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[der Freitag]
der Freitag über 100 Jahre IfS: »Dem Bewusstsein auf der Spur: Die Gründung des Instituts für Sozialforschung«
Zeitungsartikel, Über das IfS
In Frankfurt am Main wird 1924 das Institut für Sozialforschung gegründet. Es soll die Niederlage der Revolution von 1918 ergründen und den Marxismus aus der Krise holen. Das Frankfurter Institut für Sozialforschung (IfS) hat das intellektuelle Klima der Bundesrepublik in deren ersten Jahrzehnten maßgeblich bestimmt. Wer heute an diese Zeit zurückdenkt, wird sich vor allem an Theodor W. Adorno erinnern, den Philosophen und Soziologen, der zwischen 1958 und 1969, seinem Todesjahr, Institutsdirektor war. Und an die Dialektik der Aufklärung, das Buch, das Adorno zusammen mit Max Horkheimer, der vor ihm Direktor gewesen war, zwischen 1939 und 1944 im US-amerikanischen Exil geschrieben hatte. Doch das IfS, das heute von dem Soziologen Stephan Lessenich geleitet wird, gibt es seit hundert Jahren – am 22. Juni 1924 wurde es eröffnet -, und auch seine Frühzeit verdient es überhaupt nicht, vergessen zu werden.
[Frankfurter Rundschau]
FR: »Antisemitismus und Anti–Antisemitismus – Wer cancelt hier eigentlich wen?«
Zeitungsartikel, Über das IfS
Eine Diskussion im Frankfurter Jüdischen Museum über die Logik des Absagens. Es sei, als wolle man Pudding an die Wand nageln, sagt Natan Sznaider zu dem Problem, den Begriff »Cancel Culture« dingfest zu machen. Damit traf er den Nagel auf den Kopf, um im Bild zu bleiben: Denn die Diskussionsrunde »Cancel Cultures von 1968 bis heute: Aufregung und Aktivismus auf den Bühnen der Kultur« im Jüdischen Museum Frankfurt war von der Begrifflichkeit her doch etwas groß angelegt. »Cancel Culture« wurde dabei nicht etwa als Kampfbegriff der Neuen Rechten verstanden, die damit ihren vermeintlich ungerechtfertigten Ausschluss von Debatten skandalisieren. Sondern als etwas anderes – womöglich als die derzeit in der Kulturszene virulente Dynamik, lieber jemand anderen zu »canceln« als selbst »gecancelt« zu werden. Oder als ein ideologisch-motiviertes Boykottverhalten. Oder als beides.
[FAZ]
FAZ »Was von wem gecancelt wird«
Zeitungsartikel, Über das IfS
Selten erlebt man eine so kluge und differenzierte Diskussion wie jetzt über »Cancel Cultures« – und so einen harschen Kontrast mit der Realität.
[nd]
Stephan Lessenich: »Es geht ums Ganze«
Interviews, Zeitungsartikel, Aus dem IfS
Der Direktor des Instituts für Sozialforschung spricht im Interview über die krisenhafte Reproduktion des Bestehenden und Kämpfe auf dem Campus Bockenheim.
[RLS]
RLS über 100 Jahre IfS: »Vor 100 Jahren wurde das Institut für Sozialforschung eröffnet«
Zeitungsartikel, Über das IfS
Die Geschichte der Kritischen Theorie und der Frankfurter Schule ist eng mit dem Institut für Sozialforschung (IfS) in Frankfurter/Main als dem Ort kritischen Denkens verbunden. 1922 wurde der Förderverein gegründet, im Jahr darauf erfolgte die formale Gründung als unabhängige Einrichtung, kurz zuvor wurde die Erste Marxistische Arbeitswoche (EMA) abgehalten, die mitunter als das erste Theorieseminar der Kritischen Theorie angesehen wird. Am 22. Juni 1924 fand die feierliche Eröffnung des eigens entworfenen Neubaus statt. Das IfS erweist sich historisch und gegenwärtig als viererlei: es war und ist ein »konkretes Gebäude«, es war und ist »Treffpunkt für Wissenschaftler« (und viele andere), es war und ist »eine Forschungsreinrichtung« sowie »eine sich […] permanent verändernde Idee«.
[Tagesspiegel]
Tagesspiegel über 100 Jahre IfS: »Revolutionäres Denken: Wie das Institut für Sozialforschung die Welt veränderte«
Zeitungsartikel, Über das IfS
Die Gründung des Instituts 1923 markierte den Beginn einer intellektuellen Revolution. Sie wurde getragen von visionären Köpfen wie Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Walter Benjamin.
