleres

Am 16. und 17. Mai 2024 findet im Festsaal des Bockenheimer Studierendenhauses, Mertonstraße 26, 60325 Frankfurt der interdisziplinäre Workshop »Subjekte der ökologischen Verwüstung. Soziologische, psychoanalytische und sozialphilosophische Beiträge zur Aktualisierung der Kritischen Theorie« statt. Der Workshop gilt der Befragung und Vergegenwärtigung der frühen Kritischen Theorie angesichts der ökologischen Zerstörung und richtet seine Aufmerksamkeit insbesondere auf die in den Debatten über das Anthropozän oft dethematisierten Subjekte der ökologischen Verwüstung. Hier geht es zum Programm der Veranstaltung.

Eine kostenfreie Teilnahme ist möglich. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um eine Anmeldung per E-Mail bis spätestens 10. Mai 2024 an: verwuestung@ifs-frankfurt.de.

Der Workshop wird von Thomas Barth (Institut für Sozialforschung), Ricarda Biemüller (Institut für Sozialforschung), Tobias Heinze (Goethe-Universität Frankfurt a. M./Institut für Sozialforschung) und Heiko Stubenrauch (Leuphana Universität Lüneburg) sowie in Kooperation mit dem Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und dem Institut für Philosophie und Kunstwissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg organisiert.

Jueves

Instituto Cervantes

Ponencias públicas

Ponencias públicas

Das Instituto Cervantes Frankfurt hat in seiner Bibliothek eine neue Abteilung über Philosophie und zeitgenössisches Denken eingerichtet, die auch zahlreiche Bände zur Kritischen Theorie in der Tradition der Frankfurter Schule enthält.

Zur Eröffnung der Sammlung unterhält sich der Direktor des Instituts für Sozialforschung Stephan Lessenich mit dem spanischen Philosophen José Manuel Cuevas Romero (Universidad de Alcalá) Romero Cuevas publizierte erst 2023 einen Aufsatz über La recepción de la Teoría crítica en España: una lectura en clave política und promovierte über Experiencia, conocimiento y verdad en F. Nietzsche. Über Protagonisten der Kritischen Theorie – von Walter Benjamin über Herbert Marcuse bis zu Jürgen Habermas und Axel Honneth – hat er umfangreich veröffentlicht.
 

Mit:

Stephan Lessenich, Direktor des Instituts für Sozialforschung.

José Manuel Romero Cuevas, lehrt Philosophie an der Universidad de Alcalá (Spanien). Seine Forschungsschwerpunkte sind Sozialphilosophie, Hermeneutik und Kritische Theorie.

Sábado

Campus Bockenheim

100 años de IfS

100 años de IfS

Viernes – Domingo

Studierenden­haus Bocken­heim

Jornadas, conferencias, talleres

Jornadas, conferencias, talleres

Das Institut für Sozial­forschung, PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konflikt­forschung, der AStA der Goethe-Uni­versität und das Offene Haus der Kulturen orga­nisieren vom 11. bis 13. Oktober 2024 die Konfe­renz »Extreme Rechte in Hessen: Ana­lysen und Gegen­strategien« im Studierenden­haus am Campus Bocken­heim in Frank­furt.

Die Konti­nuität des rechten Terrors von Kassel, Wächters­bach bis Hanau, aber auch der Erfolg der AfD bei der Landtags­wahl 2023 zeigen: die extreme Rechte in Hessen ist er­starkt. Mit der Konfe­renz bieten wir einen Ort, um in Work­shops, Podien und Key­notes eine Bestands­aufnahme vorzu­nehmen sowie über die Ideolo­gien der extremen Rechten und Gegen­strategien zu sprechen. Neben dieser wissen­schaftlichen Perspek­tive werden auch Akteur:innen aus der Zivil­gesellschaft ihre Projekte vor­stellen und so einen Ein­blick in aktuelle Auseinandersetzungen geben. Von Hessen aus richten wir in Work­shops den Blick auch auf bundes- und europa­weite Entwick­lungen Rechts­außen und deren Über­schneidungen mit der sogenannten bürger­lichen Mitte.

Jueves – Sábado

Studierendenhaus

Jornadas, conferencias, talleres

Jornadas, conferencias, talleres

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Miércoles

Campus Bockenheim, Hörsaal IV

Ponencias Adorno

Ponencias Adorno

Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern. Im Rahmen der diesjährigen Vorlesungen verbindet der Soziologe Loïc Wacquant sozialtheoretische, historisch-vergleichende und ethnografische Ansätze, um strafrechtliche Praktiken als Kernfunktion des Staates zu untersuchen. Durch den Einsatz von Polizei, Gerichten und Gefängnissen kuratiert der strafende Staat Kriminalität; er hält sozialmoralische Abweichungen in Schach, verwaltet städtische Marginalität und definiert die Grenzen von Staatsbürgerschaft. Wacquant argumentiert dafür, den strafenden Staat daher in den Mittelpunkt einer politischen Soziologie zu rücken, die sich für Fragen von Klasse, Ethnizität und urbanem Raum interessiert.

 

27. November, 18:30 Uhr:  Penality as Negative Sociodicy

28. November, 18:30 Uhr: Managing Marginality. Punishing Dispossession and Dishonor

29. November, 18:30 Uhr: Penality as Carnal Action. The Workaday World of Prosecutors

 

Die Adorno-Vorlesungen finden auf Englisch statt.

