Dienstag

Künstler*innenhaus Mousonturm

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Anlässlich des Erscheinens der neuen Ausgabe von WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung

Angesichts der anhaltenden rechten, meist rassistischen und antisemitischen Gewalt in Deutschland sowie ihrer häufig unzureichenden strafrechtlichen Verfolgung widmet sich der Abend künstlerischen Interventionen, die die Grenzen behördlicher Ermittlungen und medialer Berichterstattung reflektieren. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern Kunst durch die Bearbeitung vorhandener Untersuchungsmaterialen und die Einbeziehung ausgeklammerter Perspektiven selbst zu einer Form der Untersuchung werden kann, die die Verzerrungen und Leerstellen der etablierten Verfahren offenlegt und in Frage stellt. Nach einer Lesung des Theaterautors und Regisseurs Tuğsal Moğul sowie einem Screening der Filmemacherin Aysun Bademsoy diskutieren die Herausgeber:innen des WestEnd-Schwerpunkts »Die Kunst der Gegenuntersuchung« mit den Künstler:innen über ästhetische Verfahrensweisen der Bezeugung und Aufklärung rechter Gewalt.

Gäste: Aysun Bademsoy, Marie-Hélène Gutberlet, Tuğsal Moğul, Felix Trautmann, Franziska Wildt
Moderation: Francesca Raimondi

Launch von WestEnd 02/2025

Freitag

Grüne Lunge am Günthersburgpark und 2og:dondorf (ehemalige Dondorf Druckerei

WohnWendeWerkstatt

WohnWendeWerkstatt

Werkstatt- und Dialogtag im Rahmen der Reihe WohnWendeWerkstatt«, der sich mit aktuellen Fragen der Bodenpolitik und ihrer kommunalen Steuerung beschäftigt.

Ausgangspunkt für den Austausch ist die Entwicklung neuer Praxisperspektiven für die Grüne Lunge am Günthersburgpark. An das Areal werden unterschiedliche Nutzungsansprüche gestellt, da es einerseits sehr biodivers ist und wichtige klimatische Funktionen erfüllt, aber sich gleichzeitig aufgrund der Innenstadtnähe als gewinnträchtiges Baugebiet anbietet. Wir wollen im Workshop untersuchen, welche bodenpolitischen Erfahrungen aus anderen Städten, insbesondere aus Ulm und München, neue Perspektiven für die Grüne Lunge eröffnen.

Ziel ist ein fachlicher, praxisnaher Austausch zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Stadtgesellschaft, bei dem die Frage erörtert werden soll, welche Gestaltungsoptionen sich durch andere Formen der Bodenpolitik ergeben.

Referent*innen und Gäste:

  • Stephan Reiß-Schmidt, Stadtdirektor a.D., Berater und Autor; Ko-Vorsitzender des Ausschusses Bodenpolitik der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung und Mitinitiator des BÜNDNIS BODENWENDE
  • Carola Christ, Leiterin der Hauptabteilung Stadtplanung, Umwelt, Baurecht, Stadt Ulm
  • Ulrich Soldner, ehem. Leiter Abteilung Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Stadt Ulm

Veranstaltungsablauf:

11 Uhr – 17 Uhr

Grüne Lunge / 2OG:Dondorf

Praxisorientiertes Fachgespräch

(offen mit Anmeldung; Infos zum Ablauf und Kontakt: Johanna Betz - j.betz@em.uni-frankfurt.de)

18 Uhr – 20 Uhr

2OG:Dondorf

Öffentliche Ergebnispräsentation und Podiumsdiskussion

Zeitplan 20.02.2026 - Perspektiven für den Umgang mit Boden

Praxisorientiertes Fachgespräch (offen mit Anmeldung)

11:00 – 12:30 Uhr | Grüne Lunge am Günthersburgpark (Frankfurt)

  • Begrüßung & Einführung
  • Rundgang durch die »Grüne Lunge«
  • Anschließend: gemeinsame Fahrt zur ehemaligen Dondorf-Druckerei

13:00 – 14:00 Uhr | 2OG:Dondorf

  • Gemeinsames Mittagessen

14:00 – 14:20 Uhr
Input: Das Ulmer Modell der Bodenpolitik

  • Frau Christ (Leitung Stadtplanung, Umwelt, Baurecht, Stadt Ulm)
  • Herr Soldner (ehem. Leiter Abteilung Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Stadt Ulm)

14:20 – 14:40 Uhr
Input: Bodenpolitik in Frankfurt (tba)

  • Instrumente der Bodenpolitik in Frankfurt
  • Aktuelle Überlegungen und Perspektiven zur Grünen Lunge

14:40 – 15:00 Uhr
Rückfragen & gemeinsame Verständigung

15:00 – 17:30 Uhr | Werkstattphase

  • Diskussion und Erarbeitung zentraler Thesen
  • Ziel: Verdichtung von Kernaussagen und Thesen für die Abendveranstaltung

 

Öffentliche Ergebnispräsentation und Podiumsdiskussion

18:00 – 20:00 Uhr | Öffentliche Abendveranstaltung

  • Begrüßung & Einführung
  • Impuls von Stephan Reiß-Schmidt
  • Podiumsgespräch
    • Vorstellung der in den Werkstätten erarbeiteten Thesen
    • Diskussion mit Vertreter*innen aus Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft
  • Offene Diskussion mit dem Publikum
  • Informeller Ausklang des Abends an der Bar

 

Anmeldung & Organisation

Zur besseren Planung bitten wir Sie, sich für die Teilnahme am Praxisorientierten Fachgespräch verbindlich anzumelden bis zum 31.01.2026.

Bitte schreiben Sie dazu eine Mail mit folgenden Angaben an Johanna Betz (E-Mail: j.betz@em.uni-frankfurt.de)

  • Name
  • Institutioneller Kontext
  • Teilnahme
    • ☐ Ganzer Tag (inkl. Mittagessen)
    • ☐ Nur Vormittag
    • ☐ Nur Nachmittag / Abend
  • Teilnahme am Mittagessen (Das Mittagessen erfolgt (außer für Referent*innen) auf Selbstzahler*innenbasis)
    • ☐ Ja
    • ☐ Nein
    • Hinweise zu Allergien / Unverträglichkeiten

Hinweis:

  • Zur Vorbereitung auf das Fachgespräch versenden wir zwei Wochen vor der Veranstaltung eine kleine Mappe mit Informationen zu Bodenpolitik und zur Grünen Lunge
  • Für die Teilnahme an der Abendveranstaltung ist keine Anmeldung notwendig.

 

Veranstalter*innen

Wohnlabor Frankfurt (https://www.ifs.uni-frankfurt.de/wohnlabor.html)
In Kooperation mit lokalen und überregionalen Partner*innen

Teil der Veranstaltungsreihe: WohnWendeWerkstatt. Wohnungspolitische Konflikte und sozial-ökologische Perspektiven in Frankfurt am Main

Kontakt:       Johanna Betz - j.betz@em.uni-frankfurt.de

Lucas Geilen - lucas.geilen@yahoo.de

Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch!

 

Donnerstag

Casino 1.801, Campus Westend

IG-Farben-Nebengebäude 1.741b, Campus Westend

Tagungen, Konferenzen, Workshops

Tagungen, Konferenzen, Workshops

Programm am Donnerstag, 19. Februar 2026

13.30–14.00 Uhr

Christian Dries, Martin Kudla, Stephan Lessenich, Christian Wiese

Begrüßung und Einführung

14.00–14.45 Uhr

Jochen Gimmel

Apokalypse: Die Wiederkehr des Verdrängten

14.45–15.30 Uhr

Sara Walker

(Nicht-)Erfahrung in einer apokalyptischen Welt: Anders, Adorno, Benjamin

15.30–16.00 Uhr Pause

16.00–16.45 Uhr

Stefan Niklas

Die Selbstbegegnung der Erde hat nicht stattgefunden: Günther Anders und der Planet als ein »auf atemberaubende Weise Unbekanntes«

16.45–17.30 Uhr

Laëtitia Riss

From Apocalypse to Globocide: On Anders’ Last Word

18.00 Uhr

Öffentlicher Vortrag

Yael Kupferberg

Vom »letzten« zum »ersten« Juden. Günther Anders – das Judentum und die jüdische Existenz

19.30 Uhr Gemeinsames Abendessen

 

Programm am Freitag, 20. Februar 2026

9.30–10.15 Uhr

Robert Ziegelmann

Zweierlei Inversion der Utopie: Zum Bilderverbot bei Günther Anders und in der Kritischen Theorie

10.15–11.00 Uhr

Jonas Balzer

Antiquiertheit der Bedürfnisse? – Zu Verlauf und Wirkung einer Seminardiskussion unter Beteiligung von Theodor W. Adorno, Günther Anders, Max Horkheimer und Herbert Marcuse

11.30–12.15 Uhr

Jason Dawsey

Technology Critique and Counterrevolution: Günther Anders, Post-Marxism, and the Beginning of the Neoliberal Era

12.15–13.00 Uhr

Mara Recklies

Vom Genozid zum Globozid? Adorno und Anders’ Kritik der instrumentellen Designpraxis

13.00–14.30 Uhr Mittagspause

14.30–15.15 Uhr

Bernd Bösel

Marcuse und Anders: Zwei komplementäre Vordenker der Degrowth-Bewegung?

