Tuesday

2og:dondorf

Public Lectures

Public Lectures

Gabu Heindl und Drehli Robnik im Gespräch mit Tabea Latocha und Stephan Lessenich

Angesichts der Klimakatastrophe, ungerechter Verteilung von Reichtum oder Forderungen nach lebenswertem Wohn- und Stadtraum für alle werden oft Lösungen propagiert, die politische Kontexte und komplexe Bedingungen ausblenden. Solche puristischen Ansätze wie auch die damit verbundenen technisch-administrativ verkürzten Lösungen lassen geltende Herrschaftsverhältnisse unangetastet. Dem entgegen wird mit »nonsolution« ein radikaldemokratisch politisierter Ansatz vorgeschlagen. Der von dem Soziologen, Historiker und Stadttheoretiker Siegfried Kracauer geprägte Begriff legt nahe, dass nicht Lösungen vermieden, sondern aktive Nichtlösungen betrieben und strittige Positionen mit Nachdruck bezogen werden. In Verbindung von Wohn- und Städtebau-Planung und politischer Theorie meint »nonsolution« den Einspruch gegen die verordnete Lösung und die Wiederaufnahme des Problematisierens.

Hintergrund der Veranstaltung ist das gemeinsam von Gabu Heindl und Drehli Robnik verfasste Buch: Nonsolution: Zur Politik der aktiven Nichtlösung im Planen und Bauen. (Hamburg: adocs 2024), sowie Heindls Buch über Stadtkonflikte (Wien: mandelbaum 2022) in radikaldemokratischer Sicht und Robniks Flexibler Faschismus (Bielefeld: transcript 2024), ausgehend von Siegfried Kracauers Studien zu rechten Mobilisierungen. Im Gespräch mit Tabea Latocha und Stephan Lessenich diskutieren die Autor*innen über heutige Konfliktlagen zu Wohn(um)bau und Stadtplanung und stellen mit Siegfried Kracauers Denkimpulsen zudem Verbindungslinien zur fortschreitenden Faschisierung her.

 

Gabu Heindl ist Professorin und Leiterin des Fachgebiets »Architektur Stadt Ökonomie« an der Universität Kassel. Als Architektin und Stadtplanerin betreibt sie das Büro GABU Heindl Architektur in Wien.

Tabea Latocha ist Postdoktorandin an der Professur Stadtplanung der Bauhaus-Universität Weimar und assoziiertes Mitglied des Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«.

Stephan Lessenich ist Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und Direktor des Instituts für Sozialforschung.

Drehli Robnik ist Autor und Kritiker mit den Schwerpunkten Politik, Geschichte und Film in Wien.

 

In Kooperation mit dem Graduiertenkolleg »Gewohnter Wandel«

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 499392530

 

Thursday

Institut für Sozialforschung

Meetings, Conferences, Workshops

Meetings, Conferences, Workshops

Wird rechte Gewalt medial thematisiert, stehen meist der Täter und seine grausame Tat im Zentrum. Die Morde des NSU, die Anschläge am 9. Oktober 2019 in Halle und am 19. Februar 2020 in Hanau oder auch der Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum in München am 22. Juli 2016 erscheinen darin als einzelne, ideologisch motivierte Akte physischer Gewalt. Doch in welchem größeren gesellschaftlichen Kontext stehen diese Taten? Was hat sie ermöglicht? Was ging den Taten voraus und welche tiefgreifenden Spuren haben die Taten bei den Überlebenden und Angehörigen der Ermordeten hinterlassen? Für solche Fragen scheint das Interesse meist weniger groß zu sein. Von Betroffenen und Überlebenden sowie von antirassistischen und antisemitismuskritischen Initiativen wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Gewalt rechten Terrors nicht für sich steht; dass sie in ihrer gesellschaftlichen Dimension und im Kontext staatlicher Gewalt analysiert, ihre Bedingungen aufgeklärt und kritisiert werden müssen; und dass Gewalt ein wesentliches Moment in rechtsextremen Ideologien und für das Selbstverständnis rechter Akteure darstellt.

