nd über die Adorno Vorlesungen 2023: »Etwas, das in uns allen steckt«
11.09.2025 - Medienberichte
In »Psychoanalyse und Antisemitismus« aktualisiert Ilka Quindeau die Analysen der Kritischen Theorie
»Wozu Antisemitismus?« So lautet knapp der Titel der ersten von Ilka Quindeaus drei Adorno-Vorlesungen aus dem Jahr 2023, die auch den drei Kapiteln in dessen Buch »Psychoanalyse und Antisemitismus« entsprechen. Dies gibt die Richtung der Untersuchung vor; mit der Frage nach dem Zweck stellt die Autorin sich in die Tradition der frühen Kritischen Theorie, die nach psychodynamischen Erklärungen der Empfänglichkeit für Antisemitismus suchte. Damit tritt die Soziologin und praktizierende Psychoanalytikerin aus dem Definitions- und Zuweisungsmodus gegenwärtiger Debatten heraus. Dass Quindeaus vor dem folgenschweren 7. Oktober 2023 gehaltenen und danach (trotzdem) in diesem Jahr in Buchform herausgegebenen Vorträge für Selbstkritik statt Schuldzuweisungen oder Antisemitismusdefinitionen plädieren, macht sie nicht zu Apologien der (neuen) Antisemiten. Vielmehr gilt das Erkenntnisinteresse der Psychoanalytikerin der Wurzel, Funktion und Persistenz antisemitischer Meinungen, die in ihrer unbewussten Form gesellschaftlich überall vorkämen, eben nicht nur bei den »weltanschaulichen Antisemiten«.
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