15.15–16.00 Uhr

Susanne Herresthal

Kreative Negativität bei Günther Anders

16.30–17.15 Uhr

Lucas Pohl

Mensch ohne Welt: Günther Anders und die kritische Geographie der Endzeit

18.30 Uhr Gemeinsames Abendessen

 

Programm am Samstag, 21. Februar 2026

9.30–10.15 Uhr

Jacob Blumenfeld

Three Catastrophes

10.15–11.00 Uhr

Florian Heßdörfer

Apokalypseblindheit: Versuch über die Endzeit als Erkenntnishindernis

11.00–11.30 Uhr

Pause

11.30–12.15 Uhr

Marcus Quent

Was heißt: Kritik der Apokalypse-Blindheit?

12.15–13.00 Uhr

Tom Vandeputte

Toward a Critical Theory of Extinction

 

 

Tagung vom 19. bis 20. Februar 2026 in Frankfurt am Main

Günther Anders, geb. Stern (1902–1992), wird in jüngster Zeit vermehrt als Inspirationsquelle für ein kritisches Denken der Gegenwart wiederentdeckt: im (post-)apokalyptischen Diskurs bei Jean-Pierre Dupuy oder Srećko Horvath, in Bruno Latours Gaia-Vorlesungen und Christine Hentschels Überlegungen zum »edge work« von Klima-Aktivist:innen, die nach alternativen Formen des Überlebens und des Widerstands im Anthropozän suchen.[1] Teils zustimmend, teils kritisch haben sich auch Denker:innen wie Zygmunt Bauman, Deborah Danowski, Eduardo Viveiros de Castro, Michaël Fœssel, Jean-Luc Nancy, Guillaume Paoli, Peter Sloterdijk und Slavoj Žižek auf Anders bezogen.[2] Im Fokus steht dabei meist dessen »prophylaktisches« apokalyptisches Denken, das die Katastrophe an die Wand schreibt, um sie zu verhindern, gepaart mit der Idee einer »moralischen Phantasie«, von »Streckübungen« unseres Vorstellungs- und Gefühlsvermögens. Auch Andersʼ Medienkritik wurde unlängst wieder für aktuelle Debatten um Künstliche Intelligenz und Affektpolitik revitalisiert (z.B. bei Bernd Bösel, Anna-Verena Nosthoff und Felix Maschewski[3]).

Zwei bedeutsame Traditionslinien, an die Anders explizit und implizit anschließt, bleiben dabei häufig unterbelichtet: Neben seiner akademischen Sozialisation bei Husserl und Heidegger und einem starken Bezug zur Philosophischen Anthropologie Plessners fühlte sich Anders vor allem der frühen Kritischen Theorie verbunden und bezeichnete sich selbst immer wieder als Marxist. Trotz großer inhaltlicher Nähe zur frühen Kritischen Theorie bleibt Anders bei den meisten »Frankfurtern« jedoch stets ein allenfalls geduldeter, zumeist aber ignorierter Außenseiter. Starke Bezüge gibt es außerdem zum Judentum. Anders reflektiert sie offen, meist aber nur, um sich selbst als abtrünnig zu inszenieren. Beide Bezüge stellen daher zugleich intellektuell fruchtbare Anziehungs- wie Abstoßungspunkte dar.

Von sich selbst sagte Anders einmal, er habe bis »zum 6. August 1945 – der Tag hieß Hiroshima« gewissermaßen »sehr jüdisch […] in der Erwartung des Noch-Nicht, des zu errichtenden messianischen Reichs« gelebt.[4] Zwar nannte er sich auch »der Ungläubige«, einen »Ketzer« und aus einer »Tradition des Antitraditionalismus« stammend, steht jedoch mit dieser Abwehr in einer langen Traditionslinie von Ketzern und Häretikern, in einer jüdischen Tradition des Traditionsbruchs. Darüber hinaus bezeichnete Anders sich einmal als »Schüler der Propheten«, erkannte im Herumgetrieben-Sein durch die Verfolgung einen Vorteil – »allein der Herumgetriebene genießt die Chance der Vorurteilslosigkeit«[5] – und entdeckte an einem für ihn bedeutsamen Tag eine »Wurzel« seines Denkens, die in seiner Medienkritik unübersehbar ist: »Sie heißt: ›Du sollst dir kein Bildnis machen‹. Ihr entstammen alle meine Leidenschaften. Wenn ich ›philosophiere‹, so besteht meine Tätigkeit in nichts anderem als in der Befolgung dieses Gebotes, in der Bekämpfung menschengemachter absoluta, also in Ikonoklasmus«.[6]

Die Bedeutung dieses Bildersturms für Andersʼ Denken der Endzeit bzw. des Anthropozäns wurde bisher noch kaum erfasst. Ähnliches gilt für die Tiefendimension der »prophylaktischen« Apokalyptik.[7] Als Anders den Apokalypsebegriff äquivalent zu der »von uns verursachten Erd- und Selbstvernichtung« verwendete, bediente er sich in der Tradition auf eigenwillige Weise. (Interessant sind in diesem Zusammenhang seine erst kürzlich entdeckte Bekanntschaft mit Jacob Taubes und die Verbundenheit mit seinem Großcousin Walter Benjamin.) Als er 1956 eine »eschatologische Windstille« diagnostizierte,[8] setzte er mit seinem enervierenden Insistieren auf die bevorstehende »Apokalypse« ganz auf die politisch-revolutionäre Sprengkraft endzeitlicher Gedanken, um so ein breites Publikum zu erreichen. Ganz im Sinne seines Ikonoklasmus verweigerte er dabei jedoch, alternative Szenarien auszumalen oder gar zu verabsolutieren.

Andersʼ Verhältnis zur frühen Kritischen Theorie wie zu anderen marxistischen Denkern – z.B. Ernst Bloch, dessen Utopismus Anders scharf kritisierte und mit einem »Prinzip Trotz« konterte – ist hochgradig ambivalent. Abgesehen von wenigen Arbeiten (siehe etwa Dawsey[9]) steht eine umfassende Untersuchung dieser Bezugslinien ebenfalls noch weitgehend aus. Anhaltspunkte zu thematischen, methodischen und inhaltlichen Überschneidungen, aber auch Divergenzen und Gräben, gibt der 2022 veröffentlichte Nachlassband mit Briefen an und von Adorno, Bloch, Horkheimer und Marcuse. So schreibt Anders an Adorno, dass »die Affinität Ihrer und meiner Produktion (und nicht nur in den Augen Dritter) seit langem immer evidenter wird«, zugleich gelte es, die »hot potatoes« zwischen ihnen anzugehen. Von den persönlichen Idiosynkrasien abgesehen zählt philosophisch dazu in erster Linie wohl Andersʼ Technikkritik, die mit ihrer Betonung der Subjekthaftigkeit und Co-Akteurschaft von Technik aus seiner Sicht eine Leerstelle in der marxistischen Tradition ausfüllt, die Technik letztlich als verfügbares Produktionsmittel denkt – ohne dass Anders sich damit freilich in Fundamentalopposition zu Marx und dessen Frankfurter Nachfahren bringen wollte. Auch sein Denken ist vom Motiv einer Dialektik der Aufklärung durchzogen und sucht unverkennbar den Anschluss an die marxistische Tradition. Leidenschaftlich gestritten wird zwischen Anders und Adorno über die Rolle des engagierten Intellektuellen, über Sinn und Formen des politischen Aktivismus.

Starke Anknüpfungspunkte findet Anders wiederum in den technikkritischen Überlegungen des jungen Marcuse. Frappant und bisher unbearbeitet sind die Familienähnlichkeiten zur Kritischen Theorie zudem in der Auseinandersetzung mit Kulturindustrie, Antisemitismus und Shoah. Mit seiner negativen Anthropologie der Weltfremdheit des Menschen rückt Andersʼ Denken nicht nur in die Nähe der Gnosis; er verfolgt wie die Frankfurter (bis hin zu Ulrich Sonnemann) auch einen konsequenten Anti-Essentialismus. Den messianisch und utopisch inspirierten Denkern aus Frankfurt (und Tübingen) steht er skeptisch gegenüber. Über den späten Fromm äußert sich Anders in den Ketzereien abfällig, der sozialpsychologische Ansatz des frühen dürfte ihm selbst allerdings recht nahegelegen haben. So zeigt er sich Friedrich Pollock gegenüber beeindruckt vom »Familien-Wälzer« (The Autoritarian Personality), formuliert aber auch »grundsätzlichere« Bedenken. Wie Adorno oder Kracauer ist Anders ein Meister der »kleinen Form«, des Essays und des Aphorismus. Methodisch bedient er sich vor allem bei der marxistisch inspirierten Avantgardekunst seiner Zeit, darunter Bertolt Brecht, John Heartfield und George Grosz.

 

Die Tagung unter dem Titel »Kritische Theorie der Endzeit. Günther Anders als Denker der Gegenwart« will sich am Frankfurter Institut für Sozialforschung mit diesen Einflüssen beschäftigen. Über rein historisierende, werkgeschichtliche oder vergleichende Zugänge hinaus soll dabei jedoch vor allem Anders als ein kritischer, aus unterschiedlichen Denktraditionen schöpfender Theoretiker des Anthropozäns im Zentrum stehen. Es geht also – mit Blick auf Andersʼ Verbindung zur Kritischen Theorie, zum Judentum und deren wechselseitigen Verflechtungen – um Begriffe, Verständnisse und Konzepte, um Weltdeutungen und -haltungen, die sich im Anschluss an Anders für aktuelle Problemstellungen gewinnen lassen. Demgemäß lauten die Leitfragen der Tagung:

  • Welche Fluchtlinien lassen sich von Andersʼ Denken ausgehend in die Gegenwart ziehen?
  • Welche Rolle spielen dabei Judentum bzw. Kritische Theorie?
  • Wo und wie lassen sich Andersʼ Kritik der politischen Technologie und der atomaren Endzeit in gegenwärtige Debatten einbringen und weiterentwickeln – in wissenschaftliche, politische und intellektuelle Diskurse um das Ende der Fortschrittsutopie und die Konturen einer von apokalyptischen Klimaszenarien und Kipppunkten geprägten Endzeit, über die Antiquiertheit, Liquidierung und Optimierung des Menschen, nicht zuletzt auch über Formen des Widerstands gegen die drohende Katastrophe?

 

 

[1] Jean-Pierre Dupuy, A Short Treatise on the Metaphysics of Tsunamis, Michigan 2015; Christine Hentschel, »Stretches of imagination at the end of times: affective workouts against apocalypse«, in: Marina Garcés (coord.), Ecology of the imagination. Artnodes, Nr. 29. UOC, https://doi.org/10.7238/d.v0i29.393041 (zuletzt aufgerufen am 24.11.2024); Dies., »Edgework in post/apokalyptischen Zeiten«, in: Soziopolis, 27. September 2023, https://www.soziopolis.de/edgework-in-post-apokalyptischen-zeiten.html (zuletzt abgerufen am 24.11.2024); Srećko Horvat, After the Apocalypse, Cambridge (UK) 2021; Bruno Latour, Kampf um Gaia. Acht Vorträge über das neue Klimaregime, Berlin 2020.

[2] Zygmunt Baumann, Collateral Damage. Social Inequalities in a Global Age, Cambridge/Malden 2011; Deborah Danowski/Eduardo Viveiros de Castro, In welcher Welt leben? Ein Versuch über die Angst vor dem Ende, Berlin 2019; Michaël Fœssel, Nach dem Ende der Welt. Kritik der apokalyptischen Vernunft, Wien 2019; Jean-Luc Nancy, After Fukushima. The Equivalences of Catastrophes, New York 2015; Guillaume Paoli, Geist und Müll. Von Denkweisen in postmodernen Zeiten, Berlin 2023; Peter Sloterdijk, Die Reue des Prometheus. Von der Gabe des Feuers zur globalen Brandstiftung, Berlin 2023; Slavoj Žižek, »From catastrophe to apocalypse… and back«, in: Apocalyptica, Heft 1/2022.

[3] Bernd Bösel, Die Plastizität der Gefühle. Das affektive Leben zwischen Psychotechnik und Ereignis, Frankfurt a. M./New York 2022; Ders., »Ikonomanie, apriorische Bedingungsformen, Psychotechnik: Zur Aktualität der Medientheorie von Günther Anders«, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 72, 4 (2024), S. 579–592; Felix Maschewski/Anna-Verena Nosthoff, »›Passivität im Kostüm der Aktivität‹. Über Günther Anders’ Kritik kybernetischer Politik im Zeitalter der ›totalen Maschine‹«, in: Günther Anders aktuell. Themenausgabe des Behemoth. A Journal on Civilization, 11(1), 2018, hg. von Christian Dries; Dies., »The obsolence of politics: Rereading Günther Anders’s critique of cybernetic governence and integral power in the digital age«, in: Thesis Eleven 153(1), 2019, S. 75–93.

[4] Günther Anders: »Günther Anders«, in: Mein Judentum, hrsg. v. Hans Jürgen Schultz, Stuttgart/Berlin 1978, S. 58–76, hier: S. 69.

[5] Günther Anders: Ketzereien, München 1991, S. 319.

[6] Günther Anders: Der Mann auf der Brücke, München 21963, S. 158.

[7] Siehe dazu Günther Anders: »Die Frist«, in: ders.: Endzeit und Zeitenende. Gedanken über die atomare Situation, München 1972, S. 170–221.

[8] Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen 1. Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution, München 42018, S. 307.

[9] Jason Dawsey, »Marxism and technocracy: Günther Anders and the necessity for a critique of technology«, in: Thesis Eleven, 153(1), 2019, S. 39–56.

 

 

Kooperationspartner

Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart an der Goethe-Universität Frankfurt

Günther-Anders-Forschungsstelle der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Internationale Günther-Anders-Gesellschaft

Institut für Sozialforschung Frankfurt am Main

 

Organisationsteam

Prof. Dr. Christian Wiese

Prof. Dr. Stephan Lessenich

Dr. Christian Dries

Martin J. Kudla, M.A., M.A.

 

Der Call for Papers findet sich hier.

 

Freitag

Renate von Metzler-Saal (Cas. 1.801), Goethe-University Frankfurt

Tagungen, Konferenzen, Workshops

Tagungen, Konferenzen, Workshops

With Melinda Cooper (Australian National University, online zugeschaltet), Penelope Deutscher (Northwestern University), Clara Mattei (University of Tulsa, online zugeschaltet), Vanessa E. Thompson (Queens University Canada, online zugeschaltet), Vanessa Wills (George Washington University)    

Organisation: Rime Abd Al Majeed, Christina Engelmann, Miriam Schröder  

The workshop will discuss contemporary materialist feminist analyses and what we can learn from them about current fascist developments in the US, Europe, and worldwide. In particular, we will focus on how gender relations and capitalist production and reproduction intertwine with authoritarian and fascist tendencies today. The speakers will discuss the extent to which liberal, conservative, and right-wing political agendas coincide in promoting policies that simultaneously reproduce gender inequality, racialized logics, and class relations. The three panels will examine historical developments in which liberal and fascist forces allied to weaken the workers’ movement, while also questioning Marxist and Black feminist approaches to what they can contribute to an analysis of fascism and how we should organize from a feminist perspective to fight current authoritarian tendencies.  

Please register by February 6 (anmeldung@ifs-frankfurt.de).  

The event is a collaboration with Forum kritischer Wissenschaften.

 

Schedule

13:00 – 13:30
Introduction
Rime Abd Al Majeed, Christina Engelmann, Miriam Schröder

                                 
13:30 – 15:00
Panel I: Historical and Contemporary Analyses of the Interrelations between Liberalism and Fascism
Clara Mattei and Melinda Cooper (online zugeschaltet)
Chair: Christina Engelmann


15:00 – 15:30
Coffee break


15:30 – 17:00
Panel II: Black Feminist Studies on Fascist Formations of Capitalism
Penelope Deutscher and Vanessa Wills
Chair: Miriam Schröder


17:00 – 17:30
Coffee break


17:30 – 19:30
Podium: What is to be done?
Vanessa E. Thompson (online zugeschaltet) and Vanessa Wills
Chair: Rime Abd Al Majeed


19:30 – 21:00
Reception and dinner

 

Mittwoch

Künstler*innenhaus Mousonturm

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Die Faschismusforschung unterscheidet zwischen einer Bewegungsphase, in der die Faschisten (noch) nicht an der Macht sind und der Phase der Herrschaft. Die Bewegungsphase ist für die Sozialpsychologie von besonderem Interesse, da die Faschisten noch kaum auf Herrschafts- und Unterdrückungsmechanismen rekurrieren können, um ihre Ideologie zu verbreiten. Sie müssen hier auf psychologische Mechanismen setzen, die Faschisierung attraktiv wirken lassen, um eine gesellschaftliche Basis zu verankern. Faschistische Ideologie und ihre Versprechen docken an unbewusste, regressive Wünsche und Phantasien der Reinheit, Vernichtung, totalen Beherrschung u.v.m. an, zu denen die Gesellschaft in Krisenzeiten in stärkerem Ausmaß tendiert. Ein Verständnis des Unbewussten und seines Zusammenspiels mit Autoritarismus und Faschismus, wie es die analytische Sozialpsychologie versucht, kann uns dabei helfen, Faschisierungsprozesse gezielt zu bekämpfen.

 

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

9. Oktober 2025: Volker Weiß (Villigster Forschungsforum, Hamburg) im Gespräch mit Paul Erxleben (IfS): Gangs of today – Was die Racket-Theorie über die Gegenwart sagen kann

26. November 2025: Micaela Cuesta (Universidad Nacional de San Martín, Buenos Aires) im Gespräch mit Alexander Kern (IfS): Para una Teoría Crítica del Autoritarismo Contemporáneo en Argentinia [auf Spanisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche]

17. Dezember 2025: Morten Paul (Ruhr-Universität-Bochum) im Gespräch mit Ricarda Biemüller (IfS): Was war Faschismustheorie? Geschichte und Gegenwart eines Versprechens

28. Januar 2026: Carolin Amlinger (Universität Basel) im Gespräch mit Georg Marx (IfS): Zerstörungslust - Destruktivität als affektive Quelle des Autoritarismus

11. Februar 2026: Fiona Kalkstein (Else-Frenkel-Brunswik-Institut, Leipzig) im Gespräch mit Anna Rosa Ostern (IfS): Über Sündenböcke und Phantasmen. Faschisierung als Heilsversprechen

 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils im 19 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm. Der Eintritt ist frei.

