Ob steigende Mieten und Verdrängung, Modernisierungs- und Neubauprojekte, die Geschäftspolitik öffentlicher Wohnungsunternehmen oder die Gleichzeitigkeit von Leerstand und Obdachlosigkeit: Die Wohnungsfrage bewegt Frankfurt, sie ist eine der zentralen Konfliktfelder der Stadt. Die Kommunalpolitik steht dabei vor großen Herausforderungen: Die Bevölkerungszahl steigt weiter, Baupreise und der Profitdruck von Investoren bleiben hoch, die Finanzlage der Stadt ist angespannt, von Bund und Land kommt wenig Unterstützung – und Klimaschutz und der Umgang mit den Folgen der Klimakrise sind drängender denn je.

Höchste Zeit also, im Vorfeld der Kommunalwahlen im März 2026 über die Möglichkeiten und Perspektiven einer Wohnwende in Frankfurt zu sprechen. Wie kann und muss eine soziale, ökologische und demokratische Wohnraumversorgung für alle in Zukunft aussehen? Welche konkreten Maßnahmen und Instrumente sind hierfür notwendig und welche Positivbeispiele gibt es aus anderen Kommunen? Und nicht zuletzt: Wie lässt sich eine Wohnwende in Frankfurt politisch und praktisch durchsetzen?

Über diese und viele weitere Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe WohnWendeWerkstatt gemeinsam ins Gespräch kommen – mit Mieter:innen und Betroffenen der Wohnungskrise, mit Wissenschaftler:innen, Expert:innen und Aktiven aus der Zivilgesellschaft, mit spannenden Gäst:innen von außerhalb und allen Interessierten der Frankfurter Stadtgesellschaft. Kommt vorbei und diskutiert mit!

Eine Veranstaltungsreihe des Wohnlabors am Institut für Sozialforschung (IfS), mit Unterstützung des DFG-Graduiertenkollegs Gewohnter Wandel (GRK 2892 ∕ 1). Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.

Donnerstag

2og:dondorf (ehemalige Dondorf Druckerei

WohnWendeWerkstatt

WohnWendeWerkstatt

Mit:

Katharina Wagner (Leiterin des Amtes für Wohnungswesen, Frankfurt a.M.)

Astrid Wuttke (Architektin, schneider+schumacher, Frankfurt a.M.)

Christof Schwarz (Initiative Eine Stadt für Alle, Frankfurt a.M.)

und weiteren Gästen.

Moderation: Felix Wiegand (Institut für Sozialforschung, Frankfurt a.M.)

 

Im Anschluss an die Veranstaltung informeller Ausklang an der Bar.

Wer mit offenen Augen durch die Straßen läuft, kann es nicht übersehen: Frankfurt ist eine Stadt voller Leerstand – und dieser hat viele Gesichter. Fast 13.000 Wohnungen stehen leer, mehr als die Hälfte davon länger als sechs Monate. Bis zu 1,5 Millionen Quadratmeter Bürofläche sind ungenutzt. Stadtbekannte Großimmobilien wie das alte Polizeipräsidium, der frühere Bio-Campus oder das Juridicum rotten vor sich hin – eingezäunt, zugemauert und ohne Leben. Trotz Mieten- und Wohnungskrise, wachsender Obdachlosigkeit, einem Mangel an sozialen und kulturellen Freiräumen und der Notwendigkeit von Klima- und Ressourcenschutz bleibt Leerstand in Frankfurt allgegenwärtig.

Und doch ist zuletzt einiges in Bewegung geraten: Stadtpolitische Initiativen und eine aktive Besetzungsbewegung haben Leerstand zum stadtpolitischen Thema gemacht und Möglichkeiten der Aneignung und (Zwischen-)Nutzung aufgezeigt – nicht zuletzt in der ehemaligen Dondorf Druckerei. Architekt*innen, Stadtplaner*innen und Teile der Immobilienwirtschaft diskutieren über die Umnutzung leerstehender Büroflächen zu Wohnraum und eine grundlegende Bauwende. Und auch die Stadt Frankfurt ist aktiv: Während ein Zukunftslabor den weiteren Umgang mit dem Juridicum ausloten soll, ermöglicht das neue hessische Leerstandsgesetz der Kommune selbst gegen unbegründeten Leerstand vorzugehen.

Wo also steht der Kampf gegen Leerstand aktuell? Welche Handlungsspielräume bestehen, wo liegen die Herausforderungen und an welche Erfahrungen lässt sich anknüpfen – in Frankfurt und darüber hinaus? Über diese und weitere Fragen wollen wir bei unserer Veranstaltung miteinander ins Gespräch kommen. Schaut vorbei und diskutiert mit!

 

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe »WohnWendeWerkstatt. Wohnungspolitische Konflikte und sozial-ökologische Perspektiven in Frankfurt«, die das Wohnlabor am Institut für Sozialforschung (IfS) mit Unterstützung des DFG-Graduiertenkollegs Gewohnter Wandel (GRK 2892 ∕ 1) organisiert.

Freitag

Grüne Lunge am Günthersburgpark und 2og:dondorf (ehemalige Dondorf Druckerei

WohnWendeWerkstatt

WohnWendeWerkstatt

Werkstatt- und Dialogtag im Rahmen der Reihe WohnWendeWerkstatt«, der sich mit aktuellen Fragen der Bodenpolitik und ihrer kommunalen Steuerung beschäftigt.

