Tuesday

2og:dondorf

Public Lectures

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Gabu Heindl und Drehli Robnik im Gespräch mit Tabea Latocha und Stephan Lessenich

Angesichts der Klimakatastrophe, ungerechter Verteilung von Reichtum oder Forderungen nach lebenswertem Wohn- und Stadtraum für alle werden oft Lösungen propagiert, die politische Kontexte und komplexe Bedingungen ausblenden. Solche puristischen Ansätze wie auch die damit verbundenen technisch-administrativ verkürzten Lösungen lassen geltende Herrschaftsverhältnisse unangetastet. Dem entgegen wird mit »nonsolution« ein radikaldemokratisch politisierter Ansatz vorgeschlagen. Der von dem Soziologen, Historiker und Stadttheoretiker Siegfried Kracauer geprägte Begriff legt nahe, dass nicht Lösungen vermieden, sondern aktive Nichtlösungen betrieben und strittige Positionen mit Nachdruck bezogen werden. In Verbindung von Wohn- und Städtebau-Planung und politischer Theorie meint »nonsolution« den Einspruch gegen die verordnete Lösung und die Wiederaufnahme des Problematisierens.

Hintergrund der Veranstaltung ist das gemeinsam von Gabu Heindl und Drehli Robnik verfasste Buch: Nonsolution: Zur Politik der aktiven Nichtlösung im Planen und Bauen. (Hamburg: adocs 2024), sowie Heindls Buch über Stadtkonflikte (Wien: mandelbaum 2022) in radikaldemokratischer Sicht und Robniks Flexibler Faschismus (Bielefeld: transcript 2024), ausgehend von Siegfried Kracauers Studien zu rechten Mobilisierungen. Im Gespräch mit Tabea Latocha und Stephan Lessenich diskutieren die Autor*innen über heutige Konfliktlagen zu Wohn(um)bau und Stadtplanung und stellen mit Siegfried Kracauers Denkimpulsen zudem Verbindungslinien zur fortschreitenden Faschisierung her.

 

Gabu Heindl ist Professorin und Leiterin des Fachgebiets »Architektur Stadt Ökonomie« an der Universität Kassel. Als Architektin und Stadtplanerin betreibt sie das Büro GABU Heindl Architektur in Wien.

Tabea Latocha ist Postdoktorandin an der Professur Stadtplanung der Bauhaus-Universität Weimar und assoziiertes Mitglied des Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«.

Stephan Lessenich ist Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und Direktor des Instituts für Sozialforschung.

Drehli Robnik ist Autor und Kritiker mit den Schwerpunkten Politik, Geschichte und Film in Wien.

 

In Kooperation mit dem Graduiertenkolleg »Gewohnter Wandel«.

Wednesday

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Public Lectures

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Das Gespräch »Kulturindustrie heute?« widmet sich der Aktualität und Tragfähigkeit eines zentralen Begriffs der Kritischen Theorie. Die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch diskutiert im Gespräch mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl die gegenwärtigen Formen kultureller Produktion und Verbreitung vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Plattformen und globalen Medienmärkten. Ausgehend von den klassischen Analysen Adornos und Horkheimers wird gefragt, inwiefern sich die damalige Kritik an der Kulturindustrie auf heutige Film-, Medien- und Popkulturen anwenden lässt oder neu gedacht werden muss. Dabei spielt der Film eine wichtige Rolle: Am Film und seinen Produktions- und Vermarktungsformen lässt sich gut nachvollziehen, wie sich Kunst, Wirtschaft und Öffentlichkeit heute gegenseitig beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Gestaltung, politischer Wirkung, wirtschaftlichen Bedingungen sowie nach Unabhängigkeit, Urheberschaft, Kritikfähigkeit und Öffentlichkeit.

Das Gespräch ist Teil der Reihe »Frankfurter Schule«, die vom Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität, dem Dezernat Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialforschung, hr2-kultur und dem Lichter Filmfest Frankfurt International veranstaltet wird, und findet am 29. April 2026 um 19 Uhr im DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum statt.

Zur Reihe
Zwei Stühle, ein Tisch, Spot an: Was sagt die Frankfurter Schule heute zur Lage der Gesellschaft? Welche Antworten gibt die sogenannte »dritte und vierte Generation« auf weltweite Krisen und Konflikte? Zu Gast sind Persönlichkeiten, die – geschult am »Frankfurter Denken« – zu aktuellen Problemlagen Position beziehen und die Gegenwart mithilfe der Kritischen Theorie in den Blick nehmen. Präzise formuliert, verständlich erklärt, ohne zu vereinfachen, mit dem Anspruch, die Bedingungen von Freiheit, Macht und Verantwortung sichtbar zu machen. Denn gesellschaftliche Normen, verankert in Institutionen und Ordnungen, bilden das Fundament unseres sozialen und politischen Zusammenlebens. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm sich die Frankfurter Schule vor, diese Normen und ihre Widersprüche im Rahmen einer umfassenden »Kritischen Theorie« ganzheitlich zu beleuchten – eine Herangehensweise, deren Bedeutung und internationale Wirkung bis heute ungebrochen ist. Die Reihe »Frankfurter Schule« wird in unterschiedlichen Kultureinrichtungen in Frankfurt fortgesetzt.

Tuesday

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