Tuesday

Leseraum der basis

Public Lectures

Public Lectures

Was heißt es, etwas Gestohlenes zurückzugeben? Zumal dann, wenn diejenigen, die es gestohlen haben, vielleicht andere waren. Unabhängig davon, wer gestohlen hat, kann es – rechtlich, finanziell, emotional und politisch – schwierig sein, etwas Gestohlenes zurückzugeben. Die New Red Order (NRO), ein öffentlicher Geheimorden im Dienste der Selbstbestimmung und Zukunft der indigenen Bevölkerung, kann hierbei helfen.

Seit 1492 engagiert sich die NRO in der »Land Back«-Bewegung, die darauf abzielt, die Kontrolle der indigenen Bevölkerung über ihre angestammten Gebiete wiederherzustellen. Mit dem NRO-Mitglied Adam Kahlil sowie der Dokumentarfilmwissenschaftler:in und Mitstreiter:in Toby Lee sprechen wir über dieses laufende Projekt. In einer mäandernden, Schritt-für-Schritt-Anleitung zu »Giving It Back« setzen die beiden sich mit der Fragen der Spekulation in den Bereichen Dokumentarfilm, Grundbesitz und politischer Praxis auseinander.

Visuelle Wahrheitsregime sind Schnittstellen von Bildern, Wissenssystemen und politischen (Un-)Ordnungen. Die Veranstaltungsreihe widmet sich visuellen, ästhetischen und künstlerischen Untersuchungen von Beweismitteln – und wie diese im Bereich des Rechts, der Medien und in Bezug auf Gewaltformen wirksam werden.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Visuelle Wahrheitsregime, organisiert von Laliv Melamed (Goethe-Universität Frankfurt, TFM), FelixTrautmann (HBK Braunschweig / Institut für Sozialforschung) und Franziska Wildt (Institut für Sozialforschung).

Nächste Veranstaltung der Reihe: »Forensische Wahrheitsregime« mit Başak Ertür (Goldsmiths) und Alisa Lebow (University of Sussex), im Anschluss an eine Vorführung des Films »Revision« (Regie: Philip Scheffner). Am 2. Juni, 18:30 Uhr, Pupille, Festsaal im Studierendenhaus (1. OG), Mertonstraße 26–28.

 

+++

 

Speculative Truth Regimes

With Adam Khalil (New Red Order) and Toby Lee (NYU)
Tuesday, May 19, 2026, 6:30 p.m.

Location:

basis reading room

Gutleutstraße 8-12

60329 Frankfurt am Main

 

Have you ever tried to return something stolen? Maybe it wasn’t you who stole it, maybe it was someone else. Maybe. Regardless of who did the stealing, it can be tricky — legally, financially, emotionally, politically — to Give It Back. The New Red Order, a public secret society in the service of Indigenous agency and futurity, is here to help!

Since 1492, the NRO has been active in the Land Back movement, which seeks to reestablish Indigenous control over ancestral lands. Join NRO member Adam Khalil as he speaks to documentary scholar-accomplice Toby Lee about this ongoing work. In a meandering step-by-step guide to Giving It Back, they consider the work of speculation in documentary media, real estate, & political practice.

Visual Truth Regimes are meeting points of images, systems of knowledge and political dis/orders. The events series is dedicated to visual, aesthetic and artistic explorations of evidence as coming to bear on the state of law, violence and media in the current moment.

As part of the Series Visual Truth Regimes, organized by Laliv Melamed (Goethe University Frankfurt), Felix Trautmann (Institut für Sozialforschung; HBK Braunschweig) and Franziska Wildt (Institut für Sozialforschung).

Next event in the series: Forensic Truth Regimes, With Başak Ertür (Goldsmith) and Alisa Lebow (Sussex), following a screening of Revision, (dir, Philip Scheffner). June 2nd, 18:30, Pupille, Mertonstraße 26-28.

 

Thursday

Institut für Sozialforschung, Sitzungssaal

Meetings, Conferences, Workshops

Meetings, Conferences, Workshops

»Die Kybernetik ist überall, wie Luft«, so der einflussreiche Data Scientist Alex »Sandy« Pentland, der damit die prominente medienwissenschaftliche These, dass wir in einem von der Kybernetik durchdrungenen Zeitalter leben, spiegelt. Die Kybernetik als »Wissenschaft von Kommunikation und Kontrolle« erscheint ubiquitär, und ist doch weit mehr als Luft: kybernetisches Gedankengut materialisiert sich in konkreten Infrastrukturen und Devices unserer Lebens- wie Arbeitswelten. Entgegen prominenter Zeitdiagnosen wie des Überwachungs-, Plattform- oder digitalen Kapitalismus untersucht Anna-Verena Nosthoff das kybernetische Vorzeichen der Gegenwart in genealogisch-diskursanalytischer Perspektive. Die technische Konstellation, so Nosthoff, ist geprägt von kybernetischen Strukturen, Ensembles und Wissensregimen, die in Anlehnung an Michel Foucault als Regierungsformen zu lesen sind. Eine Theorie digitaler Regierungskunst umfasst demnach nicht nur eine kritische-genealogische Einordnung kybernetischer Dispositive, sondern unterstreicht auch die dialektische Dynamik einer Kritik der Kybernetik und der darauffolgenden Kybernetisierung der Kritik. Nicht zuletzt ist die datafizierte Gegenwartsgesellschaft zunehmend von autoritären Tendenzen geprägt – so zeigt sich die Dringlichkeit der Erneuerung der Kritik für die kommende Gesellschaft.

Anna-Verena Nosthoff ist Juniorprofessorin für Ethik der Digitalisierung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Ko-Direktorin des Critical Data Lab (Humboldt-Universität zu Berlin/Carl von Ossietzky Universität Oldenburg). Sie promovierte 2024 am Institut für Soziologie der Universität Freiburg mit der Arbeit Kybernetik und Kritik. Eine Theorie digitaler Regierungskunst, die im Februar 2026 bei Suhrkamp erschienen ist.

Der Workshop wird begleitet von Kommentaren von Josef Barla, Ole Bogner und Vicky Kluzik (alle Goethe-Universität Frankfurt a. M.).

Es wird um Anmeldung bis zum 7. Mai unter kluzik@soz.uni-frankfurt.de gebeten.
Mit der Anmeldungsbestätigung folgen weitere Informationen zum Ablauf.

Friday

Künstler*innenhaus Mousonturm

Public Lectures

Public Lectures

Anlässlich des Erscheinens der neuen Ausgabe von WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung

Axel Honneth im Gespräch mit Frieder Vogelmann und Greta Wagner

Launch von WestEnd 01/2026

 

Thursday – Friday

2og:dondorf

Meetings, Conferences, Workshops

Meetings, Conferences, Workshops

In Kooperation mit dem IfS laden der DGS-Arbeitskreis Soziologie der Nachhaltigkeit (SONA), das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), die DGS-Sektion Umwelt- und Nachhaltigkeitssoziologie sowie die Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften Frankfurt-Rhein-Main zu einem zweitägigen Workshop im 2og:dondorf ein. Dort sollen zum einen aktuelle Forschungsprojekte und -ideen im Feld der sozialwissenschaftlichen Nachhaltigkeits- und Umweltforschung diskutiert und der Austausch über Bedingungen und Perspektiven wissenschaftlicher Arbeit in diesem Forschungsfeld ermöglicht werden.

 

Anmeldung zur Teilnahme bis zum 22.05.2026 an: sebastian.suttner@uni-wuerzburg.de

Organisation: Carsten Ohlrogge (Universität Münster), Jens Köhrsen (Universität Oslo), Miriam Schad (ISOE), Sebastian Suttner (JMU Würzburg), Svea Maren Kietzmann (TU Dortmund), Thomas Barth (IfS)

 

Programm

Donnerstag, 28. Mai 2026

Ab 13:30

Ankunft und Kaffee

14:00 – 14:15

Begrüßung und Einführung

Svea Kietzmann (TU Dortmund) und Miriam Schad (Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE, Frankfurt)

14:15 – 14:45

Speed Dating zu den Forschungsthemen aller Teilnehmenden

15:00 – 16:00

I – Transformationen in der Arbeitswelt

 

Who bears the costs of ecological transition? The impact of working in a ‘brown’ job on employees’ mental health across 25 European countries

Lukas Kroher (Otto-Friedrich Universität Bamberg)

Gewerkschaften im post-nachhaltigen Klassenkonflikt. Neue Analysewerkzeuge für sozial-ökologische Konflikte nach dem Nachhaltigkeitskonsens

Hauke Dannemann (Goethe Universität Frankfurt)

Soziologische Wasserforschung im Thüringer Wasserinnovations-Cluster

Stephan Lorenz (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

16:15 – 17:15

Workshop 1 – Neoliberalismus in der Nachhaltigkeitsforschung

Gesa Marken (Leibniz Institut für raumbezogene Sozialforschung IRS, Erkner)

17:30 – 18:45

Podiumsdiskussion Karrieremöglichkeiten und Beschäftigungs-verhältnisse in der Wissenschaft

Alena Bleicher (Hochschule Harz), Jens Köhrsen (Universität Oslo), Birgit Blättel-Mink (Goethe Universität Frankfurt), Svea Kietzmann (TU Dortmund)

19:00

Abendessen (auf Selbstzahler*inbasis)

 

Freitag, 29. Mai 2026

Ab 8:30

Ankunft und Kaffee

9:00 – 10:00

II – Räumliche Ebenen nachhaltiger Transformation

 

Institutionalisiert oder im Verschwinden? Die Vermessung der deutschen Klimaschutzbewegung (20192025)

Thomas Laux (TU Chemnitz)

Klimaneutrale und nachhaltige Zukünfte in der Stadt

Sebastian Koch (Universität Konstanz)

Urbanisierung des Nationalparks: Die gesellschaftliche Produktion von Räumen der Reproduktion

Alina Waltraudes (Philipps-Universität Marburg)

10:15 – 11:15

Workshop 2 – Prekär, aber nicht wehrlos. Die Auseinandersetzung um Entfristung in der Wissenschaft

Daniel Behruzi (TU Darmstadt, ver.di)

11:30 – 12:15

Workshop 3 – Forschungsförderung: Erkenntnisinteresse und Antragslogik

Thomas Barth (Institut für Sozialforschung, Frankfurt)

12:15 – 13:15

Mittagspause

13:15 – 13:45

Workshop 4 – Zeitschrift Soziologie und Nachhaltigkeit: Reflektierte Umgangsweisen mit der wissenschaftlichen Publikationsökonomie

Jakob Kress (Universität Münster)

13:55 – 14:55

III – Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion als Feld der Nachhaltigkeitsforschung

 

Landwirtschaft in der sozial-ökologischen Transformation. Eine arbeitssoziologische Annäherung an Praxen und Einstellungen von Nebenerwerbslandwirt:innen im Bereich Grünland

Carlotta Schumacher (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Die Bedeutung sozialer Nachhaltigkeit in Bezug auf Lebensmittelproduktion und -verbrauch: Ein literaturbasiertes Mapping zentraler Themen

Sarah Kohane (Max Rubner-Institut, Karlsruhe)

Zwischen Ehrenamt und Transformation: Ernährungsräte als Inkubatoren von Ernährungsinitiativen

Anna-Katharina Gehron (Justus-Liebig-Universität Gießen)

15:05 – 15:55

Abschlussdiskussion – Wohin steuert die Nachhaltigkeitsforschung? Was kann SONA leisten?

15:55

Abreise

 

Monday

SH 2.105

Lecture Series »Critical Sociology«

Lecture Series »Critical Sociology«

Vortrag von Ferdinand Sutterlüty, kommentiert von Doris Schweitzer

Vortragsreihe des AK Kritische Soziologie. Gemeinsamer Arbeitskreis am Institut für Soziologie der Goethe-Universität und am Institut für Sozialforschung (IfS) Frankfurt a. M.

Alle Vorträge finden c. t. statt.
Kontakt: martin@soz.uni-frankfurt.de
Koordination: Ole Bogner, Laura Hanemann, Paul Höfer, Stephan Lessenich, Susanne Martin, Jonas Schmeinck, Doris Schweitzer.

Tuesday

Elchkeller Hannover

Public Lectures

Public Lectures

In der Auseinandersetzung über die Ursachen und Folgen der ökologischen Verwüstung erfährt eine zentrale Kategorie der Kritischen Theorie zu wenig Aufmerksamkeit: das Subjekt. Doch nur wenn eine kritische Gesellschaftstheorie die subjektiven Bedingungen der Klimakatastrophe analysiert, kann sie in Zeiten umfassender Naturzerstörung sowohl die Beharrungskräfte eines destruktiven Kapitalismus als auch den Aufstieg einer veränderten Form des Autoritarismus verstehen.

Der von Thomas Barth, Ricarda Biemüller, Tobias Heinze und Heiko Stubenrauch herausgegebene Sammelband »Subjekte der ökologischen Verwüstung. Kritische Theorie der Klimakatastrophe« versammelt theoretische und empirische Beiträge, die sich der zunehmenden Affirmation von ökologischer Destruktivität mithilfe der für die Kritische Theorie charakteristischen Verbindung von neomarxistischer Gesellschaftstheorie und psychoanalytischem Subjektbegriff zuwenden. Das Buch verknüpft den gesellschaftskritischen und interdisziplinären Anspruch der Kritischen Theorie, um so eine Bestimmung des Subjekts als unverzichtbaren Ansatzpunkt zur Analyse und Kritik ökologischer Verwüstung zu leisten. Zugleich fragen die Beiträge, inwiefern zentrale Begriffe der Kritischen Theorie angesichts neuer und zugespitzter Formen sozialer und ökologischer Destruktivität einer Neubestimmung bedürfen.

Das Buch wird am 9. Juni 2026 im Elchkeller an der Leibniz Universität Hannover durch Tobias Heinze und Heiko Stubenrauch vorgestellt. Die Veranstaltung wird moderiert von Johann Szews.

Der Sammelband erscheint am 28. Mai 2026 im Campus Verlag und kann dann auf der Website des Verlags kostenlos heruntergeladen werden.

Tobias Heinze ist Doktorand am Institut für Sozialforschung in Frankfurt und Fellow am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover.

Heiko Stubenrauch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg und Postdoc am dortigen Graduiertenkolleg »Kultur der Kritik«.

Johann Szews ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover.



Barrieren: Der Elchkeller ist barrierefrei über einen Aufzug erreichbar.

Veranstalter:innen: Forschungsinstitut für Philosophie Hannover, Students for Future Hannover, Fachrat Sozialwissenschaften Leibniz Universität Hannover, Institut für Sozialforschung Frankfurt am Main, Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft der Leuphana Universität Lüneburg.

Thursday

Künstler*innenhaus Mousonturm

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

This talk argues that today’s far right is fundamentally shaped by the infrastructure of digital capitalism, rather than simply repeating the fascism of the twentieth century. It examines how major transformations in culture industry, especially the rise of digital platforms and Big Tech, have enabled new forms of far-right organization and influence. The core of the presentation offers a concrete comparison: twentieth-century fascism relied on the party, centralized propaganda, and mass media like radio and cinema, whereas the contemporary far right mobilizes through social media platforms that double as hubs for political activity, sociability, and commerce. Political engagement now merges with digital entertainment, circulating through memes, short videos, and viral campaigns, while far-right leaders blend political and influencer personas. The aim is to show that neofascism is now inseparable from digital capitalism and that understanding this shift is crucial for grasping present-day political dynamics.

