Durch Bildung zu sozialem Aufstieg: Zur intergenerationalen Bearbeitung von Aufstiegserfahrungen in Migrationsfamilien

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Die Bundesrepublik Deutschland weist im internationalen Vergleich eine geringe Aufstiegsmobilität auf. Dennoch verweisen einige Studien auf eine ausgeprägte soziale Aufstiegsorientierung durch Bildung bei der Nachfolgegeneration von Arbeitsmigrant_innen. Da der soziale Aufstieg mit einer sozialen Statusänderung einhergeht, wird generell davon ausgegangen, dass dieser eine habituelle Transformation von den Aufgestiegenen erfordert. Demnach zieht der soziale Aufstieg eine lebensweltliche und milieuspezifische Entfremdung von der Herkunftsfamilie nach sich. Zugleich aber weist die Forschung auf die unterstützende und kompensatorische Bedeutung der Familie in der Migration hin. Dadurch stellt sich die Frage, wie sich Bildungsaufstieg und sozialer Aufstieg unter Migrationsbedingungen vollziehen und welchen Einfluss diese auf die Familien ausüben.

Das Forschungsprojekt untersucht, welche Herausforderungen durch das Aufstiegsbemühen in den Migrationsfamilien entstehen. Anhand von biografisch-narrativen Einzelinterviews und leitfadengestützten narrativen Familiengesprächen wird erforscht, wie der soziale Aufstieg durch Bildung und die statusbezogenen Transformationsanforderungen sowohl individuell als auch intergenerational biografisch verarbeitet werden und inwieweit diese die Generationen- und Geschlechterverhältnisse, die Zugehörigkeiten und Unterstützungsstrukturen in den Migrationsfamilien verändern.

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Debatte um den Einfluss von Migration und sozialer Mobilität auf die Reproduktion bzw. Transformation von Familien-, Generationen- und Geschlechterverhältnissen. Zudem trägt es zur Weiterentwicklung der Forschung zur sozialen Mobilität aus einer subjektorientierten, biografieanalytischen Perspektive unter Berücksichtigung der sozialstrukturellen Voraussetzungen der Lebensgestaltung, bei.

 

Social Advancement through Education: On Intergenerational Negotiations of Upward Social Mobility Experiences in Migrant Families

Germany has low levels of upward mobility by international standards. Nevertheless, some studies suggest that the generation of the children of migrant workers exhibits a pronounced orientation to social advancement through education. Using individual biographical narrative interviews and guideline-based narrative family discussions, the study explores how social advancement through education and status-related transformational demands are biographically processed both individually and intergenerationally and what impact this has on the intergenerational and gender relations, the affiliations, and the support structures in migrant families. The project contributes to the debate over the influence of migration and social mobility on the reproduction and transformation of family, intergenerational, and gender relations. Furthermore, it contributes to the development of research on social mobility from a subject-oriented perspective based on biographical analysis.

Antragsteller:in
Projektbearbeitung
Projektmitarbeit