 

Loïc Wacquant ist Professor für Soziologie an der University of California in Berkeley und Forscher am Centre Européen de Sociologie et de Science Politique in Paris. Seine Bücher wurden in zwanzig Sprachen übersetzt, jüngst erschienen sind Jim Crow. Le Terrorisme de Caste en Amérique (2024), Racial Domination (2024), Misère de l’Ethnographie de la Misère (2023) und Bourdieu in the City. Challenging Urban Theory (2023). Auf Deutsch erschienen sind unter anderem Die Erfindung der »Unterklasse«. Eine Studie zur Politik des Wissens (2023), Die Verdammten der Stadt. Eine vergleichende Soziologie fortgeschrittener Marginalität (2017), Bestrafen der Armen. Zur neoliberalen Regierung der sozialen Unsicherheit (2009), Leben für den Ring. Boxen im amerikanischen Ghetto (2003), Elend hinter Gittern (2000) und Reflexive Anthropologie (zusammen mit Pierre Bourdieu, 1996).

Jueves

Campus Bockenheim, Hörsaal IV

Ponencias Adorno

Ponencias Adorno

Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern. Im Rahmen der diesjährigen Vorlesungen verbindet der Soziologe Loïc Wacquant sozialtheoretische, historisch-vergleichende und ethnografische Ansätze, um strafrechtliche Praktiken als Kernfunktion des Staates zu untersuchen. Durch den Einsatz von Polizei, Gerichten und Gefängnissen kuratiert der strafende Staat Kriminalität; er hält sozialmoralische Abweichungen in Schach, verwaltet städtische Marginalität und definiert die Grenzen von Staatsbürgerschaft. Wacquant argumentiert dafür, den strafenden Staat daher in den Mittelpunkt einer politischen Soziologie zu rücken, die sich für Fragen von Klasse, Ethnizität und urbanem Raum interessiert.

 

27. November, 18:30 Uhr:  Penality as Negative Sociodicy

28. November, 18:30 Uhr: Managing Marginality. Punishing Dispossession and Dishonor

29. November, 18:30 Uhr: Penality as Carnal Action. The Workaday World of Prosecutors

 

Die Adorno-Vorlesungen finden auf Englisch statt.

 

Loïc Wacquant ist Professor für Soziologie an der University of California in Berkeley und Forscher am Centre Européen de Sociologie et de Science Politique in Paris. Seine Bücher wurden in zwanzig Sprachen übersetzt, jüngst erschienen sind Jim Crow. Le Terrorisme de Caste en Amérique (2024), Racial Domination (2024), Misère de l’Ethnographie de la Misère (2023) und Bourdieu in the City. Challenging Urban Theory (2023). Auf Deutsch erschienen sind unter anderem Die Erfindung der »Unterklasse«. Eine Studie zur Politik des Wissens (2023), Die Verdammten der Stadt. Eine vergleichende Soziologie fortgeschrittener Marginalität (2017), Bestrafen der Armen. Zur neoliberalen Regierung der sozialen Unsicherheit (2009), Leben für den Ring. Boxen im amerikanischen Ghetto (2003), Elend hinter Gittern (2000) und Reflexive Anthropologie (zusammen mit Pierre Bourdieu, 1996).

Viernes

Campus Bockenheim, Hörsaal IV

Ponencias Adorno

Ponencias Adorno

Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern. Im Rahmen der diesjährigen Vorlesungen verbindet der Soziologe Loïc Wacquant sozialtheoretische, historisch-vergleichende und ethnografische Ansätze, um strafrechtliche Praktiken als Kernfunktion des Staates zu untersuchen. Durch den Einsatz von Polizei, Gerichten und Gefängnissen kuratiert der strafende Staat Kriminalität; er hält sozialmoralische Abweichungen in Schach, verwaltet städtische Marginalität und definiert die Grenzen von Staatsbürgerschaft. Wacquant argumentiert dafür, den strafenden Staat daher in den Mittelpunkt einer politischen Soziologie zu rücken, die sich für Fragen von Klasse, Ethnizität und urbanem Raum interessiert.

 

27. November, 18:30 Uhr:  Penality as Negative Sociodicy

28. November, 18:30 Uhr: Managing Marginality. Punishing Dispossession and Dishonor

29. November, 18:30 Uhr: Penality as Carnal Action. The Workaday World of Prosecutors

 

Die Adorno-Vorlesungen finden auf Englisch statt.

 

Loïc Wacquant ist Professor für Soziologie an der University of California in Berkeley und Forscher am Centre Européen de Sociologie et de Science Politique in Paris. Seine Bücher wurden in zwanzig Sprachen übersetzt, jüngst erschienen sind Jim Crow. Le Terrorisme de Caste en Amérique (2024), Racial Domination (2024), Misère de l’Ethnographie de la Misère (2023) und Bourdieu in the City. Challenging Urban Theory (2023). Auf Deutsch erschienen sind unter anderem Die Erfindung der »Unterklasse«. Eine Studie zur Politik des Wissens (2023), Die Verdammten der Stadt. Eine vergleichende Soziologie fortgeschrittener Marginalität (2017), Bestrafen der Armen. Zur neoliberalen Regierung der sozialen Unsicherheit (2009), Leben für den Ring. Boxen im amerikanischen Ghetto (2003), Elend hinter Gittern (2000) und Reflexive Anthropologie (zusammen mit Pierre Bourdieu, 1996).