Diesem Verständnis folgend widmet sich der Workshop dem Begriff der Gewalt anhand der sozialen, kulturellen, psychologischen und materiellen Hintergründe und Zusammenhänge rechtsextremer Taten. Dazu schlagen wir vor, die Widersprüchlichkeit und Mehrdeutigkeit im Begriff der »Gewalt/en« zu entfalten: Gewalten im Sinne von Rechtsstaatlichkeit und demokratischen Institutionen stehen in einem doppelten Verhältnis zu rechter Gewalt: Zum einen sollen sie die Freiheit und Gleichheit aller Bürger:innen garantieren und sie gegen (rechte) Gewalt schützen; zum anderen stehen diese Institutionen für eine strukturelle Gewalt, die vor allem jene trifft, die von rechter Gewalt besonders betroffen sind. Wie also lässt sich der Ort und die Bedeutung dieser strukturellen, institutionellen Gewalt für das Verständnis von Gewalttaten rechten Hasses bestimmen? Welche Komplizenschaft besteht hier und inwiefern greifen beide ineinander? Inwieweit werden sie durch Ignoranz und Desinteresse gegenüber den Opfern der Gewalt begünstigt, durch aktive Formen des Wegsehens und der Abwehr gesellschaftlich mitgetragen? Inwieweit wird darin auch eine epistemische Dimension der Gewalt erkennbar?

Damit verbunden stellt sich die Frage, welche Anforderungen eine Kritik der rechten Gewalt/en erfüllen muss, die diese vielfältigen Dimensionen miteinbegreift? Wie lässt sich die Kritik der Gewalt dabei auch mit der Frage der Trauer um die Opfer rechter Gewalt verbinden? Welche Formen der öffentlichen Erinnerung sind im Sinne der Kritik erforderlich? Wie können Angehörige und Überlebende davor bewahrt werden, dass die leidvollen Erfahrungen in der medialen Darstellung rechter Gewalttaten verstärkt oder verlängert werden? Welche diskursiven und künstlerischen Auseinandersetzungen mit rechter Gewalt vermögen die Gewalt zur Darstellung zu bringen, ohne selbst an ihr zu partizipieren. Gibt es eine ästhetische Gewalt der Kunst?

Diese und weitere Fragen um die Vielschichtigkeit von Gewaltverhältnissen sowie um die verschränkten Formen und Aspekte der Gewalt sollen im Workshop in interdisziplinärer Hinsicht und anhand verschiedener inhaltlicher Schwerpunkte diskutiert werden.

 

Programm

Donnerstag, 16. April

 

14:00

Ankommen, Begrüßung

15:00

Niklas Krawinkel

Zeithistorische Überlegungen zu den Ermöglichungsbedingungen rechter Gewalt

16:15

Pause

16:30

Luise Klaus

Übermäßige polizeiliche Gewaltanwendungen

17:45

Pause

18:00

Ayşe Güleç

tba

20:00

Gemeinsames Abendessen

 

Freitag, 17. April

 

10:30

Ankommen, Kaffee

11:00         

Gloria Freitag

Countering the Question: Who Counts? Zur Kritik (nicht nur) epistemischer Gewalt

12:15

Pause

12:30

Matthias N. Lorenz

Bilder, Blicke, Narrative: Rostock-Lichtenhagen 1992 und danach

14:00

Ende der Veranstaltung, Mittagessen

 

Organisation

Rime Abd Al Majeed, Marina Martinez Mateo, Felix Trautmann, Franziska Wildt

(Institut für Sozialforschung, HfG Offenbach, Akademie der Bildenden Künste München, Leuphana Universität Lüneburg)

 

Veranstaltung im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten Projekts »Die Kunst der Gegenuntersuchung«.