[express]
Robin Mohan: »K(l)eine »Revolution« Die neue Pflegepersonalregelung in den Krankenhäusern«
Zeitungsartikel, Aus dem IfS
Nach einem langen Kampf sind die letzten Hürden nun genommen – zum 1. Juli 2024 wird an den Krankenhäusern die Pflegepersonalregelung 2.0 (PPR 2.0) eingeführt. Dabei handelt es sich um ein Instrument zur Personalbemessung, das sich – anders als die seit 2019 geltenden Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) – am tatsächlichen Pflegebedarf der Patient:innen orientiert. Um den Personalbedarf festzustellen, werden Patient:innen der somatischen Stationen1 künftig täglich den erforderlichen Pflegemaßnahmen entsprechend in verschiedene
Patientengruppen eingestuft, denen feste, wissenschaftlich fundierte Minutenwerte zugeordnet sind. Aus der Umrechnung dieser Minutenwerte in Vollzeitstellen ergibt sich ein Soll-Wert für die Personalausstattung in der Pflege.
[soziopolis]
Saskia Gränitz: »Intervention zur rechten Zeit«
Rezensionen, Zeitungsartikel, Aus dem IfS
Rezension zu »Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt« von Steffen Mau Kurz vor dem oder in den ersten Jahren des Nationalsozialismus entwickelte Walter Benjamin mit dem Begriff der »Jetztzeit« einen Grundbaustein seiner Geschichtsphilosophie: Jedes »Jetzt ist das Jetzt einer bestimmten Erkennbarkeit. In ihm ist die Wahrheit mit Zeit bis zum Zerspringen geladen.« Nicht wo »das Vergangene sein Licht auf das Gegenwärtige oder das Gegenwärtige sein Licht auf das Vergangene« wirft, stellt sich ein solcher Moment der Erkennbarkeit ein, sondern wo »das Gewesene mit dem Jetzt blitzhaft zu einer Konstellation zusammentritt«. In ein solches Jetzt interveniert Steffen Mau. Er fordert zum Innehalten auf in einer Zeit, die vom Durchmarsch der AfD in den Parlamenten, einer Verrohung der bürgerlichen Öffentlichkeit, zunehmender Enthemmung rechter Akteure auf der Straße und anhaltender Gewalt von Neonazis geprägt ist. All dies, so betont er immer wieder, ist kein alleiniges Problem ›des Ostens‹, wir müssen die hiesige Entwicklung vielmehr als Seismograf für eine bundesweite (und internationale) Tendenz begreifen.
[FAZ]
FAZ über das IfS: »Frankfurter Schule: Im akademischen Klassenkampf«
Zeitungsartikel, Über das IfS
Ein wenig akademischer Klassenkampf war schon nötig, um der Soziologie in der Frankfurter Schule wieder zu ihrem Recht zu verhelfen: Über das Institut für Sozialforschung nach dem Tod Theodor W. Adornos.
[Versorgerin – Zeitung der Stadtwerkstatt]
Versorgerin über das IfS: »Die Praxis kritischer Theorie«
Zeitungsartikel, Über das IfS
Philipp Lenhard hat mit »Café Marx« eine weitere Geschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung vorgelegt. Inwieweit sie ihrem Gegenstand gerecht wird, analysiert Robert Zwarg. Einer der programmatischsten Texte der Kritischen Theorie entstand in einem Moment höchster Ungewissheit. Max Horkheimers »Traditionelle und kritische Theorie« wurde 1937 im zweiten Heft der Zeitschrift für Sozialforschung veröffentlicht, als sich der Autor und das 1923 gegründete Institut bereits im Exil in New York befanden. Ob und wie das Institut weiter existieren würde, war keineswegs ausgemacht. Im Schatten dieser Ungewissheit griff Horkheimer in seinem Aufsatz nicht zufällig die Frage nach dem Weiterleben der Kritischen Theorie und den Bedingungen ihres »geschichtlichen Erfolg[es]« auf. Zum einen müsse die Theorie das »Interesse an einer Umwandlung« der Gesellschaft, das sich »mit der herrschenden Ungerechtigkeit notwendig reproduziert«, leiten und formen, während dieses Interesse zugleich auf die Theorie zurückwirke. Damit wird allerdings die zweite Bedingung, die Horkheimer nannte, durchaus problematisch, nämlich »die möglichst strenge Weitergabe der kritischen Theorie«. Bis zu ihrer »Bestätigung durch den Sieg«, so heißt es, wäre das der »Kampf um ihre richtige Fassung und Anwendung«.
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