Workshop: Zwischen Wohnungsnot und Klimakrise: Strategien einer Wärmewende für alle
Die Stadt Frankfurt hat sich selbst dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu sein. Der Wohnungssektor gehört dabei zu den Bereichen mit dem größten Handlungsbedarf und den meisten Herausforderungen. Gleichzeitig ist Wohnen in Frankfurt so teuer wie nie. Mieterhöhungen nach energetischen Sanierungen und die steigenden Preise für Heizen und Energie drohen die Wohnungskrise in Frankfurt zu verschärfen und die Stadt für Menschen mit geringem Einkommen unbezahlbar zu machen.
Wie kommt es zu diesem Dilemma, welche Akteure sind für die Wärmewende und die energetische Sanierung von Wohnungen in Frankfurt verantwortlich und wie handeln sie? Warum stehen bezahlbares Wohnen und Klimaschutz in einem scheinbaren Widerspruch miteinander und was können wir dagegen tun? Welche Möglichkeiten haben wir, diese Probleme anzugehen und was ist für die anstehende Kommunalwahl wichtig? Diese Fragen wollen wir mit euch im neu eröffneten Wohnlabor in der ehemaligen Dondorf Druckerei diskutieren.
Progressiven Akteure und wohnungspolitische (Stadtteil-)initiativen haben verschiedene Perspektiven auf das Thema und unterscheiden sich in ihrer strategischen Ausrichtung. Diese Differenzen soll im Fokus des Workshops stehen: Allerdings nicht als Problem, sondern als strategischer Vorteil. Wo können sich Mietervereine, selbst organisierte Mieterinitiativen, Klimaaktivist*innen und andere politische Gruppen gegenseitig stärken? Wo können wir unsere Strategien ergänzen und uns gegenseitig unterstützen? Wie können wir im Sinne einer progressiven Arbeitsteilung unsere Strategien koordinieren und bündeln, um Klimakrise und Wohnungsnot zu bekämpfen in einer Gesellschaft, die immer weiter nach rechts rückt?
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Veranstaltung im Rahmen der Reihe »WohnWendeWerkstatt. Wohnungspolitische Konflikte und sozial-ökologische Perspektiven in Frankfurt am Main« (WiSe 2025/2026)
Ob steigende Mieten und Verdrängung, Modernisierungs- und Neubauprojekte, die Geschäftspolitik öffentlicher Wohnungsunternehmen oder die Gleichzeitigkeit von Leerstand und Obdachlosigkeit: Die Wohnungsfrage bewegt Frankfurt, sie ist eine der zentralen Konfliktfelder der Stadt. Die Kommunalpolitik steht dabei vor großen Herausforderungen: Die Bevölkerungszahl steigt weiter, Baupreise und der Profitdruck von Investoren bleiben hoch, die Finanzlage der Stadt ist angespannt, von Bund und Land kommt wenig Unterstützung – und Klimaschutz und der Umgang mit den Folgen der Klimakrise sind drängender denn je.
Höchste Zeit also, im Vorfeld der Kommunalwahlen im März 2026 über die Möglichkeiten und Perspektiven einer Wohnwende in Frankfurt zu sprechen. Wie kann und muss eine soziale, ökologische und demokratische Wohnraumversorgung für alle in Zukunft aussehen? Welche konkreten Maßnahmen und Instrumente sind hierfür notwendig und welche Positivbeispiele gibt es aus anderen Kommunen? Und nicht zuletzt: Wie lässt sich eine Wohnwende in Frankfurt politisch und praktisch durchsetzen?
Über diese und viele weitere Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe WohnWendeWerkstatt gemeinsam ins Gespräch kommen – mit Mieter:innen und Betroffenen der Wohnungskrise, mit Wissenschaftler:innen, Expert:innen und Aktiven aus der Zivilgesellschaft, mit spannenden Gäst:innen von außerhalb und allen Interessierten der Frankfurter Stadtgesellschaft. Kommt vorbei und diskutiert mit!
Eine Veranstaltungsreihe des Wohnlabors am Institut für Sozialforschung (IfS), mit Unterstützung des DFG-Graduiertenkollegs Gewohnter Wandel (GRK 2892 ∕ 1). Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.
Eine Übersicht über alle Veranstaltungen der Reihe findet sich auf der Website des IfS.