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Jenseits aller Legendenbildung ist das Institut für Sozialforschung ein Ort wissenschaftlichen Arbeitens, mitten in Frankfurt. Dieser Film zeugt davon.

© Institut für Sozialforschung 2023

Idee: Mirko Broll, Eva Fleischmann, Stephan Lessenich und Anton Schmidt

Produktion: Eva Fleischmann und Anton Schmidt

Kamera & Schnitt: Anton Schmidt

Adorno-Vorlesungen 2022: Linda Martín Alcoff »The Historic Formation of Race« (1/3)

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Linda Martín Alcoff

The Historic Formation of Race

1. Vorlesung »Race, Culture, History«

Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern. In diesem Jahr widmet sich die Philosophin Linda Martín Alcoff der historischen und kulturellen Rekonstruktion von Race und damit verbundenen Identitäten: Welche Erfahrungen entstehen aus der konstitutiven Beziehung von Race, History and Culture? Wie sind bestimmte Vorstellungen von Race mit konkreten, regressiven wie progressiven, Praktiken und Lebensweisen verbunden? Und inwieweit braucht es neue Ansätze, um die Narrative des Rassismus und ihr Fortbestehen zu überwinden und gesellschaftliche Verhältnisse zu transformieren?

In ihrer ersten Vorlesung mit dem Titel The Historic Formation of Race untersucht Linda M. Alcoff die zeitlich und lokal variierenden Vorstellungen von Race und nimmt bislang unterbestimmte und fehlgeleitete Zusammenhänge in den Blick. Die Differenzkategorie Race, so Alcoff, ist nicht begrifflich falsch, ideologisch oder moralisch verwerflich, sondern entwickelte sich im Zuge historischer Ereignisse und erweist sich als durchweg sozial, kontextgebunden und dynamisch. Race umfasst gemeinsame Lebensformen, Subjektivierungsweisen und geteiltes Wissen, die aus der Kolonialgeschichte entstanden sind und bis in die Gegenwart fortdauern.

Unter dem Titel Cultural Racism wendet sich Alcoff in ihrer zweiten Vorlesung dem von Frantz Fanon in den 1950ern geprägtem Konzept des kulturellen Rassismus zu und entwickelt es auf Grundlage theoretischer und gesellschaftspolitischer Diskurse weiter: Einerseits legitimieren die rassistischen und kolonialen Ideologien bis heute Krieg, Enteignung und die Verweigerung von demokratischer Partizipation, anderseits eröffnet die kritische Reflexion des Konzepts die Möglichkeit einer antikolonialen und widerständigen Praxis sowie eine Reformierung sozialer Ideen und Praktiken. Alcoff zeigt, wie bestehende problematische Vorstellungen über den Globalen Süden zu überwinden sind, um Kulturen in ein neues, emanzipatorisches Verhältnis zueinander setzen zu können.

Zeitgleich geraten traditionelle, auf dem Nationalstaat beruhende Narrative durch soziale Bewegungen und öffentliche Forderungen zunehmend unter Druck: Die weiße Identität befindet sich in einer Krise. Die rassistische Abwehr und nationalistische Verweigerung der sowie die öffentlichen Angriffe auf die Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erben sind davon ebenso Ausdruck wie die immer noch in Alltagspraktiken und Lebensweisen verankerte, jetzt aber zu bröckeln beginnende Vorstellung einer weißen Vormachtstellung. In ihrer dritten Vorlesung The Crises of White Identity lokalisiert Alcoff progressive Gestaltungsräume in diesen Spannungsfeldern und zeigt Möglichkeiten der Transformation und für die gemeinsame Neugestaltung von Lebensweisen.

Linda Martín Alcoff, Prof. Dr., ist Professorin für Philosophie am Hunter College und dem Graduate Center der City University of New York. Zu ihren Forschungsfeldern zählen die Kontinentalphilosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, Critical Race Studies, Sozialphilosophische Epistemologie, Postkoloniale und Feministische Theorien sowie die Lateinamerikanische Philosophie. Linda M. Alcoff war Mitglied des Programmbeirats der New York Society for Women in Philosophy und Präsidentin der American Philosophical Association. Als Autorin schreibt sie regelmäßig für die New York Times, Aeon und New York Indypendent. Für ihre 2006 erschienene Publikation Visible Identities. Race, Gender and the Self (Oxford: Oxford University Press) erhielt Linda M. Alcoff den Frantz Fanon Preis der Carribean Philosophical Association. Zu ihren weiteren Buchveröffentlichungen zählen unter anderem: Rape and Resistance. Understanding the Complexities of Sexual Violation. Cambridge: Polity Press 2018; The Future of Whiteness. Cambridge: Polity 2015; The Routledge Companion to the Philosophy of Race. New York und London: Routledge 2018 (Hg. zusammen mit Paul Taylor and Luvell Anderson).

Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2022, 29. Juni 2022. Campus Bockenheim, Hörsaal IV Goethe-Universität Frankfurt am Main

© IfS, mit freundlicher Genehmigung vom Suhrkamp-Verlag (https://www.suhrkamp.de)

[ARTE] Martin Saar: » Theorie & Praxis«

Medienberichte, Videos

Uckermark, Oktober 2021. In der Zweiten Konferenz im Großen Garten soll es wieder um ein großes Thema gehen: Gleichheit. Und diesmal muss es Regeln für die Diskussionen geben. Aber viel wichtiger: Wer soll eigentlich wie gleich sein und wie sieht die egalitäre Welt aus, in der wir gerne leben wollen? Wer kämpft mit wem und wofür? Etwas unerwartet sind sich plötzlich alle einig.
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