Dienstag

Elchkeller Hannover, Leibniz Universität Hannover

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

In der Auseinandersetzung über die Ursachen und Folgen der ökologischen Verwüstung erfährt eine zentrale Kategorie der Kritischen Theorie zu wenig Aufmerksamkeit: das Subjekt. Doch nur wenn eine kritische Gesellschaftstheorie die subjektiven Bedingungen der Klimakatastrophe analysiert, kann sie in Zeiten umfassender Naturzerstörung sowohl die Beharrungskräfte eines destruktiven Kapitalismus als auch den Aufstieg einer veränderten Form des Autoritarismus verstehen.

Der von Thomas Barth, Ricarda Biemüller, Tobias Heinze und Heiko Stubenrauch herausgegebene Sammelband »Subjekte der ökologischen Verwüstung. Kritische Theorie der Klimakatastrophe« versammelt theoretische und empirische Beiträge, die sich der zunehmenden Affirmation von ökologischer Destruktivität mithilfe der für die Kritische Theorie charakteristischen Verbindung von neomarxistischer Gesellschaftstheorie und psychoanalytischem Subjektbegriff zuwenden. Das Buch verknüpft den gesellschaftskritischen und interdisziplinären Anspruch der Kritischen Theorie, um so eine Bestimmung des Subjekts als unverzichtbaren Ansatzpunkt zur Analyse und Kritik ökologischer Verwüstung zu leisten. Zugleich fragen die Beiträge, inwiefern zentrale Begriffe der Kritischen Theorie angesichts neuer und zugespitzter Formen sozialer und ökologischer Destruktivität einer Neubestimmung bedürfen.

Das Buch wird am 9. Juni 2026 im Elchkeller an der Leibniz Universität Hannover durch Tobias Heinze und Heiko Stubenrauch vorgestellt. Die Veranstaltung wird moderiert von Johann Szews.

Der Sammelband erscheint am 28. Mai 2026 im Campus Verlag und kann dann auf der Website des Verlags kostenlos heruntergeladen werden.

Tobias Heinze ist Doktorand am Institut für Sozialforschung in Frankfurt und Fellow am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover.

Heiko Stubenrauch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg und Postdoc am dortigen Graduiertenkolleg »Kultur der Kritik«.

Johann Szews ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover.



Barrieren: Der Elchkeller ist barrierefrei über einen Aufzug erreichbar.

Veranstalter:innen: Forschungsinstitut für Philosophie Hannover, Students for Future Hannover, Fachrat Sozialwissenschaften Leibniz Universität Hannover, Institut für Sozialforschung Frankfurt am Main, Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft der Leuphana Universität Lüneburg.

Donnerstag

Künstler*innenhaus Mousonturm

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

This talk argues that today’s far right is fundamentally shaped by the infrastructure of digital capitalism, rather than simply repeating the fascism of the twentieth century. It examines how major transformations in culture industry, especially the rise of digital platforms and Big Tech, have enabled new forms of far-right organization and influence. The core of the presentation offers a concrete comparison: twentieth-century fascism relied on the party, centralized propaganda, and mass media like radio and cinema, whereas the contemporary far right mobilizes through social media platforms that double as hubs for political activity, sociability, and commerce. Political engagement now merges with digital entertainment, circulating through memes, short videos, and viral campaigns, while far-right leaders blend political and influencer personas. The aim is to show that neofascism is now inseparable from digital capitalism and that understanding this shift is crucial for grasping present-day political dynamics.

 

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

22. April 2026: Die beleidigte Republik. Überwachen und Strafen als Antwort auf gesellschaftliche Konflikte – Özge Inan im Gespräch mit Franziska Wildt

6. Mai 2026: Die Welt des Krieges. Diskurs und Politik nach der »Zeitenwende« – Mario Neumann im Gespräch mit Sarah Kruck

11. Juni 2026: Dark Enlightenment: Platform Neofascism as Mass Deception – Bruna Della Torre im Gespräch mit Juana de Oliveira Lorena (in englischer Sprache)

 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils im 20 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm. Der Eintritt ist frei.

Montag

Jüdisches Museum Frankfurt

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Antisemitismus ist nicht nur das »Gerücht über die Juden« (Adorno), sondern ein frontaler Angriff auf das demokratische Miteinander. Historisch wie gegenwärtig zeigt sich: Die Konstruktion eines ›inneren Feindes‹ dient dazu, gesellschaftliche Konflikte umzulenken – und untergräbt zugleich grundlegende Prinzipien wie Gleichheit, Teilhabe und Solidarität, letztlich also das demokratische Miteinander. Das Panel geht den demokratiegefährdenden Effekten des Antisemitismus nach und fragt, welche spezifischen Dynamiken dabei wirksam werden. Diskutiert werden historische Entwicklungen, aktuelle Tendenzen sowie Konsequenzen für antisemitismuskritische Bildungspraxis.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Wissensnetzwerks »Antisemitismus und Demokratiegefährdung« statt, das vom HMWK gefördert und am Institut für Sozialforschung koordiniert wird.

