Dschihadisten. Junge Männer in einer totalen Subkultur

Felix Roßmeißl im Gespräch mit Greta Wagner

Warum werden junge Männer, die in modernen Gesellschaften aufgewachsen sind, zu Dschihadisten? Viele, die diesen Weg eingeschlagen haben, führten ihr Leben lange jenseits von Religion und bewaffneten Konflikten. Als Jugendliche oder junge Erwachsene fanden sie jedoch zum Islam in seiner militant salafistischen Auslegung und verschrieben ihr Leben fortan dieser total-religiösen und gewaltaffirmierenden Weltanschauung. Warum vollziehen sie diese ideologische Unterwerfung?  Warum halten sie trotz Zweifeln und Konflikten an diesem Weg fest? Und warum setzen manche dafür sogar ihr Leben aufs Spiel und werden zu brutalen Gewalttätern? Auf der Grundlage von Interviews mit Aussteigern und Angehörigen, Analysen dschihadistischer Propagandamaterialien und Beobachtungen von Gerichtsprozessen hat Felix Roßmeißl Antworten auf diese Fragen gesucht. Er zeigt, wie die jungen Männer in den Sog einer totalen Subkultur geraten und ihr Leben Schritt für Schritt auf die destruktiven Pfade des militanten Salafismus führen. Mit Greta Wagner spricht er über diese dschihadistischen Karrieren und die Frage, was sich aus ihren Bedingungen und Dynamiken über Prozesse autoritärer und ideologischer Unterwerfung lernen lässt.

Grundlage des Gesprächs ist das kürzlich veröffentlichte Buch von Felix Roßmeißl: Dschihadisten. Junge Männer in einer totalen Subkultur. Hamburg: Hamburger Edition 2025.

Felix Roßmeißl forscht als Soziologe in dem DFG-Projekt »Shaping Future Societies« an der Hochschule Fulda. Die Studie zu jungen Dschihadisten führte er am IfS durch.

Greta Wagner ist Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Kultursoziologie an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und Mitherausgeberin der IfS-Zeitschrift WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung.

Ort: Karl Marx Buchhandlung

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