Friday

Institut für Sozialforschung

Meetings, Conferences, Workshops

Meetings, Conferences, Workshops

Wird rechte Gewalt medial thematisiert, stehen meist der Täter und seine grausame Tat im Zentrum. Die Morde des NSU, die Anschläge am 9. Oktober 2019 in Halle und am 19. Februar 2020 in Hanau oder auch der Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum in München am 22. Juli 2016 erscheinen darin als einzelne, ideologisch motivierte Akte physischer Gewalt. Doch in welchem größeren gesellschaftlichen Kontext stehen diese Taten? Was hat sie ermöglicht? Was ging den Taten voraus und welche tiefgreifenden Spuren haben die Taten bei den Überlebenden und Angehörigen der Ermordeten hinterlassen? Für solche Fragen scheint das Interesse meist weniger groß zu sein. Von Betroffenen und Überlebenden sowie von antirassistischen und antisemitismuskritischen Initiativen wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Gewalt rechten Terrors nicht für sich steht; dass sie in ihrer gesellschaftlichen Dimension und im Kontext staatlicher Gewalt analysiert, ihre Bedingungen aufgeklärt und kritisiert werden müssen; und dass Gewalt ein wesentliches Moment in rechtsextremen Ideologien und für das Selbstverständnis rechter Akteure darstellt.

Diesem Verständnis folgend widmet sich der Workshop dem Begriff der Gewalt anhand der sozialen, kulturellen, psychologischen und materiellen Hintergründe und Zusammenhänge rechtsextremer Taten. Dazu schlagen wir vor, die Widersprüchlichkeit und Mehrdeutigkeit im Begriff der »Gewalt/en« zu entfalten: Gewalten im Sinne von Rechtsstaatlichkeit und demokratischen Institutionen stehen in einem doppelten Verhältnis zu rechter Gewalt: Zum einen sollen sie die Freiheit und Gleichheit aller Bürger:innen garantieren und sie gegen (rechte) Gewalt schützen; zum anderen stehen diese Institutionen für eine strukturelle Gewalt, die vor allem jene trifft, die von rechter Gewalt besonders betroffen sind. Wie also lässt sich der Ort und die Bedeutung dieser strukturellen, institutionellen Gewalt für das Verständnis von Gewalttaten rechten Hasses bestimmen? Welche Komplizenschaft besteht hier und inwiefern greifen beide ineinander? Inwieweit werden sie durch Ignoranz und Desinteresse gegenüber den Opfern der Gewalt begünstigt, durch aktive Formen des Wegsehens und der Abwehr gesellschaftlich mitgetragen? Inwieweit wird darin auch eine epistemische Dimension der Gewalt erkennbar?

Damit verbunden stellt sich die Frage, welche Anforderungen eine Kritik der rechten Gewalt/en erfüllen muss, die diese vielfältigen Dimensionen miteinbegreift? Wie lässt sich die Kritik der Gewalt dabei auch mit der Frage der Trauer um die Opfer rechter Gewalt verbinden? Welche Formen der öffentlichen Erinnerung sind im Sinne der Kritik erforderlich? Wie können Angehörige und Überlebende davor bewahrt werden, dass die leidvollen Erfahrungen in der medialen Darstellung rechter Gewalttaten verstärkt oder verlängert werden? Welche diskursiven und künstlerischen Auseinandersetzungen mit rechter Gewalt vermögen die Gewalt zur Darstellung zu bringen, ohne selbst an ihr zu partizipieren. Gibt es eine ästhetische Gewalt der Kunst?

Diese und weitere Fragen um die Vielschichtigkeit von Gewaltverhältnissen sowie um die verschränkten Formen und Aspekte der Gewalt sollen im Workshop in interdisziplinärer Hinsicht und anhand verschiedener inhaltlicher Schwerpunkte diskutiert werden.

 

Programm

Donnerstag, 16. April

 

14:00

Ankommen, Begrüßung

15:00

 

Niklas Krawinkel

Zeithistorische Überlegungen zu den Ermöglichungsbedingungen rechter Gewalt

16:15

Pause

16:30

 

Luise Klaus

Übermäßige polizeiliche Gewaltanwendungen

17:45

Pause

18:00

 

Ayşe Güleç

tba

20:00

Gemeinsames Abendessen

 

Freitag, 17. April

 

10:30

Ankommen, Kaffee

11:00

 

Gloria Freitag

Countering the Question: Who Counts? Zur Kritik (nicht nur) epistemischer Gewalt

12:15

Pause

12:30

 

Matthias N. Lorenz

Bilder, Blicke, Narrative: Rostock-Lichtenhagen 1992 und danach

14:00

Ende der Veranstaltung, Mittagessen

 

Organisation

Rime Abd Al Majeed, Marina Martinez Mateo, Felix Trautmann, Franziska Wildt

(Institut für Sozialforschung, HfG Offenbach, Akademie der Bildenden Künste München, Leuphana Universität Lüneburg)

 

Veranstaltung im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten Projekts »Die Kunst der Gegenuntersuchung«.

Wednesday

Künstler*innenhaus Mousonturm

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Ankündigungstext folgt.

 

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

 

 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils im 20 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm. Der Eintritt ist frei.

Friday

Youtube-Liveübertragung

Vorlesungsreihe »Cátedra Libre Immanuel Wallerstein«

Vorlesungsreihe »Cátedra Libre Immanuel Wallerstein«

Comentan:
Esteban Torres (Director, Cátedra IW)
Luciana Cadahia (PUC, Chile)

El poder punitivo y la guerra son dos fenómenos políticos –no jurídicos- estrechamente vinculados. Esto lo demuestra la historia de nuestra civilización llamada occidental, desde la colonización de nuestra América hasta el presente. El actual punitivismo no es ajeno a las guerras y todo indicaría que nos hallamos en un momento de decadencia civilizatoria, no de crisis, porque no sabemos si se trata de un punto de inflexión. El derecho penal, en tanto, adopta una posición idealista y solipsista para evitar incorporar datos de esta realidad, postulando “teorías de la pena” que retoma del siglo XVIII y que nada tienen que ver con el poder punitivo real en nuestras sociedades. Se encapsula de esta manera en forma peligrosa y solo proporciona soluciones que facilitan el “confort burocrático” de los operadores judiciales. Al hacerlo pasa por alto que cada objetivo asignado a la pena corresponde a un modelo de Estado y a una concepción antropológica, es decir, que trata el núcleo de la ciencia política y de la filosofía como problemas penales con una superficialidad que asombra, proponiendo utopías que esconden las distopías reales de nuestra América. Es urgente corregir el rumbo y dejar de elevar la lógica a ontología.

Transmisión por Youtube de la FCS

Más información: https://sociales.unc.edu.ar/content/6-sesi-n-c-tedra-libre-immanuel-wallerstein-con-eugenio-zaffaroni

Wednesday

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Public Lectures

Public Lectures

Das Gespräch »Kulturindustrie heute?« widmet sich der Aktualität und Tragfähigkeit eines zentralen Begriffs der Kritischen Theorie. Die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch diskutiert im Gespräch mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl die gegenwärtigen Formen kultureller Produktion und Verbreitung vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Plattformen und globalen Medienmärkten. Ausgehend von den klassischen Analysen Adornos und Horkheimers wird gefragt, inwiefern sich die damalige Kritik an der Kulturindustrie auf heutige Film-, Medien- und Popkulturen anwenden lässt oder neu gedacht werden muss. Dabei spielt der Film eine wichtige Rolle: Am Film und seinen Produktions- und Vermarktungsformen lässt sich gut nachvollziehen, wie sich Kunst, Wirtschaft und Öffentlichkeit heute gegenseitig beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Gestaltung, politischer Wirkung, wirtschaftlichen Bedingungen sowie nach Unabhängigkeit, Urheberschaft, Kritikfähigkeit und Öffentlichkeit.

