Sabine Flick, Hans Goerdten und Julia König im Gespräch mit Janos Erkens
Sexualität gilt in der Gegenwart als Ort individueller Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung – zugleich bleibt sie ein intensiv verhandeltes und politisch umkämpftes gesellschaftliches Feld. Zwischen neokonservativen Rollenbildern, rechtspopulistischen Angriffen auf geschlechtliche Vielfalt und Konsumansprüchen der Aufmerksamkeitsökonomie stehen intime Verhältnisse unter kontinuierlichem Veränderungs- und Begründungsdruck.
Der Band Sexualität in Gesellschaft. Kontinuitäten und Brüche kritischer Sexualforschung (herausgegeben von Sabine Flick, Hans Goerdten, Julia König, Miriam Pietras und Stella Schäfer) widmet sich genau diesem Spannungsverhältnis. Die Beiträge gehen der Frage nach, wie Macht-, Herrschafts- und Normierungsverhältnisse sexuelle Praxen und Begehrensformen strukturieren – und welche Potenziale eine kritisch-gesellschaftstheoretische Perspektive für das Verständnis gegenwärtiger Dynamiken bietet.
Im Rahmen der Buchvorstellung präsentieren die Mitherausgebenden Sabine Flick , Hans Goerdten und Julia König zentrale Thesen der Publikation und diskutieren mit Janos Erkens über das theoretische Erbe, aktuelle empirische Einblicke sowie die Herausforderungen einer interdisziplinären Sexualforschung heute.
Sabine Flick ist Professorin für Allgemeine Soziologie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg und assoziierte Wissenschaftlerin am Institut für Sozialforschung Frankfurt am Main.
Hans Goerdten ist Soziologe und promoviert am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Julia König ist Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kindheitsforschung an der Bergischen Universität Wuppertal.
Janos Erkens ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bergischen Universität Wuppertal.