Carbon Societies. Warum die Klimakrise nicht unausweichlich war und wie ihr zu begegnen ist
Peter Wagner (Universidad de Barcelona/IfS) im Gespräch mit Andreas Folkers (IfS)
Kohle, Öl und Gas haben die Moderne grundlegend geprägt: Sie befeuerten Industrialisierung und Massenwohlstand, aber auch Umweltzerstörung und Klimakrise. In seinem Buch Carbon Societies. The Social Logic of Fossil Fuels (Polity Press 2024) zeigt Peter Wagner aus einer historisch-soziologischen Perspektive, dass die enge Verflechtung zwischen gesellschaftlichem Fortschritt und fossilen Energien kein unvermeidlicher Weg in die gesellschaftliche Moderne war. Weder die Logik der Moderne noch die des Kapitals machen den Einsatz fossiler Energien zwingend erforderlich. Vielmehr wurde diese Entwicklung von gesellschaftlichen Machtverhältnissen geprägt, die fossile Brennstoffe zur vermeintlichen Lösung der gesellschaftlichen Herausforderungen machten. Indem Wagner die entscheidenden historischen Wendepunkte ins Zentrum seiner Analyse stellt, beleuchtet er die Entstehung und Entwicklung der Klimakrise und stellt zugleich heraus, dass die soziale Ordnung veränderbar ist und damit auch die Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit der Krise.
Die Monografie Carbon Societies. The Social Logic of Fossil Fuels ist 2024 bei Polity Press erschienen.
Peter Wagner ist Professor für Soziologische Theorie an der Universidad de Barcelona und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats am IfS.
Andreas Folkers ist Mitglied des Kollegiums am IfS.