Autoritarismus als Krisenbearbeitung. Über die psychosozialen Dynamiken des Rechtsrucks
Veranstaltung im Rahmen der Reihe »Prismen«
Markus Brunner und Saskia Gränitz im Gespräch mit Ann-Katrin Kastberg
Das Erstarken rechter Bewegungen, die Wahlerfolge antidemokratischer Parteien und die Verbreitung menschenfeindlicher Einstellungen: Die Gegenwart zeigt mit neuer Schärfe, was die Kritische Theorie seit ihren Anfängen unter dem Begriff des Autoritarismus zu verstehen versuchte. Anknüpfend an diese Tradition widmet sich die Doppelbuchvorstellung den psychosozialen Bedingungen des Rechtsrucks entlang der Frage, inwiefern Autoritarismus als Form der Krisenbearbeitung verstanden werden kann. Denn dass sich wachsende Teile der Bevölkerung für das rechte »Ticket« entscheiden, hängt sowohl mit der gesellschaftlichen Lage als auch damit zusammen, wie Menschen psychisch damit umgehen.
Markus Brunner stellt in seinem Buch die vielfältigen Überlegungen der Frankfurter Schule zum Thema dar, zeichnet aktuelle Debatten nach und plädiert für eine dynamisierte Perspektive in der Autoritarismusforschung. Saskia Gränitz zeigt in ihrer Studie, in der sie die Bewältigung von Wohnungsnot untersucht hat, wie autoritäre Krisenbearbeitung im Subjekt konkret vor sich geht. An Fallbeispielen möchten die Autor:innen schließlich mit Ann-Katrin Kastberg und dem Publikum über autoritäre Dynamiken sowie ihren Nährboden diskutieren.
Die Veranstaltung findet am 3. Februar 2026 um 20 Uhr in der autorenbuchhandlung marx & co statt.