 

Grußwort: Christoph Degen, Staatssekretär Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, HMWK

Es diskutieren:

Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museum Frankfurt

Prof. Dr. Ilka Quindeau, Professorin für Psychoanalyse, Frankfurt University of Applied Sciences

Prof. Dr. Sophie Schmitt, Professorin für Didaktik der Sozialwissenschaften, Justus-Liebig-Universität Gießen

 

Moderation: Dr. Saba-Nur Cheema, Politologin & Erziehungswissenschaftlerin, Institut für Sozialforschung

Samstag

Oper Frankfurt

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Panelgäste: Manuel Schmitt (Opernregisseur), Konrad Kuhn (Dramaturg), Vera King (SFI) und Stephan Lessenich (IfS)

In Kooperation mit dem Sigmund-Freud-Institut und der Oper Frankfurt fand das Symposium Nach uns die Sintflut mit Bezügen u.a. zur Neuproduktion Melusine statt. Daran anknüpfend startet unter dem Titel Brüche – Demokratie in Zeiten ihrer Regression eine neue Reihe als Beitrag zu dem vom Land Hessen geförderten Forschungsschwerpunkt »Herausforderungen der Demokratie in Zeiten ihrer Regression: Zeiten, Räume und Diskurse«. Damit sollen wissenschaftliche und künstlerische Perspektiven zusammengebracht werden. Den Auftakt macht ein öffentliches Panel im Chagallsaal mit Kurzbeiträgen und Diskussion zum Thema Antidemokratische Mobilisierung und die Macht der Gefühle. Anlässlich der Neuproduktion der Oper Tancredi von Gioachino Rossini kommen der Regisseur Manuel Schmitt, die Sozialpsychologin Vera King (Geschäftsführende Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts) und der Soziologe Stephan Lessenich (Direktor des Instituts für Sozialforschung) ins Gespräch. Die Handlung der Oper bietet zahlreiche Anknüpfungsmöglichkeiten: Erzählt wird von der (realen oder imaginierten) Bedrohung einer Gemeinschaft durch innere und äußere Gefährdungen, von Abschottung und Radikalisierung als regressiven Reaktionsweisen.

Mit Prof. Dr. Vera King, Prof. Dr. Stefan Lessenich und dem Regisseur Manuel Schmitt.
Moderation, Konrad Kuhn

Fortsetzung nach der Vorstellung von Tancredi (Beginn 19.00 Uhr) im Format Oper im Dialog.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe »Brüche«, einer Kooperation von Institut für Sozialforschung, Sigmund-Freud-Institut und der Oper Frankfurt

Mittwoch

Karl Marx Buchhandlung

Prismen

Prismen

Die Erfahrungen autonomer Zivilgesellschaften im Osten wie im Westen Europas, aber auch darüber hinaus, prägten die 1989 veröffentlichte Originalausgabe dieses damals vieldiskutierten Essays. Vor dem Hintergrund der Aktionen von Dissident:innen gegen die Regime des ›real existierenden Sozialismus‹ und der Proteste der ›Neuen Sozialen Bewegungen‹ in den europäischen Staaten führten die Autoren seinerzeit die Theorien von Hannah Arendt, Cornelius Castoriadis, Marcel Gauchet und Claude Lefort in die Debatten um parlamentarische Demokratie und alternative Politikformen ein. Die zeithistorische Kontroverse zwischen ›Realpolitik‹ und ›Fundamentalopposition‹ mag inzwischen so nicht mehr bezeichnet werden, hat aber gleichwohl an Brisanz nicht verloren. Die neue Perspektive, die zur ›Wendezeit‹ mit den Konzepten öffentlicher Freiheit und des symbolischen Dispositivs der Demokratie begründet wurde, ist – wie Günter Frankenberg in der Einleitung zur Neuauflage ausführt – im Zeichen der ›Zeitenwende‹ nach wie vor aktuell. Das gilt auch für die im Mittelpunkt stehende Vorstellung von Demokratie als historisch offenes und notwendig riskantes Projekt gesellschaftlicher Selbstregierung. Die Risiken desselben treten nicht zuletzt im Vordringen autoritärer Regime, Bewegungen und Einstellungen zutage – was die demokratische Frage gerade heute wieder auf die Tagesordnung setzt.

Im Gespräch mit Samira Akbarian und Stephan Lessenich stellt Günter Frankenberg die Thesen aus der Publikation zur Diskussion, die kürzlich als Neuausgabe in der IfS Reihe Schriften erschienen ist: Ulrich Rödel, Günter Frankenberg und Helmut Dubiel: Die demokratische Frage. Mit einer Einleitung zur Neuausgabe. Frankfurt a. M. und New York: Campus 2026.