Ausgangspunkt für den Austausch ist die Entwicklung neuer Praxisperspektiven für die Grüne Lunge am Günthersburgpark. An das Areal werden unterschiedliche Nutzungsansprüche gestellt, da es einerseits sehr biodivers ist und wichtige klimatische Funktionen erfüllt, aber sich gleichzeitig aufgrund der Innenstadtnähe als gewinnträchtiges Baugebiet anbietet. Wir wollen im Workshop untersuchen, welche bodenpolitischen Erfahrungen aus anderen Städten, insbesondere aus Ulm und München, neue Perspektiven für die Grüne Lunge eröffnen.

Ziel ist ein fachlicher, praxisnaher Austausch zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Stadtgesellschaft, bei dem die Frage erörtert werden soll, welche Gestaltungsoptionen sich durch andere Formen der Bodenpolitik ergeben.

Referent*innen und Gäste:

  • Stephan Reiß-Schmidt, Stadtdirektor a.D., Berater und Autor; Ko-Vorsitzender des Ausschusses Bodenpolitik der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung und Mitinitiator des BÜNDNIS BODENWENDE
  • Carola Christ, Leiterin der Hauptabteilung Stadtplanung, Umwelt, Baurecht, Stadt Ulm
  • Ulrich Soldner, ehem. Leiter Abteilung Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Stadt Ulm

Veranstaltungsablauf:

11 Uhr – 17 Uhr

Grüne Lunge / 2OG:Dondorf

Praxisorientiertes Fachgespräch

(offen mit Anmeldung; Infos zum Ablauf und Kontakt: Johanna Betz - j.betz@em.uni-frankfurt.de)

18 Uhr – 20 Uhr

2OG:Dondorf

Öffentliche Ergebnispräsentation und Podiumsdiskussion

Zeitplan 20.02.2026 - Perspektiven für den Umgang mit Boden

Praxisorientiertes Fachgespräch (offen mit Anmeldung)

11:00 – 12:30 Uhr | Grüne Lunge am Günthersburgpark (Frankfurt)

  • Begrüßung & Einführung
  • Rundgang durch die »Grüne Lunge«
  • Anschließend: gemeinsame Fahrt zur ehemaligen Dondorf-Druckerei

13:00 – 14:00 Uhr | 2OG:Dondorf

  • Gemeinsames Mittagessen

14:00 – 14:20 Uhr
Input: Das Ulmer Modell der Bodenpolitik

  • Frau Christ (Leitung Stadtplanung, Umwelt, Baurecht, Stadt Ulm)
  • Herr Soldner (ehem. Leiter Abteilung Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Stadt Ulm)

14:20 – 14:40 Uhr
Input: Bodenpolitik in Frankfurt (tba)

  • Instrumente der Bodenpolitik in Frankfurt
  • Aktuelle Überlegungen und Perspektiven zur Grünen Lunge

14:40 – 15:00 Uhr
Rückfragen & gemeinsame Verständigung

15:00 – 17:30 Uhr | Werkstattphase

  • Diskussion und Erarbeitung zentraler Thesen
  • Ziel: Verdichtung von Kernaussagen und Thesen für die Abendveranstaltung

 

Öffentliche Ergebnispräsentation und Podiumsdiskussion

18:00 – 20:00 Uhr | Öffentliche Abendveranstaltung

  • Begrüßung & Einführung
  • Impuls von Stephan Reiß-Schmidt
  • Podiumsgespräch
    • Vorstellung der in den Werkstätten erarbeiteten Thesen
    • Diskussion mit Vertreter*innen aus Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft
  • Offene Diskussion mit dem Publikum
  • Informeller Ausklang des Abends an der Bar

 

Anmeldung & Organisation

Zur besseren Planung bitten wir Sie, sich für die Teilnahme am Praxisorientierten Fachgespräch verbindlich anzumelden bis zum 31.01.2026.

Bitte schreiben Sie dazu eine Mail mit folgenden Angaben an Johanna Betz (E-Mail: j.betz@em.uni-frankfurt.de)

  • Name
  • Institutioneller Kontext
  • Teilnahme
    • ☐ Ganzer Tag (inkl. Mittagessen)
    • ☐ Nur Vormittag
    • ☐ Nur Nachmittag / Abend
  • Teilnahme am Mittagessen (Das Mittagessen erfolgt (außer für Referent*innen) auf Selbstzahler*innenbasis)
    • ☐ Ja
    • ☐ Nein
    • Hinweise zu Allergien / Unverträglichkeiten

Hinweis:

  • Zur Vorbereitung auf das Fachgespräch versenden wir zwei Wochen vor der Veranstaltung eine kleine Mappe mit Informationen zu Bodenpolitik und zur Grünen Lunge
  • Für die Teilnahme an der Abendveranstaltung ist keine Anmeldung notwendig.

 

Veranstalter*innen

Wohnlabor Frankfurt (https://www.ifs.uni-frankfurt.de/wohnlabor.html)
In Kooperation mit lokalen und überregionalen Partner*innen

Teil der Veranstaltungsreihe: WohnWendeWerkstatt. Wohnungspolitische Konflikte und sozial-ökologische Perspektiven in Frankfurt am Main

Kontakt:       Johanna Betz - j.betz@em.uni-frankfurt.de

Lucas Geilen - lucas.geilen@yahoo.de

Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch!