Das IfS veranstaltet in unregelmäßigen Abständen öffentliche Vorträge, über geplante Veranstaltungen informieren wir Sie hier

Montag – Dienstag

Studio, Schirn Kunsthalle Frankfurt/ 2og:dondorf

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Ein Workshop des Forschungsprojekts »Die Kunst der Gegenuntersuchung«/ Institut für Sozialforschung (IfS) und des Netzwerks Terrorismusforschung e.V. (NTF).

Digitale Medien, Plattformen und generative KI verändern derzeit grundlegend, wie Öffentlichkeit entsteht und politisch wirksam wird. Bilder, Narrative und Debatten zirkulieren zunehmend in privat organisierten, algorithmisch gesteuerten Infrastrukturen, die Aufmerksamkeit bündeln, Affekte verstärken und neue Formen politischer Einflussnahme ermöglichen. Phänomene wie »Stoppaganda« oder »AI-Flooding« zeigen, wie massenhaft produzierte Inhalte öffentliche Wahrnehmung prägen und Unsicherheit darüber erzeugen können, was als Wirklichkeit gilt.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage neu, wie Gegenöffentlichkeiten heute entstehen können – und welche Rolle Kunst dabei spielt. Können künstlerische Praktiken weithiner Räume kritischer Öffentlichkeit eröffnen, dominante Narrative herausfordern und politische Auseinandersetzungen sichtbar machen? Oder verändern Plattformkapitalismus, KI-Technologien und rechte digitale Dynamiken die Bedingungen von Öffentlichkeit so grundlegend, dass auch Formen des Widerstands neu gedacht werden müssen?

Der interdisziplinäre Workshop »Gegenöffentlichkeit genereieren? – Kunst, KI und rechte Dynamiken« bringt Wissenschaftler:innen und Künstler:innen zusammen, um die technischen Bedingungen kritischer Gegenöffentlichkeit im Zeitalter von KI und Informationskapitalismus zu diskturieren. Im Mittelpunkt stehen widerständige künstlerische und mediale Praktiken, Fragen nach Desinformation, digitalem Autoritarismus und Extremismusdiskursen sowie die Möglichkeiten und Risiken politisch-künstlerischer Interventionen in gegenwärtigen Öffentlichkeiten.

 

Anmeldung zum Workshop bis zum 15. Juli 2026 an info@ntfev.org

Mehr Infos zur zum Workshop finden sich auf der Seite des Netzwerk Terrorismusforschung e.V..

Freitag

Institut für Sozialforschung | Sitzungssaal

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Was immer der »Motor« moderner Gesellschaften sein mag, fossile Brennstoffe sind ihr Treibstoff. Gegenwärtige Formen von Freiheit und Fortschritt, Krieg, Kolonialismus und Kapitalismus, linearer Zeit und globalem Raum sind kohlenstoffhaltig. Die Moderne ist immer schon fossil gewesen, darum sieht sie in Zeiten der Klimakrise ziemlich alt aus. Trotzdem tritt sie nicht einfach ab. Vielmehr führt sie in CO2, Plastikmüll und petrochemischen Rückständen ein desaströses Nachleben. »Fossile Moderne« ist also nicht nur die fossil befeuerte Hochmoderne, die zu Unrecht bisweilen schon als Vergangenheit erscheint, die wir aber auf alle Fälle hinter uns lassen wollen. »Fossile Moderne« – das ist auch die ökologische Zukunft, das, was erst noch bevorsteht, ob wir wollen oder nicht.

Das Buch verbindet alte und neue Materialismen für eine kritische Theorie der Gegenwart, die sich nicht länger ein Übergang in ein verheißungsvolles Morgen, sondern als materielle Überlagerung von Gewesenem und Kommenden darstellt. Es fragt: was tun mit einer Moderne, die zwar (nicht nur) ökologisch untragbar ist, aber nicht einfach entsorgt werden kann, weil ihre materiellen Hinterlassenschaften weitermachen?

Andreas Folkers wird das Buch vorstellen und gemeinsam mit Katharina Hoppe und Daniel Loick diskutieren.

Zur Verlagsseite.

 

Book presentation: Andreas Folkers, Fossil Modernity. A Natural History of the Present

Whatever the "engine" of modern societies may be, fossil fuels are their fuel. Contemporary forms of freedom and progress, war, colonialism and capitalism, linear time and global space are carbonaceous. Modernity has always already been fossil – which is why, in times of climate crisis, it looks rather worn. Yet it does not simply withdraw. Instead, it leads a disastrous afterlife in CO2, plastic waste, and petrochemical residues. "Fossil modernity" therefore not only circumscribes fossil-fueled high modernity that sometimes unjustly appears as the past, something we want to leave behind for good. "Fossil modernity" is also the ecological future, what lies ahead, whether we like it or not.

The book combines old and new materialisms for a critical theory of the present – one that no longer presents itself as a transition into a promising tomorrow, but as a material superposition of what has been and what is yet to come. It asks: what do we do with a modernity that is (not only) ecologically untenable, yet cannot simply be disposed of, because its material legacies keep going?

Andreas Folkers will present the book and discuss it together with Katharina Hoppe and Daniel Loick.

Dienstag

2og:dondorf

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

The past is now. Alongside, and often in alliance with, a veritable storm of disruptive technologies, ostensibly outdated forms of authoritarian politics and subjectivities are on the rise. The emerging new world order replays the patterns of old imperial geopolitics. And the changing climate is driven by the recalcitrance of the fossil past. The panel starts from the assumption that the troubling anachronisms of the present cannot be properly understood in terms of a regress of progress – as if the angel of history has a rewind and fast forward button. Rather, it turns to the pains of the perennial, to the resilience and resurgence of that which remains. »Lingerings« serves as an umbrella to shelter different attempts to theorize the ongoingness of pasts in the present: as »phantom possession« (von Redecker), the nihilist »ruins of neoliberalism« (Brown), »residual reification« (Folkers). The panel will analyse different, yet intersecting registers of lingerings – material and ideological, economic and political, affective and planetary. Given their inherent untimeliness, the impulse to ›move past‹ or ›leave behind‹ lingerings cannot break their spell. Instead, lingerings demand new forms of resistance and repair.

Montag

Institut für Sozialforschung | Sitzungssaal

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Energie gilt gemeinhin als Ressource – als Stoff, den wir aus der Natur entnehmen, umwandeln und verbrauchen. Daniela Russ stellt in ihrem Buch Working Nature. A Critical History of Energy diese scheinbar selbstverständliche Vorstellung grundlegend in Frage: Energie sei nicht primär eine physikalische Eigenschaft von Dingen, sondern ein soziales Verhältnis zur Natur, das über 200 Jahre kapitalistischer Industrialisierung geformt wurde. Ausgehend von dieser These untersucht Russ, wie Ingenieur:innen, Naturwissenschaftler:innen und Ökonom:innen die Produkte der Natur trotz sozialer und natürlicher Widerstände nutzbar machten und in die Zirkulation gebracht haben. Diese kritische Geschichte der Energie liefert damit zentrale Hintergründe, um gegenwärtige Debatten über Energiewende, Dekarbonisierung und die Transformation unserer Energiesysteme historisch und gesellschaftstheoretisch einzuordnen. Theoretisch bietet das Buch eine faszinierende Verbindung des westlichen Marxismus der Frankfurter Schule und Adornos Kritik der Naturbeherrschung mit dem osteuropäischen Marxismus Alexander Bogdanows.

Daniela Russ wird das Buch vorstellen, bevor Andreas Folkers und Doris Schweitzer mit Kommentaren in die Diskussion einführen.

Zur Verlagsseite.

 

Book Discussion: Daniela Russ, Working Nature. A Critical History of Energy

Energy is commonly understood as a resource – something extracted from nature, converted, and consumed. In Working Nature. A Critical History of Energy, Daniela Russ fundamentally challenges this assumption: energy, she argues, is not primarily a physical property of things but a social relation to nature forged over two centuries of capitalist industrialization. On this basis, the book traces how engineers, scientists, and economists harnessed and circulated the products of nature in the face of both social and natural resistance. This critical history of energy provides essential context for understanding present-day debates around the energy transition, decarbonization, and the transformation of our energy systems. Theoretically, the book provides a fascinating combination of the Western Marxism of the Frankfurt School and Adorno's critique of the domination of nature with the Eastern Marxism of Alexander Bogdanov.

Daniela Russ will present the book, followed by comments from Andreas Folkers and Doris Schweitzer, before opening into broader discussion.

Donnerstag

2og:dondorf (ehemalige Dondorf Druckerei)

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Symposium im Rahmen der Reihe »Brüche«, einer Kooperation von Institut für Sozialforschung, Sigmund-Freud-Institut und der Oper Frankfurt