Das Gespräch ist Teil der Reihe »Frankfurter Schule«, die vom Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität, dem Dezernat Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialforschung, hr2-kultur und dem Lichter Filmfest Frankfurt International veranstaltet wird, und findet am 29. April 2026 um 19 Uhr im DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum statt.

Zur Reihe
Zwei Stühle, ein Tisch, Spot an: Was sagt die Frankfurter Schule heute zur Lage der Gesellschaft? Welche Antworten gibt die sogenannte »dritte und vierte Generation« auf weltweite Krisen und Konflikte? Zu Gast sind Persönlichkeiten, die – geschult am »Frankfurter Denken« – zu aktuellen Problemlagen Position beziehen und die Gegenwart mithilfe der Kritischen Theorie in den Blick nehmen. Präzise formuliert, verständlich erklärt, ohne zu vereinfachen, mit dem Anspruch, die Bedingungen von Freiheit, Macht und Verantwortung sichtbar zu machen. Denn gesellschaftliche Normen, verankert in Institutionen und Ordnungen, bilden das Fundament unseres sozialen und politischen Zusammenlebens. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm sich die Frankfurter Schule vor, diese Normen und ihre Widersprüche im Rahmen einer umfassenden »Kritischen Theorie« ganzheitlich zu beleuchten – eine Herangehensweise, deren Bedeutung und internationale Wirkung bis heute ungebrochen ist. Die Reihe »Frankfurter Schule« wird in unterschiedlichen Kultureinrichtungen in Frankfurt fortgesetzt.

Wednesday

Künstler*innenhaus Mousonturm

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Über vier Jahre nach Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine kann kaum noch ein Zweifel daran bestehen, dass die daraufhin von Bundeskanzler Olaf Scholz verkündete Zeitenwende in vollem Gange ist. Sie erstreckt sich bei Weitem nicht auf Veränderungen in der Außen- und Sicherheitspolitik, sondern hat Besitz ergriffen von Politik und Gesellschaft insgesamt. Wir leben in einer Zeit des Krieges – und während die Bevölkerung und die Öffentlichkeit immer noch Schwierigkeiten haben, in dieser Gegenwart anzukommen, sind die politischen Eliten längst damit beschäftigt, die Zukunft dieser Entwicklung zu vertiefen. Ein ambitionierter Plan der Europäischen Kommission, der den schnörkellosen Titel einer »Wiederbewaffnung Europas« trägt, ist nur ein besonders eindrückliches Beispiel dieser Entwicklung, die sich keinesfalls trennen lässt von einem vergleichsweise inflationär beobachteten Autoritarismus. Wie kann die gegenwärtige Expansion der Kriegslogik analysiert und ihre Verbindung zu autoritären Entwicklungen verstanden werden – und was sind wirksame Gegenmittel? Die Veranstaltung soll den Raum für diese Debatten öffnen.

 

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils im 20 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm. Der Eintritt ist frei.

Thursday

Institut für Sozialforschung, Sitzungssaal

Meetings, Conferences, Workshops

Meetings, Conferences, Workshops

»Die Kybernetik ist überall, wie Luft«, so der einflussreiche Data Scientist Alex »Sandy« Pentland, der damit die prominente medienwissenschaftliche These, dass wir in einem von der Kybernetik durchdrungenen Zeitalter leben, spiegelt. Die Kybernetik als »Wissenschaft von Kommunikation und Kontrolle« erscheint ubiquitär, und ist doch weit mehr als Luft: kybernetisches Gedankengut materialisiert sich in konkreten Infrastrukturen und Devices unserer Lebens- wie Arbeitswelten. Entgegen prominenter Zeitdiagnosen wie des Überwachungs-, Plattform- oder digitalen Kapitalismus untersucht Anna-Verena Nosthoff das kybernetische Vorzeichen der Gegenwart in genealogisch-diskursanalytischer Perspektive. Die technische Konstellation, so Nosthoff, ist geprägt von kybernetischen Strukturen, Ensembles und Wissensregimen, die in Anlehnung an Michel Foucault als Regierungsformen zu lesen sind. Eine Theorie digitaler Regierungskunst umfasst demnach nicht nur eine kritische-genealogische Einordnung kybernetischer Dispositive, sondern unterstreicht auch die dialektische Dynamik einer Kritik der Kybernetik und der darauffolgenden Kybernetisierung der Kritik. Nicht zuletzt ist die datafizierte Gegenwartsgesellschaft zunehmend von autoritären Tendenzen geprägt – so zeigt sich die Dringlichkeit der Erneuerung der Kritik für die kommende Gesellschaft.