 

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

22. April 2026: Die beleidigte Republik. Überwachen und Strafen als Antwort auf gesellschaftliche Konflikte – Özge Inan im Gespräch mit Franziska Wildt

6. Mai 2026: Die Welt des Krieges. Diskurs und Politik nach der »Zeitenwende« – Mario Neumann im Gespräch mit Sarah Kruck

11. Juni 2026: Dark Enlightenment: Platform Neofascism as Mass Deception – Bruna Della Torre im Gespräch mit Juana de Oliveira Lorena (in englischer Sprache)

 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils im 20 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm. Der Eintritt ist frei.

Monday

Jüdisches Museum Frankfurt

Public Lectures

Public Lectures

Antisemitismus ist nicht nur das »Gerücht über die Juden« (Adorno), sondern ein frontaler Angriff auf das demokratische Miteinander. Historisch wie gegenwärtig zeigt sich: Die Konstruktion eines ›inneren Feindes‹ dient dazu, gesellschaftliche Konflikte umzulenken – und untergräbt zugleich grundlegende Prinzipien wie Gleichheit, Teilhabe und Solidarität, letztlich also das demokratische Miteinander. Das Panel geht den demokratiegefährdenden Effekten des Antisemitismus nach und fragt, welche spezifischen Dynamiken dabei wirksam werden. Diskutiert werden historische Entwicklungen, aktuelle Tendenzen sowie Konsequenzen für antisemitismuskritische Bildungspraxis.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Wissensnetzwerks »Antisemitismus und Demokratiegefährdung« statt, das vom HMWK gefördert und am Institut für Sozialforschung koordiniert wird.

 

Grußwort: Christoph Degen, Staatssekretär Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, HMWK

Es diskutieren:

Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museum Frankfurt

Prof. Dr. Ilka Quindeau, Professorin für Psychoanalyse, Frankfurt University of Applied Sciences

Prof. Dr. Sophie Schmitt, Professorin für Didaktik der Sozialwissenschaften, Justus-Liebig-Universität Gießen

 

Moderation: Dr. Saba-Nur Cheema, Politologin & Erziehungswissenschaftlerin, Institut für Sozialforschung

Saturday

Oper Frankfurt

Public Lectures

Public Lectures

Veranstaltung im Rahmen der Reihe »Brüche«, einer Kooperation von Institut für Sozialforschung, Sigmund-Freud-Institut und der Oper Frankfurt

Mit Manuel Schmitt (Opernregisseur), Konrad Kuhn (Dramaturg), Vera King (SFI) und Stephan Lessenich (IfS)

Wednesday

Karl Marx Buchhandlung

Prismen

Prismen

Die Erfahrungen autonomer Zivilgesellschaften im Osten wie im Westen Europas, aber auch darüber hinaus, prägten die 1989 veröffentlichte Originalausgabe dieses damals vieldiskutierten Essays. Vor dem Hintergrund der Aktionen von Dissident:innen gegen die Regime des ›real existierenden Sozialismus‹ und der Proteste der ›Neuen Sozialen Bewegungen‹ in den europäischen Staaten führten die Autoren seinerzeit die Theorien von Hannah Arendt, Cornelius Castoriadis, Marcel Gauchet und Claude Lefort in die Debatten um parlamentarische Demokratie und alternative Politikformen ein. Die zeithistorische Kontroverse zwischen ›Realpolitik‹ und ›Fundamentalopposition‹ mag inzwischen so nicht mehr bezeichnet werden, hat aber gleichwohl an Brisanz nicht verloren. Die neue Perspektive, die zur ›Wendezeit‹ mit den Konzepten öffentlicher Freiheit und des symbolischen Dispositivs der Demokratie begründet wurde, ist – wie Günter Frankenberg in der Einleitung zur Neuauflage ausführt – im Zeichen der ›Zeitenwende‹ nach wie vor aktuell. Das gilt auch für die im Mittelpunkt stehende Vorstellung von Demokratie als historisch offenes und notwendig riskantes Projekt gesellschaftlicher Selbstregierung. Die Risiken desselben treten nicht zuletzt im Vordringen autoritärer Regime, Bewegungen und Einstellungen zutage – was die demokratische Frage gerade heute wieder auf die Tagesordnung setzt.