Dienstag

Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Öffentliche Vorträge, Tagungen, Konferenzen, Workshops

Öffentliche Vorträge, Tagungen, Konferenzen, Workshops

»Es hört einfach nicht auf« – mit diesem einfachen Satz beginnt das Theaterstück »And now Hanau« von Tuğsal Moğul über den rassistischen Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020. Es fragt nach den Kontinuitäten, aber auch nach den Nachwirkungen und der Kritik rechter Gewalt. Die Bühne bietet einen Raum, nicht nur um der Trauer Ausdruck zu verleihen und die Opfer zu Wort kommen zu lassen, sondern auch, um Fragen zu stellen: nach der gesellschaftlichen Wirkung der Tat, den Voraussetzungen, die sie möglich gemacht haben, und den politischen Konsequenzen – Fragen, die sich heute, fast sechs Jahre später, immer noch und immer wieder neu stellen. Was ist der gesellschaftliche und was ist der juristische Sinn von Gerechtigkeit? Welche strukturelle Bedingungen ermöglichen Rassismus? Welche institutionellen und gesellschaftlichen Veränderungen sind nach Hanau nötig? Auch im begleitenden Podiumsgespräch widmen wir uns diesen Fragen im Spannungsfeld juristischer, polizeilicher und politischer Aufklärung und diskutieren zugleich die Rolle und Möglichkeiten des Theaters als Ort der Gegenuntersuchung, der politischen Bildung und kritischen Revision.

 

 

16.30 Uhr Podiumsgespräch

Hörsaalzentrum, HZ 15

Mit: Waltraut Verleih (Rechtsanwältin), Narku Laing (Rassismusforscher), Tuğsal Moğul (Autor und Regisseur) und Armin Kurtović (Initiative 19. Februar, Hanau)

Moderation: Justine Diebel und Felix Trautmann

Eintritt frei, keine Anmeldung nötig.

 

19.30 Uhr »And now Hanau«

Casino, Festsaal I

Gastspiel des Staatstheater Mainz

Text und Regie: Tuğsal Moğul

Mit: Vincent Doddema, Flora Udochi Egbonu, Anneke Gies, Sabah Qalo

Dauer ca. 80 Minuten

Einlass ab 19h15

 

Anmeldung

Aufgrund begrenzter Sitzplätze, ist die Teilnahme an der Theatervorstellung »And now Hanau« um 19h30 nur nach Anmeldung per Email möglich: kunstdergegenuntersuchung@gmail.com

Der Eintritt ist frei. Es besteht die Möglichkeit zur Spende an die Initiative „Echte Konsequenzen für Hanau. Wir ziehen vor Gericht!“ der Familie Kurtović.

 

  

Organisation

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Arbeitsbereichs „Kriminologie und Strafrecht“ der Goethe-Universität Frankfurt (Tobias Singelnstein, Justine Diebel) und des Forschungsprojekts „Die Kunst der Gegenuntersuchung“ am Institut für Sozialforschung (Marie-Hélène Gutberlet, Arman Manafpour-Ossaloo, Anna Schlote, Felix Trautmann, Franziska Wildt)

 

In Kooperation mit

Staatstheater Mainz

Goethe Universität Frankfurt

HfG Offenbach

Institut für Sozialforschung

Initiative 19. Februar

 

Mit freundlicher Unterstützung von

VolkswagenStiftung

Vereinigung Hessischer Strafverteidiger:innen

HT Strafverteidiger

Defensio Strafverteidiger

 

 

Ausführliche Informationen zum Theaterstück »And now Hanau«

Das Theaterstück And now Hanau von Tuğsal Moğul befasst sich mit dem Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020, bei dem ein rechtsextremer Attentäter neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordete und danach seine Mutter und sich selbst tötete. Der Bühnentext beruht auf Recherchen von Tuğsal Moğul, der Initiative 19. Februar und Untersuchungen von Forensic Architecture. Das Stück stellt den Anschlag in den Kontext der langen Geschichte rechter Gewalttaten in Deutschland seit 1945 und insbesondere seit den frühen 1990er Jahren.

And now Hanau reiht sich damit in Theaterarbeiten der jüngeren Zeit ein, die Räume für die Auseinandersetzung mit Taten rechtsextremer Gewalt öffnen. Neben der Perspektive der Angehörigen und politischer Solidaritätsinitiativen greift Tuğsal Moğul in der Tradition des dokumentarischen Theaters auch Aussagen von Politiker:innen sowie von Beteiligten der juridischen und parlamentarischen Untersuchungsverfahren auf. Das Stück verbindet die Rekonstruktion des Tathergangs mit einer Kritik der teils verzerrten Wahrnehmung des Anschlags durch die Öffentlichkeit sowie einer Anklage der Versäumnisse und Vergehen auf Seiten der staatlichen Behörden. Davon ausgehend werden eine Reihe politischer, gesellschaftlicher und moralischer Fragen aufgeworfen, allen voran die dringlichste: Was hat diese Tat überhaupt möglich gemacht und hätte sie verhindert werden können? Aber auch: Weshalb müssen die Angehörigen die Aufklärungsarbeit selbst übernehmen und von den Behörden einfordern? Welchen Einfluss hatte es, dass einige der im Tatzeitraum eingesetzten Polizisten selbst rechtsextrem sind? Was folgt aus den neu gewonnenen Erkenntnissen zum Tathergang und den Mängeln der behördlichen Untersuchung? Wie kann der Opfer angemessen gedacht werden?

Gerade die nüchtern zusammengetragenen Tatsachen besitzen in And now Hanau einen besonders dramatischen Effekt, indem sie mit der eindringlichen Adressierung des Publikums einhergehen. Zugleich gibt das Stück der Trauer und Sprachlosigkeit einen Ausdruck. Statt moralischer Erhabenheit und didaktischer Erläuterung, was nun zu tun sei, stellt das Stück eine Untersuchungsanordnung dar, die die Betrachtung des Anschlags in Hanau auf eine Vielzahl von Aspekten ausweitet, etwa den institutionellen Rassismus in den staatlichen Behörden und der Gesellschaft insgesamt, die Ungleichheitserfahrungen migrantischer Communitys sowie die Frage der gesellschaftlichen Verantwortung. Über diese Gegenermittlung hinaus schafft das Theater einen Raum des empathischen Erzählens vom Leben der Ermordeten und des gemeinsamen Trauerns darüber, dass sie es nicht weiterleben durften.

Die Uraufführung von »And now Hanau« fand am 12. Mai 2023 im Rathaus Recklinghausen statt. Es handelte sich um eine Koproduktion der Theater Münster und Oberhausen mit den Ruhrfestspielen. Eine weitere Inszenzierung erfolgte am Staatstheater Mainz. Das Stück wurde vorwiegend in Rathäusern, Gerichtssälen, Polizeipräsidien sowie in öffentlichen Räumen gespielt.

Montag

Campus Westend, PEG 1.G 191

Donnerstag

2og:dondorf (ehemalige Dondorf Druckerei

WohnWendeWerkstatt

WohnWendeWerkstatt

Mit:

Katharina Wagner (Leiterin des Amtes für Wohnungswesen, Frankfurt a.M.)

Astrid Wuttke (Architektin, schneider+schumacher, Frankfurt a.M.)

Christof Schwarz (Initiative Eine Stadt für Alle, Frankfurt a.M.)

und weiteren Gästen.

Moderation: Felix Wiegand (Institut für Sozialforschung, Frankfurt a.M.)

 

Im Anschluss an die Veranstaltung informeller Ausklang an der Bar.

Wer mit offenen Augen durch die Straßen läuft, kann es nicht übersehen: Frankfurt ist eine Stadt voller Leerstand – und dieser hat viele Gesichter. Fast 13.000 Wohnungen stehen leer, mehr als die Hälfte davon länger als sechs Monate. Bis zu 1,5 Millionen Quadratmeter Bürofläche sind ungenutzt. Stadtbekannte Großimmobilien wie das alte Polizeipräsidium, der frühere Bio-Campus oder das Juridicum rotten vor sich hin – eingezäunt, zugemauert und ohne Leben. Trotz Mieten- und Wohnungskrise, wachsender Obdachlosigkeit, einem Mangel an sozialen und kulturellen Freiräumen und der Notwendigkeit von Klima- und Ressourcenschutz bleibt Leerstand in Frankfurt allgegenwärtig.

Und doch ist zuletzt einiges in Bewegung geraten: Stadtpolitische Initiativen und eine aktive Besetzungsbewegung haben Leerstand zum stadtpolitischen Thema gemacht und Möglichkeiten der Aneignung und (Zwischen-)Nutzung aufgezeigt – nicht zuletzt in der ehemaligen Dondorf Druckerei. Architekt*innen, Stadtplaner*innen und Teile der Immobilienwirtschaft diskutieren über die Umnutzung leerstehender Büroflächen zu Wohnraum und eine grundlegende Bauwende. Und auch die Stadt Frankfurt ist aktiv: Während ein Zukunftslabor den weiteren Umgang mit dem Juridicum ausloten soll, ermöglicht das neue hessische Leerstandsgesetz der Kommune selbst gegen unbegründeten Leerstand vorzugehen.

Wo also steht der Kampf gegen Leerstand aktuell? Welche Handlungsspielräume bestehen, wo liegen die Herausforderungen und an welche Erfahrungen lässt sich anknüpfen – in Frankfurt und darüber hinaus? Über diese und weitere Fragen wollen wir bei unserer Veranstaltung miteinander ins Gespräch kommen. Schaut vorbei und diskutiert mit!

 

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe »WohnWendeWerkstatt. Wohnungspolitische Konflikte und sozial-ökologische Perspektiven in Frankfurt«, die das Wohnlabor am Institut für Sozialforschung (IfS) mit Unterstützung des DFG-Graduiertenkollegs Gewohnter Wandel (GRK 2892 ∕ 1) organisiert.

Dienstag

Bauhaus-Universität Weimar

Ringvorlesung des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«

Ringvorlesung des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«

Wie bilden sich in Krisen- und Katastrophenszenarien spezifische Wohnutopien und Rückzugsarchitekturen heraus? Im Zentrum des Vortrags steht die Praxis des »Prepping« – abgeleitet von ‚to be prepared.‘ Prepper rüsten ihr privates Heim oder Geheimversteck für die Apokalypse auf, häufig angespornt durch entsprechende Magazine und Filme. Untersucht wird bei der Reportage Inside Prepping eines Outdoorausrüstungsmagazins, welche Subjektivierungsweisen dem Prepping zugrunde liegen und wie Wohnen vorgestellt wird. Dies wird mit Zeitschriftenbeiträgen zum privaten Bunkerbau des Kalten Krieges und der TV-Dokuserie Doomsday Preppers verglichen und mit künstlerischen Auseinandersetzungen zum Thema diskutiert. Die Reportagen setzen Isolation und Individualisierung als Lösung voraus. Sie triggern sowohl die Lust an Endzeitfantasien als auch Angst und suggerieren, dass diese durch akribische Organisation und den Erwerb von Verteidigungsartikeln besiegt werden könne. Existenzielle Angstpotenziale setzen jedoch regressive Affektebenen frei, die Prozesse der (De-)zivilisation schleichend weiter nähren. Die Angst vor dem Kontrollverlust in der Apokalypse weckt eine Begehrlichkeit für die Zukunft neue Machtfantasien durchzuspielen. So werden in den Wohnarchitekturen des Überlebens grundlegende gesellschaftliche Spannungen zwischen sozialem Wandel und räumlicher Materialisierung sichtbar – und damit Fragen berührt, die auch jenseits des Ausnahmezustands für die Gestaltung künftiger Lebensräume zentral sind.

Mona Schieren ist sie Professorin für Transkulturelle Kunstwissenschaften an der Hochschule für Künste Bremen und ist dort im Binational Artistic PhD-Program der Hochschule tätig. Sie studierte Kunstgeschichte und Philosophie in Hamburg und Nizza, sowie an der Hamburger Hochschule für Wirtschaft und Politik. Aktuell forscht und publiziert sie zu sozialen und transkulturellen Bedingtheiten künstlerischer Produktion im globalen Kontext Entangled Histories of Art and Migration (2024) hg. zusammen mit Bublatzky/Dogramaci/Pinther, zu Geschichtspolitiken sowie zur Kulturgeschichte von Körpertechniken und zu somatischen Körperpraktiken trans-species and shapeshifting encounter. Lygia Clarks künstlerische Methode der Strukturierung des Selbst (2025). 2019 mündete ihr Ausstellungsprojekt im Bunker Valentin (zusammen mit Katrin von Maltzahn) in das gemeinsam herausgegebene Buch Re: BUNKER. Erinnerungskulturen – Analogien – Technoide Mentalitäten. Sie war ferner beteiligt am Schweizer Nationalfonds Forschungsprojekt Materialisierte Erinnerungen (in) der Landschaft der Zürcher Hochschule der Künste und ist im wissenschaftlichen Beitrat des Denkort Bunker Valentin.

 

Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung »Zerstörung - Zuflucht - Zukunft. Wohnen im und nach dem Krieg« des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel. Gesellschaftliche Transformation und räumliche Materialisierung des Wohnens« im Wintersemester 2025/26

Wie wirkt sich Krieg auf das Wohnen aus und was können wir durch den Blickwinkel des Wohnens über Krieg lernen? In sieben Veranstaltungen beleuchten internationale Forschende aus Stadtplanung, Humangeographie, Architektur, Kunstgeschichte sowie Rechtswissenschaften und Anthropologie politische, ökonomische, bauliche und soziale Dimensionen der Wohnungsversorgung in Zeiten drohender und andauernder Kriege sowie sich anschließender Nachkriegsperioden. Die Beiträge blicken auf Entwicklungen in Bosnien, Deutschland, Israel, Jordanien, Syrien und der Ukraine und zeigen auf, wie Krieg als Zäsur bestehende Ordnungen und Strukturen zerstört, welche Neuerungen staatlicher Planungen zur Versorgung mit Wohnraum sich daraus entwickelt haben, wie die Menschen den alltäglichen Herausforderungen des Wohnens begegnen und wie bewaffnete Konflikte gesellschaftliche Wohnrealitäten und -identitäten dauerhaft prägen.

Die Ringvorlesung findet dienstags 14tägig um 18.30 Uhr im Wechsel an den Standorten Weimar und Frankfurt/Main statt. Es gibt die Möglichkeit einer digitalen Teilnahme:

BigBlueButton (Zugangscode: 98kbz7) https://meeting.uni-weimar.de/b/rooms/f2l-jnf-ajn-mfo/join

Montag

PEG 1. G 168, Campus Westend

Vortragsreihe »Kritische Soziologie«

Vortragsreihe »Kritische Soziologie«

Vortrag von Martin Hauff (Goethe-Universität Frankfurt a. M.), kommentiert von Peter Gostmann (Goethe-Universität Frankfurt a. M.)

 

Vortragsreihe des AK Kritische Soziologie. Gemeinsamer Arbeitskreis am Institut für Soziologie der Goethe-Universität und am Institut für Sozialforschung (IfS) Frankfurt a. M.

Alle Vorträge finden c. t. statt.
Koordination: Laura Hanemann, Stephan Lessenich, Susanne Martin, Doris Schweitzer.
Kontakt: martin@soz.uni-frankfurt.de

Mittwoch

Künstler*innenhaus Mousonturm

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

[Bitte beachten: Die Veranstaltung fängt ausnahmsweise um 20 Uhr an und nicht wie üblich bereits um 19 Uhr!]

Das in Adornos Studien zum autoritären Charakter aus der frühen Nachkriegszeit eher unbestimmt gebliebene Merkmal der Destruktivität rückt hier ins Zentrum der Autoritarismusforschung. Ausgehend von Erich Fromms Konzept der Destruktivität wird deutlich, wie autoritäre Dispositionen sich als affektiv grundierte Modi der Weltverarbeitung äußern. Anhand von Fallbeispielen wird das Begehren nach Zerstörung als eine Reaktionsform blockierten Lebens gedeutet, das sich seiner Handlungsfähigkeit beraubt sieht. Diese destruktive Affektstruktur speist ihre Energien aus einer Weltwahrnehmung, die sich von Aufstieg und Wachstum verabschiedet hat. Gesellschaft erscheint vielmehr als ein Nullsummenspiel, in dem (zu) viele Menschen um knappe Ressourcen kämpfen. Der Vortrag versteht diese affektive Weltwahrnehmung als zentralen Motor autoritärer Rebellion und plädiert für eine Relektüre Fromms.

 

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

9. Oktober 2025: Volker Weiß (Villigster Forschungsforum Hamburg) im Gespräch mit Paul Erxleben (IfS): Gangs of Today – Was die Racket-Theorie über die Gegenwart sagen kann

26. November 2025: Micaela Cuesta (Universidad Nacional de San Martín Buenos Aires) im Gespräch mit Alexander Kern (IfS): Para una Teoría Crítica del Autoritarismo Contemporáneo en Argentinia [auf Spanisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche]

17. Dezember 2025: Morten Paul (Ruhr-Universität-Bochum) im Gespräch mit Ricarda Biemüller (IfS): Was war Faschismustheorie? Geschichte und Gegenwart eines Versprechens

28. Januar 2026: Carolin Amlinger (Universität Basel) im Gespräch mit Georg Marx (IfS): Zerstörungslust – Destruktivität als affektive Quelle des Autoritarismus

11. Februar 2026: Fiona Kalkstein (Else-Frenkel-Brunswik-Institut, Leipzig) im Gespräch mit Anna Rosa Ostern (IfS): Über Sündenböcke und Phantasmen. Faschisierung als Heilsversprechen

 

Der Eintritt ist frei.

Institut für Sozialforschung

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Wir sind es gewohnt, Menschen nach Geschlecht, Rasse, Alter oder Intelligenz zu unterscheiden. Doch ebenso wie die Abgrenzungen des Menschen von der Natur, den Tieren, dem Göttlichen oder den Maschinen sind diese Differenzierungen höchst ungewiss. In seinem neuen Buch »Rasse, Geschlecht, Gattung. Zur Frage der
anthropologischen Differenz« kennzeichnet Étienne Balibar diese Ungewissheit mit dem Begriff der anthropologischen Differenzen und zeigt, dass sich diese nie eindeutig bestimmen lassen, sondern immer wieder institutionell festgeschrieben werden müssen. Sind sie daher von Gewalt, Herrschaft und Kämpfen geprägt? Und wie werden sie im Rassismus, aber auch in emanzipatorischen Politiken wirksam? Können wir uns von ihnen oder durch sie befreien? Indem er das Unbehagen der menschlichen Gattung freilegt, entwirft Balibar eine neue Philosophie und Anthropologie.

Vortrag und Diskussion mit Étienne Balibar am 28. Januar 2026 von 18 Uhr bis 20 Uhr. Zeitgleich in Paris, Berlin und Frankfurt/Main.
Bitte darauf achten: Teilnahme nur vor Ort in Berlin und Frankfurt/Main möglich (ein Link wird nicht verschickt):
Institut für Europäische Ethnologie, Anton-Wilhelm-Amo-Str. 40/41, 10117 Berlin, Raum 408
Institut für Sozialforschung, Sitzungssaal Senckenberganlage 26, 60325 Frankfurt/Main

Montag

2og:dondorf (ehemalige Dondorf Druckerei)

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Mit Frank Ehmann (FRA-UAS), Katja Kipping (Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes), Christian Kolbe (ISR/ FRA-UAS), Stephan Lessenich (IFS/ GU) und Anna Schumacher (FALZ)

Vorgeschichte, Inkrafttreten und Entwicklung des SGB II stehen paradigmatisch für ein enttäuschtes Versprechen universeller Teilhabe. Mit der Anrufung zur Aktivierung waren immer Ausschlussdrohungen verbunden, mit der Adressierung von »Unternehmer:innen ihrer selbst« immer auch die Legitimation von Strafpraktiken. Die programmatische Anrufung des Gesetzbuchs ist im Zeichen wechselnder politischer Kräfteverhältnisse unterschiedlich gelesen und operationalisiert worden. Für 2026 wartet nun die aktuelle Bundesregierung unter dem Titel »Neue Grundsicherung« mit der Herabsetzung der Grundsicherungsleistungen, neuen Regeln der Aktivierung und einem veränderten Strafenkatalog auf, um dem rechtspopulistischen Klima Rechnung zu tragen. Damit treibt sie Erwerbslose mehr noch als zuvor in konkurrenzielle Verhältnisse und schürt Entsolidarisierung. Nicht zufällig kehrt in diesem Kontext die die Faulheitsdebatte zurück, während das Arsenal der Strafen, ob formal oder informell, schon seiner Anwendung harrt.

Eine Kooperationsveranstaltung von Frankfurter Arbeitslosenzentrums, Institut für Sozialforschung und Institut für Stadt- und Regionalentwicklung.

Dienstag

Campus Westend (Hörsaalzentrum HZ 10), Frankfurt am Main

Ringvorlesung des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«

Ringvorlesung des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«

Questions of housing are a key prism through which people in Bosnia and Herzegovina (BiH) have experienced social transformations over the last three and a half decades. They shaped experiences of the 1992-1995 war, in which half of the country’s population was displaced and had to find accommodation away from their original place of residence. They were at the heart of a vast foreign-enforced programme of reconstruction and return of the displaced, which effectively centred on restitution of property and tenancy rights. What has attracted much less attention, including in BiH itself, is that these war and postwar developments simultaneously entailed an ideological shift in terms of the value attributed to housing. In practice, from a society in which a substantial proportion of the population lived in socially-owned property according to the Yugoslav socialist self-management system, BiH was turned into a ‘property-owning democracy’. Considerations of exchange value gained precedence over those of use-value. This presentation traces the processes through which this has come to be.

Social anthropologist Stef Jansen is professor at the University of Sarajevo (Bosnia and Herzegovina) and honorary professor at the University of Manchester (UK). His ethnographic studies in the post-Yugoslav states have focused, amongst other things, on questions of home, hope, the state, borders, political subjectivity, social transformations and everyday geopolitics.

 

Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung »Zerstörung - Zuflucht - Zukunft. Wohnen im und nach dem Krieg« des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel. Gesellschaftliche Transformation und räumliche Materialisierung des Wohnens« im Wintersemester 2025/26

Wie wirkt sich Krieg auf das Wohnen aus und was können wir durch den Blickwinkel des Wohnens über Krieg lernen? In sieben Veranstaltungen beleuchten internationale Forschende aus Stadtplanung, Humangeographie, Architektur, Kunstgeschichte sowie Rechtswissenschaften und Anthropologie politische, ökonomische, bauliche und soziale Dimensionen der Wohnungsversorgung in Zeiten drohender und andauernder Kriege sowie sich anschließender Nachkriegsperioden. Die Beiträge blicken auf Entwicklungen in Bosnien, Deutschland, Israel, Jordanien, Syrien und der Ukraine und zeigen auf, wie Krieg als Zäsur bestehende Ordnungen und Strukturen zerstört, welche Neuerungen staatlicher Planungen zur Versorgung mit Wohnraum sich daraus entwickelt haben, wie die Menschen den alltäglichen Herausforderungen des Wohnens begegnen und wie bewaffnete Konflikte gesellschaftliche Wohnrealitäten und -identitäten dauerhaft prägen.

Die Ringvorlesung findet dienstags 14tägig um 18.30 Uhr im Wechsel an den Standorten Weimar und Frankfurt/Main statt. Es gibt die Möglichkeit einer digitalen Teilnahme:

BigBlueButton (Zugangscode: 98kbz7) https://meeting.uni-weimar.de/b/rooms/f2l-jnf-ajn-mfo/join

Montag

Institut für Sozialforschung, Sitzungsraum

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Worin kann der Beitrag der Philosophie zur Analyse und Kritik von Rassismus liegen? Auf welche Weise können wir die Philosophie auf der Basis von rassismuskritischen Ansätzen und Kämpfen neu denken und welche institutionellen Rahmenbedingungen bräuchte es dafür? Worin liegen offene Fragen und blinde Flecken einer (philosophischen) Rassismuskritik und in welche Richtungen lassen sie sich weiterdenken? Der von Franziska Dübgen, Marina Martinez Mateo und Ruth Sonderegger herausgegebene Band Philosophie und Rassismus. Debatten und Kontroversen bietet eine Bestandsaufnahme dieser Diskussionen und bringt dabei eine Vielfalt an Methoden, Zugriffen und philosophischen Traditionen in einen Dialog.

In der Veranstaltung wird der Band von den Herausgeberinnen Franziska Dübgen und Marina Martinez Mateo vorgestellt und von Ivo Eichhorn, Hannah Hecker und Franziska Wildt diskutiert werden. Im Zentrum werden dabei Fragen zum Verhältnis von philosophischer Rassismusforschung und anderen Disziplinen (etwa Soziologie und Geschichtswissenschaft); zum Verhältnis von Rassismus(-Kritik) und Antisemitismus(-Kritik) sowie zur ambivalenten Bedeutung politischer und sozialer Kontexte zur differenzierten Bestimmung des Rassismusbegriffs stehen.

Franziska Dübgen ist Professorin für Philosophie mit den Schwerpunkten Politische Philosophie und Rechtsphilosophie an der Universität Münster.

Ivo Eichhorn ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Sozialphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt.

Hannah Hecker ist Doktorandin am Institut für Sozialforschung und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen.

Marina Martinez Mateo ist Juniorprofessorin für Medien- und Technikphilosophie an der Akademie der Bildenden Künste München.

Franziska Wildt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt »Die Kunst der Gegenuntersuchung« am Institut für Sozialforschung Frankfurt.

Montag

PEG 1. G 168, Campus Westend

Vortragsreihe »Kritische Soziologie«

Vortragsreihe »Kritische Soziologie«

Die Veranstaltung findet nicht am 12. Januar statt. Ein neuer Termin im Sommersemester wird demnächst bekanntgegeben.

Vortrag von Ferdinand Sutterlüty (Goethe-Universität Frankfurt a. M.), kommentiert von Doris Schweitzer (Goethe-Universität Frankfurt a. M.)

 

Vortragsreihe des AK Kritische Soziologie. Gemeinsamer Arbeitskreis am Institut für Soziologie der Goethe-Universität und am Institut für Sozialforschung (IfS) Frankfurt a. M.

Alle Vorträge finden c. t. statt.
Koordination: Laura Hanemann, Stephan Lessenich, Susanne Martin, Doris Schweitzer.
Kontakt: martin@soz.uni-frankfurt.de

Mittwoch

Künstler*innenhaus Mousonturm

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Für die Gesellschaftstheorie in der Nachfolge des Marxismus war das plötzliche Auftauchen des Faschismus ein Schock: Statt der erwarteten Weltrevolution folgte auf den Ersten Weltkrieg eine Welle reaktionärer Gewalt. Fortschrittsvorstellungen und politische Überzeugungen zerbrachen. Dringlicher denn je mussten kritische Theoretiker:innen klären, wie Erkenntnis und politisches Handeln, Theorie und Praxis zusammenhängen. Zunächst hielten sie an der aufklärerischen Vorstellung fest, dass den Faschismus besser bekämpfen kann, wer ihn richtig versteht. Doch über 100 Jahre Faschismustheorie zeigen, wie fragwürdig diese Hoffnung ist. Die vielen Theorien haben weder faschistische Machtübernahmen noch die Wiederkehr von Autoritarismus, Populismus und politischer Gewalt verhindert. Der Vortrag nimmt daher die Geschichte dieser Theorien in den Blick. Er fragt, was sich aus ihr für eine Faschismustheorie der Gegenwart lernen lässt.

 

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

9. Oktober 2025: Volker Weiß (Villigster Forschungsforum Hamburg) im Gespräch mit Paul Erxleben (IfS): Gangs of today – Was die Racket-Theorie über die Gegenwart sagen kann

26. November 2025: Micaela Cuesta (Universidad Nacional de San Martín Buenos Aires) im Gespräch mit Alexander Kern (IfS): Para una Teoría Crítica del Autoritarismo Contemporáneo en Argentinia [auf Spanisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche]

17. Dezember 2025: Morten Paul (Ruhr-Universität-Bochum) im Gespräch mit Ricarda Biemüller (IfS): Was war Faschismustheorie? Geschichte und Gegenwart eines Versprechens

28. Januar 2026: Carolin Amlinger (Universität Basel) im Gespräch mit Georg Marx (IfS): Zerstörungslust - Destruktivität als affektive Quelle des Autoritarismus

11. Februar 2026: Fiona Kalkstein (Else-Frenkel-Brunswik-Institut Leipzig) im Gespräch mit Anna Rosa Ostern (IfS): Über Sündenböcke und Phantasmen. Faschisierung als Heilsversprechen

 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils im 19 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm. Der Eintritt ist frei.

Dienstag

Campus Westend (Hörsaalzentrum HZ 10), Frankfurt am Main

Ringvorlesung des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«

Ringvorlesung des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«

In the devastation of the present war, the home itself has become a target. Revisiting her book Homeland: Zionism as Housing Regime, 1860–2011, architecture historian Yael Allweil introduces the concept of homecide—the deliberate destruction of homes as a central objective of war. This keynote explores how architecture, historiography, and social theory might help us understand both the making of homes and their deliberate unmaking. Building on historical and architectural evidence, the lecture examines how the very idea of home, at once vital and vulnerable, stands at the heart of Israel-Palestine’s history and present. It reflects on what it means to study “home” when the very possibility of home is under assault, and when histories remain unresolved and painfully open.

Yael Allweil is an architect and associate professor in the Faculty of Architecture and Town Planning at the Technion, Haifa, where she heads HousingLab: History and Future of Living research group. She is a member of the Israel Young Academy, with a leadership position on the Steering Committee. Allweil completed her PhD in architectural history at the University of California, Berkeley. Her book Homeland: Zionism as Housing Regime, 1860–2011 (2017) explores the history of Israel-Palestine as a history of the gain and loss of citizen housing. Her work explores housing as a multi-actor oeuvre, studying housing as a cultural production of quantity, involving developing digital humanities research methods in architectural history. Her design research focuses on dwellers’ active production of dwellings as a measure of active citizenship, and on the social role of design professions to invent new design solutions that transform the housing crisis deadlock.

 

Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung »Zerstörung - Zuflucht - Zukunft. Wohnen im und nach dem Krieg« des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel. Gesellschaftliche Transformation und räumliche Materialisierung des Wohnens« im Wintersemester 2025/26

Wie wirkt sich Krieg auf das Wohnen aus und was können wir durch den Blickwinkel des Wohnens über Krieg lernen? In sieben Veranstaltungen beleuchten internationale Forschende aus Stadtplanung, Humangeographie, Architektur, Kunstgeschichte sowie Rechtswissenschaften und Anthropologie politische, ökonomische, bauliche und soziale Dimensionen der Wohnungsversorgung in Zeiten drohender und andauernder Kriege sowie sich anschließender Nachkriegsperioden. Die Beiträge blicken auf Entwicklungen in Bosnien, Deutschland, Israel, Jordanien, Syrien und der Ukraine und zeigen auf, wie Krieg als Zäsur bestehende Ordnungen und Strukturen zerstört, welche Neuerungen staatlicher Planungen zur Versorgung mit Wohnraum sich daraus entwickelt haben, wie die Menschen den alltäglichen Herausforderungen des Wohnens begegnen und wie bewaffnete Konflikte gesellschaftliche Wohnrealitäten und -identitäten dauerhaft prägen.

Die Ringvorlesung findet dienstags 14tägig um 18.30 Uhr im Wechsel an den Standorten Weimar und Frankfurt/Main statt. Es gibt die Möglichkeit einer digitalen Teilnahme:

BigBlueButton (Zugangscode: 98kbz7) https://meeting.uni-weimar.de/b/rooms/f2l-jnf-ajn-mfo/join

Samstag

2og:dondorf (ehemalige Dondorf Druckerei)

WohnWendeWerkstatt

WohnWendeWerkstatt

Die Stadt Frankfurt hat sich selbst dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu sein. Der Wohnungssektor gehört dabei zu den Bereichen mit dem größten Handlungsbedarf und den meisten Herausforderungen. Gleichzeitig ist Wohnen in Frankfurt so teuer wie nie. Mieterhöhungen nach energetischen Sanierungen und die steigenden Preise für Heizen und Energie drohen die Wohnungskrise in Frankfurt zu verschärfen und die Stadt für Menschen mit geringem Einkommen unbezahlbar zu machen.

Wie kommt es zu diesem Dilemma, welche Akteure sind für die Wärmewende und die energetische Sanierung von Wohnungen in Frankfurt verantwortlich und wie handeln sie? Warum stehen bezahlbares Wohnen und Klimaschutz in einem scheinbaren Widerspruch miteinander und was können wir dagegen tun? Welche Möglichkeiten haben wir, diese Probleme anzugehen und was ist für die anstehende Kommunalwahl wichtig? Diese Fragen wollen wir mit euch im neu eröffneten Wohnlabor in der ehemaligen Dondorf Druckerei diskutieren.

Progressiven Akteure und wohnungspolitische (Stadtteil-)initiativen haben verschiedene Perspektiven auf das Thema und unterscheiden sich in ihrer strategischen Ausrichtung. Diese Differenzen soll im Fokus des Workshops stehen: Allerdings nicht als Problem, sondern als strategischer Vorteil. Wo können sich Mietervereine, selbst organisierte Mieterinitiativen, Klimaaktivist*innen und andere politische Gruppen gegenseitig stärken? Wo können wir unsere Strategien ergänzen und uns gegenseitig unterstützen? Wie können wir im Sinne einer progressiven Arbeitsteilung unsere Strategien koordinieren und bündeln, um Klimakrise und Wohnungsnot zu bekämpfen in einer Gesellschaft, die immer weiter nach rechts rückt?

 

***

Veranstaltung im Rahmen der Reihe »WohnWendeWerkstatt. Wohnungspolitische Konflikte und sozial-ökologische Perspektiven in Frankfurt am Main« (WiSe 2025/2026)

Ob steigende Mieten und Verdrängung, Modernisierungs- und Neubauprojekte, die Geschäftspolitik öffentlicher Wohnungsunternehmen oder die Gleichzeitigkeit von Leerstand und Obdachlosigkeit: Die Wohnungsfrage bewegt Frankfurt, sie ist eine der zentralen Konfliktfelder der Stadt. Die Kommunalpolitik steht dabei vor großen Herausforderungen: Die Bevölkerungszahl steigt weiter, Baupreise und der Profitdruck von Investoren bleiben hoch, die Finanzlage der Stadt ist angespannt, von Bund und Land kommt wenig Unterstützung – und Klimaschutz und der Umgang mit den Folgen der Klimakrise sind drängender denn je.

Höchste Zeit also, im Vorfeld der Kommunalwahlen im März 2026 über die Möglichkeiten und Perspektiven einer Wohnwende in Frankfurt zu sprechen. Wie kann und muss eine soziale, ökologische und demokratische Wohnraumversorgung für alle in Zukunft aussehen? Welche konkreten Maßnahmen und Instrumente sind hierfür notwendig und welche Positivbeispiele gibt es aus anderen Kommunen? Und nicht zuletzt: Wie lässt sich eine Wohnwende in Frankfurt politisch und praktisch durchsetzen?

Über diese und viele weitere Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe WohnWendeWerkstatt gemeinsam ins Gespräch kommen – mit Mieter:innen und Betroffenen der Wohnungskrise, mit Wissenschaftler:innen, Expert:innen und Aktiven aus der Zivilgesellschaft, mit spannenden Gäst:innen von außerhalb und allen Interessierten der Frankfurter Stadtgesellschaft. Kommt vorbei und diskutiert mit!

Eine Veranstaltungsreihe des Wohnlabors am Institut für Sozialforschung (IfS), mit Unterstützung des DFG-Graduiertenkollegs Gewohnter Wandel (GRK 2892 ∕ 1). Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.

Eine Übersicht über alle Veranstaltungen der Reihe findet sich auf der Website des IfS.

Montag

PEG 1. G 168, Campus Westend

Vortragsreihe »Kritische Soziologie«

Vortragsreihe »Kritische Soziologie«

Vortrag von Luise Henckel (Institut für Sozialforschung), kommentiert von Florian Butollo (Goethe-Universität Frankfurt a. M.)

 

Vortragsreihe des AK Kritische Soziologie. Gemeinsamer Arbeitskreis am Institut für Soziologie der Goethe-Universität und am Institut für Sozialforschung (IfS) Frankfurt a. M.

