Die Welt des Krieges. Diskurs und Politik nach der »Zeitenwende« – Mario Neumann im Gespräch mit Sarah Kruck

Über vier Jahre nach Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine kann kaum noch ein Zweifel daran bestehen, dass die daraufhin von Bundeskanzler Olaf Scholz verkündete Zeitenwende in vollem Gange ist. Sie erstreckt sich bei Weitem nicht auf Veränderungen in der Außen- und Sicherheitspolitik, sondern hat Besitz ergriffen von Politik und Gesellschaft insgesamt. Wir leben in einer Zeit des Krieges – und während die Bevölkerung und die Öffentlichkeit immer noch Schwierigkeiten haben, in dieser Gegenwart anzukommen, sind die politischen Eliten längst damit beschäftigt, die Zukunft dieser Entwicklung zu vertiefen. Ein ambitionierter Plan der Europäischen Kommission, der den schnörkellosen Titel einer »Wiederbewaffnung Europas« trägt, ist nur ein besonders eindrückliches Beispiel dieser Entwicklung, die sich keinesfalls trennen lässt von einem vergleichsweise inflationär beobachteten Autoritarismus. Wie kann die gegenwärtige Expansion der Kriegslogik analysiert und ihre Verbindung zu autoritären Entwicklungen verstanden werden – und was sind wirksame Gegenmittel? Die Veranstaltung soll den Raum für diese Debatten öffnen.

 

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils im 20 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm. Der Eintritt ist frei.

Ort: Künstler*innenhaus Mousonturm

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