Günter Frankenberg ist Seniorprofessor für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung an der Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Samira Akbarian ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Stephan Lessenich ist Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und Direktor des Instituts für Sozialforschung.

Donnerstag

Institut für Sozialforschung | Sitzungssaal

Hegel ist der Denker der Befreiung. Er hat nicht nur festgestellt, dass in der westeuropäischen Moderne (gegenüber allen historisch vorhergehenden Ordnungen) endlich »Alle frei« sind, sondern auch sowohl die Sklaverei, über deren Abschaffung in Haiti er gut informiert war, für Unrecht befunden als auch die Familie in der Liebe statt in einem Vertrags- oder Produktionsverhältnis begründet.

Aber für jeden dieser Bereiche gilt, dass Hegel in einem zweiten Schritt wieder Differenzierungen einführt, die ihn nicht nur zum Denker der Befreiung, sondern zugleich zum Denker einer eigenartigen Knechtschaft machen. Die »selbstbewusste Liebe«, auf die Hegel die Familie gründet, mündet in die heterosexuelle Kleinfamilie, in der das Eheverhältnis die EhepartnerInnen (Mann und Frau) zu einer Person verschweißt, die fortan nach Außen vom Mann vertreten wird, während die Frau ans Haus gefesselt bleibt. Ähnliches lässt sich im Hinblick auf die Kategorie race bei Hegel feststellen: Die Sklaverei ist für ihn »ein absolutes Unrecht«, doch behauptet er zeitgleich, dass die Versklavung schwarzer Menschen nach Amerika immer noch besser gewesen sei als ihre Realität in Afrika, wo ihnen jegliches Bewusstsein für Freiheit gefehlt hätte; und in diesem Zusammenhang entwickelt er auch eine Theorie dessen, was er »Rassenverschiedenheiten« nennt. Die bürgerliche Gesellschaft schließlich, in der die Einzelnen erstmals nicht mehr als »Jude, Katholik, Protestant, Deutscher, Italiener, usf.« gelten, sondern endlich nur als »Mensch«, erzeugt eine Unterschicht, die von allen zivilisatorischen Errungenschaften der Gesellschaft ausgeschlossen ist: Den Pöbel.

Zwischen beiden Deutungen muss man sich nicht entscheiden: Beide sind wahr. Hegel ist der Denker der Freiheit und der Denker der Knechtschaft. Das macht ihn zugleich zum paradigmatischen Denker unserer Gegenwart, in der genau diese Zweideutigkeit fortbesteht: Patriarchat, Rassismus und Klassendifferenz existieren innerhalb der modernen Freiheit fort. Aber ist das dann noch Freiheit? Wird sie nicht – im Ganzen – problematisch? Und noch wichtiger: Warum ist das so? Welche Rollen spielen Kategorien wie »Biologie«, »Kultur« und »Geschichte« im Diskurs der Moderne? Wie verflechten sich Geschlechterdifferenz, Klassendifferenz und Hegels »Rassendifferenz« im Kontext der bürgerlichen Gesellschaft? Steht nicht sogar die Kategorie der »Liebe« – ein Hegelsches Erbe, das wir weitgehend angenommen haben – mit einer von Hegel als »vormodern« apostrophierten Sittlichkeit im Bunde und weist also in die Geschichte? Schließlich: Wie könnte eine Zukunft der Freiheit aussehen, die nicht mehr die zweideutige Freiheit Hegels wäre? Kann man ihm (und also unserer Moderne) entkommen?

Diese Fragen wollen wir im mit Unterstützung und auf Einladung des AK Gender, Kinship und Sexuality stattfindenden Workshop an den Texten Hegels zur Familie, zur bürgerlichen Gesellschaft und zur Philosophie der Geschichte sowie unter Rückgriff auf einschlägige Sekundärliteratur (Purtschert, Hutchings, Stone, Zambrana, Ruda) gemeinsam nachgehen.

 

Programm:

25.06.2026

14:15-15:55 Uhr

          Race (Purtschert):

          – Hegel, Philosophie der Geschichte (=Werke, Bd. 12), S. 105-129, 477-488.

          – Hegel, Enzyklopädie III (= Werke, Bd. 10), §§ 393-394, S. 57-70.    

16:15-18:00 Uhr

          Gender (Hutchings, Stone):

          – Hegel, Enzyklopädie II (= Werke, Bd. 9), § 369 + Zusatz, S. 516-519.

          – Hegel, Grundlinien (= Werke, Bd. 7), § 158-181, S. 307-338.

          – Hegel, Logik II (= Werke, Bd. 6), S. 480-484.

 

26.06.2026

15:15-16:55

          Class (Zambrana, Ruda):

          – Hegel, Grundlinien (= Werke, Bd. 7), §§ 182-188, S. 339-346.

          – Hegel, Grundlinien (= Werke, Bd. 7), §§ 237-256, S. 385-398.

17:15-19:00

          Abschlussdiskussion: Über die Reproduktion der Knechtschaft

 

Gerne verschicken wir die Textgrundlage (formlose Mail an rime.abd_al_majeed@leuphana.de und amoeller@em.uni-frankfurt.de)

Freitag

Institut für Sozialforschung | Sitzungssaal

Hegel ist der Denker der Befreiung. Er hat nicht nur festgestellt, dass in der westeuropäischen Moderne (gegenüber allen historisch vorhergehenden Ordnungen) endlich „Alle frei“ sind, sondern auch sowohl die Sklaverei, über deren Abschaffung in Haiti er gut informiert war, für Unrecht befunden als auch die Familie in der Liebe statt in einem Vertrags- oder Produktionsverhältnis begründet.

Aber für jeden dieser Bereiche gilt, dass Hegel in einem zweiten Schritt wieder Differenzierungen einführt, die ihn nicht nur zum Denker der Befreiung, sondern zugleich zum Denker einer eigenartigen Knechtschaft machen. Die „selbstbewusste Liebe“, auf die Hegel die Familie gründet, mündet in die heterosexuelle Kleinfamilie, in der das Eheverhältnis die EhepartnerInnen (Mann und Frau) zu einer Person verschweißt, die fortan nach Außen vom Mann vertreten wird, während die Frau ans Haus gefesselt bleibt. Ähnliches lässt sich im Hinblick auf die Kategorie race bei Hegel feststellen: Die Sklaverei ist für ihn „ein absolutes Unrecht“, doch behauptet er zeitgleich, dass die Versklavung schwarzer Menschen nach Amerika immer noch besser gewesen sei als ihre Realität in Afrika, wo ihnen jegliches Bewusstsein für Freiheit gefehlt hätte; und in diesem Zusammenhang entwickelt er auch eine Theorie dessen, was er „Rassenverschiedenheiten“ nennt. Die bürgerliche Gesellschaft schließlich, in der die Einzelnen erstmals nicht mehr als „Jude, Katholik, Protestant, Deutscher, Italiener, usf.“ gelten, sondern endlich nur als „Mensch“, erzeugt eine Unterschicht, die von allen zivilisatorischen Errungenschaften der Gesellschaft ausgeschlossen ist: Den Pöbel.

Zwischen beiden Deutungen muss man sich nicht entscheiden: Beide sind wahr. Hegel ist der Denker der Freiheit und der Denker der Knechtschaft. Das macht ihn zugleich zum paradigmatischen Denker unserer Gegenwart, in der genau diese Zweideutigkeit fortbesteht: Patriarchat, Rassismus und Klassendifferenz existieren innerhalb der modernen Freiheit fort. Aber ist das dann noch Freiheit? Wird sie nicht – im Ganzen – problematisch? Und noch wichtiger: Warum ist das so? Welche Rollen spielen Kategorien wie „Biologie“, „Kultur“ und „Geschichte“ im Diskurs der Moderne? Wie verflechten sich Geschlechterdifferenz, Klassendifferenz und Hegels „Rassendifferenz“ im Kontext der bürgerlichen Gesellschaft? Steht nicht sogar die Kategorie der „Liebe“ – ein Hegelsches Erbe, das wir weitgehend angenommen haben – mit einer von Hegel als „vormodern“ apostrophierten Sittlichkeit im Bunde und weist also in die Geschichte? Schließlich: Wie könnte eine Zukunft der Freiheit aussehen, die nicht mehr die zweideutige Freiheit Hegels wäre? Kann man ihm (und also unserer Moderne) entkommen?

Diese Fragen wollen wir im mit Unterstützung und auf Einladung des AK Gender, Kinship und Sexuality stattfindenden Workshop an den Texten Hegels zur Familie, zur bürgerlichen Gesellschaft und zur Philosophie der Geschichte sowie unter Rückgriff auf einschlägige Sekundärliteratur (Purtschert, Hutchings, Stone, Zambrana, Ruda) gemeinsam nachgehen.

 

Programm:

25.06.2026

14:15-15:55 Uhr

          Race (Purtschert):

          – Hegel, Philosophie der Geschichte (=Werke, Bd. 12), S. 105-129, 477-488.

          – Hegel, Enzyklopädie III (= Werke, Bd. 10), §§ 393-394, S. 57-70.    

16:15-18:00 Uhr

          Gender (Hutchings, Stone):

          – Hegel, Enzyklopädie II (= Werke, Bd. 9), § 369 + Zusatz, S. 516-519.

          – Hegel, Grundlinien (= Werke, Bd. 7), § 158-181, S. 307-338.

          – Hegel, Logik II (= Werke, Bd. 6), S. 480-484.

 

26.06.2026

15:15-16:55

          Class (Zambrana, Ruda):

          – Hegel, Grundlinien (= Werke, Bd. 7), §§ 182-188, S. 339-346.