Alle Vorträge finden c. t. statt.
Koordination: Laura Hanemann, Stephan Lessenich, Susanne Martin, Doris Schweitzer.
Kontakt: martin@soz.uni-frankfurt.de

Dienstag

Bauhaus-Universität Weimar

Ringvorlesung des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«

Ringvorlesung des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«

The Russian invasion of Ukraine has triggered a profound housing crisis, resulting from both large-scale destruction and unprecedented displacement. Housing has emerged as one of the most severely affected sectors, and access to adequate accommodation remains among the most urgent needs of internally displaced persons (IDPs). According to World Bank estimates, 13 percent of Ukraine’s housing stock has been damaged or destroyed, impacting approximately 2.5 million households. This poses not only a long-term challenge for post-war reconstruction but also a pressing social policy and humanitarian concern. The lecture will examine the war’s impact on Ukraine’s housing sector, assess the challenges faced by IDPs, and analyze policy responses to the housing crisis as well as actors shaping housing provision at different levels. Special attention will be given to the rental housing market and its role in accommodating the IPDs within this war-induced crisis.

Galyna Sukhomud is a research associate at the department ‘Social Cohesion, Diversity and Migration in Spatial Planning’ department at TU Berlin. She holds an M.Sc. in European Urban Studies from Bauhaus-Universität Weimar. She is the coordinator of the working group Crises, Conflict, and Recovery at the European Network for Housing Research (ENHR), and a member of the Ukrainian NGO and research collective New Housing Policy. Among other topics, she works with social and housing policies, housing and post-war reconstruction, rental market regulation, and interaction between housing and migration dynamics.

 

Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung »Zerstörung - Zuflucht - Zukunft. Wohnen im und nach dem Krieg« des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel. Gesellschaftliche Transformation und räumliche Materialisierung des Wohnens« im Wintersemester 2025/26

Wie wirkt sich Krieg auf das Wohnen aus und was können wir durch den Blickwinkel des Wohnens über Krieg lernen? In sieben Veranstaltungen beleuchten internationale Forschende aus Stadtplanung, Humangeographie, Architektur, Kunstgeschichte sowie Rechtswissenschaften und Anthropologie politische, ökonomische, bauliche und soziale Dimensionen der Wohnungsversorgung in Zeiten drohender und andauernder Kriege sowie sich anschließender Nachkriegsperioden. Die Beiträge blicken auf Entwicklungen in Bosnien, Deutschland, Israel, Jordanien, Syrien und der Ukraine und zeigen auf, wie Krieg als Zäsur bestehende Ordnungen und Strukturen zerstört, welche Neuerungen staatlicher Planungen zur Versorgung mit Wohnraum sich daraus entwickelt haben, wie die Menschen den alltäglichen Herausforderungen des Wohnens begegnen und wie bewaffnete Konflikte gesellschaftliche Wohnrealitäten und -identitäten dauerhaft prägen.

Die Ringvorlesung findet dienstags 14tägig um 18.30 Uhr im Wechsel an den Standorten Weimar und Frankfurt/Main statt. Es gibt die Möglichkeit einer digitalen Teilnahme:

BigBlueButton (Zugangscode: 98kbz7) https://meeting.uni-weimar.de/b/rooms/f2l-jnf-ajn-mfo/join

Campus Westend, PEG 1G135

Öffentliche Vorträge

Öffentliche Vorträge

Beyond the hype of AI capabilities lies a fierce geopolitical and corporate struggle to build the next global empire. This talk unpacks the new logics of corporate expansion across the AI stack, conceptualizing AI as a general-purpose technology. Historically, the firms behind such technologies have faced immense challenges not only in driving adoption but, more critically, in capturing its value. In different ways, the big AI firms of today are all charting paths to overcome these problems – leading to a series of distinct expansionary strategies.

This corporate competition, in turn, is inextricably linked to the geopolitical rivalry between the United States and China. The presentation will critically assess the 'AI race' narrative, questioning its accuracy and exploring the complex interplay between national strategies and private sector interests. Ultimately, the talk aims to provide a new framework for understanding the strategic landscape of this critical 21st-century technology and the powerful forces shaping our digital future.

Book presentation with the author facilitated by the Institute of Social Research and the research area »Sociology of Digital Transformation and Work«

Mittwoch

Künstler*innenhaus Mousonturm

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

[auf Spanisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche]

Partimos de la confirmación de una vieja sospecha: el vínculo entre capitalismo neoliberal y democracia está herido de muerte. ¿Cuáles son sus síntomas mórbidos? ¿Qué órdenes de justificación de sus desigualdades e injusticias aún lo sostiene? ¿Cuáles son las razones que aducen los sujetos para seguir, pese a todo, aferrándose a su ruina? Estas son algunas de las preguntas que nos orientan en el intento de descifrar aquellas ideologías y estructuras psicosociales sobre las que se edifica el autoritarismo social que encuentra hoy su representación en líderes antidemocráticos.

»Zur kritischen Theorie des gegenwärtigen Autoritarismus in Argentinien« – Micaela Cuesta im Gespräch mit Alexander Kern

Ein alter Verdacht hat sich bestätigt: Die schon immer fragile Beziehung zwischen neoliberalem Kapitalismus und Demokratie scheint heute tödlich verwundet. Was sind die Symptome ihres Todeskampfs? Welche Rechtfertigungen für Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten halten sie dennoch am Leben? Und welche Gründe führen die Subjekte dafür an, sich fest an ihren eigenen Untergang zu klammern? Dies sind einige der Fragen, die uns bei dem Versuch leiten, die Ideologien und psychologischen Strukturen zu dechiffrieren, auf denen der Autoritarismus aufbaut, wie er von den antidemokratischen Führern der Gegenwart repräsentiert wird.

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

9. Oktober 2025: Volker Weiß (Villigster Forschungsforum Hamburg) im Gespräch mit Paul Erxleben (IfS): Gangs of Today – Was die Racket-Theorie über die Gegenwart sagen kann

26. November 2025: Micaela Cuesta (Universidad Nacional de San Martín Buenos Aires) im Gespräch mit Alexander Kern (IfS): Para una Teoría Crítica del Autoritarismo Contemporáneo en Argentinia [auf Spanisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche]

17. Dezember 2025: Morten Paul (Ruhr-Universität-Bochum) im Gespräch mit Ricarda Biemüller (IfS): Was war Faschismustheorie? Geschichte und Gegenwart eines Versprechens

28. Januar 2026: Carolin Amlinger (Universität Basel) im Gespräch mit Georg Marx (IfS): Zerstörungslust - Destruktivität als affektive Quelle des Autoritarismus

11. Februar 2026: Fiona Kalkstein (Else-Frenkel-Brunswik-Institut, Leipzig) im Gespräch mit Anna Rosa Ostern (IfS): Über Sündenböcke und Phantasmen. Faschisierung als Heilsversprechen

 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils im 19 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm. Der Eintritt ist frei.

Donnerstag

2og:dondorf (ehemalige Dondorf Druckerei)

WohnWendeWerkstatt

WohnWendeWerkstatt

Auftakt der Veranstaltungsreihe »WohnWendeWerkstatt. Wohnungspolitische Konflikte und sozial-ökologische Perspektiven in Frankfurt am Main«.

 

Impulsvortrag von Prof. Dr. Sebastian Schipper (Institut für Humangeographie, Goethe-Universität Frankfurt)

 

Kurzbeiträge u.a. von:

Marcus Gwechenberger (Dezernent für Planen und Wohnen)

Conny Petzold (Mieter helfen Mietern, Mietentscheid Frankfurt)

Birgit Kasper (Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen)

Carolina Löw (Architects for Future, Frankfurt)

Die Druckerei

 

Im Anschluss: Offenes Forum mit den Vortragenden, gemeinsame Wunschproduktion und Barabend

»Adler fliegen hoch. Mieten fliegen höher.« Dieser Slogan des Mietentscheids Frankfurt aus dem Jahr 2018 hat nichts an seiner Aktualität verloren, im Gegenteil: Bezahlbarer Wohnraum bleibt in Frankfurt Mangelware, der Bestand an Sozialwohnungen sinkt unaufhörlich und Menschen werden weiterhin aus ihren Wohnungen und Stadtvierteln verdrängt. Die Wohnungspolitik im Bund, in Hessen und in Frankfurt tut viel zu wenig, um gegenzusteuern – und direktdemokratische Initiativen wie der Mietentscheid werden gerichtlich blockiert.

Trotzdem gab es die letzten Jahre auch einige Lichtblicke. Mieter:innen haben sich organisiert und gemeinsam für ihre Interessen gekämpft, stadtpolitische Initiativen konnten die Luxus-Bebauung der Grünen Lunge am Günthersburgpark verhindern und Leerstand in der Stadt zum Thema machen, der Mietenstopp bei der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG wurde verlängert, neue Wohnprojekte eröffnet und ein Hessisches Leerstandsgesetz auf den Weg gebracht.

Wo also steht die Wohnungspolitik aktuell – in Frankfurt und darüber hinaus? Wie haben sich die wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren verändert? Vor welchen Herausforderungen stehen die verschiedenen Akteure der Wohnungspolitik und wie versuchen sie, mit diesen produktiv umzugehen? Wo bestehen bereits Ansätze für eine sozialökologische Wohnwende in Frankfurt und was müsste darüber hinaus in den kommenden Jahren passieren, um Wohnen für alle zu ermöglichen? Lasst uns Fragen, Ideen und Vorschläge sammeln und gemeinsam mit unseren Gästen diskutieren!

Eine Veranstaltung des Wohnlabors am Institut für Sozialforschung (IfS), mit Unterstützung des DFG-Graduiertenkollegs Gewohnter Wandel (GRK 2892 ∕ 1). Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos.

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 499392530.