Die Stimmen der Yoldaşlar – Sound- und Videoperformance mit Cana Bilir-Meier und Nihan Devecioğlu
Die Sound- und Videoperformance mit der Künstlerin Cana Bilir-Meier und der Musikerin Nihan Devecioğlu im Projektraum Wetter.Mi nähert sich musikalisch, künstlerisch und diskursiv dem gesellschaftlichen Umgang mit intersektionalen Erfahrungen von Migration und Ausbeutung in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei steht vor allem die Kraft, der Mut und die Bedeutung von feministischen Stimmen des Widerstands im Mittelpunkt. Es geht um die Frage, wie geschlechtliche und rassistische Diskriminierung gesellschaftlich mit klassenbezogener Ausbeutung verbunden sind, was dies für die Betroffenen aber auch für die Gesellschaft bedeutet, und welche Veränderungen durch Empowerment möglich sind.
Bild- und Kompositionselemente der Arbeit »Yoldaș - Frauen, die einander halten« von Nihan Devecioğlu, an der Cana Bilir-Meier als Videokünstlerin mitgewirkt hat, werden gezeigt, neuarrangiert und gesanglich begleitet. »Yoldaș« gibt den von der weißen Dominanzgesellschaft vielfach ignorierten sogenannten »Gastarbeiterinnen« beziehungsweise migrantisierten Arbeiter*innen des BMW-Werks München eine Stimme in Form einer Sound- und Video-Performance. Die Stimmen der Arbeiter*innen, kombiniert mit dem Klang der Maschinen und dokumentarischem Filmmaterial, fügen sich zu einer lebendigen Collage der Zeitgeschichte – und werden zu einem Ausdruck von Selbstermächtigung und Solidarität.
Die Veranstaltung ist Teil von »Die Stimmen der Yoldaşlar – Vergangenheit vorhersagen«
Vergangenheit vorhersagen. Zu tun was unmöglich scheint. Das Gegebene herausfordern. Rassistische Gewalt und Ausbeutung nicht als alternativlos hinnehmen, sondern ihr etwas entgegensetzen und an der Idee einer davon befreiten Gesellschaft festhalten. – Für diese scheinbare Unmöglichkeit bedarf es auf gesellschaftlicher wie auf künstlerischer Ebene widerständiger Verfahren und Gegenstrategien. Die Filme, Fotos, Performances und kollaborativen Arbeiten der Künstlerin Cana Bilir-Meier entwickeln solche ästhetischen Gegenverfahren. Eine Kooperationspartnerin ist dabei die Sängerin und Komponistin Nihan Devecioğlu. In ihrer kollaborativen, transmedialen Arbeit setzen sich die beiden performativ mit Erfahrungen intersektionaler Marginalisierung und Ausbeutung in der postmigrantischen Gesellschaft ebenso wie mit solidarischen Praxen des Widerstands dagegen auseinander. Dabei sind Musik und Sprache sowie wie das Experimentieren mit verschiedenen Formen des kollaborativen Arbeitens formgebend und inhaltlich bestimmend. Am 12. November gestalten die beiden einen performativen Sound- und Videoabend im Ausstellungsraum Scape°. Die an der Hochschule für Gestaltung (HfG) stattfindende Matinée am 13. November ist den vorwiegend filmischen Arbeiten von Cana Bilir-Meier gewidmet und stellt ihre recherchebasierte und autobiographisch gefärbte Arbeitsweise in den Mittelpunkt.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Forschungsprojekts »Die Kunst der Gegenuntersuchung« (Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) / Institut für Sozialforschung Frankfurt (IfS)) mit dem kuratorisch-künstlerischen Projekt »Wetter.Mi« des Ausstellungsraums Scape° im Rahmen der aktuellen Veranstaltungsreihe »Demokratische Wohnzimmer«.
Um die Teilnehmer:innenzahl besser einschätzen zu können, bitten wir um Voranmeldung unter: wildt@hfg-offenbach.de - vielen Dank!
Mittwoch 12.11.2025, ab 18 Uhr –– Sound- und Videoperformance mit Cana Bilir-Meier und Nihan Devecioğlu, Scape°/Wetter.Mi, Offenbach am Main.
Donnerstag 13.11.2025, 11 - 13 Uhr –– Matinée und Artist Talk mit Cana Bilir-Meier, Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach, R.101