Zerstörungslust. Destruktivität als affektive Quelle des Autoritarismus – Carolin Amlinger im Gespräch mit Georg Marx
Eine Veranstaltung der Reihe »Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus«
[Bitte beachten: Die Veranstaltung fängt ausnahmsweise um 20 Uhr statt und nicht wie üblich bereits um 19 Uhr!]
Am 28. Januar 2026 um 20 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm.
Das in Adornos Studien zum autoritären Charakter aus der frühen Nachkriegszeit eher unbestimmt gebliebene Merkmal der Destruktivität rückt hier ins Zentrum der Autoritarismusforschung. Ausgehend von Erich Fromms Konzept der Destruktivität wird deutlich, wie autoritäre Dispositionen sich als affektiv grundierte Modi der Weltverarbeitung äußern. Anhand von Fallbeispielen wird das Begehren nach Zerstörung als eine Reaktionsform blockierten Lebens gedeutet, das sich seiner Handlungsfähigkeit beraubt sieht. Diese destruktive Affektstruktur speist ihre Energien aus einer Weltwahrnehmung, die sich von Aufstieg und Wachstum verabschiedet hat. Gesellschaft erscheint vielmehr als ein Nullsummenspiel, in dem (zu) viele Menschen um knappe Ressourcen kämpfen. Der Vortrag versteht diese affektive Weltwahrnehmung als zentralen Motor autoritärer Rebellion und plädiert für eine Relektüre Fromms.
Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm.