soziopolis über die Tagung Kritische Theorie und Soziologische Theorie: »Flood the zone with theory«
27.03.2025 - Medienberichte
Bericht zur Tagung „Kritische Theorie und Soziologische Theorie“ am 20. und 21. Februar 2025 in Frankfurt am Main
Jedes Nachdenken über das Verhältnis von kritischer und soziologischer Theorie, zumal wenn es sich – wie die von der DGS-Sektion Soziologische Theorie ausgetragene Tagung „Kritische Theorie und Soziologische Theorie“ am 20. und 21. Februar 2025 – in Frankfurt am Main ereignet, schreibt gewollt oder ungewollt die Geschichte einer einst spannungsreichen Beziehung fort. Bereits das Gründungsdokument der Frankfurter Schule, die Antrittsrede des jungen Direktors Max Horkheimer am Institut für Sozialforschung im Jahr 1931,[1] versuchte, ein Programm kritischer Sozialforschung gegen die in der Weimarer Republik an den deutschen Hochschulen allmählich Fuß fassende akademische Soziologie in Stellung zu bringen. In den 1950er-Jahren wirkten Horkheimer und Theodor W. Adorno dann an der institutionellen Verfestigung der Soziologie in der jungen Bundesrepublik mit, ohne dabei allerdings ihre intellektuelle Distanz zu dem Fach aufzugeben.[2] Umgekehrt verhielt sich das junge Fach in der Bundesrepublik nicht selten reserviert gegenüber den 1951 aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrten Frankfurtern. Im Positivismusstreit der 1960er-Jahre und in der westdeutschen Studentenbewegung vertieften sich die Gräben zwischen einem akademischen Lehrfach, das nicht zuletzt auf Betreiben Horkheimers und Adornos sich in ein Diplom-Hauptfach verwandelt hatte, und einem sozialphilosophischen Denken, das in Zusammenhang mit der Theorie der Arbeiterbewegung stand, auch wenn dies nach 1945 kaum mehr erkennbar war.
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