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[Jacobin Magazin]

Alex Demirović: »Jürgen Habermas war ein bundesdeutscher Weltgeist«

Zeitungsartikel, Über das IfS

»In den frühen 1950er Jahren kam Habermas von Bonn, wo er bei Erich Rothacker, der unter Hitler in Konkurrenz zu Martin Heidegger Wissenschaftsminister werden wollte, mit einer Studie über Schelling promoviert hatte, an das Institut für Sozialforschung der linken, jüdischen Exilanten Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, um empirische Sozialforschung kennenzulernen. An Studien des Instituts über das politische Potenzial von Studierenden beteiligte er sich mit Aufsätzen, in denen sich schon Argumente seiner späteren Theorie vorbereitet finden.

Diese theoriepolitische Konstellation sollte sein Denken und seine Politik als Intellektueller prägen. Er bewegte sich zwischen der Kritischen Theorie in Frankfurt und dem eher konservativen Kreis um Rothacker, Hans-Georg Gadamer und Reinhart Koselleck. Das von ihnen getragene Archiv für Begriffsgeschichte war orientiert an der Wiederbelegung der geistesgeschichtlichen Tradition und der Hermeneutik. Es befasste sich – im Anschluss an Carl Schmitt – mit Forschungen über Öffentlichkeit.

In diesem Kontext entstand Habermas’ kritische Studie über den Strukturwandel der Öffentlichkeit. Aufgrund inhaltlicher Vorbehalte wollte Horkheimer Habermas nicht habilitieren, ihm war Habermas zu sehr am Vormärz orientiert. Das tat dann der Marxist Wolfgang Abendroth in Marburg. 1961 wurde Habermas in Heidelberg als Professor für Philosophie berufen. Nur wenige Jahre später, 1964, ging er als Nachfolger Horkheimers an die Universität Frankfurt und lehrte dort neben Philosophie auch Soziologie am Seminar des Instituts für Sozialforschung.«

Alex Demirović mit einem Nachruf auf Jürgen Habermas

 


Kommunikative Vernunft. Zum Tod von Jürgen Habermas. Ein Nachruf von Rainer Forst und Klaus Günther

Aus dem IfS

Mit Jürgen Habermas verlieren wir einen unvergleichlichen, weltweit die Geistes- und Sozialwissenschaften über viele Jahrzehnte prägenden Gelehrten und engagierten Intellektuellen, der, wie er selbst anlässlich seiner Rede zu seinem 90. Geburtstag an der Goethe-Universität sagte, an dieser Universität drei glückliche Phasen seines akademischen Lebens erfahren hat. Er hat auch nach seiner Emeritierung an vielen unserer Diskussionen am Zentrum Normative Ordnungen aktiv teilgenommen, und seine Theorie war für uns stets ein zentraler Bezugspunkt der Forschung. Wir selbst verlieren unseren wichtigsten akademischen Lehrer, der uns über die Jahrzehnte hinweg freundschaftlich verbunden war.


[Deutschlandfunk Kultur]

Martin Saar über Jürgen Habermas: Der letzte große Aufklärer

Interviews, Radiobeiträge, Podcasts

Jürgen Habermas ist tot – der Denker des herrschaftsfreien Diskurses prägte die politische Philosophie der Bundesrepublik. Für Martin Saar war er ein »ganz, ganz großer« Philosoph, der wissenschaftliche Tiefe mit öffentlicher Wirkung verband.

Aus der Sendung »Sein & Streit«. Martin Saar (Mitglied des Kollegiums des IfS) spricht mit Simone Miller (DLF Kultur) über Jürgen Habermas.


[FAZ]

Axel Honneth über Jürgen Habermas: »Sollte er nicht ewig leben?«

Zeitungsartikel, Aus dem IfS

»Man stehe, so sagte Habermas am Grab von Adorno, mit dessen Tod philosophisch plötzlich blank dar. Wie viel mehr Gründe haben wir, das heute von uns zu behaupten, die wir sein Werk fortsetzen wollen?«
Axel Honneth, ehem. Direktor des Instituts für Sozialforschung in der FAZ.


[Deutschlandfunk Kultur]

Zum Tod von Jürgen Habermas. Ein Leben für den Diskurs

Radiobeiträge, Podcasts, Über das IfS

Philosoph, Denker, Demokrat: Jürgen Habermas ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Mit seinen Werken zur Diskursethik und Öffentlichkeit prägte er die politische Kultur Deutschlands – und blieb bis zuletzt eine moralische Stimme.

Beitrag in Deutschlandfunk Kultur von Norbert Seitz, indem auch der ehemalige Direktor des IfS, Axel Honneth, zu Wort kommt.


[Deutschlandfunk]

Schüler und Nachfolger Axel Honneth zum Tod von Jürgen Habermas

Interviews, Radiobeiträge, Podcasts, Über das IfS, Aus dem IfS

Axel Honneth (ehemaliger Direktor des IfS) im Gespräch mit Michael Köhler (Deutschlandfunk)


[FAZ]

FAZ über Elisabeth Lenk: »Adornos geniale Schülerin«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Elisabeth Lenk verband Frankfurter Schule, Surrealismus und französische Theorie und entwarf eine ethische Theorie des Ästhetischen: ein Porträt aus Anlass des Erscheinens ihrer »Kritischen Schriften«.


[Kulturfreak.de]

Kulturfreak.de über Veranstaltungsreihe »Brüche – Demokratie in Zeiten der Regression«

Über das IfS

Wissenschaft und Kunst im Einsatz für die Demokratie ~ Kooperation mit der Oper Frankfurt
Wie kann die Demokratie gestärkt werden angesichts zunehmender Angriffe von innen und außen? Unter dem Titel »Brüche – Demokratie in Zeiten der Regression« soll eine neue Veranstaltungsreihe Erhellendes dazu beitragen. Durch die Kooperation von Goethe-Universität, Institut für Sozialforschung und Sigmund-Freud-Institut mit der Oper Frankfurt sollen neue Perspektiven entstehen. Die Initiative ist im Frankfurter Teil des Forschungsverbunds DemoReg angesiedelt.


[nd]

nd über die Tagung »Kritische Theorie der Endzeit«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Die Tagung »Kritische Theorie der Endzeit« ging der Aktualität des Philosophen und Technikkritikers Günther Anders nach.
Vor fast einem Jahrhundert scheiterte Günther Anders in Frankfurt am Main mit dem Vorhaben, sich zu habilitieren. Nun fand sich seinetwegen eine interdisziplinäre Delegation an ebenjenem Ort ein. Der als Technikkritiker bekannt gewordene Philosoph und Denker der »Endzeit« im atomaren Zeitalter wird heute vermehrt zur Orientierung in der katastrophal wirkenden Gegenwart herangezogen.


[perlentaucher – Das Kulturmagazin]

perlentaucher – Das Kulturmagazin über das »Battle der Welterklärer«

Über das IfS

Die Soziologiestars Stephan Lessenich, Steffen Mau, Heinz Bude und Koloma Beck (in der Reihenfolge ihres Auftretens) stellten sich im Berliner Renaissance-Theater einem »Battle« zur entscheidenden Frage ihrer Disziplin: Aus welcher Denkschule kommst Du? Es gab keine Sieger, aber viele Verletzte. Das dankbare Publikum gehörte nicht dazu.