          – Hegel, Grundlinien (= Werke, Bd. 7), §§ 237-256, S. 385-398.

17:15-19:00

          Abschlussdiskussion: Über die Reproduktion der Knechtschaft

 

Gerne verschicken wir die Textgrundlage (formlose Mail an rime.abd_al_majeed@leuphana.de und amoeller@em.uni-frankfurt.de)

Dienstag

PEG 1G191 (Campus Westend)

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Buchvorstellung und Diskussion

Mit Florian Butollo, Melanie Arntz, Johanna Wenckebach und Stephan Lessenich

Angesichts von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz wird allerorts vor massiven Arbeitsplatzverlusten gewarnt. Gleichzeitig reißen die Klagen über Fachkräftemangel nicht ab, zahllose Stellen bleiben unbesetzt, und dem Pflegesektor droht der Kollaps.

Florian Butollo geht diesem Paradoxon auf den Grund und analysiert, warum trotz Automatisierung immer mehr Arbeit entsteht – und dies Keimzelle eines neuen sozialen Konflikts ist: Die anbrechende Ära der Arbeitskräfteknappheit ist geprägt vom Leiden an Überlastung und den Kämpfen dagegen. Zugleich stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Arbeit neu: Wofür wollen wir angesichts sozialer und ökologischer Krisen künftig unsere Arbeitskraft einsetzen – und welche Tätigkeiten können verschwinden?

 

Das Buch wird kommentiert von:

Melanie Arntz, Professorin und Arbeitsmarktforscherin, Vize-Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Mitglied der Arbeitsgruppe » Digitalisierung und ökologische Transformation«

Johanna Wenckebach, Professorin für Arbeitsrecht an der University of Labour und Justiziarin der IG Metall

Stephan Lessenich, Direktor des Instituts für Sozialforschung und Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität

Montag

SH 2.105

Vortragsreihe »Kritische Soziologie«

Vortragsreihe »Kritische Soziologie«

Vortrag von Ruth Manstetten, kommentiert von Jonas Schmeinck

Vortragsreihe des AK Kritische Soziologie. Gemeinsamer Arbeitskreis am Institut für Soziologie der Goethe-Universität und am Institut für Sozialforschung (IfS) Frankfurt a. M.

Alle Vorträge finden c. t. statt.
Kontakt: martin@soz.uni-frankfurt.de
Koordination: Ole Bogner, Laura Hanemann, Paul Höfer, Stephan Lessenich, Susanne Martin, Jonas Schmeinck, Doris Schweitzer.

Dienstag

Institut für Sozialforschung | Sitzungssaal

Tagungen, Konferenzen, Workshops

Tagungen, Konferenzen, Workshops

Book presentation and workshop

This volume presents new historical research on the receptions of Critical Theory in different countries in Europe, the Americas and East Asia from the 1950s to the present. Guided by Max Horkheimer’s seminal distinction between Critical and Traditional Theory, the essays examine the changing social, political, historical and intellectual historical conditions that shaped the reception of Critical Theory in these different contexts, while at the same time reflecting upon the role Critical Theory has played in transforming those conditions.

The essays reveal and the workshop will focus on the local diversity of the receptions, but also on common themes and tendencies that emerge across continents and globally. Whereas the local diversity of receptions was shaped by different political and economic systems, different stages in social modernization, and different intellectual traditions, certain common themes and responses to common global historical tendencies emerge clearly. In many different countries, early Critical Theory appealed to those looking for alternatives to both Soviet Communism and Western capitalism, and to those looking for criticisms of modernization theory in the 1950s and 1960s, and neoliberalism in the 1990s and 2000s. Habermas’s ideas often appealed to intellectuals in countries transitioning from authoritarianism to democracy, such as Greece, Spain, and Brazil in the 1970s and 1980s, or in countries searching for democratic paths beyond “real-existing socialism” in the 1980s, such as Yugoslavia.

John Abromeit (Professor of History, State University of New York, Buffalo State) will open the workshop with a discussion of the methodological presuppositions of the volume and with an overview of the results of the research. Nenad Stefanov (Research Associate in History, Leipzig University) will discuss the history of the reception of Critical Theory in Yugoslavia, but also the personal and institutional exchanges that took place between Yugoslav and West German intellectuals, which decisively shaped the Yugoslav reception. Karin Stögner (Professor of Sociology, University of Passau) will discuss the history of the feminist reception of Critical Theory in Germany. Isabelle Aubert (Associate Professor of Philosophy, Paris 1 Panthéon-Sorbonne University) will discuss the history of the receptions of Herbert Marcuse and Theodor W. Adorno’s writings in France, arguing that a serious reception began much earlier there than is commonly known. José Manuel Romero (Professor of Philosophy, University of Alcalá) will discuss the history of the reception of Critical Theory in Spain, with a particular emphasis on the outsized role Habermas played in Spain in the 1980s. Rúrion Melo (Associate Professor of Political Science, University of São Paulo) and Luiz Repa (Associate Professor of Philosophy, University of São Paulo), will discuss the history of the reception in Brazil, with an emphasis on the role of the protest movements in the 1960s and the transition from authoritarianism to democracy in the 1970s and 1980s. Jaeho Kang (Professor in the Department of Communication, Seoul National University) will discuss the history of the reception in South Korea, also with an emphasis on the protest movements of the 1960s and 1970s, and the transition from authoritarianism to democracy in the 1980s.  