Im Gespräch mit Samira Akbarian und Stephan Lessenich stellt Günter Frankenberg die Thesen aus der Publikation zur Diskussion, die kürzlich als Neuausgabe in der IfS Reihe Schriften erschienen ist: Ulrich Rödel, Günter Frankenberg und Helmut Dubiel: Die demokratische Frage. Mit einer Einleitung zur Neuausgabe. Frankfurt a. M. und New York: Campus 2026.

Günter Frankenberg ist Seniorprofessor für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung an der Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Samira Akbarian ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Stephan Lessenich ist Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und Direktor des Instituts für Sozialforschung.

Thursday

Institut für Sozialforschung | Sitzungssaal

Hegel ist der Denker der Befreiung. Er hat nicht nur festgestellt, dass in der westeuropäischen Moderne (gegenüber allen historisch vorhergehenden Ordnungen) endlich „Alle frei“ sind, sondern auch sowohl die Sklaverei, über deren Abschaffung in Haiti er gut informiert war, für Unrecht befunden als auch die Familie in der Liebe statt in einem Vertrags- oder Produktionsverhältnis begründet.

Aber für jeden dieser Bereiche gilt, dass Hegel in einem zweiten Schritt wieder Differenzierungen einführt, die ihn nicht nur zum Denker der Befreiung, sondern zugleich zum Denker einer eigenartigen Knechtschaft machen. Die „selbstbewusste Liebe“, auf die Hegel die Familie gründet, mündet in die heterosexuelle Kleinfamilie, in der das Eheverhältnis die EhepartnerInnen (Mann und Frau) zu einer Person verschweißt, die fortan nach Außen vom Mann vertreten wird, während die Frau ans Haus gefesselt bleibt. Ähnliches lässt sich im Hinblick auf die Kategorie race bei Hegel feststellen: Die Sklaverei ist für ihn „ein absolutes Unrecht“, doch behauptet er zeitgleich, dass die Versklavung schwarzer Menschen nach Amerika immer noch besser gewesen sei als ihre Realität in Afrika, wo ihnen jegliches Bewusstsein für Freiheit gefehlt hätte; und in diesem Zusammenhang entwickelt er auch eine Theorie dessen, was er „Rassenverschiedenheiten“ nennt. Die bürgerliche Gesellschaft schließlich, in der die Einzelnen erstmals nicht mehr als „Jude, Katholik, Protestant, Deutscher, Italiener, usf.“ gelten, sondern endlich nur als „Mensch“, erzeugt eine Unterschicht, die von allen zivilisatorischen Errungenschaften der Gesellschaft ausgeschlossen ist: Den Pöbel.

Zwischen beiden Deutungen muss man sich nicht entscheiden: Beide sind wahr. Hegel ist der Denker der Freiheit und der Denker der Knechtschaft. Das macht ihn zugleich zum paradigmatischen Denker unserer Gegenwart, in der genau diese Zweideutigkeit fortbesteht: Patriarchat, Rassismus und Klassendifferenz existieren innerhalb der modernen Freiheit fort. Aber ist das dann noch Freiheit? Wird sie nicht – im Ganzen – problematisch? Und noch wichtiger: Warum ist das so? Welche Rollen spielen Kategorien wie „Biologie“, „Kultur“ und „Geschichte“ im Diskurs der Moderne? Wie verflechten sich Geschlechterdifferenz, Klassendifferenz und Hegels „Rassendifferenz“ im Kontext der bürgerlichen Gesellschaft? Steht nicht sogar die Kategorie der „Liebe“ – ein Hegelsches Erbe, das wir weitgehend angenommen haben – mit einer von Hegel als „vormodern“ apostrophierten Sittlichkeit im Bunde und weist also in die Geschichte? Schließlich: Wie könnte eine Zukunft der Freiheit aussehen, die nicht mehr die zweideutige Freiheit Hegels wäre? Kann man ihm (und also unserer Moderne) entkommen?

Diese Fragen wollen wir im Workshop an den Texten Hegels zur Familie, zur bürgerlichen Gesellschaft und zur Philosophie der Geschichte sowie unter Rückgriff auf einschlägige Sekundärliteratur gemeinsam nachgehen.