Anna-Verena Nosthoff ist Juniorprofessorin für Ethik der Digitalisierung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Ko-Direktorin des Critical Data Lab (Humboldt-Universität zu Berlin/Carl von Ossietzky Universität Oldenburg). Sie promovierte 2024 am Institut für Soziologie der Universität Freiburg mit der Arbeit Kybernetik und Kritik. Eine Theorie digitaler Regierungskunst, die im Februar 2026 bei Suhrkamp erschienen ist.

Der Workshop wird begleitet von Kommentaren von Josef Barla, Ole Bogner und Vicky Kluzik (alle Goethe-Universität Frankfurt a. M.).

Es wird um Anmeldung bis zum 7. Mai unter kluzik@soz.uni-frankfurt.de gebeten.
Mit der Anmeldungsbestätigung folgen weitere Informationen zum Ablauf.

Thursday – Friday

2og:dondorf

Meetings, Conferences, Workshops

Meetings, Conferences, Workshops

In Kooperation mit dem IfS laden der DGS-Arbeitskreis Soziologie der Nachhaltigkeit (SONA), das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), die DGS-Sektion Umwelt- und Nachhaltigkeitssoziologie sowie die Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften Frankfurt-Rhein-Main zu einem zweitägigen Workshop im 2og:dondorf ein. Dort sollen zum einen aktuelle Forschungsprojekte und -ideen im Feld der sozialwissenschaftlichen Nachhaltigkeits- und Umweltforschung diskutiert und der Austausch über Bedingungen und Perspektiven wissenschaftlicher Arbeit in diesem Forschungsfeld ermöglicht werden.

Einreichungen für die Diskussion eigener Forschung und für Workshopideen (bis zu 90 Minuten) können in Form Abstracts (max. 300 Wörter) sowie einer kurzen biographischen Notiz bis zum 10. April 2026 als eine PDF-Datei an sebastian.suttner@uni-wuerzburg.de gesendet werden.

Der ausführliche Call for Participation befindet sich auf der Website des AK SONA.

Thursday

Künstler*innenhaus Mousonturm

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

This talk argues that today’s far right is fundamentally shaped by the infrastructure of digital capitalism, rather than simply repeating the fascism of the twentieth century. It examines how major transformations in culture industry, especially the rise of digital platforms and Big Tech, have enabled new forms of far-right organization and influence. The core of the presentation offers a concrete comparison: twentieth-century fascism relied on the party, centralized propaganda, and mass media like radio and cinema, whereas the contemporary far right mobilizes through social media platforms that double as hubs for political activity, sociability, and commerce. Political engagement now merges with digital entertainment, circulating through memes, short videos, and viral campaigns, while far-right leaders blend political and influencer personas. The aim is to show that neofascism is now inseparable from digital capitalism and that understanding this shift is crucial for grasping present-day political dynamics.

 

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils im 20 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm. Der Eintritt ist frei.

Tuesday

2og:dondorf

Wednesday

Campus Bockenheim

Adorno Lectures

Adorno Lectures

Thursday

Campus Bockenheim

Adorno Lectures

Adorno Lectures

Friday

Campus Bockenheim

Adorno Lectures

Adorno Lectures