The Internationalization of Critical Theory: Frankfurt School Receptions in Europe, the Americas and East Asia. Edited by John Abromeit, Rúrion Melo, and Luiz Repa (Bloomsbury, 2016)    

 

Schedule

12:30 – 13:00 Introductory presentation on the methodological framework and the general findings of the research (John Abromeit)

13:00 – 13:30 Discussion

13:30 – 13:40 Break

13:40 – 14:40 Germany and Yugoslavia

  • Karin Stoegner and Nenad Stefanov (2 x 20-minute presentations)

  • 20-minute discussion

14:40 – 14:50 Break

16:00 – 17:00 France and Spain

  • Isabelle Aubert and José Romero (2x 20-minute presentations)

  • 20-minute discussion

14:50 – 15:50 South Korea and Brazil

  • Jaeho Kang (hybrid) and Rurion Melo/Luiz Repa (2 x 20 minute presentations)

  • 20-minute discussion

  • Concluding Remarks

 

Dienstag

2og:dondorf

Mittwoch

Campus Bockenheim, Hörsaal IV

Adorno-Vorlesungen

Adorno-Vorlesungen

Adorno-Vorlesungen 2026

18–20 November 2026, 6.30–8 pm

 

November 18th, 6.30 pm: Patrimonial Capitalism

November 19th, 6.30 pm: Fascism as Revolutionary Conservatism

November 20th, 6.30 pm: Patriarchy Resurgent

 

Since 2002, the Institute for Social Research has organized in cooperation with Suhrkamp Verlag annual lectures commemorating Theodor W. Adorno that are held on three consecutive evenings. This year, the social and political theorist Melinda Cooper devotes her lectures, Anachronism in Our Times, to the revenants of three seemingly antiquated social practices we encounter in the present: The increasingly patrimonial style of high-tech capital, the rise of insurrectionist nativism and the crude reassertion of male power over women. Some interpret these developments as signs that we have entered a new era of feudalism or exited capitalism altogether, typically appealing to Marx as their standard of reference. Yet Marx’s understanding of capitalist temporality was more nuanced than this. Soon after The Communist Manifesto, Marx confronted the possibility that history could move backwards and revolution assume regressive forms. In this year’s lectures, Melinda Cooper takes inspiration from The Eighteenth Brumaire of Louis Bonaparte to interrogate these key anachronisms of our time. Rather than interpreting these as residues of a past epoch, she regards them as a prompt for rethinking the temporality of capitalism itself.

The publicly traded corporation was once the undisputed focal point of American economic life. In recent years, however, private, founder or family-controlled corporations and investment funds have assumed new prominence. Tech founders such as Elon Musk exemplify a trend towards »patrimonial« capitalism, in which the boundaries between family wealth protection and entrepreneurial innovation are increasingly blurred. Often framed as a return to feudalism, these developments more accurately recall the American Gilded Age. In her opening lecture, Patrimonial Capitalism, Melinda Cooper asks: What have we failed to understand about capitalism such that we recurrently exceptionalize its lapses into extreme wealth concentration and patrimonial politics?

While contemporary political theorists struggle with the apparent anachronism of the term »fascism«, the generic term »revolutionary conservatism« may be a way of capturing the unity and plasticity of the far right across time and place. This term has the advantage of expanding our gaze beyond the experience of early twentieth-century Europe to encompass the uniquely anti-statist, libertarian impulses of the American far right. Whereas »fascism« implies centralized economic control, »revolutionary conservatism« encompasses a diversity of economic styles while also grasping the core dynamic of far-right politics: revolutionary insurrection in the pursuit of radical restoration. In the second lecture, Fascism as Revolutionary Conservatism, Melinda Cooper examines the history of white-supremacist militias on the American far-right and asks what happens when a far-right government embraces the tradition of anti-government insurrection as its own.

Despite its proliferation in everyday discourse, the term »patriarchy« virtually disappeared from feminist theory sometime in the 1990s. Wielded by second-wave feminists in the wake of the sexual revolution, the concept was arguably anachronistic from the start. Yet the term captures an insight we cannot afford to lose: The persistence of male sexual violence against women defies rationalization within a liberal egalitarian perspective on gender relations. To make sense of it, we need to assume the existence of a shadow economy of reproduction and exchange which subjects women’s bodies to competing property interests on the part of men. How do we account for the survival of apparently »archaic« structures of sexual economy in modern times? In her closing lecture, Patriarchy Resurgent, Melinda Cooper unpacks the double logic of sexual property interest (fraternal rights of use versus paternal rights of reproduction), allowing her to illuminate the tensions between libertarianism and conservatism in light of this duality.