 

Programm:

25.06.2026

14:15-15:55 Uhr

          Race (Purtschert):

          – Hegel, Philosophie der Geschichte (=Werke, Bd. 12), S. 105-129, 477-488.

          – Hegel, Enzyklopädie III (= Werke, Bd. 10), §§ 393-394, S. 57-70.    

16:15-18:00 Uhr

          Gender (Hutchings, Stone):

          – Hegel, Enzyklopädie II (= Werke, Bd. 9), § 369 + Zusatz, S. 516-519.

          – Hegel, Grundlinien (= Werke, Bd. 7), § 158-181, S. 307-338.

          – Hegel, Logik II (= Werke, Bd. 6), S. 480-484.

 

26.06.2026

15:15-16:55

          Class (Zambrana, Ruda):

          – Hegel, Grundlinien (= Werke, Bd. 7), §§ 182-188, S. 339-346.

          – Hegel, Grundlinien (= Werke, Bd. 7), §§ 237-256, S. 385-398.

17:15-19:00

          Abschlussdiskussion: Über die Reproduktion der Knechtschaft

 

Gerne verschicken wir die Textgrundlage (formlose Mail an rime.abd_al_majeed@leuphana.de und amoeller@em.uni-frankfurt.de)

Tuesday

PEG 1G191 (Campus Westend)

Public Lectures

Public Lectures

Buchvorstellung und Diskussion

Mit Florian Butollo, Melanie Arntz, Johanna Wenckebach und Stephan Lessenich

Angesichts von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz wird allerorts vor massiven Arbeitsplatzverlusten gewarnt. Gleichzeitig reißen die Klagen über Fachkräftemangel nicht ab, zahllose Stellen bleiben unbesetzt, und dem Pflegesektor droht der Kollaps.

Florian Butollo geht diesem Paradoxon auf den Grund und analysiert, warum trotz Automatisierung immer mehr Arbeit entsteht – und dies Keimzelle eines neuen sozialen Konflikts ist: Die anbrechende Ära der Arbeitskräfteknappheit ist geprägt vom Leiden an Überlastung und den Kämpfen dagegen. Zugleich stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Arbeit neu: Wofür wollen wir angesichts sozialer und ökologischer Krisen künftig unsere Arbeitskraft einsetzen – und welche Tätigkeiten können verschwinden?

 

Das Buch wird kommentiert von:

Melanie Arntz, Professorin und Arbeitsmarktforscherin, Vize-Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Mitglied der Arbeitsgruppe » Digitalisierung und ökologische Transformation«

Johanna Wenckebach, Professorin für Arbeitsrecht an der University of Labour und Justiziarin der IG Metall

Stephan Lessenich, Direktor des Instituts für Sozialforschung und Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität

Monday

SH 2.105

Lecture Series »Critical Sociology«

Lecture Series »Critical Sociology«

Vortrag von Ruth Manstetten, kommentiert von Jonas Schmeinck

Vortragsreihe des AK Kritische Soziologie. Gemeinsamer Arbeitskreis am Institut für Soziologie der Goethe-Universität und am Institut für Sozialforschung (IfS) Frankfurt a. M.

Alle Vorträge finden c. t. statt.
Kontakt: martin@soz.uni-frankfurt.de
Koordination: Ole Bogner, Laura Hanemann, Paul Höfer, Stephan Lessenich, Susanne Martin, Jonas Schmeinck, Doris Schweitzer.

Tuesday

2og:dondorf

Wednesday

Campus Bockenheim

Adorno Lectures

Adorno Lectures

Thursday

Campus Bockenheim

Adorno Lectures

Adorno Lectures

Friday

Campus Bockenheim

Adorno Lectures

Adorno Lectures

Thursday

2og:dondorf (ehemalige Dondorf Druckerei)

Public Lectures

Public Lectures

Symposium im Rahmen der Reihe »Brüche«, einer Kooperation von Institut für Sozialforschung, Sigmund-Freud-Institut und der Oper Frankfurt