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[RLS]

RLS über 100 Jahre IfS: »Vor 100 Jahren wurde das Institut für Sozialforschung eröffnet«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Die Geschichte der Kritischen Theorie und der Frankfurter Schule ist eng mit dem Institut für Sozialforschung (IfS) in Frankfurter/Main als dem Ort kritischen Denkens verbunden. 1922 wurde der Förderverein gegründet, im Jahr darauf erfolgte die formale Gründung als unabhängige Einrichtung, kurz zuvor wurde die Erste Marxistische Arbeitswoche (EMA) abgehalten, die mitunter als das erste Theorieseminar der Kritischen Theorie angesehen wird. Am 22. Juni 1924 fand die feierliche Eröffnung des eigens entworfenen Neubaus statt. Das IfS erweist sich historisch und gegenwärtig als viererlei: es war und ist ein »konkretes Gebäude«, es war und ist »Treffpunkt für Wissenschaftler« (und viele andere), es war und ist »eine Forschungsreinrichtung« sowie »eine sich […] permanent verändernde Idee«.


[nd]

Stephan Lessenich: »Es geht ums Ganze«

Interviews, Zeitungsartikel, Aus dem IfS

Der Direktor des Instituts für Sozialforschung spricht im Interview über die krisenhafte Reproduktion des Bestehenden und Kämpfe auf dem Campus Bockenheim.


[Tagesspiegel]

Tagesspiegel über 100 Jahre IfS: »Revolutionäres Denken: Wie das Institut für Sozialforschung die Welt veränderte«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Die Gründung des Instituts 1923 markierte den Beginn einer intellektuellen Revolution. Sie wurde getragen von visionären Köpfen wie Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Walter Benjamin.


[express]

Robin Mohan: »K(l)eine »Revolution« Die neue Pflegepersonalregelung in den Krankenhäusern«

Zeitungsartikel, Aus dem IfS

Nach einem langen Kampf sind die letzten Hürden nun genommen – zum 1. Juli 2024 wird an den Krankenhäusern die Pflegepersonalregelung 2.0 (PPR 2.0) eingeführt. Dabei handelt es sich um ein Instrument zur Personalbemessung, das sich – anders als die seit 2019 geltenden Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) – am tatsächlichen Pflegebedarf der Patient:innen orientiert. Um den Personalbedarf festzustellen, werden Patient:innen der somatischen Stationen1 künftig täglich den erforderlichen Pflegemaßnahmen entsprechend in verschiedene
Patientengruppen eingestuft, denen feste, wissenschaftlich fundierte Minutenwerte zugeordnet sind. Aus der Umrechnung dieser Minutenwerte in Vollzeitstellen ergibt sich ein Soll-Wert für die Personalausstattung in der Pflege.


[soziopolis]

[soziopolis] Saskia Gränitz: »Intervention zur rechten Zeit«

Rezensionen, Zeitungsartikel, Aus dem IfS

Rezension zu »Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt« von Steffen Mau

Kurz vor dem oder in den ersten Jahren des Nationalsozialismus entwickelte Walter Benjamin mit dem Begriff der »Jetztzeit« einen Grundbaustein seiner Geschichtsphilosophie: Jedes »Jetzt ist das Jetzt einer bestimmten Erkennbarkeit. In ihm ist die Wahrheit mit Zeit bis zum Zerspringen geladen.« Nicht wo »das Vergangene sein Licht auf das Gegenwärtige oder das Gegenwärtige sein Licht auf das Vergangene« wirft, stellt sich ein solcher Moment der Erkennbarkeit ein, sondern wo »das Gewesene mit dem Jetzt blitzhaft zu einer Konstellation zusammentritt«. In ein solches Jetzt interveniert Steffen Mau. Er fordert zum Innehalten auf in einer Zeit, die vom Durchmarsch der AfD in den Parlamenten, einer Verrohung der bürgerlichen Öffentlichkeit, zunehmender Enthemmung rechter Akteure auf der Straße und anhaltender Gewalt von Neonazis geprägt ist. All dies, so betont er immer wieder, ist kein alleiniges Problem ›des Ostens‹, wir müssen die hiesige Entwicklung vielmehr als Seismograf für eine bundesweite (und internationale) Tendenz begreifen.


[FAZ]

FAZ über das IfS: »Frankfurter Schule: Im akademischen Klassenkampf«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Ein wenig akademischer Klassenkampf war schon nötig, um der Soziologie in der Frankfurter Schule wieder zu ihrem Recht zu verhelfen: Über das Institut für Sozialforschung nach dem Tod Theodor W. Adornos.


[Versorgerin – Zeitung der Stadtwerkstatt]

Versorgerin über das IfS: »Die Praxis kritischer Theorie«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Philipp Lenhard hat mit »Café Marx« eine weitere Geschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung vorgelegt. Inwieweit sie ihrem Gegenstand gerecht wird, analysiert Robert Zwarg. Einer der programmatischsten Texte der Kritischen Theorie entstand in einem Moment höchster Ungewissheit. Max Horkheimers »Traditionelle und kritische Theorie« wurde 1937 im zweiten Heft der Zeitschrift für Sozialforschung veröffentlicht, als sich der Autor und das 1923 gegründete Institut bereits im Exil in New York befanden. Ob und wie das Institut weiter existieren würde, war keineswegs ausgemacht. Im Schatten dieser Ungewissheit griff Horkheimer in seinem Aufsatz nicht zufällig die Frage nach dem Weiterleben der Kritischen Theorie und den Bedingungen ihres »geschichtlichen Erfolg[es]« auf. Zum einen müsse die Theorie das »Interesse an einer Umwandlung« der Gesellschaft, das sich »mit der herrschenden Ungerechtigkeit notwendig reproduziert«, leiten und formen, während dieses Interesse zugleich auf die Theorie zurückwirke. Damit wird allerdings die zweite Bedingung, die Horkheimer nannte, durchaus problematisch, nämlich »die möglichst strenge Weitergabe der kritischen Theorie«. Bis zu ihrer »Bestätigung durch den Sieg«, so heißt es, wäre das der »Kampf um ihre richtige Fassung und Anwendung«.


[soziopolis]

soziopolis über den Briefwechsel zwischen Theodor W. Adorno und Ludwig von Friedeburg: »Der Kapitän und die Flaschenpost«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Rezension zu »Briefwechsel 1950–1969 und weitere Materialien« von Theodor W. Adorno und Ludwig von Friedeburg

Im Jahr 1943, als der Philosoph Theodor W. Adorno in Pacific Palisades gerade fieberhaft mit Max Horkheimer an der Dialektik der Aufklärung arbeitete, die beide als »Flaschenpost« an nachfolgende Generationen verstanden, befand sich der spätere Soziologe Ludwig von Friedeburg auf hoher See. Als Sohn des letzten Generaladmirals der deutschen Kriegsmarine wurde der 1924 geborene Friedeburg im Zweiten Weltkrieg der jüngste deutsche U-Boot-Kommandant. Für seine Verdienste im U-Boot-Krieg wurde er von Hitlers Generälen bis zum Leutnant zur See befördert. Kaum jemand hätte sich damals wohl vorstellen können, dass Adorno und Friedeburg nur sieben Jahre später nicht nur eine fast zwanzig Jahre währende Korrespondenz beginnen würden, sondern dass Friedeburg nach Adornos und Horkheimers Tod deren Nachfolge als Direktor des Instituts für Sozialforschung antreten würde. Die als Juden nach Amerika getriebenen marxistischen Philosophen und der »arische« Sprössling einer alten deutschen Offiziersfamilie schienen zwei vollkommen unterschiedlichen Welten anzugehören.


[welt]

welt über den Briefwechsel zwischen Theodor W. Adorno und Ludwig von Friedeburg: »›Lieber Ludwig!‹ – ›Lieber Teddie!‹«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Der eine musste vor den Nazis fliehen. Der andere war Marine-Offizier unter Hitler. Trotzdem wurden Theodor W. Adorno und Ludwig von Friedeburg nach dem Krieg Freunde. Was uns ihre Briefe über Deutschland im 20. Jahrhundert erzählen.


[SuN]

Ann–Katrin Kastenberger und Dora Stanic: »Rezension zum Buch »Rechtspopulismus vs. Klimaschutz? Positionen, Einstellungen, Erklärungsansätze« «

Rezensionen, Zeitungsartikel, Aus dem IfS

Ein »doppeltes Desiderat« in der gegenwärtigen Forschung

Ausgangspunkt der Studie ist die Feststellung eines »doppeltes Desiderat« (Sommer et al. 2021: 62) in der gegenwärtigen Forschung: Einerseits erfahren die Phänomene des erstarkenden Rechtspopulismus sowie die wachsenden Herausforderungen der Klimakrise jeweils große Aufmerksamkeit, andererseits widmen sich nur wenige Studien dem möglichen Zusammenhang zwischen beiden Bereichen (vgl. Sommer et al. 2022: 13). Die leitende Forschungsfrage des Buches lautet daher: »Gibt es einen Zusammenhang zwischen den sich verschärfenden ökologischen Krisen wie der Klimakrise sowie den politischen Bestrebungen, diese einzudämmen, und dem Erstarken des Rechtspopulismus?« (ebd.: 14). Mit ihrer Arbeit zielen die Autor*innen darauf ab, die genannte Forschungslücke zu schließen, da die Phänomene der Klimakrise sowie des (Rechts-)Populismus zwar häufig gesondert, jedoch selten einer gemeinsamen Beobachtung unterzogen werden. Damit lässt sich die Studie einer Reihe von Forschungen zuordnen, die sich aktuell mit den politischen Debatten und gesellschaftlichen Konsequenzen der sozial-ökologischen Transformation beschäftigten (vgl. u.a.: Blühdorn 2020; Gürtler et al. 2021; Ekberg et al. 2022; Eversberg 2023; Mau et al. 2023; Quent et al. 2022).