 

Melinda Cooper is professor at the School of Sociology at the Australian National University, Canberra. Her work focuses on the recent history of capitalism and its intersections with the politics of class, gender and race. She is the author of Counterrevolution: Extravagance and Austerity in Public Finance (2024), Clinical Labor: Tissue Donors and Research Subjects in the Global Economy (together with Catherine Waldby, 2014) and Life as Surplus: Biotechnology and Capitalism in the Neoliberal Era (2008). The German translation of her monograph Family Values: Between Neoliberalism and the New Social Conservatism (2017) will be published as part of the IfS publication series Schriften this fall.

 

The lectures will be held in English

Donnerstag

Campus Bockenheim, Hörsaal IV

Adorno-Vorlesungen

Adorno-Vorlesungen

Adorno-Vorlesungen 2026

18–20 November 2026, 6.30–8 pm

 

November 18th, 6.30 pm: Patrimonial Capitalism

November 19th, 6.30 pm: Fascism as Revolutionary Conservatism

November 20th, 6.30 pm: Patriarchy Resurgent

 

Since 2002, the Institute for Social Research has organized in cooperation with Suhrkamp Verlag annual lectures commemorating Theodor W. Adorno that are held on three consecutive evenings. This year, the social and political theorist Melinda Cooper devotes her lectures, Anachronism in Our Times, to the revenants of three seemingly antiquated social practices we encounter in the present: The increasingly patrimonial style of high-tech capital, the rise of insurrectionist nativism and the crude reassertion of male power over women. Some interpret these developments as signs that we have entered a new era of feudalism or exited capitalism altogether, typically appealing to Marx as their standard of reference. Yet Marx’s understanding of capitalist temporality was more nuanced than this. Soon after The Communist Manifesto, Marx confronted the possibility that history could move backwards and revolution assume regressive forms. In this year’s lectures, Melinda Cooper takes inspiration from The Eighteenth Brumaire of Louis Bonaparte to interrogate these key anachronisms of our time. Rather than interpreting these as residues of a past epoch, she regards them as a prompt for rethinking the temporality of capitalism itself.

The publicly traded corporation was once the undisputed focal point of American economic life. In recent years, however, private, founder or family-controlled corporations and investment funds have assumed new prominence. Tech founders such as Elon Musk exemplify a trend towards »patrimonial« capitalism, in which the boundaries between family wealth protection and entrepreneurial innovation are increasingly blurred. Often framed as a return to feudalism, these developments more accurately recall the American Gilded Age. In her opening lecture, Patrimonial Capitalism, Melinda Cooper asks: What have we failed to understand about capitalism such that we recurrently exceptionalize its lapses into extreme wealth concentration and patrimonial politics?

While contemporary political theorists struggle with the apparent anachronism of the term »fascism«, the generic term »revolutionary conservatism« may be a way of capturing the unity and plasticity of the far right across time and place. This term has the advantage of expanding our gaze beyond the experience of early twentieth-century Europe to encompass the uniquely anti-statist, libertarian impulses of the American far right. Whereas »fascism« implies centralized economic control, »revolutionary conservatism« encompasses a diversity of economic styles while also grasping the core dynamic of far-right politics: revolutionary insurrection in the pursuit of radical restoration. In the second lecture, Fascism as Revolutionary Conservatism, Melinda Cooper examines the history of white-supremacist militias on the American far-right and asks what happens when a far-right government embraces the tradition of anti-government insurrection as its own.

Despite its proliferation in everyday discourse, the term »patriarchy« virtually disappeared from feminist theory sometime in the 1990s. Wielded by second-wave feminists in the wake of the sexual revolution, the concept was arguably anachronistic from the start. Yet the term captures an insight we cannot afford to lose: The persistence of male sexual violence against women defies rationalization within a liberal egalitarian perspective on gender relations. To make sense of it, we need to assume the existence of a shadow economy of reproduction and exchange which subjects women’s bodies to competing property interests on the part of men. How do we account for the survival of apparently »archaic« structures of sexual economy in modern times? In her closing lecture, Patriarchy Resurgent, Melinda Cooper unpacks the double logic of sexual property interest (fraternal rights of use versus paternal rights of reproduction), allowing her to illuminate the tensions between libertarianism and conservatism in light of this duality.

