Über Sündenböcke und Phantasmen. Faschisierung als Heilsversprechen – Fiona Kalkstein im Gespräch mit Anna Rosa Ostern
Eine Veranstaltung der Reihe »Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus«
Am 11. Februar 2026 um 19 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm.
Die Faschismusforschung unterscheidet zwischen einer Bewegungsphase, in der die Faschisten (noch) nicht an der Macht sind und der Phase der Herrschaft. Die Bewegungsphase ist für die Sozialpsychologie von besonderem Interesse, da die Faschisten noch kaum auf Herrschafts- und Unterdrückungsmechanismen rekurrieren können, um ihre Ideologie zu verbreiten. Sie müssen hier auf psychologische Mechanismen setzen, die Faschisierung attraktiv wirken lassen, um eine gesellschaftliche Basis zu verankern. Faschistische Ideologie und ihre Versprechen docken an unbewusste, regressive Wünsche und Phantasien der Reinheit, Vernichtung, totalen Beherrschung u.v.m. an, zu denen die Gesellschaft in Krisenzeiten in stärkerem Ausmaß tendiert. Ein Verständnis des Unbewussten und seines Zusammenspiels mit Autoritarismus und Faschismus, wie es die analytische Sozialpsychologie versucht, kann uns dabei helfen, Faschisierungsprozesse gezielt zu bekämpfen.
Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm.