[soziopolis] Saskia Gränitz: »Intervention zur rechten Zeit«

17.06.2024 - Medienberichte

Rezension zu »Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt« von Steffen Mau

Kurz vor dem oder in den ersten Jahren des Nationalsozialismus entwickelte Walter Benjamin mit dem Begriff der »Jetztzeit« einen Grundbaustein seiner Geschichtsphilosophie: Jedes »Jetzt ist das Jetzt einer bestimmten Erkennbarkeit. In ihm ist die Wahrheit mit Zeit bis zum Zerspringen geladen.« Nicht wo »das Vergangene sein Licht auf das Gegenwärtige oder das Gegenwärtige sein Licht auf das Vergangene« wirft, stellt sich ein solcher Moment der Erkennbarkeit ein, sondern wo »das Gewesene mit dem Jetzt blitzhaft zu einer Konstellation zusammentritt«. In ein solches Jetzt interveniert Steffen Mau. Er fordert zum Innehalten auf in einer Zeit, die vom Durchmarsch der AfD in den Parlamenten, einer Verrohung der bürgerlichen Öffentlichkeit, zunehmender Enthemmung rechter Akteure auf der Straße und anhaltender Gewalt von Neonazis geprägt ist. All dies, so betont er immer wieder, ist kein alleiniges Problem ›des Ostens‹, wir müssen die hiesige Entwicklung vielmehr als Seismograf für eine bundesweite (und internationale) Tendenz begreifen.
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Dr. Mirko Broll

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