 

Melinda Cooper is professor at the School of Sociology at the Australian National University, Canberra. Her work focuses on the recent history of capitalism and its intersections with the politics of class, gender and race. She is the author of Counterrevolution: Extravagance and Austerity in Public Finance (2024), Clinical Labor: Tissue Donors and Research Subjects in the Global Economy (together with Catherine Waldby, 2014) and Life as Surplus: Biotechnology and Capitalism in the Neoliberal Era (2008). The German translation of her monograph Family Values: Between Neoliberalism and the New Social Conservatism (2017) will be published as part of the IfS publication series Schriften this fall.

 

The lectures will be held in English

Freitag

Campus Bockenheim, Hörsaal IV

Adorno-Vorlesungen

Adorno-Vorlesungen

Adorno-Vorlesungen 2026

18–20 November 2026, 6.30–8 pm

 

November 18th, 6.30 pm: Patrimonial Capitalism

November 19th, 6.30 pm: Fascism as Revolutionary Conservatism

November 20th, 6.30 pm: Patriarchy Resurgent

 

Since 2002, the Institute for Social Research has organized in cooperation with Suhrkamp Verlag annual lectures commemorating Theodor W. Adorno that are held on three consecutive evenings. This year, the social and political theorist Melinda Cooper devotes her lectures, Anachronism in Our Times, to the revenants of three seemingly antiquated social practices we encounter in the present: The increasingly patrimonial style of high-tech capital, the rise of insurrectionist nativism and the crude reassertion of male power over women. Some interpret these developments as signs that we have entered a new era of feudalism or exited capitalism altogether, typically appealing to Marx as their standard of reference. Yet Marx’s understanding of capitalist temporality was more nuanced than this. Soon after The Communist Manifesto, Marx confronted the possibility that history could move backwards and revolution assume regressive forms. In this year’s lectures, Melinda Cooper takes inspiration from The Eighteenth Brumaire of Louis Bonaparte to interrogate these key anachronisms of our time. Rather than interpreting these as residues of a past epoch, she regards them as a prompt for rethinking the temporality of capitalism itself.

The publicly traded corporation was once the undisputed focal point of American economic life. In recent years, however, private, founder or family-controlled corporations and investment funds have assumed new prominence. Tech founders such as Elon Musk exemplify a trend towards »patrimonial« capitalism, in which the boundaries between family wealth protection and entrepreneurial innovation are increasingly blurred. Often framed as a return to feudalism, these developments more accurately recall the American Gilded Age. In her opening lecture, Patrimonial Capitalism, Melinda Cooper asks: What have we failed to understand about capitalism such that we recurrently exceptionalize its lapses into extreme wealth concentration and patrimonial politics?

While contemporary political theorists struggle with the apparent anachronism of the term »fascism«, the generic term »revolutionary conservatism« may be a way of capturing the unity and plasticity of the far right across time and place. This term has the advantage of expanding our gaze beyond the experience of early twentieth-century Europe to encompass the uniquely anti-statist, libertarian impulses of the American far right. Whereas »fascism« implies centralized economic control, »revolutionary conservatism« encompasses a diversity of economic styles while also grasping the core dynamic of far-right politics: revolutionary insurrection in the pursuit of radical restoration. In the second lecture, Fascism as Revolutionary Conservatism, Melinda Cooper examines the history of white-supremacist militias on the American far-right and asks what happens when a far-right government embraces the tradition of anti-government insurrection as its own.

Despite its proliferation in everyday discourse, the term »patriarchy« virtually disappeared from feminist theory sometime in the 1990s. Wielded by second-wave feminists in the wake of the sexual revolution, the concept was arguably anachronistic from the start. Yet the term captures an insight we cannot afford to lose: The persistence of male sexual violence against women defies rationalization within a liberal egalitarian perspective on gender relations. To make sense of it, we need to assume the existence of a shadow economy of reproduction and exchange which subjects women’s bodies to competing property interests on the part of men. How do we account for the survival of apparently »archaic« structures of sexual economy in modern times? In her closing lecture, Patriarchy Resurgent, Melinda Cooper unpacks the double logic of sexual property interest (fraternal rights of use versus paternal rights of reproduction), allowing her to illuminate the tensions between libertarianism and conservatism in light of this duality.

 

Melinda Cooper is professor at the School of Sociology at the Australian National University, Canberra. Her work focuses on the recent history of capitalism and its intersections with the politics of class, gender and race. She is the author of Counterrevolution: Extravagance and Austerity in Public Finance (2024), Clinical Labor: Tissue Donors and Research Subjects in the Global Economy (together with Catherine Waldby, 2014) and Life as Surplus: Biotechnology and Capitalism in the Neoliberal Era (2008). The German translation of her monograph Family Values: Between Neoliberalism and the New Social Conservatism (2017) will be published as part of the IfS publication series Schriften this fall.

 

The lectures will be held in English

Donnerstag

2og:dondorf (ehemalige Dondorf Druckerei)

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Symposium im Rahmen der Reihe »Brüche«, einer Kooperation von Institut für Sozialforschung, Sigmund-Freud-Institut und der Oper Frankfurt