Versorgerin über das IfS: »Die Praxis kritischer Theorie«

01.06.2024 - Medienberichte

Philipp Lenhard hat mit »Café Marx« eine weitere Geschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung vorgelegt. Inwieweit sie ihrem Gegenstand gerecht wird, analysiert Robert Zwarg. Einer der programmatischsten Texte der Kritischen Theorie entstand in einem Moment höchster Ungewissheit. Max Horkheimers »Traditionelle und kritische Theorie« wurde 1937 im zweiten Heft der Zeitschrift für Sozialforschung veröffentlicht, als sich der Autor und das 1923 gegründete Institut bereits im Exil in New York befanden. Ob und wie das Institut weiter existieren würde, war keineswegs ausgemacht. Im Schatten dieser Ungewissheit griff Horkheimer in seinem Aufsatz nicht zufällig die Frage nach dem Weiterleben der Kritischen Theorie und den Bedingungen ihres »geschichtlichen Erfolg[es]« auf. Zum einen müsse die Theorie das »Interesse an einer Umwandlung« der Gesellschaft, das sich »mit der herrschenden Ungerechtigkeit notwendig reproduziert«, leiten und formen, während dieses Interesse zugleich auf die Theorie zurückwirke. Damit wird allerdings die zweite Bedingung, die Horkheimer nannte, durchaus problematisch, nämlich »die möglichst strenge Weitergabe der kritischen Theorie«. Bis zu ihrer »Bestätigung durch den Sieg«, so heißt es, wäre das der »Kampf um ihre richtige Fassung und Anwendung«.
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Dr. Mirko Broll

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