Freundschaftliche Gefühle. Eine Rekonstruktion spätmoderner, vergeschlechtlichter Gefühlsregeln in Freund*innenschaften

Angesichts zunehmender Vereinzelung erscheint Freund*innenschaft vermehrt als Hoffnungsträgerin für soziale Stabilität und psychisches Wohlbefinden. Das Promotionsprojekt untersucht Freund*innenschaft als spätmoderne Beziehungsform im Spannungsfeld von Individualisierung und Intimität unter besonderer Berücksichtigung von Geschlechterverhältnissen. Das Projekt nähert sich dem bisher randständig behandelten Phänomen der Freund*innenschaft aus emotionssoziologischer Perspektive. Freund*innenschaft wird als gesellschaftlich strukturierte Gefühlsordnung verstanden, in der sich Intimität und Geschlecht exemplarisch verschränken. Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit mithilfe der Reflexiven Grounded Theory, welche emotionalen Deutungsmuster, Aushandlungen und Konflikte in Freund*innenschaften entstehen und inwiefern diese durch geschlechtsspezifische Erwartungen und spätmoderne Ideale geprägt sind. Ziel ist es, Freund*innenschaft als sozialen Ort der Emotionsregulation, Subjektivierung und potenziellen Reproduktion von Ungleichheiten zu analysieren.

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